RegionalBahn-Netz Lausitz vergeben
Dienstag, 17. Dezember 2019

Der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) hat das „Netz Lausitz“ an die Deutsche Bahn vergeben. Ab Ende 2022 fahren neue Siemens-Triebzüge von Frankfurt (Oder) nach Cottbus. Die bisher in Cottbus endende RegionalBahn-Linie RB11 wird dann umsteigefreie Verbindungen nach Falkenberg (Elster) und Leipzig ermöglichen. Auch wenn jeder zweite Zug RegionalExpress heißt, wird bis Cottbus aber weiterhin an jedem Unterwegshalt gestoppt.

Der Stundentakt nach Cottbus bleibt erhalten. Er wird ab Dezember 2022 aber durch zwei parallel fahrende Linien im 2-Stunden-Takt erbracht. Das ist weiterhin die RB11 (derzeit Frankfurt – Cottbus), die nach Falkenberg (Elster) verlängert wird, aber nur noch alle 2 Stunden fährt. In der jeweils anderen Stunde fahren die Frankfurter Züge ab Cottbus als RegionalExpress weiter nach Leipzig. Dieser RE10 wird zwischen Frankfurt und Cottbus aber weiterhin überall halten. Die Fahrzeit nach Leipzig wird sich dadurch nicht ändern, für Frankfurter bleibt die Umsteigeverbindung über Berlin die schnellste Route nach Leipzig. Doch viele kleine Zwischenhalte zwischen Frankfurt und Cottbus werden damit direkt an den Fernverkehrsknoten Leipzig angebunden, von wo stündlich Fernzüge nach Frankfurt am Main, Hannover, Nürnberg oder München verkehren.

Eingesetzt werden fabrikneue, einstöckige, dreiteilige Elektrotriebwagen vom Typ „Mireo“ (Wikipedia: Siemens Mireo). Die Züge sind 70 Meter lang, Probleme mit zu kurzen Bahnsteigen wird es also keine geben, und bieten 180 Sitz- und 15 Fahrradstellplätze. Die Fahrzeuge sind klimatisiert, verfügen über WLAN, Steckdosen mit integrierten USB-Ladestellen sowie induktive Lademöglichkeiten.

Durchgehende Zugverbindungen zwischen Frankfurt (Oder) und Leipzig gab es immer wieder. Am bekanntesten dürfte der D 456/457 sein, der bis 1992 viele Jahre zwischen Frankfurt am Main bzw. Mönchengladbach und Frankfurt (Oder) über Leipzig unterwegs war. In seinem letzten Fahrplanjahr brauchte er von Frankfurt nach Leipzig fast 4 Stunden. Da wird der künftige RE10 mit etwa 3 ¼ Stunden trotz zahlreicher Zwischenhalte ein Stück schneller sein - und obendrein alle 2 Stunden fahren.

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