Chronicle 1980 - 1984 31 Dec 1984
Chronik 1980 - 1984 | Historia od 1980 do 1984 roku

Fahrplanwechsel 1980
Freitag, 1. Februar 1980

Reko-/Gotha-Zug 38 + 110 im Jahr 1980
Reko-/Gotha-Zug 38 + 110 im Jahr 1980

Reko-/Gotha-Zug 38 + 110 im Jahr 1980
Reko-/Gotha-Zug 38 + 110 im Jahr 1980

Der VEB Kombinat Kraftverkehr Stammbetrieb Frankfurt (Oder) f├╝hrt einen neuen Fahrplan f├╝r den innerst├Ądtischen Linienverkehr ein. Neu war der Stra├čenbahnvorlaufbetrieb mit Bussen zwischen Platz der Republik und Leninallee (heute Birkenallee, damals Neuberesinchen). Weiterhin wurden die Buslinien E (Bahnhof - G├╝ldendorfer Stra├če - Lossow) und F (Bahnhof - Grenzbahnhof - Tzetzschnower Schweiz) zur neuen Linie F (heute Linie 984) vereinigt.

Fahrplan Stadtverkehr 1980/81
(01.02.1980-31.08.1981)

Nur wenige Monate vor Er├Âffnung der Stra├čenbahn-Neubaustrecke von der Bahnhofstra├če zur Heinrich-Hildebrand-Stra├če erlangte ein neuer Fahrplan G├╝ltigkeit. Im Vergleich zum (letzten den Seitenautoren vorliegendem) Fahrplan vom 5. Juli 1976 verschlechtert sich vor allem der Taktverkehr bei der Stra├čenbahn in den Nebenverkehrszeiten. 1976 fuhren die Bahnen abends noch im 20-Minuten-Verkehr, nun nur noch alle 35 Minuten. Dieser ungerade Takt orientierte sich weniger an den Bed├╝rfnissen der Fahrg├Ąste, sondern passte gut zur Gr├Â├če des Frankfurter Netzes. F├╝r die Linie 2 waren so nur zwei, f├╝r die Linie 4 nur ein Umlauf im Abendverkehr n├Âtig. Erst 1985 wurde diese ├änderung wieder zur├╝ckgenommen. Auch am Wochenende wurde das Angebot gegen├╝ber 1976 kr├Ąftig gek├╝rzt: statt im Tagesverkehr alle 12 Minuten (Sonntag Vormittag alle 15 Minuten) fuhr die Stra├čenbahn nur noch alle 20 Minuten (Sonnabend Vormittag alle 15 Minuten). Der 12-Minuten-Takt am Wochenende kam seither nie wieder. Kurz vor dem Ende der DDR wurde am Wochenende jedoch f├╝r einige Jahre noch ein 15-Minuten-Takt am Wochenende eingef├╝hrt.

Im Fahrplanheft nicht mehr enthalten war die Buslinie E. Diese fuhr im Fahrplan von 1976 wie Linie F (heute Linie 984) zun├Ąchst vom Bahnhof zum Stadion und dann durch die G├╝ldendorfer Stra├če (heute teilweise M├╝hlenweg) nach G├╝ldendorf und weiter nach Lossow. Die Haltestellen Lyssenkostra├če, Nu├čweg und G├╝ldendorfer Stra├če, Grund der Linie E entfielen. Die G├╝ldendorfer Stra├če lag im Baubereich des neu entstehenden Stadtteils Neuberesinchen. Linie F wurde vom bisherigen Endpunkt Grenzbahnhof nach G├╝ldendorf verl├Ąngert und fuhr weiter nach Lossow. Ob diese Linienfusion genau zum 1. Februar 1980 stattfand, ist nicht sicher.

Auch der im neuen Fahrplanheft aufgef├╝hrte Schienenersatzverkehr Platz der Republik - Neuberesinchen k├Ânnte schon vorher eingef├╝hrt worden sein. Jener Ersatzverkehr wendete am Platz der Republik ├╝ber die sogenannte Busstra├če, der einst n├Ârdlichen Begrenzung des Wilhelmsplatzes. Heute d├╝rfte sich hier etwa der s├╝dliche Eingang zum Einkaufszentrum Lenn├ę-Passagen befinden. Seit Einf├╝hrung des Stadtbusverkehrs im Sommer 1929 bis in die fr├╝hen 1980-er Jahre wurde diese kleine Stra├če von am Platz der Republik endenden Bussen (zum Beispiel dem Saisonverkehr zum Helene-See) als Aufstellfl├Ąche und Haltestelle genutzt. Bis zur Er├Âffnung des Busbahnhofes am Bahnhof (heute n├Ârdlicher Parkplatz vor dem Bahnhof) in den sp├Ąten 1960-er Jahren befand sich in der Busstra├če der Endpunkt der meisten Frankfurter Buslinien. Die Busstra├če, die bereits auf Pl├Ąnen von 1850 als Nordumfahrung des (sp├Ąteren) Wilhelmsplatzes erkennbar ist, d├╝rfte beim Umbau des Platz der Republik und der Wilhelm-Pieck-Stra├če (heute Heilbronner Stra├če) im Jahr 1983 zum Fu├čweg umgestaltet und somit verschwunden sein.

Interessant ist die im Fahrplanheft aufgef├╝hrte Linienf├╝hrung des Ersatzverkehrs nach Neuberesinchen. So soll der Bus von der erw├Ąhnten Busstra├če am Platz der Republik zun├Ąchst zum Bahnhof gefahren sein und dann weiter ├╝ber die Haltestellen F├╝rstenberger Stra├če und Stra├če des Roten Oktober (heute Johann-Eichorn-Stra├če zur Leninallee (heute Birkenallee). Allerdings d├╝rften die Bauarbeiten f├╝r die Stra├čenbahnneubaustrecke (Er├Âffnung Oktober 1980) eine Befahrung des Bahnhofstunnels f├╝r Busse zu dieser Zeit unm├Âglich gemacht haben. Viel war in Neuberesinchen offenbar noch nicht los. Zwar fuhr der Ersatzverkehrsbus werktags in den Spitzenstunden alle 15 Minuten, vormittags jedoch nur alle 35 bis 50 Minuten. Am Wochenende hatte ein 40-Minuten-Takt zu gen├╝gen.

Stra├čenbahn ab 01.02.1980
Linie 2 Westkreuz - Gerhart-Hauptmann-Stra├če - Platz der Republik - Lebuser Vorstadt
 
Linie 3 Kopernikusstra├če - Hauptfriedhof - Bahnhof - Platz der Republik - Lebuser Vorstadt
(nur Montag-Freitag 4-20 Uhr)
Linie 4 Kopernikusstra├če - Hauptfriedhof - Bahnhof - Platz der Republik (- Stadion)
(bis Stadion nur 5-20 Uhr)
Stadtbus ab 01.02.1980
Linie SEV Neuberesinchen - Bahnhof - Platz der Republik
(Busvorlaufverkehr f├╝r sp├Ątere Stra├čenbahnstrecke)
Linie  A  (Industriekomplex West - Kinderkrippe Nuhnenstra├če -) Ziolkowskiallee - Baumschulenweg - Bahnhof - Karl-Marx-Stra├če - Lenn├ęstra├če - Frankfurt-Nord - Klingetal - Westkreuz - Meurerstra├če
(ab 19 Uhr teilweise erst ab Ziolkowskiallee, Sonnabend/Sonntag Einzelfahrten nach Rosengarten, Waldhaus)
Linie  B  (Hohenwalde -) Markendorf - S├╝dring - Baumschulenweg - Bahnhof - Karl-Marx-Stra├če - Kaufhalle Nord - Frankfurt-Nord
Linie  C  Bahnhof - Karl-Marx-Stra├če - Westkreuz - Meurerstra├če - Rosengarten - Lichtenberg
(Montag-Freitag bis 20 Uhr, Sonnabend bis 23 Uhr, Sonntag bis 21 Uhr)
Linie  D  Bahnhof - Karl-Marx-Stra├če - Kraftverkehr - Kliestow - Boo├čen
(Montag-Freitag bis 20 Uhr, Sonnabend bis 23 Uhr, Sonntag bis 18 Uhr)
Linie  F  Bahnhof - Grenzbahnhof (- G├╝ldendorf - Lossow)
 
Linie  G  Bahnhof - Karl-Marx-Stra├če - Kaufhalle Nord - Frankfurt-Nord
(nur Montag-Freitag 8-14 und 17-18 Uhr, Sonnabend/Sonntag 6-21 Uhr)
Bahnhof - Karl-Marx-Stra├če - Kaufhalle Nord - Klingetal - Industriekomplex West
(nur Montag-Freitag 5-7 und 14-17 Uhr)

Nachfolgend gelistet sind die Taktfolgen der Stra├čenbahnlinien (Linie 2-4) und der im Takt fahrenden Buslinien (Linie SEV, A, B und G). Die Stundenangaben in der zweiten Zeile sind nur als ca.-Angaben zu verstehen. Die Taktangaben f├╝r die Buslinien beziehen sich auf den jeweiligen Kernabschnitt, dar├╝berhinaus fahren einzelne Fahrten zu abweichenden Zielen. Die Vorortbuslinien C, D und F fahren unregelm├Ą├čig.

Montag-Freitag Sonnabend Sonntag t├Ąglich
04:00
05:00
05:00
06:00
06:00
07:00
07:00
08:00
08:00
13:00
13:00
15:00
15:00
17:00
17:00
20:00
04:00
08:00
08:00
12:00
12:00
20:00
04:00
20:00
20:00
00:00
2 unr. 12' 10' 12' 15' 12' 10' 12' 20' 15' 20' 20' 30-40'
3 unr. 12' 10' 12' 15' 12' 10' 12' - - -
4 unr. unr. 10' unr. 15' 12' 10' 12' 20' 15' 20' 20' 30-40'
SEV unr. 15' unr. 15-20' 15' 15-40' unr. 40' wie Sa unr.
 A  unr. 20' 30' 20' 30' 30' 30' 30-40'
 B  unr. 20' 60' 30' 20' 40-60' 60' 60' unr.
 G  - 20' 60-120' 20' 20-45' 60' 60' -

unr. = unregelm├Ą├čiger Takt, wie Sa = wie Sonnabend

Stra
Montag, 19. Mai 1980

Zur Anbindung der im Oktober 1980 zu er├Âffnenden Neubaustrecke ├╝ber den Bahnhof im Bereich der Leipziger Stra├če (damals Wilhelm-Pieck-Stra├če), nahe der Haltestelle Heinrich-Hildebrand-Stra├če, wird der Stra├čenbahnverkehr zwischen Heinrich-Hildebrand-Stra├če und Kopernikusstra├če vor├╝bergehend eingestellt. Zwischen der Innenstadt und der Heinrich-Hildebrand-Stra├če fahren Solo-ZR-Wagen, weiter zur Kopernikusstra├če verkehren Busse im Ersatzverkehr.

Neubaustrecke Bahnhof in Betrieb
Freitag, 3. Oktober 1980

Die Haltestelle Bahnhof 1988
Die Haltestelle Bahnhof 1988

Die Haltestelle Bahnhof 1988
Die Haltestelle Bahnhof 1988

Im Mai 1974 wurde sie beschlossen, jetzt war sie realisiert: die 1,95 km lange Neubaustrecke der Stra├čenbahn durch die Bahnhofstra├če und Altberesinchen zur Heinrich-Hildebrand-Stra├če. F├╝r die moderne Strecke mussten Wohnh├Ąuser weichen, zwei Br├╝cken, nur f├╝r die Stra├čenbahn (und Fu├čg├Ąnger), wurden errichtet. Eine ├╝berspannt seither die Gro├če M├╝llroser Stra├če, die andere die Leipziger Stra├če (damals Wilhelm-Pieck-Stra├če). Der Bahnhof war nun wieder an das Stra├čenbahnnetz angebunden. Die alte Strecke durch die Leipziger Stra├če von 1898 konnte stillgelegt und die Stra├če zur Haupterschlie├čungsstra├če f├╝r den Autoverkehr umgestaltet werden. Bereits seit 1913 existierten Pl├Ąne, die Stra├čenbahn in einem Tunnel die umfangreichen Bahnanlagen am Bahnhof unterqueren zu lassen.

Der 1926 fertiggestellte Bahnhofstunnel oder Beresinchentunnel wurde f├╝r die Stra├čenbahn um 40 cm abgesenkt, um Platz f├╝r das Profil der Stra├čenbahn samt Oberleitung zu schaffen. Vor dem Haus des Handwerks wurde die Bahnhofstra├če verbreitert und die neue Stra├čenbahnhaltestelle Bahnhof, damals noch mit Gleiswechsel, angelegt. An der Luckauer Stra├če wurde ein Gleisdreieck f├╝r die geplante Ausf├Ądelung der Strecke nach Neuberesinchen bereits mitgebaut. Auch die erst ab 1988 planm├Ą├čig genutzte Verbindung von der Kopernikusstra├če nach Neuberesinchen war bereits realisiert.

Die G├Ârlitzer Stra├če wurde durch die neue Stra├čenbahntrasse zweigeteilt und ist seitdem nur noch durch einen Fu├čg├Ąnger├╝berweg verbunden. Die Kreuzung mit der F├╝rstenberger Stra├če wurde mit einer Lichtsignalanlage mit Stra├čenbahn-Vorrangschaltung versehen. Die Einfahrt in den Bahnhofstunnel erfolgte mittels Signalen, so dass die Stra├čenbahn an der Ampel auf der Bahnhofsseite unverz├╝glich in die Bahnhofstra├če einbiegen kann. An der Haltestelle Dresdener Stra├če (heute Dresdener Platz) wurde stadtausw├Ąrts ein Unterstand f├╝r wartende Fahrg├Ąste errichtet. Zwischen den Haltestellen Heinrich-Hildebrand-Stra├če und Hauptfriedhof (heute Friedhof) fuhr die Stra├čenbahn ab jetzt unabh├Ąngig vom Autoverkehr auf eigenem Bahnk├Ârper.

Zwei neue Haltestellen gingen in Betrieb:
Bahnhof und
Ⓗ Dresdener Stra├če (seit 1997 Dresdener Platz).
Die Haltestelle Heinrich-Hildebrand-Stra├če wurde auf die Rampe der Stra├čenbahnbr├╝cke ├╝ber die Leipziger Stra├če verlegt.

Der Linienverkehr auf der neuen Strecke wurde am 3. Oktober aufgenommen. Bereits am Vortag war die Neubaustrecke feierlich ├╝bergeben worden. Zun├Ąchst befuhren Linie 3 (damals Kopernikusstra├če - Lebuser Vorstadt) und Linie 4 (Kopernikusstra├če - Stadion) die Neubaustrecke. Die alte Strecke durch die Leipziger Stra├če ging nach 82 Jahren au├čer Betrieb. Die Stra├čenbahn-Haltestellen Puschkinstra├če, Beeskower Stra├če und Bezirkskrankenhaus entfielen dadurch ersatzlos. Die gleichnamige Bushaltestelle Puschkinstra├če stand jedoch weiterhin zur Verf├╝gung. Die Haltestelle Platz der Einheit (heute Kleist Forum) wurde nur noch von der Linie 2 (Westkreuz - Lebuser Vorstadt) bedient. Auch hier hielten bisher die Linien 3 und 4.

Der Fahrplan vom 1. Februar 1980 bleibt g├╝ltig, lediglich ein Berichtigungsblatt im A4-Format informiert ├╝ber die ver├Ąnderte Linienf├╝hrung der Linien 3 und 4. Die alten Gleisanlagen der bereits 1976 stillgelegten Stumpfendstelle vor dem Bahnhofsgeb├Ąude wurden dem Vernehmen nach erst 1981 entfernt.

Fahrzeugzu- und abg
1980

1981 im Betriebshof Bachgasse
1981 im Betriebshof Bachgasse

1981 im Betriebshof Bachgasse
1981 im Betriebshof Bachgasse

Aus dem th├╝ringischen Erfurt wurden 1980 vier Gotha-Zweiwagenz├╝ge ├╝bernommen. Darunter befand sich die sp├Ątere Partytram 54, die seit 1998 in Ostdeutschland einigerma├čen herumkommt. Der Altbau-Tw 57 (Baujahr 1936) scheidet 1980 als letzter Vorkriegswagen aus dem Liniendienst und wurde zum Salzstreu-Arbeitswagen A-Tw 2. Seit 1994 ist das Fahrzeug als historischer Triebwagen 41 unterwegs. Mit dem Ausscheiden des letzten Altbauwagens werden bis 1987 im Linienverkehr nur Zweiachser vom Typ Gotha und Reko eingesetzt.

Wagenpark (Stand 31.12.1980) Anzahl
Zweiachsige Triebwagen 35
Zweiachsige Beiwagen 30
Arbeitswagen 3

Fahrplanwechsel 1981
Dienstag, 1. September 1981

Wagen 47 in Neuberesinchen
Wagen 47 in Neuberesinchen

Wagen 47 in Neuberesinchen
Wagen 47 in Neuberesinchen

Eine neue Stra├čenbahnstrecke mit drei neuen Haltestellen geht in Betrieb: die Stra├čenbahn erreicht Frankfurts j├╝ngstes Plattenbaugebiet Neuberesinchen. Nicht einmal ein Jahr zuvor ging die Neubaustrecke Bahnhofstra├če - Heinrich-Hildebrand-Stra├če in Betrieb, die die 82 Jahre alte Verbindung durch die Leipziger Stra├če ersetzte. Kurz hinter der Gro├čen M├╝llroser Stra├če zweigt die neue 1,3 km lange Trasse nach Neuberesinchen von der 1980 eingeweihten Strecke zur Heinrich-Hildebrand-Stra├če ab. Bedient wird die Neubaustrecke von der wieder eingerichteten Linie 1.

Fahrplan Stadtverkehr 1981/83
(01.09.1981-09.10.1983)

Drei Stationen gingen zun├Ąchst ans Netz:
Ⓗ Stra├če des Roten Oktober (seit 1991 Johann-Eichorn-Stra├če)
Ⓗ Leninallee (seit 1992 Birkenallee)
Ⓗ Neuberesinchen (seit 1982 Wintergarten)

Die Endstation am Wintergarten war nur provisorischer Natur und erhielt daher keine Wendeschleife und auch nur einen geborgten Namen. Bis zur Fertigstellung der gesamten Strecke ein Jahr sp├Ąter, hie├č die Haltestelle Wintergarten noch Neuberesinchen. Danach gab sie diesen Namen an die neue Endstelle ab, die dann auch eine Wendeschleife erhielt.

Nach f├╝nf Jahren Pause kehrte die Linie 1 wieder ins Frankfurter Netz zur├╝ck. 1976 war mit der Einstellung der alten Strecke zum Bahnhofsvorplatz auch die Linienbezeichnung 1 verschwunden. Nun wurde die neu eingerichtete Verbindung zwischen Wintergarten und dem Endpunkt Stadion als Linie 1 bezeichnet. Da an der provisorischen Endstelle am Wintergarten ├╝ber eine Stumpfwendestelle rangiert werden musste, kamen hier ausschlie├člich Zweirichtungswagen zum Einsatz.

Der Einsatz der Linie 1 zum Stadion erm├Âglichte, den Betrieb der Linie 4 auf die Hauptverkehrszeiten Montags bis Freitags zu beschr├Ąnken. Linie 3 fuhr nun wieder an allen Tagen von Betriebsbeginn bis -schluss, abends um am Wochenende aber nur zwischen Kopernikusstra├če und Platz der Republik.

Stra├čenbahn ab 01.09.1981
Linie 1 Neuberesinchen - Bahnhof - Platz der Republik - Stadion
 
Linie 2 Westkreuz - Gerhart-Hauptmann-Stra├če - Platz der Republik - Lebuser Vorstadt
 
Linie 3 Kopernikusstra├če - Hauptfriedhof - Bahnhof - Platz der Republik (- Lebuser Vorstadt)
(bis Lebuser Vorstadt nur Montag-Freitag 5-20 Uhr)
Linie 4 Kopernikusstra├če - Hauptfriedhof - Bahnhof - Platz der Republik - Stadion
(nur Montag-Freitag Hauptverkehrszeiten)

Fahrzeugzu- und abgänge
1981

Fahrschul-Tw 45
Fahrschul-Tw 45

Fahrschul-Tw 45
Fahrschul-Tw 45

Der Reko-Zweirichtungswagen 45 (Typ TZ70/1, Baujahr 1974) wurde zum Fahrschulwagen umgebaut.

Wagenpark (Stand 31.12.1981) Anzahl
Zweiachsige Triebwagen 34
Zweiachsige Beiwagen 30
Arbeitswagen 4

Streckenverl
Montag, 5. Juli 1982

Netzplan vom 5. Juli 1982
Netzplan vom 5. Juli 1982

Netzplan vom 5. Juli 1982
Netzplan vom 5. Juli 1982

Im Plattenbaugebiet Neuberesinchen wird die 1981 teiler├Âffnete Stra├čenbahnstrecke vom Wintergarten bis zum heutigen Endpunkt Neuberesinchen verl├Ąngert. Die 1,07 km lange Verl├Ąngerung ist zweigleisig auf eigenem Bahnk├Ârper ausgef├╝hrt und kreuzt, au├čer in der Zufahrt zur Wendeschleife keine Stra├čen. Die neue Schleife an der Endstation besitzt eine dreigleisige Aufstellanlage f├╝r die vorgesehenen drei Linien. F├╝r kleine Stra├čenbahnreparaturen gab es eine Arbeitsgrube im n├Ârdlichen Aufstellgleis der Wendeschleife. Die Grube ist nicht mehr in Betrieb und wurde inzwischen verf├╝llt.

Zwei neue Haltestellen gingen in Betrieb:
Ⓗ Dimitroffallee (seit 1991 M├╝hlenweg) und
Neuberesinchen.

Die Linie 1 wird bis zum neuen Endpunkt verl├Ąngert. Einrichtungswagen kommen weiter nicht zum Einsatz, weil der andere Endpunkt am Stadion keine Schleife besitzt. Die Haltestelle Wintergarten erh├Ąlt ihren heutigen Namen. Auf H├Âhe der Wallensteinstra├če (damals Heinrich-Rau-Stra├če) befanden sich zwei Gleiswechsel, mit einigem Abstand zueinander. So fand man wieder ein paar Meter Gleis zum Abstellen von Fahrzeugen in der Betriebspause. Die Gleiswechsel wurden 1996 entfernt.

Stra
Montag, 20. September 1982

Birkenallee mit Linie 5
Birkenallee mit Linie 5

Birkenallee mit Linie 5
Birkenallee mit Linie 5

Die neue Berufsverkehrslinie 5 wird zwischen den Endpunkten Westkreuz (heute Messegel├Ąnde) und Neuberesinchen eingerichtet. Bei einer Linienl├Ąnge von 6,6 km und einer Fahrzeit von 26 Minuten erreichte Linie 5 damals eine Reisegeschwindigkeit von 15,2 km/h. Zwischen Frankfurts gr├Â├čtem Plattenbaugebiet in Neuberesinchen und Arbeitspl├Ątzen der Deutschen Reichsbahn an der August-Bebel-Stra├če ergibt sich f├╝r die neue Verbindung genug Fahrgastpotential, obwohl die Linie knapp an der Innenstadt vorbei f├Ąhrt. Bis dahin hatten alle Frankfurter Stra├čenbahnlinien stets den Platz der Republik ber├╝hrt. An der Kreuzung Wilhelm-Pieck-Stra├če (heute Heilbronner Stra├če) / Bahnhofstra├če wurde zuvor eine Gleisverbindung zwischen den ├ästen zum Westkreuz und zum Bahnhof eingebaut.

Stra├čenbahn ab 20.09.1982
Linie 5 Westkreuz - Gerhart-Hauptmann-Stra├če - Bahnhof - Neuberesinchen
(nur Montag-Freitag Hauptverkehrszeiten)

Zwischen Neuberesinchen und Platz der Republik werden von nun an zus├Ątzliche Einsatzz├╝ge gefahren.

Fahrzeugzu- und abg
1982

Die einzige Änderung im Wagenpark betraf 1982 den Arbeitswagen 2. Er schied aus dem Dienst und wurde abgestellt. Seit 1994 ist der Wagen als historischer Wagen 41 im Einsatz.

Wagenpark (Stand 31.12.1982) Anzahl
Zweiachsige Triebwagen 34
Zweiachsige Beiwagen 30
Arbeitswagen 3

Umsteigestation Platz der Republik er├Âffnet
Samstag, 1. Oktober 1983

Die Haltestelle Zentrum in den 1980er Jahren
Die Haltestelle Zentrum in den 1980er Jahren

Die Haltestelle Zentrum in den 1980er Jahren
Die Haltestelle Zentrum in den 1980er Jahren

Zehn Tage fr├╝her als geplant konnte die neue Umsteigehaltestelle Platz der Republik (seit 1995 Zentrum) in Betrieb genommen werden. Die alte Haltestelle, ebenfalls Platz der Republik genannt, befand sich an der Kreuzung Wilhelm-Pieck-Stra├če (heute Heilbronner Stra├če) / Karl-Marx-Stra├če / Oderallee (heute Lindenstra├če). Dabei hielten die Linien von der Lebuser Vorstadt n├Ârdlich der Kreuzung, die Linien vom Stadion s├╝dlich. Seit 1976 die Linien 3 und 4 von unterschiedlichen Haltestelleninseln in Richtung Kopernikusstra├če fuhren, rannten Fahrg├Ąste ├╝ber die Kreuzung, wenn am anderen Bahnsteig eine Bahn in die gew├╝nschte Richtung erschien.

Am 1.10.1983 wurde die Haltestelle unter Beibehaltung des alten Namens verlegt. Etwa zweihundert Meter westlich hielten nun in der Wilhelm-Pieck-Stra├če alle Stra├čenbahnlinien an einer Station. Die Umsteigewege zur Bushaltestelle Karl-Marx-Stra├če (heute auf H├Âhe der Haltestelle Brunnenplatz) erh├Âhten sich dadurch betr├Ąchtlich. Umsteigestation zwischen Bahn und Bus wurde der Bahnhof, allerdings sind auch dort die Wege weit. Auf die Idee, auch die Buslinien an der neuen Haltestelle in der Wilhelm-Pieck-Stra├če halten zu lassen, kam man erst in den 1990er Jahren.

Der Inbetriebnahme der neuen Haltestelle gingen monatelange Bauarbeiten zwischen Bahnhofstra├če und Platz der Republik voraus. Da diese Bauarbeiten vorfristig fertig wurden, gilt f├╝r die Stra├čenbahn schon ab 1. Oktober der neue Fahrplan, der in G├Ąnze erst am 10. Oktober G├╝ltigkeit erlangt. Die Regionalzeitung Neuer Tag feierte die Sanierung von 300 Metern Stra├če, als sei soeben der erste bemannte Flug ins All gelungen. So schreibt Verkehrsbauleiter Wolfgang W├╝stefeld am 30.09.1983:

Heute k├Ânnen wir nun melden: Unser Ziel haben wir eine Woche vorfristig erf├╝llt. Wir wissen, wie hoch die Belastungen f├╝r die Frankfurter waren, wie sehr sie auf den Abschlu├č der im Mai begonnen Arbeiten gewartet haben. Das hat viele Kollektive befl├╝gelt, noch gr├Â├čere Anstrengungen in dieser ohnehin kurzen Bauzeit zu unternehmen. Aber wir haben es geschafft. In Gemeinschaftsarbeit. Darauf sind wir stolz. Verkehrs- und Tiefbaukombinat, Kraftverkehr, aber auch Energieversorgung und Abwasserbehandlung sowie der VEB Bau und der VEB Gr├╝nanlagen haben eng zusammengearbeitet. Auf Handschlag und Vertrauen. Reibungslos ging es nicht, und mancher hat noch z├Âgernd eingeschlagen, dann aber war sein Handschlag verbindlich. Mit der heutigen ├ťbergabe der Wilhelm-Pieck-Stra├če beweisen wir es. (...) Die Arbeit ist geschafft. Es waren harte Monate. Und wenn wir heute wieder das Signal auf freie Fahrt stellen, erf├╝llt mich das als Frankfurter mit Stolz, denn was wir in den letzten Jahren geschaffen haben, ist zu unser aller Nutzen. (...) Was uns heute so selbstverst├Ąndlich, so lange ist es noch gar nicht her. An einem Tag wie heute wird es einem erst so recht bewu├čt.

Der Umgestaltung des Platz der Republik (ehemaliger Wilhelmsplatz) fiel auch das s├╝dliche der beiden 1925/26 erbauten Verkehrsh├Ąuschen der Frankfurter Stra├čenbahn zum Opfer. Das n├Ârdliche blieb erhalten und beherbergt heute das Kundenzentrum der StadtverkehrsGmbH (SFV). Das abgerissene H├Ąuschen wich dem breiteren Querschnitt der Wilhelm-Pieck-Stra├če (heute Heilbronner Stra├če) und der gr├Â├čeren Ausrundung zur Karl-Marx-Stra├če. Ebenfalls entfernt wurde die ehemals n├Ârdliche Umfahrung des Wilhelmsplatzes, in den letzten Jahren als Busstra├če bezeichnet und zum Schluss nur noch vereinzelt als Endstation f├╝r Busse (im Schienenersatzverkehr oder f├╝r den Saisonverkehr zum Helene-See) genutzt. Von 1929 bis zur Fertigstellung des neuen Busbahnhofes am Bahnhof Ende der 1960er Jahre endeten in dieser kleinen Stra├če die meisten Frankfurter Buslinien.

Fahrplanwechsel 1983
Montag, 10. Oktober 1983

Fahrplanheft 1983
Fahrplanheft 1983

Frankfurt befindet sich im Umbruch, neue Wohngebiete entstehen, die Einwohnerzahl w├Ąchst auf 83.000. Seit Mitte der 1970er Jahre spielt die Stra├čenbahn wieder eine wichtigere Rolle; Neubaustrecken entstanden, andere Strecken wurden neu trassiert oder verl├Ąngert. Den sich ├Ąndernden Verkehrsstr├Âmen werden die Linien des Stadtverkehrs angepasst. Die Stra├čenbahnlinien 1 und 2 tauschen daher ihre innerst├Ądtischen Endpunkte. Die stets bedeutungsvollere Linie 1 aus Neuberesinchen wird an die Innenstadt um die Karl-Marx-Stra├če angebunden. Die einst wichtigere Linie 2 rollt nur noch zum unbedeutenden Endpunkt Stadion. Buslinie B (heute Linie 981) pendelt werktags nur noch zwischen Markendorf und Kopernikusstra├če. Die Innenstadt erreicht man von Markendorf dann nur noch mit Umsteigen in die Stra├čenbahn.

Fahrplan Stadtverkehr 1983/85
(10.10.1983-06.10.1985)

Stra├čenbahn: Die bereits am 1. Oktober fertiggestellte Zentralhaltestelle Platz der Republik wird im neuen Fahrplan ber├╝cksichtigt, und das Stra├čenbahnnetz wird weiter umgestaltet. Der ver├Ąnderten Bedeutung Rechnung tragend, werden die ├Âstlichen ├äste der Linien 1 und 2 getauscht. So wird die inzwischen stark frequentierte Linie 1 nicht mehr zum eher unbedeutenden Endpunkt Stadion gef├╝hrt, sondern direkt an die Innenstadt angebunden und durch die Karl-Marx-Stra├če weiter zum damaligen Industriegebiet am Winterhafen in die Lebuser Vorstadt geleitet. Die Linie 2 hingegen wird vom Endpunkt Lebuser Vorstadt zum Stadion verlegt und f├Ąhrt in den Hauptverkehrszeiten nicht mehr alle 12 Minuten, sondern ohne festen Takt mit Fahrtabst├Ąnden zwischen 10 und 17 Minuten. Vor 5 Uhr und nach 20 Uhr wird statt am Stadion schon am Platz der Republik gewendet. Die Strecke zum Stadion wird in diesen Zeiten zum Abstellen von Wagen ben├Âtigt, da die Abstellkapazit├Ąten im damaligen Betriebshof Bachgasse bei Weitem nicht ausreichen und der heutige Betriebshof Neuberesinchen noch nicht existierte. Die Stra├čenbahnlinie 4 f├Ąhrt nun zwar wieder ganzt├Ągig, vormittags aber nur im 30-Minuten-Takt, davor und danach ohne echten Takt mit Fahrtabst├Ąnden von 9 bis 40 Minuten. Die Betriebszeit der Linie 5 wird ausgeweitet. Statt nur in den Hauptverkehrszeiten, f├Ąhrt sie nun Montag bis Freitag auch vormittags und erh├Ąlt auch abends einige Fahrten. Laut Regionalzeitung werden im neuen Fahrplan 28 statt 23 Z├╝ge eingesetzt. Auf allen Linien fahren Gotha-/Reko-Zweiwagenz├╝ge, auf den Linien 2 und 4 ausschlie├člich ZR-Fahrzeuge. Grund daf├╝r: am Stadion gibt es keine Wendeschleife.

Stadtbus: Das Bussystem wird ebenfalls umgestaltet und bringt vor allem Einschr├Ąnkungen. Wesentlich ist, dass die Bus-Linie B (heute Linie 981) Montag bis Freitag nicht mehr durch die Innenstadt f├Ąhrt, sondern ihre Kernaufgabe in der Anbindung des Vorortes Markendorf mit dem dortigen Halbleiterwerk an das Stra├čenbahnnetz erh├Ąlt. Die Bewohner Markendorfs m├╝ssen nun mit der Stra├čenbahn bis zur Kopernikusstra├če fahren und dann in den Bus umsteigen. Aufgewertet wurde die Linie G (von 1998 bis 2017 Linie 985) als Ersatz f├╝r Linie B zwischen der Innenstadt und dem Hansa-Viertel. Linie A (heute Linie 980) f├Ąhrt wie bisher mit einigen Fahrten zu abweichenden Zielen. So werden einige Fahrten von der Meurerstra├če zum Waldhaus Rosengarten (heute Am Wildpark), werktags nur bis zur Haltestelle Rosengarten, Kreuzung (heute Abzweig Rosengarten), verl├Ąngert. Vor 5 und nach 19 Uhr beginnen einige Fahrten erst an der Ziolkowskiallee statt am Industriekomplex West (1991-2017 Seefichten). Nach Veranstaltungsschluss im damaligen Kleist-Theater startet auch dort eine Fahrt der Linie A. Ferner wird Sonnabend Abend eine Fahrt von der Meurerstra├če nach Lichtenberg verl├Ąngert. Die Verkehrsf├╝hrung der Linie B ist kompliziert. Zu allen Zeiten wird nur noch der Abschnitt Halbleiterwerk (heute Markendorf) - Kopernikusstra├če bedient, wobei einige Fahrten in Hohenwalde beginnen. Zum Schichtwechsel im Halbleiterwerk gegen 6, 14 und 22 Uhr werden einige Fahrten ├╝ber die Haltestelle Kinderkrippe Nuhnenstra├če (heute Am Messegel├Ąnde) zur Kaufhalle Nord (heute Prager Stra├če) im Stadtteil Frankfurt-Nord (Hansa-Viertel) verl├Ąngert. Am Wochenende f├Ąhrt Linie B wie bisher von der Kopernikusstra├če zum Bahnhof und dann im Linienweg der Linie G bis zur Haltestelle Frankfurt-Nord (Moskauer Stra├če) (heute Hamburger Stra├če). Diese Fahrten werden als Linie B/G an den Fahrzeugen gekennzeichnet, im Fahrplanheft wird diese Verkn├╝pfung allerdings nicht erw├Ąhnt. Linie G wiederum f├Ąhrt nur Montags bis Freitags von 4 bis 0 Uhr zwischen Bahnhof und Moskauer Stra├če, einige Fahrten bis zum Spitzkrug, Sonnabend Abend eine Fahrt bis Kliestow. Die Haltestelle Spitzkrug hat noch nichts mit der heuten Haltestellenfamilie am Spitzkrug zu tun, sondern befand sich an der Kreuzung Berliner Chaussee/Lebuser Chaussee und diente der Anbindung des so genannten Industriekomplex Nord.

Stra├čenbahn ab 10.10.1983
Linie 1 Neuberesinchen - Bahnhof - Platz der Republik - Lebuser Vorstadt
 
Linie 2 Westkreuz - Gerhart-Hauptmann-Stra├če - Platz der Republik (- Stadion)
(bis Stadion nur t├Ąglich von 5-20 Uhr)
Linie 3 Kopernikusstra├če - Friedhof - Bahnhof - Platz der Republik (- Lebuser Vorstadt)
(bis Lebuser Vorstadt nur Montag-Freitag 5-20 Uhr)
Linie 4 Kopernikusstra├če - Friedhof - Bahnhof - Platz der Republik - Stadion
(nur Montag-Freitag 5-19 Uhr)
Linie 5 Westkreuz - Gerhart-Hauptmann-Stra├če - Bahnhof - Neuberesinchen
(nur Montag-Freitag 4-22 Uhr, ab 20 Uhr nur ca. alle 90 Min.)
Stadtbus ab 10.10.1983
Linie  A  (Industriekomplex West - Kinderkrippe Nuhnenstra├če -) Ziolkowskiallee - Baumschulenweg - Bahnhof - Karl-Marx-Stra├če - Lenn├ęstra├če - Frankfurt-Nord - Klingetal - Westkreuz - Meurerstra├če
(ab 19 Uhr teilweise erst ab Ziolkowskiallee)
Linie  B  (Hohenwalde -) Halbleiterwerk - Bezirkskrankenhaus - Kopernikusstra├če (- Kinderkrippe Nuhnenstra├če - Kaufhalle Nord)
(nur Montag-Freitag 4-23 Uhr)
Linie B/G (Hohenwalde -) Halbleiterwerk - Bezirkskrankenhaus - Kopernikusstra├če - Ziolkowskiallee - Baumschulenweg - Bahnhof - Karl-Marx-Stra├če - Kaufhalle Nord - Frankfurt-Nord
(nur Sonnabend und Sonntag 4-0 Uhr)
Linie  C  Bahnhof - Westkreuz - Meurerstra├če - Rosengarten - Lichtenberg
(Montag-Freitag bis 20 Uhr, sonst bis 21 Uhr)
Linie  D  Bahnhof - Karl-Marx-Stra├če - Kraftverkehr - Kliestow - Boo├čen
(Montag-Freitag bis 20 Uhr, sonst bis 18 Uhr)
Linie  F  Bahnhof - Grenzbahnhof (- G├╝ldendorf - Lossow)
 
Linie  G  Bahnhof - Karl-Marx-Stra├če - Kaufhalle Nord - Frankfurt-Nord
(nur Montag-Freitag 4-23 Uhr)
Bahnhof - Karl-Marx-Stra├če - Kaufhalle Nord - Klingetal - Industriekomplex West
(zus├Ątzlich Montag-Freitag in den Hauptverkehrszeiten)

Nachfolgend gelistet sind die Taktfolgen der Stra├čenbahnlinien (Linie 1-5) und der im Takt fahrenden Buslinien (Linie A, B, G). Die Stundenangaben in der zweiten Zeile sind nur als ca.-Angaben zu verstehen. Die Taktangaben f├╝r die Buslinien beziehen sich auf den jeweiligen Kernabschnitt, dar├╝berhinaus fahren einzelne Fahrten zu abweichenden Zielen. Die Vorortbuslinien C, D und F fahren unregelm├Ą├čig, dabei variiert das Fahrtenangebot zwischen 33 Fahrten pro Tag Montags bis Freitags auf Linie F und vier Fahrten pro Tag an Sonntagen auf Linie D.

Montag-Freitag Sonnabend Sonntag t├Ąglich
04:00
05:00
05:00
08:00
08:00
12:00
12:00
14:00
14:00
18:00
18:00
20:00
04:00
08:00
08:00
12:00
12:00
20:00
04:00
20:00
20:00
00:00
1 unr. 10' 15' 12' 10' 12' 20' 15' 20' 20' 30'-40'
2 unr. unr. 15' unr. 12' 20' 15' 20' 20' 30-40'
3 unr. 10' 15' 12' 10' 12' 20' 15' 20' 20' 30'-40'
4 - unr. 30' unr. - - -
5 - 10' 30' 10' unr. - - -
 A  unr. 20' 30' 20' 30' 30' 30' 25'-45'
 B  20' 30' 20' unr. - - unr.
B/G - unr. 60' 60' -
[a]  G  30' 20' 30' 20' 60' - - unr.
[b]  G  - 20' - 20' - - - -

unr. = unregelm├Ą├čiger Takt
[a] = Bahnhof - Frankfurt-Nord (heute Hamburger Stra├če)
[b] = Bahnhof - Industriekomplex West (1991-2017 Seefichten)

Sanierte F
Oktober 1983

Zwischen dem Gleisdreieck Heilbronner Stra├če (damals Wilhelm-Pieck-Stra├če)/Bahnhofstra├če und der Kreuzung F├╝rstenwalder Stra├če (damals Ernst-Th├Ąlmann-Stra├če)/Karl-Liebknecht-Stra├če wird die sanierte Stra├čenbahnstrecke wieder in Betrieb genommen. Der Abschnitt ist der Beginn der Strecke zum Westkreuz (heute Messegel├Ąnde) und wurde von Linie 2 (damals Stadion - Westkreuz) und Linie 5 (Neuberesinchen - Westkreuz) befahren.

Zwischen den Einm├╝ndungen Humboldtstra├če und Karl-Liebknecht-Stra├če lagen die Gleise, au├čer an der Lessingstra├če und einzelnen H├Ąuserzufahrten, zun├Ąchst uneingedeckt im Schotterbett. Die Stra├čenbahn hatte ihre eigene Trasse erhalten. Der Autoverkehr wurde auf dem Teilst├╝ck nur noch stadteinw├Ąrts zugelassen. Doch diese Einbahnstra├čenregelung blieb umstritten, und so wurden die Gleise in den n├Ąchsten Jahren schrittweise doch wieder mit Betonplatten abgedeckt und konnten so vom Autoverkehr mitbenutzt werden.

Fahrzeugzu- und abg├Ąnge
1983

Ehemaliger Chemnitzer Bw 616 im August 1990
Ehemaliger Chemnitzer Bw 616 im August 1990

Ehemaliger Chemnitzer Bw 616 im August 1990
Ehemaliger Chemnitzer Bw 616 im August 1990

Um das Fahrtenangebot auf dem vorhandenen Netz ausweiten zu k├Ânnen, wurden erstmals seit 1980 wieder Gotha-Wagen von anderen ostdeutschen Betrieben ├╝bernommen. Dabei gab es 1983 so viele Gebrauchtwagen-Zug├Ąnge wie in keinem anderen Nachkriegsjahr. Zehn Trieb- und acht Beiwagen kamen nach Frankfurt, ausschlie├člich Einrichtungsfahrzeuge. Aus Chemnitz (damals Karl-Marx-Stadt) wurde der 1928 in der Waggonfabrik Niesky gebaute Beiwagen 616 ├╝bernommen. Er sollte zum historischen Beiwagen 135 hergerichtet werden. Dieser Umbau unterblieb jedoch, und das Fahrzeug wurde 1995 nach zw├Âlf Jahren Abstellung verschrottet.

Dem Vernehmen nach sollte Frankfurt 1983 zwei fabrikneue Tatrawagen vom Typ KT4D aus der Tschechoslowakei erhalten. Doch die Fahrzeuge gingen nach Erfurt und waren dort unter den Wagennummern 492 und 493 im Einsatz (2006/2008 nach Tallinn/Estland). Viel gebracht h├Ątten die Neubaufahrzeuge in Frankfurt zum damaligen Zeitpunkt aber ohnehin nicht. Die fehlende Wendeschleife am Stadion und der marode Oberbau zum Westkreuz und in die Lebuser Vorstadt standen einem KT4D-Einsatz auf den meisten Linien im Wege. 1983 war keine einzige Stra├čenbahnlinie Frankfurts KT4D-tauglich. Man h├Ątte die Wagen nur auf den Verst├Ąrkerfahrten zwischen Neuberesinchen und Platz der Republik einsetzen k├Ânnen. Ein weiterer Grund war die mangelnde Stromversorgung auf mehreren ├ästen. Stand abends eine Stra├čenbahn in einer Wendeschleife, sp├╝rte der Fahrer sofort, wenn ein weiterer Zug in den Streckenabschnitt einfuhr. Die Gl├╝hlampen leuchteten schw├Ącher, und der Umformer drehte sich h├Ârbar langsamer. F├╝r Tatrawagen war die Frankfurter Stra├čenbahn 1983 noch nicht bereit. Das KT4D-Zeitalter begann schlie├člich 1987 mit der Lieferung von 22 Wagen. Mit denen lie├č sich deutlich mehr anfangen als mit einer Splittergattung von 2 Fahrzeugen. Erfurt revangierte sich 1983 mit der Abgabe von zwei Gotha-Z├╝gen nach Frankfurt.

Wagenpark (Stand 31.12.1983) Anzahl
Zweiachsige Triebwagen 44
Zweiachsige Beiwagen 38
Arbeitswagen 2

Neue Farbgebung
1984

roter Gotha-Wagen mit cremefarbenem Bodenstreifenroter Gotha-Wagen mit cremefarbenem Bodenstreifen

Die Frankfurter Stra├čenbahn erh├Ąlt 1984 eine leicht ver├Ąnderte Farbgebung. Der Gotha-Zug Tw 24 + Bw 137 pr├Ąsentierte sich als erster in der neuen Lackierung. Neu war nur der cremefarbene Bodenstreifen, die Wagen blieben weiterhin ├╝berwiegend rot. Diese Farbgebung passte sich an das Aussehen der in wenigen Jahren anzuschaffenden KT4D an. Bis Anfang der 1990er Jahre waren die letzten roten Wagen ohne Bodenstreifen verschwunden.

Erst 1970 wurde die bisherige rote Farbgebung eingef├╝hrt. Bis dahin waren Frankfurter Stra├čenbahnen elfenbeingelb. 1970 wurde die rote Farbgebung an den Gotha-Wagen 34 (Typ T57, Baujahr 1960, 1994 nach Naumburg) und 112 (Typ B57, Baujahr 1957, 1972 nach Brand ausgemustert) vorgestellt.

Zweites Gleis in der Lindenstra├če
Montag, 2. April 1984

Gothawagen 34 etwa 1982 auf der Oderallee
Gothawagen 34 etwa 1982 auf der Oderallee

Gothawagen 34 etwa 1982 auf der Oderallee
Gothawagen 34 etwa 1982 auf der Oderallee

In der Lindenstra├če (damals Oderallee) wird mit der Fertigstellung eines zweiten Gleises ein weiterer Streckenabschnitt aus der Eingleisigkeit erl├Âst. Nur noch zwei Abschnitte verbleiben danach eingleisig. Es handelt sich um die Strecke zwischen den Haltestellen Klingestra├če (damals Konsument) und Am Winterhafen (damals Mar├Â-Werk), sowie um die erst 1976 er├Âffnete Strecke zwischen den Haltestellen Friedhof (damals Hauptfriedhof) und Kr├Ąuterweg (damals Baumschulenweg). Das zweite Gleis der Betriebsstrecke zum Stra├čenbahnhof in der Bachgasse wurde wenige Monate sp├Ąter, im Oktober 1984 fertiggestellt. Seit Ende 1993 sind alle Strecken der Frankfurter Stra├čenbahn zweigleisig ausgelegt.

Zweites Gleis in der Logenstra
Montag, 8. Oktober 1984

├ľstliche Wagenhalle im Betriebshof Bachgasse 1984
├ľstliche Wagenhalle im Betriebshof Bachgasse 1984

├ľstliche Wagenhalle im Betriebshof Bachgasse 1984
├ľstliche Wagenhalle im Betriebshof Bachgasse 1984

Auf der Betriebsstrecke vom Platz der Republik zum Betriebshof Bachgasse (damals ohne Linienverkehr) wird in der Logenstra├če (damals Wilhelm-Pieck-Stra├če) ein zweites Gleis in Betrieb genommen. Bis dahin war die Zufahrt zum Depot eingleisig. Gleichzeitig wurde der Betriebshof einer Teilmodernisierung unterzogen. Die in den 1920er Jahren gebaute ├Âstliche Wagenhalle erhielt neue Grubengleise.

Bis zum Herbst 1985 wurde auch die Einfahrt in den Betriebshof neu trassiert. Statt direkt von Westen in die Hallen einzufahren, mussten die Bahnen ab 1985 zun├Ąchst bis auf die ├Âstliche Seite des Depots vorfahren und dann von Osten r├╝ckw├Ąrts in den Betriebshof einr├╝cken.

Baubeginn Strecke nach Markendorf
1984

Im Jahr 1984 begannen die Bauarbeiten an der Neubaustrecke nach Markendorf, der gr├Â├čten Streckenerweiterung in der Geschichte der Frankfurter Stra├čenbahn. Im etwa 5 km von der Stadtgrenze entfernten Vorort Markendorf befanden sich Mitte der 80er Jahre mehrere Industriebetriebe sowie das damalige Bezirkskrankenhaus (heute Klinikum). Der gr├Â├čte Arbeitgeber Frankfurts, das Halbleiterwerk, pr├Ągte mit seinen gut 8.000 Besch├Ąftigten den Vorort.

Den damals stark ausgepr├Ągten Berufsverkehr wickelten noch bis 1988 zahlreiche ├Âffentliche und nicht├Âffentliche Busfahrten ab. Doch die bei derart gro├čen Fahrgaststr├Âmen wirtschaftlichere Stra├čenbahn soll die zahlreichen Busse schlie├člich ersetzen. Zwar sind auf dieser Strecke nur die Spitzenverkehre stra├čenbahnw├╝rdig, dennoch beginnt der Bau der 5,6 km langen Neubaustrecke mit Wendeschleife am landw├Ąrtigen Ortsausgang von Markendorf. Im Oktober 1988 wurde die Stra├čenbahnstrecke er├Âffnet.

Ebenfalls begonnen werden 1984 erste Bauarbeiten f├╝r den neuen Depotstandort in Neuberesinchen, dem heutigen Betriebshof der Frankfurter Stra├čenbahn.

Fahrzeugzu- und abg├Ąnge
1984

Ex Hallenser Wagen
Ex Hallenser Wagen

Ex Hallenser Wagen
Ex Hallenser Wagen

Auch 1984 wurden gebrauchte Fahrzeuge nach Frankfurt (Oder) umgesetzt. Aus Halle (Saale) kamen ein Trieb- und f├╝nf Beiwagen. Ein weiterer Triebwagen wurde aus Sch├Âneiche ├╝bernommen. Drei der aus Halle ├╝bernommenen Beiwagen wurden in Frankfurt allerdings nie eingesetzt. Der Hallenser Beiwagen 374 erhielt in Frankfurt zwar noch die Wagen-Nr. 139, die bereits angefangene Hauptuntersuchung (HU) wurde aber abgebrochen, und auch dieser Wagen kam in Frankfurt nie zum Einsatz. Im Februar 1984 wurden zwei Reko-Einrichtungsz├╝ge nach Sch├Âneiche abgegeben.

Wagenpark (Stand 31.12.1984) Anzahl
Zweiachsige Triebwagen 44
Zweiachsige Beiwagen 41
Arbeitswagen 2