Einheitliche Fahrscheine in der DDR
Sonntag, 1. Oktober 1989

Kurz vor dem Ende der Teilung Deutschlands wurde im Osten eine Neuerung eingef├╝hrt: Stra├čenbahnfahrscheine konnten, egal bei welchem Betrieb sie gekauft wurden, in der ganzen DDR verwendet werden. Nun kann jeder Fahrschein im st├Ądtischen Nahverkehr f├╝r Bus und Stra├čenbahn, S-Bahn und U-Bahn f├╝r eine Fahrt abgegolten werden. Dabei muss der gel├Âste Wert dem Ortstarif entsprechen. 1985 hatten die Verkehrsbetriebe Ostdeutschlands damit begonnen, ihre Busse und Bahnen mit einheitlichen Entwertern auszustatten. Au├čer in Leipzig gibt es nun ├╝berall das 30x60-mm-Format. Bei den damals ├╝blichen Fahrpreisen von 10 bis 20 Pfennig, nach heutigem Wert nur wenige Cent, war der gesamte Fahrscheinverkauf allerdings eher ein Spielchen. Ein DDR-Verkehrspolitiker erz├Ąhlte einmal auf einer Veranstaltung, dass der reale Wert einer Stra├čenbahnfahrt bei 1,27 Ost-Mark gelegen habe und die Fahrpreise damit noch nicht einmal die Herstellung und den Vertrieb der Fahrscheine deckten. Selbst diese waren also ein Zuschussgesch├Ąft, ein Nulltarif w├Ąre nach dieser Auskunft f├╝r die DDR billiger gewesen.