Neue Straßenbahnen ab 2023
Mittwoch, 17. Februar 2021

Frankfurts neue Straßenbahn
Frankfurts neue Straßenbahn

Frankfurts neue Straßenbahn
Frankfurts neue Straßenbahn

Seit 2014 plant die Stadt die Anschaffung neuer Straßenbahnen. Nun endlich wurde der tschechische Hersteller Škoda mit dem Bau von 13 Niederflurbahnen des Typs ForCity Plus beauftragt. Die Bestellung ist Teil einer gemeinsamen Ausschreibung der drei brandenburgischen Meterspurbetriebe Brandenburg (Havel), Cottbus und Frankfurt (Oder). Insgesamt werden 24 Fahrzeuge in die 3 Städte geliefert, davon 13 nach Frankfurt. Weiterhin besteht eine Option auf weitere 21 Bahnen für Brandenburg und Cottbus. Inklusive Option beläuft sich der Auftrag auf 110 Millionen Euro, das entspricht gut 2,4 Mio pro Fahrzeug.

Seit 1987 fahren tschechische Tatrabahnen vom Typ KT4D durch Frankfurt. In zwei Lieferungen wurden insgesamt 34 Wagen geliefert. Die ältesten Wagen sind inzwischen mehr als 33 Jahre im Einsatz. Derart alte Fahrzeuge werden im Unterhalt stets teurer, Ersatzteile sind neu kaum mehr zu bekommen. Da der Wagenbedarf in den letzten Jahren stark zurückging, konnten nicht mehr benötigte Wagen als Ersatzteilspender dienen. Zwar wurden die Tatrabahnen Anfang der 1990er Jahre modernisiert, doch die hochflurigen Fahrzeuge sind für mobilitätseingeschränkte Fahrgäste nicht mehr zeitgemäß. Sie werden durch wiederum tschechische Niederflurbahnen von Škoda Transportation Pilsen ersetzt.

Die 30,08 Meter langen und 2,30 Meter breiten Einrichtungswagen haben laut Hersteller 57 Sitz- und 169 Stehplätze bei einem Niederfluranteil von 70 %. Zwei motorisierte Drehgestelle, die sich in den Randelementen des Fahrzeugs befinden, sollen für eine geringe Gleisabnutzung beim Anfahren und bei Bogenfahrten sorgen. Ein weiteres starres Lauffahrwerk befindet sich unter dem mittleren der drei Wagenteile. Vier doppelflügelige und zwei einflügelige Türen an den Wagenenden werden einen schnellen Fahrgastwechsel ermöglichen. Die Höchstgeschwindigkeit gibt der Hersteller mit 80 km/h an. Zur Ausstattung gehört eine Klimaanlage, Bildschirme zur Fahrgastinformation, WLAN und ein Kameraüberwachungssystem. Der Fahrzeugtyp bewährt sich im slowakischen Bratislava bereits seit 2014.

Die Bestellung kannte zahlreiche Rückschläge, eigentlich wollte man die ersten Neubaufahrzeuge bereits 2017 in Empfang nehmen. Doch die Finanzierung war schwierig, ein früherer Anbieter stellt das angebotene Fahrzeug gar nicht mehr her, ein unterlegener Bieter klagte 2020 gegen die Entscheidung der drei brandenburgischen Städte, schlussendlich verlängerte die Corona-Pandemie die Verhandlungen. Geplant ist der Lieferbeginn derzeit für das Jahr 2023. Bis 2026 sollen alle neuen Bahnen geliefert und die letzten KT4D ausgemustert sein.

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