Neue und zusätzliche Züge für RE1 ab 2022
Freitag, 25. Januar 2019

Desiro HC im ODEG-Design (Grafik: VBB)
Desiro HC im ODEG-Design (Grafik: VBB)

Seit mehr als 20 Jahren fahren rote Doppelstockzüge der Deutschen Bahn auf der RegionalExpress-Linie RE1 zwischen Magdeburg und Eisenhüttenstadt. Anfänglich rollten vier Wagen, später musste ein fünfter ergänzt werden, denn die Fahrgastzahlen sind erheblich gestiegen. Der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) hat weiter steigende Nutzerzahlen für die Zukunft errechnet. Deshalb soll der RE1 künftig häufiger fahren, und es sollen mehr Sitzplätze pro Zug angeboten werden. Die Neuausschreibung des RE1 im Rahmen des Netzes Elbe-Spree gewann die Ostdeutsche Eisenbahn ODEG.

Neue Elektrotriebzüge

Ab Dezember 2022 wird die ODEG, die im Frankfurter Raum bisher nur RegionalBahnen mit Dieseltriebwagen betrieben hat, 21 sechsteilige-Elektrotriebwagen des Typs Desiro HC (HC für High Capacity, dt. hohe Kapazität) von Siemens auf dem RE1 einsetzen. Ein solcher Triebzug besteht aus zwei einstöckigen, motorisierten Endwagen und vier doppelstöckigen, nicht angetriebenen Mittelwagen. Die Höchstgeschwindigkeit des klimatisierten Zuges beträgt 160 km/h. Er bietet 637 Sitzplätze – 600 waren für die Hauptverkehrszeiten in der Ausschreibung gefordert. Bildschirme werden außen und innen anzeigen, wo es im Zug noch freie Plätze gibt. Auch die VBB-App soll diese Information dann anzeigen können. Es wird WLAN geben. Ein sechsteiliger Triebzug ist 157,6 m lang und hat neben zwei barrierefrei erreichbaren Toiletten auch Platz für 49 Fahrräder. Desiro-HC-Triebzüge sind seit 2018 in Nordrhein-Westfalen im Einsatz und werden ab 2020 auch nach Israel geliefert.

Dritter Zug in Hauptverkehrszeiten

In den Spitzenstunden wird der RE1 ab Dezember 2022 außerdem häufiger fahren. Neben den beiden stündlichen Zügen (wie bisher bedient ein Zug die Halte zwischen Erkner und Fürstenwalde, der andere Zug alle Halte zwischen Fürstenwalde und Frankfurt), soll künftig ein dritter Zug pro Stunde zwischen Brandenburg an der Havel und Frankfurt an der Oder eingesetzt werden. Er wird nur in Brandenburg, Werder und Potsdam Hbf, an allen Stationen in Berlin sowie in Erkner, Fürstenwalde und Frankfurt halten. Für die Berliner Stationen sind saubere 20-, 20/40- oder 60-Minuten-Takte angedacht. Weil die einzelnen Züge unterschiedlich oft halten, werden an den vier Außenpunkten der Linie, in Brandenburg, Werder, Fürstenwalde und Frankfurt, aber „unsaubere“ Takte erzielt.

Ab Frankfurt soll der RE1 ab Dezember 2022 Montag bis Freitag nach derzeitiger Planung mit diesen Fahrtabständen fahren:
4-5 Uhr alle 60 min • 5-9 Uhr alle 9/24/27 min • 9-14 Uhr alle 27/33 min • 14-19 Uhr alle 9/24/27 min • 19-20:30 Uhr alle 27/33 min • 20:30-0:30 Uhr alle 60 min
Ab Berlin sind derzeit folgende Takte geplant:
4-5 Uhr alle 60 min • 5-6 Uhr alle 20/40 min • 6-9 Uhr alle 20 min • 9-14 Uhr alle 20/40 min • 14-19 Uhr alle 20 min • 19-22 Uhr alle 20/40 min • 22-1 Uhr alle 60-80 min

Längere Züge ab 2025 möglich

Doch auch ein dritter Zug wird den künftigen Verkehr nicht schultern können. Allein bis 2030 wird erwartet, dass der RE1 zwischen Erkner und Fürstenwalde von 63 % mehr Fahrgästen genutzt wird, zwischen Fürstenwalde und Frankfurt werden 50 % mehr Nutzer erwartet. Daher sollen Bahnsteige entlang der Linie auf 210 Meter verlängert werden, um hier endlich auch längere Züge einsetzen zu können. In Ostbrandenburg müssten die Stationen Fangschleuse, Hangelsberg, Berkenbrück, Briesen, Jacobsdorf, Pilgram und Frankfurt (Oder)-Rosengarten ausgebaut werden. Etwa 30 Millionen Euro würde das kosten. Noch 2019 soll die Entscheidung fallen, ob der Ausbau kommt. Ab Ende 2025 könnten dann auch sieben- oder achtteilige Züge mit bis zu 800 Sitzplätzen eingesetzt werden.

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ODEG-Faktenblatt zum Netz Elbe-Spree (pdf, ca. 2 MB)

VBB-Pressemitteilung Netz Elbe-Spree im Wettbewerb vergeben