Chronicle 1990 - 1994 31 Dec 1994
Chronik 1990 - 1994 | Historia od 1990 do 1994 roku

Einschr
Dienstag, 2. Januar 1990

Die Ausreisewelle von Ostdeutschen im zweiten Halbjahr des Jahres 1989 ging auch an Frankfurt (Oder) nicht spurlos vor├╝ber. Wegen Fahrermangels werden selbst Soldaten als Stra├čenbahnfahrer in Erw├Ągung gezogen. Zun├Ąchst einmal muss das Angebot auf der Linie 6 gek├╝rzt werden. Aus dem 7-8-Minuten-Takt wird ein 15-Minuten-Takt. Einzelne Fahrten auf der Linie 7 werden ebenfalls gestrichen. Bereits im Juni 1989 wurde das Angebot auf dem Ersatzverkehr zum Westkreuz ausged├╝nnt. Erst im Mai 1990 konnten wieder alle Fahrten der Linie 6 angeboten werden.

Frankfurts Stra
Januar 1990

Wagen 204 in roter Farbgebung
Wagen 204 in roter Farbgebung

Wagen 204 in roter Farbgebung
Wagen 204 in roter Farbgebung

Erstmals seit den 1970er Jahren fahren in Frankfurt wieder Stra├čenbahnen mit Werbung. Die KT4D 203 und 204 wurden v├Âllig rot lackiert und warben von nun an f├╝r die Lotto-Systeme Ostdeutschlands. Eine abweichende Farbgebung erhielten sp├Ąter auch die KT4D 209 bis 216 und 218. Weitere Umlackierungen scheiterten am Veto der Stadt, man wollte den Wagenpark einheitlich sehen. Im Herbst 1990 erhielt sogar ein Gotha-Zug ein neues Farbgewand. Tw 41 + Bw 143 wurden in silber lackiert, was ihnen den etwas sp├Âttischen Namen Silberpfeil einbrachte, schlie├člich waren die Gotha-Wagen allesamt bereits einigerma├čen altersschwach. Geworben wurde f├╝r die Sparkasse. In himmelblau fuhren bereits seit den 1980er Jahren die Fahrschul-Tw 5 und 6 und Fahrschul-Bw 110.

Neue Haltestellenh
April 1990

Wartehalle Gro├če Oderstra├če
Wartehalle Gro├če Oderstra├če

Wartehalle Gro├če Oderstra├če
Wartehalle Gro├če Oderstra├če

Die Firma Bruno Kienzler GmbH aus dem schwarzw├Ąldischen Hausach stellt die ersten vier Warteh├Ąuschen in der Karl-Marx-Stra├če an den Stra├čenbahn-Haltestellen Schmalzgasse (heute Regionalbus-Haltestelle Karl-Marx-Stra├če) und Topfmarkt (damals Karl-Marx-Monument) auf. Zu Ost-Zeiten war das Errichten von Wartehallen f├╝r Fahrg├Ąste wegen permanenter Baustoffknappheit mit gro├čen Problemen verbunden. Die neuen Glasunterst├Ąnde sind wegen der integrierten Werbetafeln kostenlos. Auf Informationstafeln mit Fahr- und Netzpl├Ąnen wurde anf├Ąnglich verzichtet, h├Ątte man diese doch mit der damals in Ostdeutschland noch nicht eingef├╝hrten D-Mark bezahlen m├╝ssen.

Neubau Gleisschleife Stadion
Mittwoch, 20. Juni 1990

Am Stadion im Jahr 1990
Am Stadion im Jahr 1990

Am Stadion im Jahr 1990
Am Stadion im Jahr 1990

Der Streckenabschnitt zum Stadion wird vor├╝bergehend nicht im Linienverkehr bedient. Grund ist der Bau und die Anbindung der bisher fehlenden Wendeschleife an der Endstelle. Im Februar 1970 wurde die Strecke zum Buschm├╝hlenweg nach 72 Jahren stillgelegt. Zu diesem Zeitpunkt sollte die Frankfurter Stra├čenbahn abgeschafft und durch Busse ersetzt werden. Stra├čenbahnen sollten in der DDR langfristig nur noch in St├Ądten mit mehr als 200.000 Einwohnern fahren. Nach Ulbrichts Abl├Âsung 1971 und der ersten ├ľlkrise 1973 drehte sich der Wind und die Stra├čenbahnen Ostdeutschlands kamen vielerorts zu neuer Bl├╝te.

Auch in Frankfurt wurde 1973 ein Konzept zum Ausbau der Tram erarbeitet. Die Strecke in den Buschm├╝hlenweg wurde im Juni 1970, wenige Monate nach ihrer Stilllegung, sogar wieder reaktiviert. Man nahm den noch nutzbaren Teil der Strecke wieder in Betrieb. Da hinter dem Stadion die Gleise bereits unter einer Asphaltdecke verschwunden oder ausgebaut waren, diente fortan die Haltestelle Stadion als Endstation. Erst im September 1976 wurde am Endpunkt in der Oderallee (heute wieder Lindenstra├če) eine Gleiswechselanlage eingebaut. Bis dahin war kein Einsatz von Beiwagen auf der Strecke m├Âglich. Teilweise lie├čen Z├╝ge zum Stadion ihren Beiwagen am Platz der Republik und fuhren solo zum Stadion.

Nun endlich wird die Haltestelle etwa 150 m nach Osten verlegt und eine zweigleisige Wendeschleife direkt an der Alten Oder mit zus├Ątzlichem Stumpfgleis in der Schleifenmitte gebaut. Bereits Anfang 2003 wurde das Stumpfgleis entfernt und ein Parkplatz f├╝r Autos in der Wendeschleife errichtet. Der Endpunkt Stadion war der letzte ohne Gleisschleife. Bisher konnten den Ast nur Zweirichtungswagen bedienen.

Da die neue Wendeschleife im Bereich der Umsetzanlage von 1976 an die Bestandsstrecke angebunden wird, ist ein Stra├čenbahnverkehr zum Stadion w├Ąhrend der Bauarbeiten nicht m├Âglich. Seit Oktober 1988 f├Ąhrt umleitungsbedingt die Linie 5 zum Stadion. Wegen der Bauarbeiten f├Ąhrt sie vor├╝bergehend zwischen Neuberesinchen und Gro├če Oderstra├če (heute Europa-Universit├Ąt).

Tarifumstellung D-Mark
Sonntag, 1. Juli 1990

Mit 42 Jahren Versp├Ątung wird die D-Mark einzige offizielle W├Ąhrung in ganz Deutschland. Bei der neuen Stadtverkehrs GmbH bleiben die Tarife f├╝r Bus und Bahn zun├Ąchst unver├Ąndert. Eine Fahrt mit Umsteigeberechtigung kostet 0,20 DM.

Einschr
Montag, 13. August 1990

Tatra-Doppel auf Linie 7
Tatra-Doppel auf Linie 7

Tatra-Doppel auf Linie 7
Tatra-Doppel auf Linie 7

Die mangelnde Wirtschaftlichkeit ostdeutscher Betriebe f├╝hrt zu Entlassungen in unwirtschaftlichen Gro├čbetrieben. Der gr├Â├čte Arbeitgeber Frankfurts, das volkseigene Halbleiterwerk im Industrievorort Markendorf, baut Personal ab. Knapp 9.000 Menschen aus dem Frankfurter Raum und aus den angrenzenden Gemeinden Polens waren einst hier besch├Ąftigt. Um diese m├Âglichst wirtschaftlich an ihren Arbeitsplatz zu bekommen, wurde im Oktober 1988 die Stra├čenbahn nach Markendorf verl├Ąngert. Mit 16 Z├╝gen je Stunde und Richtung fuhren die Linien 3, 4 und 7 im Spitzenverkehr gen Markendorf.

Nun geht das Verkehrsaufkommen deutlich zur├╝ck. Linie 3 wird wieder zur Kopernikusstra├če zur├╝ckgezogen und f├Ąhrt wie bis 1988 nur noch zwischen Kopernikusstra├če und Lebuser Vorstadt. Der 7/8-Minuten-Takt auf der Linie 7 wird durch einen 15-Minuten-Takt ersetzt, jeder zweite Zug wird also gestrichen. Schon bald fahren nur noch Solo-KT4D auf Linie 7 (bisher Gotha-Zweiwagenz├╝ge und KT4D-Doppeltraktionen). Statt 16 fahren noch 8 Z├╝ge pro Spitzenstunde nach Markendorf. Die Zubringerbuslinie K (heute Bus 987) (Lenn├ęstra├če - Kopernikusstra├če) f├Ąhrt nur noch alle 30, nachmittags etwa alle 60 statt 15 Minuten. Dies ist die erste Angebotseinschr├Ąnkung nach der Wende, weitere werden folgen. Der ├Âffentliche Verkehr nimmt an Bedeutung ab.

├änderungen Stra├čenbahn ab 13.08.1990
Linie 3 Kopernikusstra├če - Friedhof - Bahnhof - Platz der Republik - Lebuser Vorstadt
(nur Montag-Freitag 5-20 Uhr)

Nachfolgend gelistet sind die Taktzeiten der von Änderungen betroffenen Linien.

Takte Montag-Freitag Sonnabend/Sonntag t├Ąglich
04:00
05:00
05:00
08:00
08:00
13:00
13:00
17:00
17:00
20:00
04:00
05:00
05:00
20:00
20:00
22:00
22:00
00:00
3 - 15' - -
7 - 15' - 15' - - -
 K  - 30' - 60' - - -

Stadtverkehrsgesellschaft gegr
Samstag, 18. August 1990

Mit Wirkung vom 01.07.1990 wird der Gesellschaftsvertrag zur Gr├╝ndung der StadtverkehrsGmbH notariell beurkundet, der Geburtstag des Unternehmens in seiner heutigen Form.

Zw
September 1990

Solo-KT4D auf Linie 6
Solo-KT4D auf Linie 6

Solo-KT4D auf Linie 6
Solo-KT4D auf Linie 6

Aus Prag kommen zw├Âlf fabrikneue KT4D mit den Wagennnummern 223 bis 234. Sie mussten aufgrund langfristiger Vertr├Ąge zu einem St├╝ckpreis von 400.000 DM gekauft werden. Die Stadt nahm dazu einen Investitionskredit der Bundesregierung auf. Aufgrund zur├╝ckgehender Fahrgastzahlen werden die Triebwagen teilweise schon nach wenigen Jahren nicht mehr ben├Âtigt. Da sich kein K├Ąufer findet, werden die Wagen 230 bis 233 bereits 1995 abgestellt und 1997 verschrottet. Auch Tw 234 wird 1995 abgestellt, sein Wagenkasten fand 2001 f├╝r einen verunfallten Wagen aus Gera Verwendung. 1991 wird KT4D 227 nach einem schweren Unfall als erster Frankfurter KT4D modernisiert und im Januar 1992 vorgestellt. Auch er wurde 1995 abgestellt und 2005 verschrottet. Im Gegensatz zu vielen anderen St├Ądten wollte man die ├╝berz├Ąhligen Fahrzeuge nicht nach Osteuropa verschenken.

Wendeschleife Stadion fertiggestellt
Sonntag, 30. September 1990

Die Wendeschleife am Stadion ist fertiggestellt. Au├čerdem ist der qualit├Ątsm├Ą├čig schlechteste Abschnitt der Strecke zum Westkreuz (zwischen Westkreuz und Gerhart-Hauptmann-Stra├če) erneuert. Zwar sind die Gleise auf der restlichen Strecke noch immer im schlechten Zustand, aber nach zwei Jahren Ersatzverkehr mit Bussen wurde vorerst einmal der Stra├čenbahnverkehr wieder aufgenommen. Durch die neue Wendeschleife am Stadion gibt es keine Linie mehr, die mit Zweirichtungsfahrzeugen best├╝ckt werden muss.

Linie 1 f├Ąhrt weiterhin nach dem Fahrplan vom 22.10.1988, Linie 2 wird nach fast zwei Jahren Ersatzverkehr als Stra├čenbahnlinie zwischen Westkreuz und Stadion wieder eingef├╝hrt. Die Linien 3 und 7 fahren weiter nach ihrem Fahrplan vom 13.08.1990. Linie 4 bekommt einen neuen Fahrplan und f├Ąhrt erstmals seit 1985 wieder zum Stadion. Linie 5 kann wieder auf ihrer urspr├╝nglichen Route Westkreuz - Neuberesinchen fahren, sie wird allerdings nun nur noch in der Hauptverkehrszeit (HVZ) eingesetzt. Damit f├Ąhrt, wie schon seit Juni 1989 der Ersatzverkehr, vormittags nur noch alle 15 Minuten eine Bahn zum Westkreuz. Die bisherige HVZ-Linie 6 f├Ąhrt jetzt ganzt├Ągig, im Spitzenverkehr als einzige Linie noch im 7/8-Minuten-Takt. Alle anderen Tramlinien fahren im 15-Minuten-Takt. Auf Linie 4 werden in der Regel KT4D-Doppeltraktionen eingesetzt, auf Linie 7 Solo-KT4D. Die anderen Linien werden von Gotha-/Reko-Zweiwagenz├╝gen bedient. Auch wenn damit vier von sieben Stra├čenbahnlinien ver├Ąndert fahren, wird kein neuer Fahrplan herausgegeben, ein beidseitig bedrucktes A4-Blatt muss den Kunden reichen. Keine Ver├Ąnderungen gab es im Busverkehr.

Stra├čenbahn ab 30.09.1990
Linie 1 Neuberesinchen - Bahnhof - Platz der Republik - Lebuser Vorstadt
 
Linie 2 Westkreuz - Gerhart-Hauptmann-Stra├če - Platz der Republik - Stadion / Gro├če Oderstra├če
(zum Stadion nur 5-20 Uhr, sonst nach Gro├če Oderstra├če)
Linie 3 Kopernikusstra├če - Friedhof - Bahnhof - Platz der Republik - Lebuser Vorstadt
(nur Montag-Freitag 5-20 Uhr)
Linie 4 Halbleiterwerk - Klinikum - Kopernikusstra├če - Friedhof - Bahnhof - Platz der Republik - Stadion
 
Linie 5 Westkreuz - Gerhart-Hauptmann-Stra├če - Bahnhof - Neuberesinchen
(nur Montag-Freitag 5-8 und 13-18 Uhr)
Linie 6 Neuberesinchen - Bahnhof - Platz der Republik - Gro├če Oderstra├če
(nur Montag-Freitag 5:30-18:30 Uhr)
Linie 7 Halbleiterwerk - Klinikum - Kopernikusstra├če - Friedhof - Neuberesinchen
(nur Montag-Freitag 5-7 und 13:30-17 Uhr)

Nachfolgend gelistet sind die Taktfolgen der Stra├čenbahnlinien.

Takte Montag-Freitag Sonnabend/Sonntag t├Ąglich
04:00
05:00
05:00
08:00
08:00
13:00
13:00
17:00
17:00
20:00
04:00
05:00
05:00
20:00
20:00
22:00
22:00
00:00
1 unr. 15' unr. 15' 20' 30'-40'
2 unr. 15' unr. 15' 20' 30'-40'
3 - 15' - -
4 unr. 15' unr. 15' 20' 30'-40'
5 - 15' - 15' - - -
6 - 7/8' 15' 7/8' - - -
7 - 15' - 15' - - -

unr. = unregelm├Ą├čiger Takt

Mercedes-Benz-Busse im Test
September 1990

Die StadtverkehrsGmbH testet im Linienbetrieb einen Mercedes-Gelenkbus vom Typ MB O405G, im November einen MB O405. Schon 1991 werden 6 Gelenk- und 4 Standardbusse dieses Typs beschafft.

Wieder KT4D auf Linie 6
Donnerstag, 15. November 1990

Durch die zw├Âlf im September 1990 angelieferten KT4D (Tw 223-234) stehen wieder Tatrawagen f├╝r die Linie 6 zu Verf├╝gung. Zwei der f├╝nf Kurse werden an diesem Tag von Tw 224 und von Tw 230 gefahren.

Ab November 1987 waren KT4D auf der Linie 6 im Einsatz. Seit dem 22. Oktober 1988 wurden die bis dahin auf der Linie 6 eingesetzten KT4D jedoch f├╝r die neu eingerichtete Linie 7 ben├Âtigt. Linie 6 wurde seitdem wieder mit Zweiachs-Zweiwagenz├╝gen bedient.

Fahrzeugzu- und abg
1990

Gotha-Tw 13 in Neuberesinchen
Gotha-Tw 13 in Neuberesinchen

Gotha-Tw 13 in Neuberesinchen
Gotha-Tw 13 in Neuberesinchen

Aufgrund langfristiger Vertr├Ąge zwischen der DDR und der damaligen Tschechoslowakei kamen 1990 noch einmal zw├Âlf KT4D fabrikneu nach Frankfurt. Neben drei verunfallten Wagen und dem bei einem Brand besch├Ądigten Gotha-Triebwagen 13 gingen weitere Zweiachser au├čer Dienst, wenngleich das gro├če Ausmustern der Gotha- und Rekowagen erst 1991 begann.

Wagenpark (Stand 31.12.1990) Anzahl
Zweiachsige Triebwagen 38
Zweiachsige Beiwagen 46
Vierachsige Triebwagen 34
Arbeitswagen 5

Tarif
Freitag, 1. Februar 1991

Auf den Tag genau 62 Jahre nach der letzten Fahrpreis├Ąnderung wird der Preis f├╝r eine Einzelfahrt mit Umsteigeberechtigung von 20 auf 50 Pfennig (erm├Ą├čigt 25 Pfennig) erh├Âht. Nach anf├Ąnglich weniger Fahrg├Ąsten stabilisiert sich die Zahl der ├ľPNV-Nutzer schnell.

Die Monatskarte f├╝r zwei Linien kostet 16 DM (erm├Ą├čigt 12 DM). Neu eingef├╝hrt wurden die Monatskarte f├╝r das Gesamtnetz zu 20 DM (erm├Ą├čigt 15 DM) und die ├╝bertragbare Umweltkarte f├╝r das Gesamtnetz zu 25,00 DM.

Monatskarten wurden zu DDR-Zeiten in der Regel f├╝r eine bis vier Linien des Stadtverkehrs ausgegeben. Andere Linien, deren Streckenf├╝hrung sich teilweise mit der gel├Âsten Linie deckt (Decklinien), konnten auf dem gemeinsamen Streckenabschnitt mit genutzt werden. Stra├čenbahnlinen galten dabei grunds├Ątzlich nicht als Decklinie f├╝r Buslinien und umgekehrt.

KT4D-Tw 227 verunfallt
Dienstag, 12. Februar 1991

Am Stra├čenbahn├╝bergang F├╝rstenberger Stra├če, nahe der Haltestelle Dresdener Stra├če, kommt es zu einem schweren Verkehrsunfall zwischen einem LKW und dem KT4D 227 (Baujahr 1990). Der Triebwagen wird sp├Ąter in einer ehemaligen Panzerwerkstatt im brandenburgischen Mittenwalde als erster Frankfurter KT4D modernisiert.

Zweite Bauphase August-Bebel-Stra
Montag, 13. Mai 1991

Der zweite Bauabschnitt in der August-Bebel-Stra├če von der Rathenaustra├če zur Goethestra├če wird begonnen. Die Stra├čenbahnlinie 2 wird wieder im Ersatzverkehr mit Bussen zwischen Platz der Republik (heute Zentrum) und Westkreuz (heute Messegel├Ąnde) gefahren. W├Ąhrend tags├╝ber alle 15 Minuten ein Bus f├Ąhrt, gilt in den Hauptverkehrszeiten ein 7/8-Minuten-Takt. Linie 5 wird vor├╝bergehend eingestellt.

Fahrplanwechsel 1991
Samstag, 22. Juni 1991

Fahrplanheft 1991
Fahrplanheft 1991

Der erste Nachwendefahrplan tritt in Kraft. Er bringt kaum Verschlechterungen zur letzten DDR-Ausgabe vom 22.10.1988. Betriebsbeginn ist weiterhin gegen 3.30 Uhr, Betriebsschluss gegen 0.30 Uhr, freitags und sonnabends gegen 1.30 Uhr. Eine Reihe von Haltestellen bekam neue Namen. Seit dem Fr├╝hjahr wurden zahlreiche Stra├čen umbenannt. Stra├čennamen mit kommunistischem Hintergrund wurden vielfach durch die alten Vorkriegsnamen ersetzt. Bei der Gelegenheit ├Ąnderte man auch werbende Haltestellennamen wie Kaufhalle Nord in neutrale Bezeichnungen.

Fahrplan Stadtverkehr 1991/92
(22.06.1991-31.05.1992)

Stra├čenbahn: Da die Linie 5 bereits seit dem 13. Mai wegen Streckensanierung zum Westkreuz eingestellt ist, wird das Angebot der Linie 6 verdichtet. In den Spitzenstunden f├Ąhrt sie nun alle 4 bis 7 Minuten, und damit dreimal pro Viertelstunde. Gemeinsam mit der Linie 1 ergibt sich auf dem Abschnitt Neuberesinchen - Innenstadt in der Hauptverkehrszeit (HVZ) ein 3-4-Minuten-Takt. Weiter reduziert wurde dagegen das Angebot nach Markendorf. Au├čer in der HVZ endet jede zweite Fahrt der Linie 4 bereits an der Kopernikusstra├če. Vormittags und am Wochenende ist Markendorf damit nur noch alle 30 Minuten erreichbar. Am Abend klaffen mehrere 40-Minuten-L├╝cken im Fahrplan. Zwei Endstellen der Stra├čenbahn wurden umbenannt. Der Endpunkt der Linie 2, Westkreuz, wird um dem Zusatz (Messegel├Ąnde) erg├Ąnzt. Und statt Halbleiterwerk schildern die Linien 4 und 7 fortan Markendorf. Auf den Linien 1 und 3 fahren Gotha-/Reko-Zweiwagenz├╝ge. Z├╝ge der Linie 4 bestehen in der Regel aus KT4D-Doppeltraktionen. Auf den Linien 6 und 7 gen├╝gen Solo-KT4D.

Stadtbus: Auch im Bussektor wurde der ordentliche Standard gehalten. Die Linien A (seit 1999 Linie 980) und B (981) fahren in der HVZ nun beide im 15-Minuten-Takt. Bisher galt das nur f├╝r die Linie B. Linie D (983) nach Boo├čen f├Ąhrt nur noch in der HVZ. In den ├╝brigen Zeiten werden erstmals einige Fahrten der Linie B nach Boo├čen verl├Ąngert. Der Saisonverkehr zum Helene-See wird erstmalig als Linie H (986) gekennzeichnet. Von Anfang Juni bis 1. September 1991 f├Ąhrt Linie H sogar auf zwei Routen zum Helene-See, einmal vom Bahnhof ├╝ber Neuberesinchen alle 90 Minuten, au├čerdem (aber nur Montags bis Freitags) von der Prager Stra├če ├╝ber Messegel├Ąnde zum Helene-See. Ganzj├Ąhrig werden erstmals drei Fahrten der Buslinie F (984) an den Wochenenden ├╝ber Lossow hinaus zum Helene-See verl├Ąngert. Der Endpunkt Industriekomplex West hei├čt nun Seefichten, aus Industriekomplex Nord wurde Spitzkrug (Brauerei), die ehemalige Haltestelle Spitzkrug hei├čt jetzt Berliner Chaussee, der Endpunkt Bezirkskrankenhaus hei├čt fortan Klinikum.

Stra├čenbahn ab 22.06.1991
Linie 1 Neuberesinchen - Bahnhof - Platz der Republik - Lebuser Vorstadt
 
Linie 3 Kopernikusstra├če - Friedhof - Bahnhof - Platz der Republik - Lebuser Vorstadt
(nur Montag-Freitag 5-20 Uhr)
Linie 4 (Markendorf - Klinikum -) Kopernikusstra├če - Friedhof - Bahnhof - Platz der Republik - Stadion
 
Linie 6 Neuberesinchen - Bahnhof - Platz der Republik - Gro├če Oderstra├če
(nur Montag-Freitag 5:30-18:30 Uhr)
Linie 7 Markendorf - Klinikum - Kopernikusstra├če - Friedhof - Neuberesinchen
(nur Montag-Freitag 5-7 und 13:30-16 Uhr)
Stadtbus ab 22.06.1991
Linie SEV Westkreuz (Messegel├Ąnde) - Gerhart-Hauptmann-Stra├če - Platz der Republik (- Gro├če Oderstra├če)
(Schienenersatzverkehr)
Linie  A  (Seefichten - Am Messegel├Ąnde -) Ziolkowskiallee - Baumschulenweg - Bahnhof - Karl-Marx-Stra├če - Lenn├ęstra├če - Moskauer Stra├če - Klingetal - Westkreuz - Meurerstra├če (- Waldhaus Rosengarten)
(ab 22 Uhr erst ab Ziolkowskiallee)
Linie  B  Kopernikusstra├če - Ziolkowskiallee - Baumschulenweg - Bahnhof - Karl-Marx-Stra├če - Prager Stra├če - Moskauer Stra├če - Berliner Chaussee (- Boo├čen)
(nach Boo├čen nicht Montag-Freitag 5-7 und 13-18 Uhr)
Linie  C  Bahnhof - Westkreuz - Meurerstra├če - Rosengarten - Lichtenberg - Markendorf - Klinikum
(nur bis 22 Uhr)
Linie  D  Bahnhof - Karl-Marx-Stra├če - Oderhang - Kliestow - Boo├čen
(nur Montag-Freitag 5-7 und 13-18 Uhr)
Linie  F  Bahnhof - Grenzbahnhof - G├╝ldendorf - Lossow
 
Linie  G  Bahnhof - Karl-Marx-Stra├če - Prager Stra├če - Klingetal - Seefichten
(nur Montag-Freitag 6-7 und 15-17 Uhr)
Linie  H  Bahnhof / Prager Stra├če - Helene-See
(nur Saisonverkehr Mai bis Oktober und nur Tagesverkehr)
Linie  K  Kopernikusstra├če - Am Messegel├Ąnde - Prager Stra├če - Lenn├ęstra├če
(nur Montag-Freitag 5-7 und 15-17 Uhr)

Nachfolgend gelistet sind die Taktfolgen der Stra├čenbahnlinien und der im Takt fahrenden Buslinien (Linie SEV 2, A, B, G, K). Die ├╝brigen Linien fahren kaum oder gar nicht vertaktet.

Montag-Freitag Sonnabend/Sonntag t├Ąglich
04:00
05:00
05:00
08:00
08:00
14:00
14:00
18:00
18:00
20:00
04:00
05:00
05:00
20:00
20:00
22:00
22:00
00:00
1 unr. 15' unr. 15' 20' 40'
3 - 15' - -
4 unr. 15' 15' 15' 15' unr. 15' 20' 40'
6 - 4-7' 15' 4-7' - - -
7 - 15' - 15' - - -
SEV unr. 7-8' 15' 7-8' 15' unr. 15' 20' 40'
 A  unr. 15' 30' 15' 30' unr. 30' unr.
 B  unr. 15' 30' 15' 30' unr. 30' unr.
 G  - 30' - 30' - - -
 K  - 30' - 30' - - -

unr. = unregelm├Ą├čiger Takt
= Markendorf - Kopernikusstra├če nur alle 30 Min.,
= Markendorf - Kopernikusstra├če nur alle 20-40 Min.

Haltestellenumbenennungen 22.06.1991

fr├╝here Bezeichnung neue Bezeichnung
Bezirkskrankenhaus Klinikum (Linien 4, 7, C)
Dimitroffallee M├╝hlenweg (1, 5, 6, 7)
Gaswerk Neue Welt (1, 3)
G├╝ldendorf, LPG G├╝ldendorf, Krumme Stra├če (F)
Halbleiterwerk Markendorf (4, 7, C)
Haus der Einheit Gubener Stra├če (F)
Industriekomplex Nord Spitzkrug, Brauerei (B)
Industriekomplex West Seefichten (A, G)
Karl-Marx-Monument Topfmarkt (1, 3)
Kaufhalle Nord Prager Stra├če (B, G, H, K)
Kliestow, Kinderkrippe Kliestow, Rohrpfuhl (D)
Konsument Franz-Mehring-Stra├če (C)
Kopernikusstra├če, Dienststelle Nuhnenstra├če (A)
Kraftverkehr Oderhang (D)
Lichtenberg, Kinderkrippe Lichtenberg, Rosengartener Stra├če (C)
Mar├Â-Werk Am Winterhafen (1, 3)
Platz der Einheit Bardelebenstra├če (2, 5, A, B) (heute Kleist Forum)
Rathenaustra├če Otto-Nagel-Stra├če (C, K)
Sowjetisches Ehrenmal Gertraudkirche und Anger (4)
Spitzkrug Berliner Chaussee (B, D)
Stadion der Freundschaft Stadion (4, F)
Stra├če des Roten Oktober Johann-Eichorn-Stra├če (1, 5, 6, 7)

Neue Zielfilme f
Juni 1991

KT4D 201 im Juli 1992 am Stadion
KT4D 201 im Juli 1992 am Stadion

KT4D 201 im Juli 1992 am Stadion
KT4D 201 im Juli 1992 am Stadion

Die Stra├čenbahnen erhalten neue Zielfilme. Dabei wird nicht mehr f├╝r jedes Ziel die gleiche Schriftgr├Â├če verwendet, vielmehr werden kurze Ziele wie Stadion mit gr├Â├čeren Buchstaben geschrieben. Das verbessert die Lesbarkeit der Anzeigen. Mit den neuen B├Ąndern kann auch die neue Endstellenbezeichnung Markendorf angezeigt werden.

Neue Entwerter, neue Fahrscheine
Montag, 1. Juli 1991

Die bereits seit l├Ąngerem installierten, vom M├╝nchener MVV gebraucht ├╝bernommenen, Entwerter (Hersteller Kl├╝ssendorf) werden eingesetzt. Es werden neue, breitere Fahrscheine ausgegeben. Parallel wurden die in M├╝nchen ├╝blichen Streifenfahrkarten eingef├╝hrt, sp├Ąter aber wieder abgeschafft. Die erst im Februar neu ausgegebenen Fahrscheine liefen damit aus, behalten aber ihre G├╝ltigkeit. Die neuen Mercedes-Busse wurden von Anfang an nur mit den MVV-Entwerten ausgestattet.

Gleisbau am Bahnhof
Freitag, 20. September 1991

Auf der Bahnhofsseite des Beresinchenunnels werden Bogengleise ausgetauscht. Da der Tunnel daf├╝r komplett gesperrt werden muss, werden die Buslinien umgeleitet. F├╝r die Stra├čenbahn ergeben sich umfangreiche ├änderungen und es kommt sogar zu einer vor├╝bergehenden Wiederinbetriebnahme.

Die Linie 1 f├Ąhrt mit Gotha-ZR-Solowagen alle 7/8 Minuten zwischen Lebuser Vorstadt und der Kie├člingplatz (an der Strecke zum Westkreuz). Am Kie├člingplatz wendeten die Wagen ├╝ber einen Bau-Gleiswechsel. Hinter dem Kie├člingplatz fanden seit Mai umfangreiche Gleisbauarbeiten statt. Linie 2 f├Ąhrt im Ersatzverkehr zwischen Meurerstra├če (Bus-Hst. der Linien A [heute 980] und C [982]) und Kie├člingplatz/Goethestra├če. Dadurch werden weniger Busse auf dieser Strecke ben├Âtigt und es stehen mehr Fahrzeuge f├╝r den Ersatzverkehr im Bahnhofsbereich zur Verf├╝gung.

Linie 3 f├Ąhrt zwischen Kopernikusstra├če und Neuberesinchen, die Linien 4 und 7 zwischen Markendorf und Neuberesinchen. Linie 6 wird vor├╝bergehend eingestellt. Es wird ein Ersatzverkehr mit Bussen zwischen Stadion und Wintergarten (zur├╝ck ab Leninallee [heute Birkenallee]) eingerichtet. Die Ersatzbusse ├╝bernehmen in Richtung Stadtzentrum an der Haltestelle Johann-Eichorn-Stra├če die Stra├čenbahnfahrg├Ąste aus Neuberesinchen, Markendorf und von der Kopernikusstra├če. Da der Ersatzbus nur alle 7/8 Minuten f├Ąhrt, reichen die Pl├Ątze oft hinten und vorn nicht. Neben Mercedes-Bussen kommen auch noch Ikarus 280 zum Einsatz.

Angebotsreduzierung Linie 6
Donnerstag, 3. Oktober 1991

Die Bauarbeiten im Beresinchentunnel vom 20.09.1991 werden abgeschlossen. Auf Linie 6 wird der 4/4/7-Minuten-Takt aufgel├Âst und eine von drei Fahrten gestrichen. Das f├╝hrt fortan h├Ąufig zu ├ťberf├╝llungen. Da nun die Linie 1 wieder von Neuberesinchen zur Lebuser Vorstadt f├Ąhrt, ist der Streckenabschnitt Kie├člingplatz - Platz der Republik (heute Zentrum) erst einmal wieder ohne Stra├čenbahnbetrieb.

Stra
Montag, 7. Oktober 1991

Gotha-Soloeinsatz
Gotha-Soloeinsatz

Gotha-Soloeinsatz
Gotha-Soloeinsatz

Wie schon einmal vom 20.09. bis 02.10.1991 f├Ąhrt die Stra├čenbahn wieder zum Kie├člingplatz. Linie 2 pendelt mit Gotha-/Reko-Zweirichtungswagen alle 7/8 Minuten zwischen Kie├člingplatz und Stadion. Der Ersatzverkehrsbus f├Ąhrt nur zwischen Westkreuz (Messegel├Ąnde) und Kie├člingplatz.

2. Bauabschnitt August-Bebel-Stra
Sonntag, 24. November 1991

Die Strecke zum Westkreuz wird nach Fertigstellung des 2. Bauabschnittes in der August-Bebel-Stra├če wieder in Betrieb genommen. Linie 2 f├Ąhrt wieder zwischen Westkreuz (Messegel├Ąnde) (heute Messegel├Ąnde) und Stadion, auch Linie 5 wird zwischen Westkreuz (Messegel├Ąnde) und Neuberesinchen wieder eingef├╝hrt und f├Ąhrt alle 15 Minuten in den Hauptverkehrszeiten (HVZ). Mit dem sanierten Abschnitt geht an der Endhaltestelle Westkreuz (Messegel├Ąnde) die umgestaltete Haltestelle stadteinw├Ąrts in Betrieb. Die Station ist nun busg├Ąngig und wird von den Buslinien A (980) und C (982) in dieser Richtung genutzt. Bei der Gleissanierung wurden die Gleiswechsel am Westkreuz und am Hellweg nicht wieder eingebaut.

Gleichzeitig kommt es zu K├╝rzungen im Fahrplanangebot. Diese betreffen vor allem den Fr├╝hverkehr am Wochenende vor 8 Uhr. Die Tramlinien 1, 2 und 4 fahren in dieser Zeit nur noch alle 20 statt 15 Minuten. Die Buslinien A (heute 980) und B (981) werden im Wochenend-Fr├╝hverkehr von 30- auf 40-Minuten-Abst├Ąnde gek├╝rzt. Auf der Buslinie K (987) werden zahlreiche Fahrten gestrichen. Linie 6 f├Ąhrt wegen der wieder eingesetzten Linie 5 nur noch alle 15 Minuten, was die ohnehin ├╝berf├╝llte Situation zwischen Neuberesinchen und Innenstadt weiter versch├Ąrft. Noch im Sommer fuhren auf dieser Relation vier Z├╝ge pro Viertelstunde, jetzt zwei.

Fahrzeugzu- und abg
1991

Gotha-Arbeits-Tw 7
Gotha-Arbeits-Tw 7

Gotha-Arbeits-Tw 7
Gotha-Arbeits-Tw 7

Durch Fahrgastr├╝ckg├Ąnge und zw├Âlf 1990 gelieferte KT4D wurden zahlreiche Gotha- und Rekowagen ├╝berfl├╝ssig. So wurde 1991 die gro├če Ausmusterungswelle bei den zweiachsigen Fahrzeugen eingel├Ąutet, die in nur f├╝nf Jahren fast 100 Wagen der Baujahre 1957-1975 auf den Schrott bef├Ârdern wird. Neue oder gebrauchte Fahrzeuge f├╝r den Linienverkehr kamen 1991 nicht nach Frankfurt. Lediglich Arbeitswagen (A-Tw) 7 wurde aus Gera ├╝bernommen. Daf├╝r wurde der bisherige Frankfurter A-Tw 7 (Typ TE70/1, Baujahr 1971) ausgemustert und verschrottet. Insgesamt schieden 12 Trieb- und 19 Beiwagen aus dem Liniendienst. Darunter auch zwei Reko-ZR-Tw, die zu Arbeitswagen umgebaut wurden. Reko-ZR-Tw 47 wurde verkauft und diente zun├Ąchst in G├╝ldendorf als Imbisshalle. 1993 ging das Fahrzeug nach Seelow.

Wagenpark (Stand 31.12.1991) Anzahl
Zweiachsige Triebwagen 26
Zweiachsige Beiwagen 27
Vierachsige Triebwagen 34
Arbeitswagen 7

Tarif
Mittwoch, 1. Januar 1992

Nur elf Monate nach der letzten Tariferh├Âhung kommt es zur zweiten Fahrpreis├Ąnderung nach der Wende. Die Einzelfahrt mit Umsteigeberechtigung wird von der 30-Minuten-Zeitkarte abgel├Âst und steigt von 0,50 DM auf 1,30 DM (erm├Ą├čigt 0,75 DM). Die 5-Fahrten-Karte kostet 5 DM (erm├Ą├čigt 3,75 DM). F├╝r eine Monatskarte sind 35 DM (erm├Ą├čigt 25 DM) zu zahlen. Tageskarten gibt es nicht.

Erste historische Stra
Samstag, 1. Februar 1992

Wagen 60 in der Logenstra├če im Mai 1992
Wagen 60 in der Logenstra├če im Mai 1992

Wagen 60 in der Logenstra├če im Mai 1992
Wagen 60 in der Logenstra├če im Mai 1992

Zum Tag der offenen T├╝r im Betriebshof Bachgasse wurde Frankfurts erster historischer Stra├čenbahnwagen ausgestellt. 1936 bei der Waggonfabrik Wismar gebaut, kam Wagen 60 (Theo) im Fr├╝hjahr 1938 nach Frankfurt. Bis 1975 stand er im Liniendienst und wurde dabei technisch mehrmals angepasst. Danach diente das Fahrzeug bis 1988 als Arbeitswagen 5. Seit 1988 wurde an der Aufarbeitung des Wagens zum Museumsfahrzeug gearbeitet.

Weitere Stra
Montag, 9. Mńrz 1992

Linienlaufweg von 1987
Linienlaufweg von 1987

Altlasten werden getilgt. Erneut bekommen 32 Stra├čen in Frankfurt neue oder ihre alten Namen. So wird aus der Wilhelm-Pieck-Stra├če wieder die Logenstra├če und die Leipziger Stra├če, der mittlere Abschnitt erh├Ąlt den Namen der Partnerstadt Heilbronn. Auch ein Teil der Karl-Marx-Stra├če wird wieder in Berliner Stra├če umbenannt. Die Oderallee hei├čt k├╝nftig wieder Lindenstra├če. In den Neubaugebieten werden unter anderem die Leninallee zur Birkenallee, die Moskauer Stra├če zur Hamburger Stra├če und die Zielona-G├│ra-Stra├če zur Kieler Stra├če. Die beiden letztgenannten Stra├čen befinden sich im Hansaviertel und erhielten daher Stra├čennamen nach Hansest├Ądten.

Besonders ├╝ppig mit kommunistischen Namen best├╝ckt waren die Neubaugebiete der sp├Ąten 1970er und 1980er Jahre. W├Ąhrend im Hansa-Viertel nicht Namen von Hansest├Ądten sondern vor allem Stadtnamen aus Ostblockstaaten vergeben wurden, waren im danach gebauten Wohngebiet S├╝d sowjetische Kosmonauten (auch noch lebende!) an der Reihe. Im letzten Neubaugebiet Neuberesinchen hat man DDR-Politiker und F├╝hrer kommunistischer Parteien mit Stra├čennamen bedacht. Da letztere nach b├╝rgerlichen Gesichtspunkten selten eine wei├če Weste hatten, musste vor allem in Neuberesinchen einiges umbenannt werden. Von f├╝nf Haltestellen in Neuberesinchen durften allein der Endpunkt und die Station Wintergarten ihren Namen behalten. Das Foto zeigt den im Seitenfenster der KT4D ausgehangenen Linienweg der Linie 6 vom Dezember 1987.

Sanierung Schleife Lebuser Vorstadt
Dienstag, 10. Mńrz 1992

Neben der Strecke zum Westkreuz sind vor allem Gleise und Stromversorgung in die Lebuser Vorstadt unzureichend. An der Wendeschleife Lebuser Vorstadt beginnend, werden in der Herbert-Jensch-Stra├če und Berliner Stra├če Gleisbauarbeiten durchgef├╝hrt. Ende der 1970er Jahre wurde hier letztmalig gebaut.

Linie 3 wird umgeleitet und f├Ąhrt f├╝r mehrere Jahre von der Kopernikusstra├če zum Stadion. Linie 1 wird mit ZR-Gotha-/Reko-Z├╝gen bedient und f├Ąhrt nur zwischen Neuberesinchen und Am Winterhafen. Am Winterhafen wird der Beiwagen stehen gelassen und der Triebwagen f├Ąhrt allein zur Lebuser Vorstadt weiter. An den Wochenenden wird Linie 1 auf der gesamten Strecke nur mit einem Solo-2x-Tw bedient. Tags├╝ber f├Ąhrt daher zus├Ątzlich Linie 6 als Entlastung kurz vor Linie 1 her. Nach nur zwei Wochenenden werden diese Verst├Ąrker auf den Sonnabendvormittag beschr├Ąnkt. Dadurch kommt es am Wochenende auf Linie 1 au├čerhalb der Einsatzzeit der Linie 6 regelm├Ą├čig zu ├╝berf├╝llten Bahnen.

Bei der Sanierung der Schleife Lebuser Vorstadt wurden erstmals S49-Vignolschienen statt Rillenschienen eingebaut. Weiterhin werden im gesamten Netz bisher handbetriebene Weichen auf elektrischen Antrieb umgestellt. Aufwendig war jahrelang die Situation an einer Weiche im Gleisdreieck Johann-Eichorn-Stra├če. Dort fuhren in den Hauptverkehrszeiten alle 7 bis 8 Minuten die Linien 3 und 4 in Richtung Stadtzentrum, w├Ąhrend die Linie 7 ebenfalls alle 7 bis 8 Minuten nach Neuberesinchen abbog. Einen elektrischen Antrieb hatte die Weiche nicht, so dass w├Ąhrend der Betriebszeiten der Linie 7 bei jeder(!) Fahrt der Fahrer aussteigen musste, die Weiche von Hand stellen musste und erst dann die Fahrt weiter ging.

Fahrplanausd
Montag, 13. April 1992

Aufgrund der angespannten Finanzsituation bei der Stadtverkehrsgesellschaft (SVF) werden zahlreiche Fahrten bei Bussen und Bahnen gestrichen. Die Stadt sieht sich nicht in der Lage, den subventionsbed├╝rftigen Betrieb zu ├╝bernehmen. Insbesondere zus├Ątzliche Fahrten im Abendverkehr am Wochenende, aber auch im Fr├╝hverkehr und Fahrten in die eingemeindeten Vororte wurden gestrichen.

Die Treuhandanstalt zur Privatisierung staatlicher (volkseigener) Betriebe der DDR war noch immer Eigent├╝mer der SVF. Die Stadt Frankfurt wollte den Betrieb zun├Ąchst nicht ├╝bernehmen weil keine Mittel f├╝r seine Subventionierung vorhanden waren.

Vorerst Ende der KT4D-Doppeltraktion
Mittwoch, 22. April 1992

Solo-KT4D 202 1992 als Linie 4
Solo-KT4D 202 1992 als Linie 4

Solo-KT4D 202 1992 als Linie 4
Solo-KT4D 202 1992 als Linie 4

Die finanzielle Schieflage der Stadtverkehrsgesellschaft (SVF) hat sich in den letzten Monaten versch├Ąrft. Bereits am 13. April wurden einzelne Fahrten aus dem Angebot genommen. Um die Kosten weiterhin zu reduzieren, f├Ąhrt die Linie 4 ab sofort nur noch mit Solo-KT4D. Doppeltraktionen kommen nicht mehr zum Einsatz. So k├Ânnen die Instandhaltungszyklen gespreizt werden. Danach waren KT4D-Doppeltraktionen in Frankfurt bis 2004 nur noch in seltenen Ausnahmesituationen zu beobachten.

Seit der Inbetriebnahme der ersten KT4D im Herbst 1987 kamen Solo-KT4D im Fahrgastverkehr bis zum Herbst 1990 so gut wie nie zum Einsatz. Weil KT4D-Doppeltraktionen nach Markendorf am Wochenende ├╝berdimensioniert waren, wurde 1989/90 f├╝r einige Zeit die Linie 4 am Wochenende sogar wieder mit Zweiachsern betrieben. Da die Einholm-Stromabnehmer aus DDR-Herstellung beim KT4D eher unzuverl├Ąssig waren, verzichtete man damals noch auf Soloeins├Ątze der KT4D. Die Linien 6 und 7 fuhren ab dem zweiten Halbjahr 1990 dennoch nur mit Solo-KT4D.

Dritte Bauphase August-Bebel-Stra
Montag, 18. Mai 1992

Der dritte und letzte Bauabschnitt der Stra├čenbahnstrecke zum Westkreuz wird saniert. Gleise und Asphalt werden zwischen den Haltestellen Goethestra├če (heute Witzlebenstra├če) und Kantstra├če erneuert. Die Kreuzung August-Bebel-Stra├če/Markendorfer Stra├če wird ebenfalls umgestaltet und die beiden Unterf├╝hrungen unter den Eisenbahnbr├╝cken werden abgesenkt. Vor allem die fr├╝her in der August-Bebel-Stra├če angesiedelte sowjetische Armee beachtete oftmals nicht die Durchfahrtsh├Âhe und steckte regelm├Ą├čig unter den Br├╝cken fest. Auch ein neues Unterwerk zur Stromversorgung der Strecke zum Westkreuz wird errichtet. Nach Abschluss der Bauarbeiten k├Ânnen damit auch auf diesem Ast Tatrawagen vom Typ KT4D eingesetzt werden.

Linie 5 wird wegen der Bauarbeiten erneut eingestellt, w├Ąhrend urspr├╝nglich eine Umleitung zum Stadion beabsichtigt war. Da zum 1. Juni allerdings ein Sparfahrplan eingef├╝hrt wird, wurde Linie 5 im Vorgriff darauf bereits eingestellt. Die Haltestelle Westkreuz (Messegel├Ąnde) wird in Messegel├Ąnde umbenannt und zwischen Messegel├Ąnde und Platz der Republik ein Ersatzverkehr mit Bussen eingerichtet.

Fahrplanwechsel 1992
Montag, 1. Juni 1992

Fahrplanheft 1992
Fahrplanheft 1992

Die schwierige Finanzsituation der Stadtverkehrsgesellschaft (SVF) macht Einschnitte ins ├ľPNV-Angebot erforderlich. Da weder Treuhandanstalt noch Stadt der SVF helfen wollen oder k├Ânnen, tritt ein Sparfahrplan in Kraft. Der t├Ągliche Betriebsbeginn wird von 3.30 Uhr auf etwa 5 Uhr verlegt, Feierabend ist gegen 22.30 Uhr und damit zwei Stunden fr├╝her als bisher. Ab 17 Uhr und am Wochenende gilt nur noch ein 30-Minuten-Takt, nach 20 Uhr fahren Bahnen und Busse nur alle 40 Minuten. Die Linien 3, 5 und D werden eingestellt. Doch das Streichkonzert ist etwas zu umfangreich ausgefallen. Ab 9. Juni f├Ąhrt Linie 4 zwischen Kopernikusstra├če und Stadion daher wieder h├Ąufiger. Au├čerdem beginnt ab 9. Juni der 30-Minuten-Takt auf allen Linien an Werktagen erst um 18 statt um 17 Uhr.

Fahrplan Stadtverkehr 1992
(01.06.1992-03.01.1993)

Stra├čenbahn: Die Stra├čenbahnlinien 3 und 5 werden eingestellt (Linie 5 wegen Bauarbeiten bereits seit 18. Mai). Linie 7 f├Ąhrt nur noch alle 30-45 Minuten. Vom Stadtzentrum fahren in alle Richtungen, au├čer nach Neuberesinchen, Bahnen nur noch im 15-Minuten-Takt. Nach Neuberesinchen verdichtet die Linie 6 das Angebot der Linie 1 tags├╝ber auf einen 7/8-Minuten-Takt. Neu ist, dass die Linie 6 auch Sonnabend vormittags f├Ąhrt, so dass alle 15 Minuten eine Bahn nach Neuberesinchen f├Ąhrt. Auf der Linie 1 kommen Gotha-/Reko-Zweiwagenz├╝ge zum Einsatz, auf den anderen Linien in der Regel Solo-KT4D.

Stadtbus: Buslinie D (sp├Ąter 983) wird eingestellt und durch die Verl├Ąngerung einiger Fahrten der Linie B (981) nach Boo├čen ersetzt. Die Buslinien G (985) und K (987) werden auf wenige Fahrten an Werktagen reduziert. Linie G wurde au├čerdem auf den Abschnitt Hamburger Stra├če - Seefichten verk├╝rzt. Die Linien A und B fahren t├Ąglich bis etwa 20 Uhr jeweils alle 30, bis 22 Uhr jeweils alle 40 Minuten, danach ist Betriebsschluss. Durch die ├ťberlagerung der beiden Linien besteht tags├╝ber auch auf der Busstrecke vom Stadtteil S├╝d zum Hansa-Viertel ein 15-Minuten-Takt. Einige Fahrten der Linie A starten nicht in Seefichten sondern an der Meurerstra├če. Damit gibt es auf einmal Fahrten rund um die Stadt von der Meurerstra├če zur Meurerstra├če.

Stra├čenbahn ab 01.06.1992
Linie 1 Neuberesinchen - Bahnhof - Platz der Republik - Lebuser Vorstadt
 
Linie 4 (Markendorf - Klinikum -) Kopernikusstra├če - Friedhof - Bahnhof - Platz der Republik - Stadion
 
Linie 6 Neuberesinchen - Bahnhof - Platz der Republik - Gro├če Oderstra├če
(nur Montag-Freitag 6-17, Sonnabend 8-12 Uhr)
Linie 7 Markendorf - Klinikum - Kopernikusstra├če - Friedhof - Neuberesinchen
(nur Montag-Freitag 5:30-7.30 und 13:30-16 Uhr)
Stadtbus ab 01.06.1992
Linie SEV Messegel├Ąnde - Gerhart-Hauptmann-Stra├če - Platz der Republik
(Schienenersatzverkehr)
Linie  A  (Seefichten -) / (Meurerstra├če -) Am Messegel├Ąnde - Baumschulenweg - Bahnhof - Karl-Marx-Stra├če - Lenn├ęstra├če - Hamburger Stra├če - Klingetal - Messegel├Ąnde - Meurerstra├če
Linie  B  Kopernikusstra├če - Baumschulenweg - Bahnhof - Karl-Marx-Stra├če - Prager Stra├če - Hamburger Stra├če - Berliner Chaussee / Boo├čen
Linie  C  Bahnhof - Messegel├Ąnde - Meurerstra├če - Rosengarten - Lichtenberg - Markendorf - Klinikum
 
Linie  F  Bahnhof - Grenzbahnhof (- G├╝ldendorf - Lossow)
 
Linie  G  Hamburger Stra├če - Klingetal - Seefichten
(nur Montag-Freitag 6-7 und 14:30-16:30 Uhr)
Linie  H  Bahnhof / Berliner Chaussee - Helene-See
(nur Saisonverkehr Mai bis Oktober und nur Tagesverkehr)
Linie  K  Kopernikusstra├če - Am Messegel├Ąnde - Prager Stra├če - Lenn├ęstra├če
(nur Montag-Freitag zwei Fahrten pro Richtung)

Nachfolgend gelistet sind die Taktfolgen der Stra├čenbahnlinien und der im Takt fahrenden Buslinien (Linie SEV 2, A, B und G). Die Stundenangaben in der zweiten Zeile sind nur als ca.-Angaben zu verstehen. Der ab 9. Juni verdichtete Takt der Linie 4 erscheint in einer extra Zeile.

Montag-Freitag Sonnabend/Sonntag t├Ąglich
05:00
06:00
06:00
07:00
07:00
14:00
14:00
16:00
16:00
17:00⁶⁾
05:00
08:00
08:00
12:00
12:00
20:00
17:00⁶⁾
20:00
20:00
22:30
1 30' 15' 30' 30' 40'
(a) 4 30' 15' 15' 15' 30' 30' 40'
(b) 4 30' 7-8' 7-8' 7-8' 30' 30' 40'
6 - 15' - 30' - -
7 - 30' - 30-45' - - -
SEV 30' 15' 30' 30' 40'
 A  30' 30' 30' 40'
 B  30' 30' 30' 40'
 G  - 30' - 30' - - -

(a) = bis 8. Juni 1992, (b) = ab 9. Juni 1992, ⁶⁾ = ab 9. Juni: 18 Uhr
= Markendorf - Kopernikusstra├če nur alle 15 Min.,
= Markendorf - Kopernikusstra├če nur alle 30 Min.

Streckensanierung Lebuser Vorstadt
Montag, 17. August 1992

Die grundlegende Sanierung des Streckenabschnitts Platz der Republik - Lebuser Vorstadt beginnt. Der Verkehr wird von Bussen im Ersatzverkehr ├╝bernommen. Linie 1 f├Ąhrt zwischen Neuberesinchen und Gro├če Oderstra├če (heute Europa-Universit├Ąt). Dabei wird Linie 1, obwohl dies nun nicht mehr n├Âtig w├Ąre, weiterhin mit Gotha/Reko-2-Wagen-Z├╝gen betrieben. Wegen eines fehlenden Unterwerkes und des streckenweise schlechten Gleiszustandes kamen auf dieser Strecke bisher keine KT4D zum Einsatz. In einer Zeitungsbeilage wird ein neuer Fahrplan ver├Âffentlicht, in dem auch zus├Ątzliche Fahrten im Fr├╝hverkehr nach Markendorf auf Linie 7 enthalten sind. Der Ersatzverkehr f├╝r die seit Mai wegen Bauarbeiten eingestellte Linie 2 wird zur Lebuser Vorstadt verl├Ąngert und ├╝bernimmt damit auch den von der Linie 1 nicht befahrenen Abschnitt.

Erste KT4D in Modernisierung
September 1992

Gartenstra├če 1994
Gartenstra├če 1994

Gartenstra├če 1994
Gartenstra├če 1994

Nachdem Anfang des Jahres der erste KT4D 227 von der Modernisierung zur├╝ckkam, beginnt nun die Serienmodernisierung. Die KT4D 201 bis 204 und 209 (Baujahr 1987, im Sommer 1987 in Frankfurt angeliefert) und die KT4D 213 und 214 (Baujahr 1987, im Dezember 1987 angeliefert) werden als erste nach Mittenwalde zur Modernisierung geschickt. Bereits 2001 stand von diesen 7 Wagen nur noch Tw 209 im Einsatz, die anderen Wagen wurden 2005 verschrottet.

Au├čerdem werden die Triebwagen 223-226 und 229-232 in eigener Werkstatt f├╝r den Heck-an-Heck-Verkehr ausger├╝stet. Mit dem absehbaren Einsatzende aller Gotha- und Rekowagen werden in Frankfurt keine Zweirichtungsfahrzeuge mehr vorhanden sein. Um bei St├Ârungen oder Baustellen dennoch Strecken zumindest teilweise mit Stra├čenbahnen bedienen zu k├Ânnen, sind Heck-an-Heck-Verkehre sinnvoll. Dabei werden zwei Einrichtungswagen mit ihren Hecks aneinander gekuppelt, so dass an den Au├čenseiten solcher Z├╝ge dennoch zwei F├╝hrerst├Ąnde vorhanden sind und die Traktionen auch ohne Wendeschleifen oder Gleisdreiecke die Fahrtrichtung wechseln k├Ânnen.

Waschanlage im Betriebshof Neuberesinchen
Donnerstag, 3. September 1992

Im Bereich der Abstellanlage Neuberesinchen wird als einer der ersten Teile f├╝r den sp├Ąteren Betriebshof eine Waschanlage f├╝r Busse und Bahnen in Betrieb genommen.

SVF durch Stadt
Donnerstag, 24. September 1992

Nach monatelangem Tauziehen beschlie├čt die Stadtverordnetenversammlung die ├ťbernahme der StadtverkehrsGmbH (SVF) durch die Stadt r├╝ckwirkend zum 01.01.1992. Die Treuhandanstalt ├╝bernimmt 7,6 Mio. DM Altschulden. F├╝r Anfang 1993 wird ein wieder um 30% ausgeweitetes Angebot angek├╝ndigt.

Stra
Sonntag, 6. Dezember 1992

Zeitgleich mit der zwischenzeitlichen Wiederinbetriebnahme der Linie 1 in die Lebuser Vorstadt premierte am damaligen Kleist-Theater in Frankfurt das Rock-Musical Linie 1, dessen titelgebendes Objekt jedoch die Berliner U-Bahnlinie 1 ist. Frankfurts Stra├čenbahnlinie 1 f├Ąhrt wieder auf ihrer Stammroute zwischen Neuberesinchen und Lebuser Vorstadt. Der Schienenersatzverkehr f├╝r Linie 2 f├Ąhrt wieder zwischen Messegel├Ąnde und Platz der Republik.

Arbeitsbeiwagen
Dezember 1992

Gelenk-Arbeits-Beiwagen 1
Gelenk-Arbeits-Beiwagen 1

Gelenk-Arbeits-Beiwagen 1
Gelenk-Arbeits-Beiwagen 1

Aus Erfurt wird der Gelenk-Arbeitsbeiwagen 18 (in Erfurt 1983 Umbau ex Tw 153 und 168) ├╝bernommen. Nach Einbau einer Heckauffahrtrampe wird er als Arbeits-Beiwagen 1 in Betrieb genommen. Mit diesem Fahrzeug k├Ânnen bis zu 4 elektrische Hebeb├Âcke und ein Gabelstapler transportiert werden.

Sanierung August-Bebel-Stra
Sonntag, 20. Dezember 1992

Nach ├╝ber vier Jahren (unterbrochener) Bauzeit ist die Strecke zum Messegel├Ąnde (fr├╝her Westkreuz) fertig saniert. Auch ein neues Unterwerk zur Stromversorgung wurde errichtet, so dass erstmalig auch KT4D die Strecke befahren k├Ânnen. Die Stra├čenbahnlinie 2 f├Ąhrt wieder zwischen Messegel├Ąnde und Stadion. Mit der Wiederinbetriebnahme wird die Station Westkreuz endg├╝ltig in Messegel├Ąnde umbenannt, nachdem sie bereits seit Juni 1991 Westkreuz (Messegel├Ąnde) hie├č. An den Ersatzverkehrbussen wurde diese Bezeichnung verwendet. Stra├čenbahnen hingegen schilderten Westkreuz. Da elektronische Anzeigen zu diesem Zeitpunkt nur an den neuen Mercedes-Bussen und am ersten modernisierten KT4DM 227 vorhanden sind, wurden die Zielfilme der Stra├čenbahn entsprechend ausgetauscht.

Fahrzeugzu- und abg
1992

Sp├Ątheimkehrer Reko-Beiwagen 124
Sp├Ątheimkehrer Reko-Beiwagen 124

Sp├Ątheimkehrer Reko-Beiwagen 124
Sp├Ątheimkehrer Reko-Beiwagen 124

1992 wurden drei Gotha-Beiwagen ausgemustert und verschrottet. Reko-Beiwagen 124 ging f├╝r 13 Jahre zur Landesfeuerwehrschule Eisenh├╝ttestadt. 2005 kam der Wagen zur├╝ck nach Frankfurt und wird seit 2012 zum historischen Beiwagen aufgebaut. Sechs KT4D wurden modernisiert. Aus Erfurt wird der Gelenk-Arbeitsbeiwagen 18 ├╝bernommen, der in Frankfurt als A-Bw 1 eingereiht wird. Frankfurts erster historischer Stra├čenbahnwagen, Tw 60 (AEG, Baujahr 1936, Theo) ist fertiggestellt. Zwei bereits 1973 nach Gotha abgegebene Triebwagen (Tw 27 und Tw 28), die zuvor zu Beiwagen 77 und 78 umgebaut wurden, werden dort 1992 ausgemustert.

Wagenpark (Stand 31.12.1992) Anzahl
Zweiachsige Triebwagen 26
Zweiachsige Beiwagen 23
Vierachsige Triebwagen 34
Historische Wagen 1
Arbeitswagen 8

Ikarus-Busse au
Dezember 1992

Die ├ära der Ikarus-Busse geht in Frankfurt zu Ende. Nachdem innerhalb von zwei Jahren 18 Mercedes-Benz O405 und 12 O405G fabrikneu beschafft wurden und obendrein acht O305 aus Heilbronn gebraucht ├╝bernommen wurden, sind 38 Busse des Herstellers Mercedes-Benz im Bestand und die ungarischen Ikraus-Busse der Typen 260 und 280 abk├Âmmlich.

Tarif
Freitag, 1. Januar 1993

Zw├Âlf Monate nach der letzten Fahrpreiserh├Âhung steigt der Preis f├╝r die 45-Minuten-Zeitkarte auf 1,60 DM (erm├Ą├čigt 1 DM), bisher kostete ein 30-Minuten-Fahrschein 1,30 DM (erm├Ą├čigt 0,75 DM). Die 5-Fahrten-Karte verteuert sich von 5 auf 6 DM (erm├Ą├čigt 4,50 DM). Der Preis der Monatskarten steigt auf 40 DM (erm├Ą├čigt 30 DM). Neu ist die Monatskarte mit Sperrzeit (g├╝ltig nach 9 Uhr) f├╝r 25 DM (ohne Erm├Ą├čigung). Neu ist auch die 24-Stunden-Karte f├╝r 4 DM. Es handelt sich um die dritte Erh├Âhung der Tarife seit der Wende.

Fahrplanwechsel 1993
Montag, 4. Januar 1993

Fahrplanheft 1993
Fahrplanheft 1993

Am ersten Werktag des neuen Jahres wird ein neuer Fahrplan eingef├╝hrt. Nach rund sechs Monaten l├Âst er den unter Sparzwang entstandenen Fahrplan vom 01.06.1992 (Erg├Ąnzungen vom 09.06. und 17.08.92) ab. Dennoch wird der alte DDR-Standard (Betriebszeit von 3.30 bis 0.30, Freitag und Samstag bis 1.30 Uhr) nicht mehr erreicht. Die Linien 3, 5 und D werden wieder eingef├╝hrt.

Fahrplan Stadtverkehr 1993/94
(04.01.1993-31.07.1994)

Stra├čenbahn: Auf den Stra├čenbahnlinien wird von 4:30 bis 20 Uhr (Sonnabend und Sonntag bis 18 Uhr) wieder im 15-Minuten-Takt, danach bis ca. 22:30 Uhr im 20-Minuten-Takt gefahren, worauf bis gegen Mitternacht alle 40 Minuten gefahren wird. Die volle Betriebszeit ├╝ber im Einsatz sind die drei Hauptlinien 1, 2 und 4. Die alte Linienordnung wird auf allen Linien wieder hergestellt, die Linien 3 und 5 werden wieder eingef├╝hrt. Lediglich Linie 3 wird bis zum Abschluss der Bauarbeiten in der Lebuser Vorstadt weiterhin zum Stadion fahren und ist somit eigentlich eine Linie 4E, weil sie nur Stationen anf├Ąhrt, die ohnehin von Linie 4 bedient werden. Au├čer in den Spitzenstunden (Montag-Freitag ca. 5-8 und 14-18 Uhr) f├Ąhrt nur jeder zweite Zug der Linie 4 bis Markendorf. Die anderen Fahrten enden bereits an der Kopernikusstra├če. Auf den Linien 2 bis 4, sowie 6 und 7 fahren in der Regel Solo-KT4D, auf Linie 1 ausschlie├člich Gotha-/Reko-Zweiwagen-Z├╝ge. Auf Linie 5 fahren sowohl Solo-KT4D als auch Gotha-/Reko-Zweiwagen-Z├╝ge.

Stadtbus: Auch beim Bus wird das Angebot wieder ausgeweitet. Einen echten Taktverkehr gibt es aber nur auf den Linien A (heute 980) und B (981), den beiden Hauptlinien im Frankfurter Busverkehr. Sie fahren werktags bis etwa 20 Uhr alle 30 Minuten, danach alle 40 Minuten. Linie A wird in den Hauptverkehrszeiten (HVZ) auf einen 15-Minuten-Takt verdichtet. Die vor allem zur Bedienung der Frankfurter Vororte bestimmten Buslinien C (982), D (983) und F (984) fahren nur tags├╝ber und weisen keinen echten Takt auf. Die Buslinie D wurde wieder eingef├╝hrt und somit die Linie B wieder vom zwischenzeitlichen Endpunkt Boo├čen zum Spitzkrug zur├╝ckgezogen. Neu ist, dass die Linie D nun vom Bahnhof zur Hamburger Stra├če parallel zur Buslinie B f├Ąhrt und somit das Fahrtenangebot ins Hansa-Viertel (auch Frankfurt-Nord genannt) zus├Ątzlich verst├Ąrkt. Die Linie G f├Ąhrt nur in den Hauptverkehrszeiten, und zwar im 30-Minuten-Takt. Auch sie verst├Ąrkt zwischen dem Bahnhof und dem Hansa-Viertel die Linie B.

Stra├čenbahn ab 04.01.1993
Linie 1 Neuberesinchen - Bahnhof - Platz der Republik - Lebuser Vorstadt
 
Linie 2 Messegel├Ąnde - Gerhart-Hauptmann-Stra├če - Platz der Republik - Stadion
 
Linie 3 Kopernikusstra├če - Friedhof - Bahnhof - Platz der Republik - Stadion
(nur Montag-Freitag 6-18 Uhr)
Linie 4 (Markendorf - Klinikum -) Kopernikusstra├če - Friedhof - Bahnhof - Platz der Republik - Stadion
(au├čerhalb der HVZ Markendorf - Kopernikusstra├če nur jeder 2. Zug)
Linie 5 Messegel├Ąnde - Gerhart-Hauptmann-Stra├če - Bahnhof - Neuberesinchen
(nur Montag-Freitag 6-8 und 13-17 Uhr)
Linie 6 Neuberesinchen - Bahnhof - Platz der Republik - Gro├če Oderstra├če
(nur Montag-Freitag 6-18 Uhr)
Linie 7 Markendorf - Klinikum - Kopernikusstra├če - Friedhof - Neuberesinchen
(nur Montag-Freitag 5-8 und 13-16 Uhr)
Stadtbus ab 04.01.1993
Linie  A  (Seefichten - Am Messegel├Ąnde -) / (Kopernikusstra├če -) Baumschulenweg - Bahnhof - Karl-Marx-Stra├če - Lenn├ęstra├če - Hamburger Stra├če - Klingetal - Messegel├Ąnde - Meurerstra├če
(ab 20 Uhr ab Kopernikusstra├če)
Linie  B  Kopernikusstra├če - Baumschulenweg - Bahnhof - Karl-Marx-Stra├če - Prager Stra├če - Hamburger Stra├če - Spitzkrug
Linie  C  Bahnhof - Messegel├Ąnde - Meurerstra├če - Rosengarten - Lichtenberg - Markendorf - Klinikum
(nur bis 22 Uhr)
Linie  D  Bahnhof - Karl-Marx-Stra├če - Prager Stra├če - Hamburger Stra├če - Kliestow - Boo├čen
(nur bis 19 Uhr)
Linie  F  Bahnhof - Grenzbahnhof - G├╝ldendorf - Lossow
(nur bis 21 Uhr)
Linie  G  Bahnhof - Karl-Marx-Stra├če - Prager Stra├če - Klingetal - Seefichten
(nur Montag-Freitag 6-8 und 14:30-16:30 Uhr)
Linie  H  Bahnhof / Spitzkrug - Helene-See
(nur Saisonverkehr Mai bis Oktober und nur Tagesverkehr)
Linie  K  Kopernikusstra├če - Am Messegel├Ąnde - Prager Stra├če - Lenn├ęstra├če
(nur Montag-Freitag 4 bis 5 Fahrten pro Richtung)

Nachfolgend gelistet sind die Taktfolgen der Stra├čenbahnlinien (Linie 1 - 7) und der im Takt fahrenden Buslinien (Linie A, B, G). Die Stundenangaben in der zweiten Zeile sind nur als ca.-Angaben zu verstehen. Die Taktangaben f├╝r Linie A beziehen sich auf den Kernabschnitt, dar├╝berhinaus fahren einzelne Fahrten zu abweichenden Zielen. Die Buslinie K und die Vorortbuslinien C, D und F fahren ohne echten Takt.

Montag-Freitag Sonnabend/Sonntag t├Ąglich
04:00
05:00
05:00
08:00
08:00
14:00
14:00
18:00
18:00
20:00
04:00
07:00
07:00
18:00
18:00
20:00
20:00
22:00
22:00
23:00
1 30' 15' 30' 15' 20' 20' 30'-40'
2 30' 15' 30' 15' 20' 20' 30'-40'
3 - 15' - - -
4 30' 15' 15' 15' 15' 30' 15' 20' 20' 30'-40'
5 - 15' - 15' - - -
6 - 15' - - -
7 - 15' - 15' - - -
 A  30' 15' 30' 15' 40' 60' 30' 40' 40'
 B  30' 40' 60' 30' 40' 40'
 G  - 30' - 30' - - -

= Markendorf - Kopernikusstra├če nur alle 30 Min.,
= Markendorf - Kopernikusstra├če nur alle 40 Min.

Bauarbeiten Lebuser Vorstadt fortgesetzt
Sonntag, 31. Januar 1993

Die Bauarbeiten in der Lebuser Vorstadt werden fortgesetzt, Linie 1 f├Ąhrt wieder zwischen Neuberesinchen und Gro├če Oderstra├če, weiterhin mit Gotha-/Reko-Z├╝gen, wenngleich die Umleitungsstrecke KT4D-tauglich w├Ąre. Zwischen Bahnhof und Lebuser Vorstadt fahren Busse im Ersatzverkehr. Teilweise fahren die Busse nur bis Topfmarkt.

Erster serienmodernisierter KT4D
Dienstag, 2. Februar 1993

Wagen 201 1995 in der Bahnhofstra├če
Wagen 201 1995 in der Bahnhofstra├če

Wagen 201 1995 in der Bahnhofstra├če
Wagen 201 1995 in der Bahnhofstra├če

Der KT4DM 202 kommt als erster von der Modernisierung aus Mittenwalde zur├╝ck. Die Tw 201, 203, 204, 209, 213 und 214 folgen in den n├Ąchsten Tagen. Damit ist die erste Serie der KT4D-Modernisierung abgeschlossen, nachdem Tw 227 bereits 1991 nach einem Unfall in Mittenwalde umgebaut wurde. Zu diesem Zeitpunt ist geplant, 1993 sechs, 1994 sieben und 1995 die restlichen KT4D (das w├Ąren damals noch 13 Wagen gewesen) zu modernisieren und f├╝r einen langfristigen Einsatz herzurichten. Au├čer den 150.000 DM (ca. 77.000 ÔéČ) Landesmitteln steuert die SVF nur 15.000 DM (7.700 ÔéČ) Eigenkapital bei.

Laut Blickpunkt Stra├čenbahn wurden folgende Umbauten vorgenommen: Neulack, Klapp- statt Schiebefenster, zus├Ątzliche Dachkante mit neuer Entw├Ąsserung, elektromagnetische Besandungsanlage, Bochumer R├Ąder, R├╝ckfahreinrichtung, H4-Scheinwerfer und 3. Spitzenlicht, neue Schlussleuchten mit Nebelschlussleuchte, Leichtbaustromabnehmer der Firma Stemmann, IBIS-Verkabelung, drei Matrix-Anzeigen, Gorba-Haltestellen-Innenanzeige, Beschallungsanlage innen, neue Heizung und L├╝ftung, Fahrersitz, mittiger Scheibenwischer, durch Lichtschranken gesicherte T├╝rschlie├čung unter Verwendung der alten T├╝ren mit neuer wartungsfreier F├╝hrungsschiene, ein Kurzwegregistrierger├Ąt mit neuem Tachographen, Notbremssperrtaster, gepolsterte Fahrgastsitze, neue Innenverkleidung, neuer rutschfester Fu├čboden, eine per Thermostat geregelte Hagenuk-Heizung unter Verwendung der alten Heizk├Ârper und verzinkte Trittstufenk├Ąsten.

Kooperation mit Eisenh
Freitag, 16. April 1993

Die Verkehrs- und Tarifgemeinschaft Region Frankfurt (Oder) wird durch die SVF und die Eisenh├╝ttenst├Ądter EPNV gegr├╝ndet. Auf Abschnitten, auf denen Linien beider Unternehmen parallel fahren, werden Fahrscheine des jeweils anderen Unternehmens anerkannt. Das betrifft aber nur die Strecke Hohenwalde - Bahnhof, au├čerdem werden solche Vereinbarungen mit der Einf├╝hrung des Verkehrsverbundes Ende der 1990er Jahre hinf├Ąllig.

Gothaz
Montag, 26. April 1993

Gotha-Zug 14 + 138 Anfang 1994
Gotha-Zug 14 + 138 Anfang 1994

Gotha-Zug 14 + 138 Anfang 1994
Gotha-Zug 14 + 138 Anfang 1994

Die Stra├čenbahnlinien 2 und 5 werden auf reinen KT4D-Solo-Betrieb umgestellt. Bisher fuhren auf diesen Linien Solo-KT4D und Gotha-/Reko-2-Wagen-Z├╝ge. Derzeit sind noch zw├Âlf Gotha-/Reko-Z├╝ge einsatzbereit. Regelm├Ą├čig eingesetzt werden nur noch vier Z├╝ge auf der Linie 1, die noch typenrein mit Zweiachsern bedient wird. Alle anderen Linien fahren fast ausschlie├člich mit Solo-KT4D, nur noch selten hilft ein Gotha-/Reko-Zug aus. Dennoch kommen im Mai und Juni 1993 alle drei Fahrschulwagen vom Typ Gotha (L-Tw 6 und L-Bw 110 III) bzw. Reko (L-Tw 5 II) zum Einsatz.

Haltestellenkanten geschliffen
Mai 1993

Im Mai und Juni werden im gesamten Stadtgebiet Haltestellen im Hinblick auf den geplanten Niederflurwageneinsatz geschliffen. Die ab Ende 1993 einzusetzenden GT6M sind breiter als der bisherige Wagenpark und machen ein breiteres Profil im Haltestellenbereich erforderlich.

Kauf von Niederflurwagen beschlossen
Donnerstag, 24. Juni 1993

Die Stadtverordnetenversammlung billigt die Anschaffung von acht Niederflurwagen des Typs GT6M von MAN/AEG. Der erste Wagen soll noch Ende des Jahres geliefert werden.

SVF-Kundenzentrum er
Mittwoch, 11. August 1993

Das verbliebene charakteristische Stra├čenbahnh├Ąuschen aus den 1920er Jahren am Platz der Republik ist zum Kundenzentrum der Stadtverkehrsgesellschaft (SVF) umgebaut worden. Ein zweites H├Ąuschen unmittelbar daneben, musste bereits 1983 dem erweiterten Einm├╝ndungsbereich der Kreuzung Karl-Marx-Stra├če/Heilbronner Stra├če (damals Wilhelm-Pieck-Stra├če) weichen.

Auffahrunfall in Schleife Neuberesinchen
Dienstag, 24. August 1993

Gotha-Zug 33 + 108 in Lebuser Vorstadt 1992
Gotha-Zug 33 + 108 in Lebuser Vorstadt 1992

Gotha-Zug 33 + 108 in Lebuser Vorstadt 1992
Gotha-Zug 33 + 108 in Lebuser Vorstadt 1992

In der Schleife Neuberesinchen wird Triebwagen 33 II (Typ T57, Baujahr 1961) bei einem Auffahrunfall mit dem KT4DM 213 so stark besch├Ądigt, dass er ausgemustert werden muss.

Neue Haltestelle Oderturm
September 1993

Die Haltestelle Oderturm
Die Haltestelle Oderturm

Die Haltestelle Oderturm
Die Haltestelle Oderturm

Nach der Er├Âffnung des neuen Einkaufszentrums Oderturm am 1. August 1993 wurde im September in der Logenstra├če eine neue Haltestelle namens Oderturm zwischen den Haltestellen Platz der Republik und Gro├če Oderstra├če eingerichtet. Bedient wurde die neue Station zun├Ąchst von der Stra├čenbahnlinie 6. Wegen Bauarbeiten auf dem Ast in die Lebuser Vorstadt kam in den ersten Wochen auch die Linie 1 hier vorbei.

Niederflurwagen zur Probe
Montag, 13. September 1993

Aus Zwickau trifft ein Niederflurwagen vom Typ GT6M in Frankfurt ein. Es handelt sich um den Zwickauer Tw 903, der bis zum 28.09.1993 in Frankfurt (Oder) weilt. Das Fahrzeug wurde per Tieflader direkt aus dem Herstellerwerk MAN N├╝rnberg angeliefert. Es wurden Fahr- und Bremsversuche im Bereich der Abstellanlage Neuberesinchen und im Streckennetz vorgenommen. Dabei kam es laut Blickpunkt Stra├čenbahn zu zwei Entgleisungen. Es zeigte sich, dass es Probleme mit den breiten Radlauffl├Ąchen gab. Nach seinem Einsatz in Frankfurt ging der Niederflurwagen f├╝r drei Tage nach Cottbus, danach zun├Ąchst zur├╝ck zum Hersteller nach N├╝rnberg. Cottbus entschloss sich nicht zur Beschaffung von Wagen dieses Typs, sondern stattete sp├Ąter modernisierte KT4D mit niederflurigen Mittelteilen aus. Abgesehen von Berlin blieb Frankfurt (Oder) die einzige Stadt Brandenburgs die den Wagentyp GT6M/GT6N beschaffte. Fahrgasteins├Ątze fanden mit dem Zwickauer Wagen nicht statt.

Umzug des Bushofes
Samstag, 25. September 1993

Der Bushof ist von seinem bisherigen Domizil am Oderhang in den entstehenden Stra├čenbahnbetriebshof Neuberesinchen umgezogen.

Wieder mehr Zweiachser im Einsatz
Oktober 1993

Tw 35 1993 am Westkreuz
Tw 35 1993 am Westkreuz

Tw 35 1993 am Westkreuz
Tw 35 1993 am Westkreuz

Da derzeit f├╝nf KT4D (Tw 206-208, 210 und 219) zur Modernisierung in Mittenwalde weilen, kommt es zu Fahrzeugengp├Ąssen. Auch auf den Linien 5 und 6 kommen daher wieder vereinzelt Gotha- bzw. Reko-Wagen zum Einsatz.

Partytram 54 vorgestellt
Samstag, 16. Oktober 1993

Triebwagen 54 II (Typ T57E, Baujahr 1957) wird in elfenbeinfarbenem und blauem Lack als rollende Bierkneipe vorgestellt. Der Wagen wurde durch Stehtische und einen Ausschank erg├Ąnzt. Das Fahrzeug wurde als Bierwagen Linie 54 gekennzeichnet und war ├╝ber das Hotel Frankfurter Hof zu buchen. 1998 ging der Wagen nach Cottbus.

Pendelverkehr Lebuser Vorstadt
Montag, 15. November 1993

Urspr├╝nglich sollte an diesem Tag der Verkehr in die Lebuser Vorstadt wieder aufgenommen werden. Durch die kurzfristige Bereitstellung zus├Ątzlicher Gelder wird aber weiter gebaut. Der Schienenersatzverkehr f├Ąhrt nur noch zwischen Bahnhof und Topfmarkt, von wo bis zur Endstelle Lebuser Vorstadt die Gotha-Tw 28 III und 29 II auf dem stadtausw├Ąrtigen Gleis einen Pendelverkehr bestreiten. Fahrg├Ąste, die sonst mit der Linie 1 von Neuberesinchen in die Lebuser Vorstadt durchfahren k├Ânnen, m├╝ssen nun zweimal umsteigen.

Erstmals KT4D auf Linie 1
Samstag, 4. Dezember 1993

Auf der Stra├čenbahnlinie 1, der letzten Linie auf der bisher ausschlie├člich Zweiachser vom Typ Gotha und Reko eingesetzt wurden, wird am Wochenende der Betrieb mit Solo-KT4D eingef├╝hrt. Wegen der Gleissanierung in der Lebuser Vorstadt f├Ąhrt die Linie 1 seit Januar 1993 zur Gro├čen Oderstra├če. Erstmals kommen KT4D auf der 1 zum Einsatz. Erstmals gibt es Tage, an denen keine Zweiachser mehr fahren. Die werden nur noch an Wochentagen auf einigen Kursen der Linien 1, 5 und 6 eingesetzt.

Aufgrund von Fahrgastprotesten endet der am 15. November eingerichtete Inselbetrieb mit den Wagen 28 und 29 zwischen Topfmarkt und Lebuser Vorstadt. Der Ersatzverkehr mit Bussen wird wieder zwischen Bahnhof und Lebuser Vorstadt gefahren.

Gesamtnetz zweigleisig und KT4D-tauglich
Montag, 20. Dezember 1993

KT4D-Tw am Platz der Republik 1994
KT4D-Tw am Platz der Republik 1994

KT4D-Tw am Platz der Republik 1994
KT4D-Tw am Platz der Republik 1994

Die zweite Phase der Streckensanierung in der Lebuser Vorstadt ist abgeschlossen. Vor├╝bergehend f├Ąhrt Linie 1 wieder in die Lebuser Vorstadt, erstmalig auf der Strecke auch mit KT4D und KT4DM. Mit der Inbetriebnahme eines neuen Unterwerkes in der Lebuser Vorstadt ist der Einsatz von Tatrawagen von nun an im gesamten Netz m├Âglich. Bei den Arbeiten wurde auch der letzte eingleisige Abschnitt zwischen den Haltestellen Klingestra├če und Am Winterhafen mit einem zweiten Gleis versehen. Erstmals seit 95 Jahren ist das gesamte Netz zweigleisig. Entfallen ist der Gleiswechsel am Topfmarkt.

Fahrzeugzu- und abg
1993

Frankfurts erster Einrichtungswagen am Platz der Republik.
Frankfurts erster Einrichtungswagen am Platz der Republik.

Frankfurts erster Einrichtungswagen am Platz der Republik.
Frankfurts erster Einrichtungswagen am Platz der Republik.

Innerhalb eines Jahres wurde der Bestand an zweiachsigen Fahrzeugen von 48 Wagen auf 24 halbiert. Es verbleiben zw├Âlf Gotha-/Reko-Z├╝ge in der Stadt. So lange sich immer wieder KT4D in der Modernisierung befinden, sind sie noch nicht abk├Âmmlich. Insgesamt hat die Frankfurter Stra├čenbahn 58 Wagen im Bestand, im Vorjahr waren es noch 82. Wegen eines Unfallschadens musste auch Tw 26 (Typ T57E, Baujahr 1957, 1967 ex Halle/Saale) ausgemustert werden, der eigentlich als historischer Triebwagen vorgesehen war. Er besa├č ein Schaltrad und war obendrein 1967 das erste Einrichtungsfahrzeug in der Stadt. Im Linienverkehr werden keine Reko-Triebwagen mehr eingesetzt.

Wagenpark (Stand 31.12.1993) Anzahl
Zweiachsige Triebwagen 13
Zweiachsige Beiwagen 13
Vierachsige Triebwagen 34
Historische Wagen 1
Arbeitswagen 8

Neue Haltestelle Technologiepark
Dienstag, 15. Februar 1994

KT4D-Tw 228 am Technologiepark
KT4D-Tw 228 am Technologiepark

KT4D-Tw 228 am Technologiepark
KT4D-Tw 228 am Technologiepark

Zwischen den Haltestellen Markendorf, Siedlung und Friedensh├Âhe (heute Astronergy Solarmodule) geht f├╝r die Stra├čenbahnlinien 4 und 7 die neue Haltestelle Technologiepark in Betrieb. Sie erschlie├čt das neue Business Innovation Centre an der B87 und das ebenfalls hier ans├Ąssige so genannte World Trade Center. Die Stra├čenbahnstrecke wurde 1988 er├Âffnet, die Haltestelle Technologiepark war die erste nachtr├Ąglich eingef├╝gte Station auf diesem Abschnitt.

Erster Niederflurwagen eingetroffen
Freitag, 18. Februar 1994

GT6M 301 in der Gleisschleife Neuberesinchen
GT6M 301 in der Gleisschleife Neuberesinchen

GT6M 301 in der Gleisschleife Neuberesinchen
GT6M 301 in der Gleisschleife Neuberesinchen

Die im Juni 1993 beschlossene Anschaffung von Niederflurwagen hat begonnen. Das erste von acht Fahrzeugen des Typs GT6M trifft in Frankfurt ein. Das Fahrzeug wird mit der Wagennummer 301 gekennzeichnet und ist der erste Niederflurwagen in der Region Berlin/Brandenburg. Der Wagen wurde bereits 1993 gebaut. Bei ersten Probe- und Lastfahrten wurde deutlich, dass die im letzten Sommer vorgenommene Anpassung von Lichtraumprofilen in Haltestellenbereichen noch nicht ausreichend war. Es m├╝ssen weitere Haltestellenkanten beschnitten werden. Vorerst ist ein Einsatz aus diesem Grund auf der Strecke nach Markendorf noch nicht m├Âglich.

Der Prototyp des sechsachsigen Gelenktriebwagens von MAN wurde im Februar 1990 in Bremen vorgestellt. Seit 1993 erfolgte die Serienlieferung durch AEG, sp├Ąter ADtranz. Das 26,50 m lange Fahrzeug ist zu 100% niederflurig und war mit dieser Eigenschaft das weltweit erste. Geliefert wurde f├╝r meterspurige Netze die Version GT6M (M f├╝r Meterspur) und f├╝r normalspurige Netze (1.435 mm Spurweite) die Version GT6N (N f├╝r Normalspur). Den Antrieb ├╝bernehmen drei Drehstrom-Asynchron-Motoren, die H├Âchstgeschwindigkeit betr├Ągt 70 Stundenkilometer.

Das zweite Niederflurfahrzeug, der GT6M 302 (ebenfalls Baujahr 1993) trifft am 8. M├Ąrz 1994 in Frankfurt (Oder) ein. Die anderen sechs Fahrzeuge mit den Wagennummern 303 bis 308 werden zwischen Februar und November 1995 geliefert.

N
Dienstag, 15. Mńrz 1994

Nach der Winterpause werden die Bauarbeiten am Streckenast in die Lebuser Vorstadt fortgesetzt. Die Stra├čenbahnlinie 1 f├Ąhrt wieder zwischen Neuberesinchen und Gro├če Oderstra├če (heute Europa-Universit├Ąt). Ein Schienenersatzverkehr mit Bussen wird zwischen den Haltestellen Platz der Republik und Lebuser Vorstadt eingerichtet.

Die zwischenzeitliche Diskussion ├╝ber die Anlage von Rasengleisen auf der Karl-Marx-Stra├če wird schnell beendet. Aus st├Ądtebaulicher Sicht sind Rasengleise auf einer Haupteinkaufsstra├če wenig vorteilhaft, sollen doch Fu├čg├Ąnger die Stra├če ohne Weiteres ├╝berqueren k├Ânnen. Desweiteren ist bereits damals geplant, die Busse des Stadtverkehrs die Stra├čenbahngleise als Fahrtrasse k├╝nftig mitnutzen zu lassen.

Erstmalig Nachtbusverkehr
Samstag, 19. Mńrz 1994

Erstmals wird eine Nachtbuslinie eingerichtet. Sie f├Ąhrt in den N├Ąchten von Freitag zu Sonnabend und von Sonnabend zu Sonntag jeweils um 2:00 Uhr auf einem Rundkurs durch die Stadt. Start- und Endpunkt der Fahrt ist die damalige Stadthalle, damals eine Diskothek. Der Bus kann zum Normaltarif genutzt werden. Ein Erfolg wurde dieser erste Ansatz f├╝r einen Nachtverkehr noch nicht. Zum Fahrplanwechsel am 1. August 1994 wurde der Nachtbus wieder eingestellt. Erst seit 1997 gibt es wieder einen regelm├Ą├čigen Nachtverkehr, die heutige Nachtlinie N1.

Ebenfalls an diesem Wochenende wird der ├ťbergang vom 30- zum 15-Minuten-Takt an Sonntagen von 7 Uhr auf 8 Uhr verschoben.

Tarif
Freitag, 1. April 1994

Nach 15 Monaten m├╝ssen sich Nahverkehrskunden an neue Fahrpreise gew├Âhnen. Erneut werden die Fahrpreise angehoben, zum vierten Mal seit der Wende. Die Einzelfahrt (45-Minuten-Zeitkarte) verteuert sich von 1,60 DM auf 1,80 DM, erm├Ą├čigt 1,20 DM. Noch sind 5-Fahrten-Karten f├╝r 6,50 DM (bisher 6 DM), erm├Ą├čigt 5 DM, im Angebot. Eine Tageskarte kostet 4,50 DM, eine Familientageskarte 9 DM. Monats- und Jahreskarten bleiben im Preis unver├Ąndert.

Generationswechsel bei der Stra
Freitag, 15. April 1994

GT6M 302 in Neuberesinchen
GT6M 302 in Neuberesinchen

GT6M 302 in Neuberesinchen
GT6M 302 in Neuberesinchen

Offiziell wird an diesem Tag der Generationswechsel bei den Stra├čenbahnwagen vollzogen. Frankfurts erste Niederflurwagen gehen in den Linienverkehr. Am Morgen fand im damaligen Betriebshof Bachgasse eine Festveranstaltung mit Vertretern der AEG, der Stadt und der Stadtverkehrsgesellschaft (SVF) statt. Im Anschluss rollte ein Fahrzeugkorso mit allen historischen Wagen (Tw 41, Tw 49, Tw 60), dem Partywagen 54, dem modernisierten KT4D 219 und den beiden Niederflurwagen 301 und 302 (Typ GT6M) durch die Stadt. Am fr├╝hen Nachmittag fuhr der GT6M 301 noch mit Girlandenschmuck erstmals mit Fahrg├Ąsten auf der Linie 6 (Neuberesinchen ÔÇô Gro├če Oderstra├če [heute Europa-Universit├Ąt]). Zun├Ąchst fuhren die Niederflurwagen nur auf der Linie 6 und daher nur an Werktagen.

Aus dem Liniendienst wurden die Zweiachs-Fahrzeuge der Typen Gotha und Reko verabschiedet. Allerdings war dieser Abschied wie das Winken zwei Stunden vor der Abreise. Die Gotha-Wagen waren n├Ąmlich noch ein ganzes Jahr unentbehrlich. Die Modernisierung der vorhandenen KT4D war noch nicht abgeschlossen. Wann immer Tatrawagen zum Umbau in Mittenwalde waren, mussten Gotha-Z├╝ge auch weiterhin aushelfen. Lediglich Reko-Wagen waren tats├Ąchlich nicht mehr im Fahrgasteinsatz. Allerdings befanden sich im Arbeitswagenpark noch mehrere Reko-Triebwagen. Nachdem im Fr├╝hjahr 1994 erneut eine Reihe von Gotha- und Reko-Wagen abgestellt wurde, standen f├╝r den Fahrgastverkehr nur noch f├╝nf Gotha-Z├╝ge zur Verf├╝gung. Folgende Zweiachs-Z├╝ge waren weiterhin im Einsatz: 27+111, 29+108, 34+113 (jeweils Typ T57+B57), 35+109 (Typ T57+B57E) und 41+103 (Typ T2D+B2-64).

Neues von den Niederflurwagen
Juni 1994

Die beiden Niederflurwagen (GT6M 301 und 302) erhalten am 7. und 8. Juni als erste Frankfurter Fahrzeuge Fahrscheinautomaten von der Firma Kl├╝ssendorf. Zu Messfahrten erreicht am 21. Juni erstmals ein Niederflurwagen den Endpunkt Kopernikusstra├če. Weil auch in Berlin zur selben Zeit Niederflurwagen vom Typ GT6N beschafft werden, werden in Frankfurt (Oder) Fahrer der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) auf diesem Wagentyp ausgebildet.

Fahrplanwechsel 1994
Montag, 1. August 1994

Fahrplanheft 1994
Fahrplanheft 1994

Die ├änderungen in der neuen Fahrplanperiode halten sich in Grenzen. Grund f├╝r die Umstellung ist der Abschluss der Sanierung der Stra├čenbahnstrecke in die Lebuser Vorstadt. Seit M├Ąrz 1992 wurde die Strecke immer wieder zumindest teilweise stillgelegt und erneuert. Mit der Fertigstellung der Strecke ist die grundhafte Sanierung des Frankfurter Stra├čenbahnnetzes abgeschlossen. K├╝nftige Bauma├čnahmen sind nicht mehr von jahrelangen Streckensperrungen gekennzeichnet, sondern werden meistens in den Sommerschulferien abgehandelt.

Fahrplan Stadtverkehr 1994/95
(01.08.1994-20.08.1995)

Stra├čenbahn: Am wichtigsten ist die Zur├╝cklegung der Linie 3 vom Stadion zur Lebuser Vorstadt. Vor zweieinhalb Jahren wurde sie wegen der Bauarbeiten in der Lebuser Vorstadt zum Stadion verlegt. Nun ist die Sanierung der Strecke abgeschlossen und Linie 3 erreicht erstmals seit 10.03.1992 wieder ihren Endpunkt Lebuser Vorstadt. Auch die Linie 2 f├Ąhrt nicht mehr zum Stadion sondern zur Gro├čen Oderstra├če (heute Europa-Universit├Ąt). Dadurch wird dieser kurze Streckenabschnitt auch abends und am Wochenende bedient. Der eher unbedeutende Abschnitt zum Stadion wird statt von drei Linien nur noch von der Linie 4 bedient. Au├čer in den Spitzenstunden (Montag-Freitag ca. 5-8 und 14-18 Uhr) f├Ąhrt weiterhin nur jeder zweite Zug der Linie 4 bis Markendorf. Die anderen Fahrten enden bereits an der Kopernikusstra├če. Neu ist, dass die bisherige Hauptverkehrszeitlinie 5 Montag bis Freitag auch vormittags f├Ąhrt, wenn auch nur im 30-Minuten-Takt. Die beiden Niederflurwagen kommen in der Regel auf den Linien 5 und 6 zum Einsatz. Alle anderen Kurse werden, bis auf wenige Ausnahmen auf der Linie 1, auf der vereinzelt noch Gotha-Zweiwagen-Z├╝ge eingesetzt werden, mit Solo-KT4D bedient.

Stadtbus: Bei den Buslinien gab es nur kleinere Fahrplananpassungen. Linienwege wurden nicht ge├Ąndert. Es gilt weiterhin das Linienschema vom 04.03.1993. Lediglich die am 19.03.1994 eingef├╝hrte Nachtlinie wird mangels Nachfrage wieder abgeschafft.

Stra├čenbahn ab 01.08.1994
Linie 1 Neuberesinchen - Bahnhof - Platz der Republik - Lebuser Vorstadt
 
Linie 2 Messegel├Ąnde - Gerhart-Hauptmann-Stra├če - Platz der Republik - Gro├če Oderstra├če
 
Linie 3 Kopernikusstra├če - Friedhof - Bahnhof - Platz der Republik - Lebuser Vorstadt
(nur Montag-Freitag 6-18 Uhr)
Linie 4 (Markendorf - Klinikum -) Kopernikusstra├če - Friedhof - Bahnhof - Platz der Republik - Stadion
(au├čerhalb der HVZ Markendorf - Kopernikusstra├če nur jeder 2. Zug)
Linie 5 Messegel├Ąnde - Gerhart-Hauptmann-Stra├če - Bahnhof - Neuberesinchen
(nur Montag-Freitag 6-17 Uhr)
Linie 6 Neuberesinchen - Bahnhof - Platz der Republik - Gro├če Oderstra├če
(nur Montag-Freitag 6-18 Uhr)
Linie 7 Markendorf - Klinikum - Kopernikusstra├če - Friedhof - Neuberesinchen
(nur Montag-Freitag 5-8 und 13-16 Uhr)

Nachfolgend gelistet sind die Taktfolgen der Stra├čenbahnlinien. Die Stundenangaben in der zweiten Spalte sind nur als ca.-Angaben zu verstehen. Sonnabends beginnt der 15-Minuten-Takt um 7, Sonntags um 8 Uhr.

Montag-Freitag Sonnabend/Sonntag t├Ąglich
04:00
05:00
05:00
08:00
08:00
14:00
14:00
18:00
18:00
20:00
04:00
07:00
07:00
18:00
18:00
20:00
20:00
22:00
22:00
23:00
1 30' 15' 30' 15' 20' 20' 30'-40'
2 30' 15' 30' 15' 20' 20' 30'-40'
3 - 15' - - -
4 30' 15' 15' 15' 15' 30' 15' 20' 20' 30'-40'
5 - 15' 30' 15' - - -
6 - 15' - - -
7 - 15' - 15' - - -

= Markendorf - Kopernikusstra├če nur alle 30 Min.,
= Markendorf - Kopernikusstra├če nur alle 40 Min.

Stra
Sonntag, 7. August 1994

An der Kreuzung Heilbronner Stra├če/Karl-Marx-Stra├če kommt es zu einem Unfall. Die beiden KT4DM 202 und 213 (beide Baujahr 1987) kollidierten miteinander. Verursacht hat den Unfall der dem in Richtung Gro├če Oderstra├če fahrendem Tw 213 folgende Wagen. Weil die Weichensteuerung noch aus DDR-Zeiten stammt, war es dem Folgewagen m├Âglich, die Weiche unter dem Tw 213 umzulegen. Das f├╝hrte dazu, dass der B-Teil des Tw 213 nun in eine andere Richtung die Kreuzung verlie├č als der A-Teil. Der B-Teil fuhr in Richtung Lebuser Vorstadt und kollidierte dadurch mit dem ebenfalls geradeaus entgegen kommenden Tw 202, der als Linie 2 zum Messegel├Ąnde unterwegs war. Bei der Kollision wurde Tw 202 aus den Gleisen gedr├╝ckt. Nach Reparatur in eigener Werkstatt sind die beiden Wagen seit dem 05. (Tw 213) bzw. dem 21.09.1994 wieder im Dienst.

KT4D-Doppeltraktion im Baustellenverkehr
Montag, 26. September 1994

Zwischen den Haltestellen Dresdener Stra├če (heute Dresdener Platz) und Johann-Eichorn-Stra├če werden an mehreren Tagen Schwei├čarbeiten durchgef├╝hrt. Wurden solche Arbeiten bisher oft am sp├Ąten Abend oder nachts durchgef├╝hrt, hatten Anwohnerproteste eine Verlegung auf den Vormittag bewirkt. Um so ungest├Ârt wie m├Âglich arbeiten zu k├Ânnen, werden die Linien 3, 5 und 6 in den Vormittagsstunden eingestellt. Um auf den verbliebenen Linien 1 und 4 dennoch gen├╝gend Pl├Ątze anzubieten, werden zwei Kurse der Linie 1 mit KT4D-Doppeltraktionen gefahren. Zum Einsatz kommen die nicht modernisierten KT4D 229+230 sowie 231+232.

Von April 1992 bis April 2004 gab es im regul├Ąren Linienverkehr keine Eins├Ątze von KT4D-Doppeltraktionen.

Kleiner Umbau am Westkreuz
Mittwoch, 19. Oktober 1994

Die Kreuzung am Westkreuz geht nach einem kleineren Umbau wieder in Betrieb. Stadtausw├Ąrts wurde die Linksabbiegerspur der August-Bebel-Stra├če von der Stra├čenbahnspur getrennt. Auch eine neue Ampel mit Vorrangschaltung f├╝r Bus und Stra├čenbahn wurde ├╝bergeben. Zu diesem Zeitpunkt sind zehn Ampelanlagen mit solch einer Vorrangschaltung ausgestattet.

Einsatz der Niederflurwagen
Dienstag, 1. November 1994

Aufgrund des starken Verkehrsaufkommens auf der Strecke nach Neuberesinchen werden die beiden vorhandenen Niederflurwagen (GT6M 301 und 302) auf der Linie 6 eingesetzt. Am Wochenende bleiben die Wagen ohne Einsatz. Anl├Ąsslich der Oderlandmesse auf dem Messegel├Ąnde kommt am 26. November erstmalig ein Niederflurwagen auf der Linie 2 zum Einsatz. Am ersten Adventssonnabend, den 3. Dezember, kommt wegen des starken Einkaufsverkehrs erstmalig ein Niederflurwagen auf der Linie 1 zum Einsatz. Im Gegensatz zu den Vorjahren wurden keine zus├Ątzlichen Wagen eingesetzt. Ebenfalls an den Adventssamstagen wurde zwischen dem Spitzkrug-Center und der Innenstadt ein Park&Ride-Verkehr eingerichtet, der Besucher der Innenstadt veranlassen sollte, das Auto auf den riesigen Parkpl├Ątzen am Spitzkrug stehen zu lassen und mit dem Bus in die Innenstadt zu fahren. Die Resonanz auf dieses Angebot war ├Ąu├čerst gering.

Fahrzeugzu- und abg
1994

Frankfurter Gotha-Wagen in Naumburg
Frankfurter Gotha-Wagen in Naumburg

Frankfurter Gotha-Wagen in Naumburg
Frankfurter Gotha-Wagen in Naumburg

W├Ąhrend nach der Ausmusterung von weiteren 15 Gotha- bzw. Reko-Wagen nur noch neun zweiachsige Fahrzeuge f├╝r den Linienverkehr vorhanden sind, werden erstmalig in der Geschichte der Frankfurter Stra├čenbahn sechsachsige Fahrzeuge geliefert, zwei fabrikneue Niederflurwagen vom Typ GT6M. Mit dem Ausscheiden der letzten drei BZ70/1 endet der Einsatz von Rekowagen im Linienverkehr.

Der Triebwagen 28 (Typ T57, Baujahr 1958, 1973 ex Gotha) ging am 22. April als Wagen 33 zur Stra├čenbahn Naumburg. Das Fahrzeug wurde in Frankfurt bereits f├╝r Naumburg komplett lackiert und beschriftet und verl├Ąsst per LKW die Stadt. Im Jahr 2007 wurde er nach Chemnitz weiterverkauft und dort zun├Ąchst auf Normalspurweite von 1.435 mm umgespurt. Seitdem l├Ąuft er in Chemnitz als historischer Triebwagen 802. Am 12. Oktober ging Beiwagen 108 (Typ B57, Baujahr 1961) nach Naumburg, am 26.10.1994 wird Tw 34 (Typ T57, Baujahr 1961) dorthin ├╝berf├╝hrt. Der Triebwagen wird auch in Naumburg als Wagen 34 fahren.

Wagenpark (Stand 31.12.1994) Anzahl
Zweiachsige Triebwagen 6
Zweiachsige Beiwagen 4
Vierachsige Triebwagen 34
Sechsachsige Triebwagen 2
Historische Wagen 3
Arbeitswagen 5