Märkische Oderzeitung: Die Linie für Nachtschwärmer
 

Der Bahnhofsvorplatz weit nach Mitternacht. Fast auf die Sekunde genau rollt Wolf-Dieter Hentschel mit seinem zwölf Meter langen Stadtbus der Linie N 1 heran und hält auf Bussteig 3. Um 1.16 Uhr startet von hier seine Nordtour. Sie führt den Bahnhofsberg hinab zum Platz der Republik, von dort zur Luxemburgstraße, nach Hansa-Nord, zum Klingetal in Richtung Westkreuz. In der August-Bebel-Straße geht es über Fürstenwalder und Heilbronner Straße zurück. Bis kurz vor vier Uhr ist der jetzt 59-jährige Berufskraftfahrer an den Wochentagen mit seinem MAN-Niederflurbus, der mit Gas betrieben wird, auf Tour. 260 PS hat er unterm Hintern. Damit rollt er sonnabends und sonntags sogar bis kurz vor Sechs durch die Nacht – hinein in den Morgen.

Wolf-Dieter Hentschel ist seit 37 Jahren im Besitz des Führerscheins. Der in DDR-Zeiten Fahrerlaubnis hieß. Der „Führer“ war den Obrigen suspekt. „Ich arbeitete damals beim Frankfurter Wohnungs- und Gesellschaftsbaukombinat, kurz WGK genannt.“ Vom Baufahrzeug und WGK-Bus stieg er nach dem Mauerfall auf einen schweren Ferntransporter um, fuhr Richtung Süden. Bis nach Spanien. Eine Knochenarbeit. „Wenn du auf die 60 zugehst überlegst du dir genau, ob du auf dem Bock bleibst oder umsattelst. Seit eineinhalb Jahren bin ich bei Busreisen Homann angestellt.“ Und dieses Unternehmen, mittlerweile 
20 Jahre in Frankfurt zu Hause, arbeitet für die Stadtverkehrsgesellschaft (SVF). „In sehr guter Qualität“, wie SFV-Verkehrsleiter Fred Bernau bestätigt. Die Firma würde sämtliche Standards erfüllen und auch Nischen abdecken, so Fahrten in die Ortsteile.

Die Tür von Hentschels Nachtbus schließt sich. Nico Schädel, 20-jähriger Fliesenleger, ist erster Gast. Die 1,20 Euro für den Fahrschein bezahlt er gern. „Ich wohne in Nord. Das ist schon ein Stück Weg.“ Und Schwarzfahren komme bei ihm nicht in Frage. „40 Euro Strafe. Dieses Risiko sollte keiner eingehen.“

Quirlig und laut wird es, als der N 1 an den Lenné Passagen hält. Viadrina-Studenten steigen ein. Sie kommen von einer Sommerparty. Mit ihrem Semesterticket, das die Uni vor zehn Jahren eingeführt hat, können sie alle öffentlichen Verkehrsmittel – auch den Regionalexpress innerhalb des gesamten Verkehrsverbundes Berlin/Brandenburg – nutzen. Während die Bachelor-Studenten Hanna Napp und Christoph von Rüdiger eng umschlungen die hinteren Plätze bevorzugen, schwatzen ein paar Sitzreihen davor drei junge Frauen im lauten Spanisch. „Dieses Multi-Kulti bringt viel Farbe und Leben in die Stadt“, freut sich Nachtfahrer Wolf-Dieter Hentschel. Meist seien es Studenten, die Nachts gern bequem nach Hause wollen. „Morgens, so ab vier Uhr, steigen dann die ersten Dienstleister, Schichtarbeiter und Berlin-Fahrer ein. Eine Reinigungskraft ist auch dabei, die – glaub’ ich – in der Uni arbeitet. Alles nette, freundliche Leute“, so Nachtfahrer Hentschel. Ein paar Morgenmuffel wären natürlich auch mal dabei.

Zehn vor Zwei hat der Bus mit dem Kennzeichen FF-O 438 wieder den Bahnhof erreicht. Ein paar Nachtschwärmer warten schon. Sie wollen nach Süd – ab in die Federn.

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Märkische Oderzeitung: Tram-Gutachten wird vergeben
 

Der Auftrag für eine Studie zum grenzüberschreitenden Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) soll bis Ende Juni vergeben werden. Intern sei die Auswahl bereits abgeschlossen, nun müsse noch der Vertrag unterschrieben werden, sagte Wirtschaftsamtsleiter Andreas Rein. Im Rennen waren nach seinen Worten zuletzt noch drei Ingenieurbüros, die jeweils Beziehungen nach Polen unterhalten. Die Unternehmen hatten Mitte Mai ihre Angebote in Frankfurt präsentiert.

Mit der von der Stadt Frankfurt in Partnerschaft mit Slubice ausgeschriebenen Studie sollen ein technisches Konzept, ein Verkehrskonzept und ein Betriebskonzept für den grenzüberschreitenden ÖPNV vorgelegt werden. Gefordert werden außerdem eine Untersuchung der wirtschaftlichen Machbarkeit, ein Konzept zu den Auswirkungen auf die gesamte Stadtentwicklung, ein Konzept zur Vorhabensabsicherung sowie ein Kommunikationskonzept.

Parallel arbeitet bei der Stadt ein Arbeitskreis Recht, dem neben Vertretern des Frankfurter Rathauses und der Slubicer Verwaltung ein Wirtschaftsprüfer und zwei Rechtswissenschaftler angehören. Es sei noch eine Vielzahl juristischer Fragen zu klären, sagte Giesela Schmidt, bei der Stadtverwaltung für die Nahverkehrsplanung zuständig. Mit dem grenzüberschreitenden Projekt seien unter anderem das Arbeits-, das Verkehrs-, das Umwelt- und das Steuerrecht berührt.

Die Stadtverordnetenversammlungen von Frankfurt und Slubice hatten Ende April mit einem Beschluss den Weg für die Untersuchung freigemacht. Die Kosten sind auf 180 000 Euro veranschlagt; Frankfurt übernimmt zwei Drittel und Slubice ein Drittel. Nach Angaben der Verwaltung ist eine Förderung möglich, sollte die Linie tatsächlich zustande kommen. Neben der Verbindung über die Oder soll mit der Studie auch untersucht werden, wie eine Trasse über Hansa Nord zum Spitzkrug verlaufen könnte.

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VBB kündigt Tariferhöhung an
 

Der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) hat zum 1. Januar 2011 eine Tariferhöhung angekündigt. Letztmalig wurden die Preise für Busse und Bahnen am 1. April 2008 um etwa 1,9% angehoben, zum neuen Jahr sollen sie um 2,8% steigen.

Laut dem Beschluss des VBB verteuert sich der Einzelfahrschein Frankfurt (Oder) AB oder BC von 1,20 EUR auf 1,30 EUR; der Einzelfahrschein ABC von 2,20 EUR auf 2,40 EUR. Die zugehörigen Ermäßigungsfahrscheine bleiben im Preis demnach unverändert bei 0,90 EUR bzw. 1,70 EUR. Die ABC-Tageskarte für Erwachsene steigt von 5,10 EUR auf 5,60 EUR, ermäßigte Tageskarten und AB/BC-Tageskarten verteuern sich nicht. Die Monatskarte (Umweltkarte) AB oder BC kostet künftig 37 statt 36,50 EUR, die ABC-Umweltkarte 57 statt 55 EUR. Das Mobilitätsticket landet für die Bereiche AB oder BC bei 18,50, für den Bereich ABC bei 28,50 EUR.

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Märkische Oderzeitung: Landesmittel
 für Frankfurts
 Tram-Netz
 

Infrastrukturminister Jörg Vogelsänger (SPD) hat am Freitag einen Fördermittelbescheid an den Stadtverkehr übergeben. Mit der geplanten Erneuerung des Tram-Fahrdrahts zwischen Conergy und Markendorf ist die Modernisierung des SVF-Infrastrukturnetzes so gut wie abgeschlossen.

In den Sommerferien soll das Geld verbaut werden, wie es bei der SVF heißt, so dass durch den dann nötigen Schienenersatzverkehr möglichst wenig Fahrgäste in Mitleidenschaft gezogen werden. SVF-Geschäftsführer Michael Ebermann sprach von einer „großen Unterstützung für die Stadt.“ Mit 495 000 Euro fördert das Land die geplanten Arbeiten an der Straßenbahnstrecke zwischen Conergy und Markendorf-Siedlung.

Frankfurt verfüge über einen vorbildlichen Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV), lobte der Minister. Langfristig brauche die Stadt aber auch einen grenzüberschreitenden Nahverkehr, sagte er. „Das ist einfach nötig, je mehr die Grenze verschwendet.“

Die großen Investitionen zur Modernisierung der Infrastruktur werden indes mit dem Vorhaben im Frankfurter Westen abgeschlosen sein, wie der SVF-Geschäftsführer erläuterte. Zugleich machte er deutlich, dass die Stadt langfristig auch Unterstützung bei der weiteren Modernisierung des Straßenbahn-Fuhrparks benötige. VWas nützt uns eine moderne Infrastruktur, wenn wir keine Bahnen haben, die darauf fahren können?”, fragte Michael Ebermann. Bisher ist eine Förderung von Straßenbahnen ausgeschlossen, wie der Minister sagte. Wenn eine andere Regelung nötig werde, müsse darüber auf Landesebene verhandelt werden.

Der Minister hatte sich in Frankfurt auch über die Hochwasserlage informiert – direkt an der Oder und bei der Frankfurter Wasser- und Abwassergesellschaft (FWA) im Buschmühlenweg. Auf dem Besuchsprogramm stand auch ein Besuch des KV-Terminals in der Georg-Richter-Straße. Die Anlage wird derzeit erweitert – für diese Arbeiten sollen über das Land auch EU-Gelder nach Frankfurt fließen. Die Stadt erweitert den von der Bahn AG betriebenen Containerbahnhof derzeit – unter anderem um eine östliche Gleisanbindung, über die dann auch eine direkte Verbindung zum Personenbahnhof bestehen wird.

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Märkische Oderzeitung: Stadt drückt für Tram aufs Tempo
 

Nach der Entscheidung der Stadtverordneten zum grenzüberschreitenden Nahverkehr soll das Gutachten dazu so schnell wie möglich vergeben werden. Mitte Mai sollen drei Bewerber ihre Konzepte vorstellen, sagte Wirtschaftsdezernent Peter Edelmann (SPD). „Möglicherweise werden wir dann gemeinsam mit Slubice auch gleich eine Entscheidung treffen.“

Er sei „sehr zufrieden“ mit dem Abstimmungsergebnis, sagte der Beigeordnete und sprach von
einem „sehr deutlichen Beschluss“. Die Stadtverordneten von Frankfurt und Slubice hatten sich bei ihrer gemeinsamen Sitzung am Donnerstag mit zwei Gegenstimmen und vier Enthaltungen (Frankfurt) sowie zwei Enthaltungen (Slubice) eine Vereinbarung zur Finanzierung des Gutachtens ausgesprochen und die Studie damit auf den Weg gebracht.

Von dem Gutachten erhoffen sich beide Städte Aufschluss über Chancen und Risiken einer über die Oder führenden Nahverkehrslinie.

Überschrieben ist der Auftrag mit „Strategie des Öffentlichen Personennahverkehrs für die Doppelstadt Frankfurt (Oder)/Slubice“. Erarbeitet werden sollen das Strategiekonzept sowie eine Projektstudie zum grenzüberschreitenden ÖPNV mit dem Schwerpunkt Straßenbahn. Veranschlagt sind Kosten von
180 000 Euro, die zu einem Drittel von Slubice und zu zwei Dritteln von Frankfurt getragen werden sollen. Nach Worten Peter Edelmanns bestehen gute Chancen auf eine Förderung dieser Kosten – allerdings nur dann, wenn später auch tatsächlich eine ÖPNV-Verbindung geschaffen wird. „Wir wollen das Ergebnis nicht vorwegnehmen und haben uns deshalb dafür entschieden, zunächst keine Fördermittel zu beantragen. Ich gehe aber davon aus, dass das Gutachten auch im Nachhinein förderfähig ist“, sagte der Beigeordnete.

Peter Edelmann rechnet damit, dass die Studie drei bis vier Monate nach der Auftragsvergabe vorliegen könnte, das wäre bis zum Herbst. Erstellt werden sollen unter anderem ein technisches Konzept, ein Verkehrskonzept, ein Betriebskonzept und eine Wirtschaftlichkeitsuntersuchung. Die Experten sollen auch juristische Fragen beleuchten. Nach Sichtung der Bewerbungsunterlagen habe er „ein gutes Gefühl, dass wir ein sehr qualifiziertes Ergebnis erhalten“, sagte der Wirtschaftsdezernent.

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Märkische Oderzeitung: Fahrgäste sollen 
am Stadtrand 
umsteigen
 

Zur kombinierten Bus-Straßenbahnhaltestelle will die Stadtverkehrsgesellschaft die Haltestelle Markendorf-Ort umbauen. Ziel ist es, dass Fahrgäste aus dem Umland dort vom Bus in die Straßenbahn einsteigen. Die Stadt soll damit vom Busverkehr entlastet und zugleich die Straßenbahn besser ausgelastet werden.

„Es gibt einen Lärmaktionsplan und einen Luftreinhalteplan für Frankfurt. Aus gutem Grund“, sagt Hartmut Huwe, Geschäftsbereichsleiter Technik bei der Stadtverkehrsgesellschaft (SVF). Mit ihrem Vorhaben, die Haltestelle am Technologie- und Gewerbecenter auszubauen, wolle die SVF zum Erreichen der in den Plänen festgelegten Ziele beitragen – und es Fahrgästen möglicherweise bequemer machen. „Wir wissen, dass der Bus vor allem von Fahrgästen aus Müllrose genutzt wird“, berichtet Hartmut Huwe. „Und wir wissen auch, dass sie gerade morgens in den Spitzenzeiten vor allem zu den Haltestellen Bahnhof und Kleist Forum wollen.“ Ziel der SVF sei es, dass diese Fahrgäste in Markendorf in die Straßenbahn umsteigen, so dass der Bus aus dem Landkreis Oder-Spree gar nicht erst in die Stadt hineinzufahren bräuchte. Für die SVF hätte das auch den Vorteil, dass die beengte Situation auf dem Bahnhofsvorplatz entspannt würde.

Das Thema soll an diesem Donnerstag erneut in der Arbeitsgruppe Nahverkehrsplan besprochen werden, wie Hartmut Huwe ankündigt. Darin arbeiten auch der Landkreis Oder-Spree und die Busverkehr Oder-Spree GmbH mit, mit beiden Gremien müsste das Vorhaben abgestimmt werden. „Wir sind guter Hoffnung, dass wir uns einig werden“, sagt Hartmut Huwe.

Befürchtungen, dass mit dem veränderten Angebot Fahrgäste wegbleiben könnten, setzt die SVF eigene Erfahrungen aus der Vergangenheit entgegen. Weder bei Einstellung der Straßenbahnlinie 7 (die von Neuberesinchen nach Markendorf fuhr) noch bei der der Linie 6 (von Neuberesinchen zur Europa-Universität) seien die Fahrgastzahlen gesunken, berichtet Hartmut Huwe und hat eine ganz andere Vermutung: „Vielleicht kommen wir Fahrgästen sogar damit entgegen, wenn sie von Markendorf aus gleich die Straßenbahn nehmen könnten.“

Mit dem Projekt würde auch eine Vorgabe des Frankfurter Nahverkehrsplans erfüllt. Darin heißt es, dass Parallelverkehre auf Bus und Schiene langfristig abgebaut werden sollen. Hinzu kommt, dass es an der 1988 in Betrieb genommenen Haltestelle nach SVF-Angaben ohnehin Baubedarf gibt. Die für das Halbleiterwerk eröffnete Haltestelle mit vier Gleisen sei für heutige Bedürfnisse deutlich überdimensioniert, heißt es. Hinzu komme, dass sie nicht mehr dem heutigen Standard entspreche und dass die Bahnanlage dringend erneuert werden müsse. Die Kosten für das Projekt werden auf 1,3 Millionen Euro veranschlagt. Die SVF rechnet mit einer 75-prozentigen Förderung von Land und Bund.

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Märkische Oderzeitung: Auf Schienen zum Führerschein
 

Bevor sie Frankfurter Straßenbahnen steuern dürfen, müssen sie auf die Schulbank: Wer als Fahrer bei der Stadtverkehrsgesellschaft (SVF) arbeiten möchte, muss zunächst den dafür nötigen Führerschein erwerben. Dieser Tage endet der dazu nötige Lehrgang für einen Auszubildenden der SVF.

“Gefaaaaaaahr!” Gerade hat die Straßenbahn die Conergy-Haltestelle in Richtung Markendorf verlassen, als Fahrlehrer Thomas Kliem plötzlich diese Warnung brüllt. Marco Wiesniewski darf jetzt nicht erschrecken, sondern muss tun, was er für diesen Fall gelernt hat: bremsen und zwar sofort. Geht es im Alltag darum, die Bahnen sanft zum Stehen kommen lassen, soll das Gefährt nun so schnell wie möglich halten.

“Ist jemand verletzt?”, fragt Marco Wiesniewski die imaginären Passagiere. “Das gehört dazu”, erläutert der Fahrlehrer. “Wie der Fahrschüler eine Gefahrenbremsung erlernen muss, muss er auch lernen, sich anschließend nach dem Wohlbefinden der Fahrgäste zu erkundigen.”

Marco Wiesniewski, 28 Jahre alt, Frankfurter, gelernter Maurer und nun kurz vor dem Abschluss der Berufskraftfahrer-Ausbildung bei der SVF, kennt das schon vom Bus-Führerschein, auch er soll einmal beides fahren, so ist es üblich bei der SVF. Dennoch: “Straßenbahnfahren ist schon noch etwas anderes. Wir müssen viel mehr über die Technik wissen.” Sein Fahrlehrer pflichtet ihm bei. “Vernünftig zu bremsen und anzufahren ist wichtig. Und dass sich der Fahrer im Notfall selbst zu helfen weiß. Geht ein Bus kaputt, kann er an den Straßenrand gestellt werden. Mit einer Straßenbahn lässt sich das nicht so einfach lösen.”

Dafür, dass sich auch Marco Wiesniewski künftig zu helfen weiß, haben er und sein Fahrschullehrer sich vor dem praktischen Teil der Ausbildung ausgiebig mit der Straßenbahntechnik beschäftigt. Mit dem Ergebnis ist Thomas Kliem ganz zufrieden. Marco Wiesniewski sei ein guter Fahrschüler, sagt er.

Thomas Kliem, der während der Ausbildung auf einem Klappstuhl neben dem Fahrersitz des Tatra-Zuges vom Typ KT 4D sitzt und die Bahn im Notfall mit einem Knopfdruck zum Stehen bringen könnte, muss es wissen. Fast eine Million Lehrkilometer hat der 42-Jährige bisher absolviert - und so Fahrschüler für Lkw, Busse oder Straßenbahnen ausgebildet. Pro Straßenbahnschüler seien es 500 bis 600 Kilometer bis zur praktischen Prüfung. Bevor Marco Wiesniewski dann tatsächlich Frankfurter und Gäste der Stadt vom Messegelände zur Universität oder von Markendorf zum Stadion chauffieren darf, wird er noch die sogenannten Lehrfahrten mit Fahrgästen aber in Begleitung eines ausgebildeten Fahrers absolvieren.

Zur Ausbildung gehören neben den Tatra-Fahrten auch Fahrstunden mit den modernen Niederflurbahnen vom Typ GT 6M. Zwischen beiden Typen lägen Welten, sagt der Fahrlehrer, beinahe wie zwischen Trabant und Golf. Die Probleme, die andere Verkehrsteilnehmer den Straßenbahnfahrern aber bereiten, ähneln sich. Schnelles Spurwechseln, Schneiden der Straßenbahn oder das Ausbremsen zähle dazu, sagt Thomas Kliem. “Eine Straßenbahn fährt sich schwerer als ein Auto oder ein Bus. Man muss im Kopf haben, dass sich hier Metall auf Metall bewegt.” Das hat einen deutlich längeren Bremsweg zur Folge: In der Regel braucht eine Straßenbahn doppelt soviel Wegstrecke wie ein Pkw, um zum Halten zu kommen. Deshalb ärgere es die SVF-Fahrer immer wieder, wenn Pkw-Fahrer in der August-Bebel- oder der Karl-Marx-Straße quer über die Straße wenden und so die Bahnen behindern.

Mit all dem hat auch Marco Wiesniewski schon Erfahrungen gemacht. Er will sich davon aber nicht zu sehr ärgern lassen. Vielmehr überwiegen Stolz und Freude, dass er künftig wohl auf dem Platz arbeiten wird, den er als kleiner Junge beim Straßenbahnfahren immer nur von Weitem sehen konnte.

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Märkische Oderzeitung: Initiative dringt auf Studie zu Nahverkehr
 

Die Bürgerinitiative Pro Tram hat die Stadtverordneten von Frankfurt und Slubice aufgefordert, bei ihrer gemeinsamen Sitzung am 29. April eine Vereinbarung zur Finanzierung der ÖPNV-Studie zu beschließen. Die von beiden Städten noch nicht ausgeschriebene Untersuchung sei Grundlage für alle weiteren Entscheidungen zum gemeinsamen ÖPNV, heißt es in der Erklärung, die die Initiative bei ihrer Zusammenkunft am Mittwochabend in Slubice abgab. Es gehe darin anders als öffentlich wahrgenommen überdies nicht nur um die Schaffung einer Verbindung zwischen Frankfurt und Slubice, sondern auch um die angestrebte Erweiterung des Frankfurter Straßenbahnnetzes in den Stadtteil Nord.

Die Initiative, die eine Straßenbahnlinie über die Stadtbrücke einer Busverbindung vorzieht, fordert zudem die Verwaltungen zu einer besseren Öffentlichkeitsarbeit für das Vorhaben auf. Die Städte müssten besser kommunizieren, dass das Projekt mit Fördermitteln unterstützt werden könne. Im Fall der Studie, für die Kosten von 180 000 Euro prognostiziert werden, blieben für die Stadt Frankfurt noch 18 000 Euro und für Slubice 9000 Euro.

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Märkische Oderzeitung: Wilkes Wahlversprechen
 

Martin Wilke wurde am Sonntag mit klarer Mehrheit zum neuen Oberbürgermeister gewählt. Am 6. Mai tritt er sein Amt an. Im Wahlkampf hat er sich zu wichtigen Fragen der Stadtentwicklung festgelegt. Einen Teil der Wahlversprechen dokumentieren wir.

Was wird aus der Konzerthalle?

Die Schließung der Konzerthalle ist für mich undenkbar.

Wie wollen Sie den Industriestandort Frankfurt weiter entwickeln?

Die in Frankfurt erfolgreich angesiedelte Solarindustrie braucht künftig auch ein solides Forschungs-Fundament am Standort. Die Solar-Forschungskapazitäten müssen ausgebaut und die Halbleiter-Produktion in Frankfurt verstärkt werden.

Was wollen Sie als Oberbürgermeister sofort verändern?

Die Grabenkämpfe zwischen den Parteien müssen beendet werden, und die Verwaltungsspitze muss einheitlich handeln. Ich möchte als OB eine Integra- tionsfigur sein.

Was braucht Frankfurt am dringendsten?

Mit Frankfurt kann man erfolgreich sein. Dazu möchte ich ein Wir-Gefühl in der Stadt entwickeln.

Wie wollen Sie mit den Linken in Frankfurt umgehen?

Als parteiloser OB werde ich offen gegenüber allen Parteien sein, die einen Beitrag zur Stadtentwicklung leisten wollen.

Nach welchen Kriterien werden Sie die Rathausspitze auswählen?

Ich werde alle Dezernenten-Stellen ausschreiben lassen. Fachkompetenz und Teamfähigkeit sind die entscheidenden Kriterien.

Warum wollen Sie Geschäftsführer des Investorcenter bleiben?

Die Marketing- und Ansiedlungsaktivitäten der Stadt will ich beim OB bündeln. Die Stelle des operativen Geschäftsführers beim Investorcenter wird neu ausgeschrieben. Als zweiter Geschäftsführer möchte ich einen direkten Einfluss auf die Entscheidungen sichern. Letztlich müssen darüber die Abgeordneten entscheiden.

Wie wollen Sie sich den Ortsteilen zuwenden?

In allen neun Ortsteilen sollte jeweils ein Gemeindearbeiter eingesetzt werden, um auf den öffentlichen Straßen und Plätzen all die Aufgaben zu übernehmen, die die Verwaltung nicht schafft.

Für welche Stadt wollen Sie Politik machen: Kleist-Stadt, Sport-Stadt, Uni-Stadt, Solar-Stadt…?

Um überregional und international auf unsere Stadt aufmerksam zu machen, müssen wir uns auf eine gemeinsame Marke einigen.

Was wird Ihre erste Amtshandlung sein?

Ich lade Vertreter aller gesellschaftlichen Kräfte, Mitarbeiter der Stadtverwaltung, die Stadtverordneten und Bürger in die Konzerthalle ein und stelle ihnen meine Vorschläge zur Stadtentwicklung vor.

Wie wollen Sie mehr Studenten zum Wohnen in Frankfurt gewinnen?

Was seitens der Stadt für Studierende fehlt: Wohnraum im studentischen Umfeld, Praktika- und Jobangebote und städtisches Flair. Diese Situation muss die Stadt zusammen mit allen Beteiligten verbessern.

Werden Sie an der Abrissliste beim Stadtumbau festhalten?

Wenn es plausible Gründe dafür gibt, muss man die Abrissliste neu diskutieren.

Welchen Plan haben Sie für Altberesinchen?

Druck werde ich bei der Sanierung des Bahnhofstunnels und der Leipziger Straße machen.

Welche Ladenöffnungszeiten in der Innenstadt unterstützen Sie?

Einheitliche Öffnungszeiten in der Innenstadt sind auch erforderlich für eine effektive und erfolgreiche Vermarktung des Einkaufs-, Kultur- und Erlebnisraums der Frankfurter Innenstadt am Fluss.

Mit wie viel städtischem Personal wollen Sie arbeiten?

Die Größe muss in Übereinstimmung mit der Einwohnerentwicklung stehen. Ich will mehr Verantwortung für die Fachbereiche und eine stärkere Leistungs- und Dienstleistungsorientierung in der Verwaltung.

Wie wollen Sie den Helenesee wieder für Besucher attraktiv machen?

Mittelfristig ist es mein Ziel, dass der Helenesee zu einem Familien-Freizeitpark ausgebaut wird. Zum Saisonstart 2010 findet ein Runder Tisch statt mit allen Nutzern des Helenesees, um unter der Moderation der Stadtverwaltung konkreten Handlungsbedarf zu erkunden.

Was wird aus dem Stadtteil Neuberesinchen?

Ich stelle das beschlossene Stadtumbaukonzept nicht generell in Frage, sondern will im Einzelfall prüfen, wo wir es optimieren müssen. Neuberesinchen braucht ein attraktives Stadtteilzentrum mit Möglichkeiten der Begegnung und zum Verweilen.

Welchen Plan haben Sie, um das Leben an der Oder attraktiver zu machen?

Ich bin überzeugt, dass wir für den Winterhafen mit einem schlüssigen Konzept auch Investoren finden. Hier kann ich mir eine interessante Mischung vorstellen: Anlegeplätze für Sportboote und Kanus und attraktive Wohnungen am Wasser.

Was soll aus dem Stadion der Freundschaft werden?

Ein Stadion-Sportpark, der in erster Linie für den Breitensport gedacht ist, wäre eine gute Ergänzung zum Olympiazentrum, welches vorrangig auf den Leistungssport ausgerichtet ist.

Welche Nutzung der Gebäude auf der Stadtbrücke stellen Sie sich vor?

Als OB möchte ich zuerst die Bundesvermögensanstalt, die Eigentümer der Gebäude ist, in die Pflicht nehmen. Die Gebäude müssen abgerissen werden. Gemeinsam mit den Bürgern werden wir eine attraktive Bebauung und ein passendes Nutzungskonzept für das gesamte Areal erstellen.

Was wollen Sie für ältere Menschen in der Stadt tun?

Als OB will ich zusammen mit den entsprechenden Fachämtern prüfen, wo Bürgersteige alters- und behindertengerecht eingerichtet werden müssten.

Sind Sie für die Streichung von 500 000 Euro im Kulturbereich?

Ich möchte die Kultur auf hohem Niveau erhalten, aber dafür müssen wir auch die einzelnen Einrichtungen in die Pflicht nehmen, mehr Einnahmen zu erzielen.

Was wollen Sie gegen den verstärkten Autoklau in der Stadt unternehmen?

Ich werde eine gemeinsame Initiative für mehr Sicherheit in der Stadt starten.

Was werden Sie gegen hohe Mieten in der Stadt tun?

Ich bin für einen Mietspiegel, um Wohnungen richtig vergleichen zu können.

Werden Sie sich als Oberbürgermeister für eine grenzüberschreitende Straßenbahn einsetzen?

Die Straßenbahn macht die Stadt sympathisch. Doch aus dem Bauch heraus kann über eine Erweiterung nach Slubice nicht entschieden werden. Man muss wissen, ob sie dazu dient, die Straßenbahn generell für Frankfurt zu erhalten.

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Märkische Oderzeitung: Elektronik-Fahrplan an Haltestellen
 

An 19 Frankfurter Straßenbahnhaltestellen können sich die Fahrgäste mittlerweile an digitalen Anzeigetafeln über die Ankunft der nächsten Bahnen informieren - und inzwischen nicht mehr nur in gelber Leuchtschrift. An der Endhaltestelle der Linien 1 und 5 nach Neuberesinchen leuchten diese Informationen in Rot. Aus einem einfachen Grund, wie bei der Stadtverkehrsgesellschaft zu erfahren ist.

25 dieser Tafeln - Experten sprechen von “dynamischen Fahrgastinformationen” konnte das Frankfurter Unternehmen gebraucht zu einem günstigen Preis bei den Mainzer Verkehrsbetrieben erwerben, wie Hartmut Huwe, technischer Leiter der SVF, berichtet. “Vielleicht gefällt das rote Schriftbild nicht jedem”, mutmaßt er. Aber auch das Gelb sei schließlich Geschmackssache. Und für die SVF sei entscheidend gewesen, weitere Haltestellen zu moderaten Kosten mit den modernen Anzeigen auszustatten.

Dies ist in nächster Zeit auch in der Johann-Eichhhorn-Straße, der Gerhart-Hauptmann-Straße, am Klinikum, dem Oderturm, am Baumschulenweg und am Stadion sowie am Westkreuz und an der Haltestelle Klingestraße vorgesehen, wie Hartmut Huwe berichtet. Dies ist mit einigem Aufwand verbunden: Um die Tafeln aufstellen zu können, müssen jedes Mal Fundamente für die Masten gelegt und die Stromzuführung realisiert werden.

Die Tafeln informieren wie die bereits installierten über die geplante und die tatsächliche Ankunft und Abfahrt der Bahnen. Dafür wird der jeweils gültige SVF-Fahrplan elektronisch hinterlegt, so dass an der Haltestelle Neuberesinchen etwa zu lesen sein könnte “Lebuser Vorstadt 12.48 Uhr”. Sobald sich die Bahn nähert, ist es ab einem voraussichtlichen Anfahrtsweg von noch 15 Minuten möglich, dass die Ankunft minutenweise heruntergezählt wird. Dafür nehmen Bahn und Anzeigetafel über Sensoren elektronisch Kontakt zueinander auf, wie der technische Leiter erklärt.

Im Fall von Störungen oder bei nicht mit der Sensortechnik ausgestatteten Streckenabschnitten müsste die elektronische Fahrplanauskunft auf die statischen Zeiten des Fahrplans zurückgreifen.

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Märkische Oderzeitung: Tram-Studie teurer als geplant
 

Das Gutachten zur Machbarkeit einer grenzübergreifenden ÖPNV-Verbindung nach Slubice wird vermutlich teurer als geplant. Die Kosten würden aller Voraussicht nach über der Marke von 100 000 Euro liegen, sagte Oberbürgermeister Martin Patzelt (CDU) gestern. Gerechnet worden war nach seinen Worten mit Kosten von etwa 50 000 Euro. Martin Patzelt zeigte sich dennoch zuversichtlich, dass die derzeit ausgeschriebene Studie wie geplant erarbeitet werden kann. Vorgesehen ist, dass Frankfurt als Eigentümer des Verkehrsunternehmens zwei Drittel und Slubice ein Drittel der Kosten übernimmt.

Die erwarteteten höheren Kosten führt der Oberbürgermeister auf die Komplexität des Vorhabens zurück. Geprüft werden sollen mit dem Gutachten unter anderem Fragen des deutschen und des polnischen Rechts, mit denen beide Städte Neuland betreten würden. Offen sind unter anderem auch Fragen einer grenzüberschreitenden Stromleitung - sollte tatsächlich eine Straßenverbindung eingerichtet werden, der Fahrpreishöhe oder Marketingfragen.

Für all diese Probleme erhofft sich der Oberbürgermeister mit dem Gutachten Lösungsvorschläge. “Wir könnten natürlich auch Teile aus dem Gutachten herauslösen, so dass die Kosten auch geringer ausfallen würden”, sagte Martin Patzelt. “Ich halte es aber für besser, mit der Studie einen umfassenden Überblick zu erarbeiten.”

Unterdessen müht man sich in Slubice um die Finanzierung der erwarteten Kosten. Sein polnischer Amtskollege Ryszard Bodziacki habe sich bei einem Arbeitsgespräch zu Wochenbeginn optimistisch gezeigt, das seine Stadt das Geld aufbringen könne, berichtete Martin Patzelt. Unklar sei angesichts der angespannten Finanzlage jedoch noch, in welcher Zeit das gelingen könne. Über die Vergabe des Auftrags für das Gutachten soll in nächster Zeit entschieden werden. Mehrere Büros bewerben sich darum.

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Märkische Oderzeitung: Busfahrer voller Sorgen
 

Gestern, 16.50 Uhr, ging in der Logenstraße nichts mehr. Ein Auto hatte wegen der Schneeberge zu weit vom Straßenrand geparkt. Die Straßenbahn kam nicht vorbei. Schon am frühen Nachmittag schlängelte sich nur mit Mühe der Linienbus der Stadtverkehrsgesellschaft (SVF) durch die Sophienstraße. Auch dort: Zu viel aufgehäufter Schnee am Straßenrand und schlecht geparkte Autos. Die Einbahnstraße zwischen Wieckestraße und Halbe Stadt war enger denn je. Doch Fred Bernau, Verkehrsleiter beim Stadtverkehr, kennt auch andere Sorgenkinder. Kritisch für Straßenbahnen wird es vor allem in der Linden- und Logenstraße. Und in der Lennéstraße müssen die Busfahrer ihr ganzes Können aufbieten, um ohne Schrammen durch die engen Kurven zu kommen.

“Doch Schrammen hatten wir schon. Am Zehmeplatz. Kaum hatte die MOZ über die Sorgen am Dialysezentrum geschrieben, schon kam einer unserer Busse dort ins Rutschen und streifte einen parkenden Wagen”, so Fred Bernau.

In Partnerschaft mit dem städtischen Tiefbauamt sollen nun Voraussetzungen für eine freie Fahrt von Bus und Tram geschaffen werden. Die Rathaus-Pressestelle kündigte Anfang der Woche eine Schneeräum-Aktion in den betroffenen Straßen an, ohne Termine zu nennen. Auf MOZ-Anfrage informierte Frankfurts Winterdienst-Chef Henrik Waskow gestern, dass in den genannten Straßen, aber auch in der Franz-Mehring-Straße, Halteverbotsschilder aufgestellt wurden.

In der Logenstraße habe man bereits Dienstag begonnen, den Schnee von den Straßen zu holen. In der Lindenstraße beginne man morgen - vom Hotel bis zur Hälfte des Straßenzuges. “Wir bitten alle Autobesitzer, die Halteverbots-Bereiche zu beachten. Nur so können unsere Spezialfahrzeuge sämtliche Schneeberge vom Straßenrand bergen.” Indes beklagten erst gestern Anwohner der Lindenstraße , dass dort seit dem 21. Januar ein Parkverbotsschild steht. Wegen Schneereinigung. “Wir haben dafür Verständnis - wenn die Aktion zeitlich begrenzt wäre. Ist sie aber nicht. Warum stellt man nicht für 24 Stunden Halteverbotsschilder auf, reinigt die Straße komplett - und gibt sie dann wieder frei?”, fragte Birgit Müller im Namen mehrerer Anwohner. Die Stadt reagiert jetzt.

Quelle: Märkische Oderzeitung

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Märkische Oderzeitung: Stadtfest-Botschafter auf Rädern
 

Frankfurt und Slubice laden vom 2. bis 4. Juli zum gemeinsamen Hansestadtfest ein. Eröffnung auf der Stadtbrücke mit Fischrötchen, Konzert des Staatsorchesters am Sonntag und anschließend ein Abschlusskonzert - die Besucher dürfen sich auf vieles freuen, das schon im vergangenen Jahr für gute Stimmung sorgte. Ins Detail möchte Projektleiter Robert Reuter gut fünf Monate vor dem Fest noch nicht gehen. Nur soviel: Die Festgäste können sich auf viele Überraschungen freuen.

Bis zum Fest soll indes schon ordentlich die Werbetrommel gerührt werden - mit Botschaftern auf Rädern. So fährt eine Frankfurter Straßenbahn mit Reklame für Bunten Hering und Swawolny Kogucik (Ausgelassenes Hähnchen) durch die Stadt. Inzwischen - nicht zuletzt durch einen Hinweis in der Märkischen Oderzeitung, wie Robert Reuter sagt - auch mit dem richtigen Datum. Die Straßenbahn war bis vor kurzem noch mit Reklame für das Stadtfest 2009 unterwegs gewesen.

Ein zweiter Werbeträger ist bislang nur im Miniaturformat erhältlich: Das Modell des Erdgasbusses MAN NL 243-CNG im Maßstab 1:87 den die Stadtverkehrsgesellschaft beim Modellherstellers Wiking anfertigen lassen hat. Nach SVF-Angaben handelt es sich um eine streng limitierte Auflage, die nur in Frankfurt erworben werden kann.

Das Modell ist nach dem Original des NL 243-CNG entstanden, der seit 2002 in Frankfurt fährt. Der Modellbus ist mit der Werbung für das Hansestadtfest bedruckt.

Vom Kaufpreis von 32 Euro werden für den “Bunten Hering 2010″ jeweils 2,50 Euro gespendet, wie SVF-Geschäftsführer Michael Ebermann sagt. Die Busminiatur, es handelt sich um die zweite Auflage Frankfurter Erdgasbusse im Kleinformat, ist in den Kundenzentren der Stadtverkehrsgesellschaft und der Stadtwerke erhältlich. Michael Ebermann kündigt zugleich an, dass in nächster Zeit ein großer Bus mit dieser Werbung versehen werden soll - so dass wohl erstmals in der Geschichte der SVF Bus und Bahn für ein und dasselbe Reklame fahren. Unterdessen wird auch das Modell weiter Werbung machen - mit einem Beitrag in einem Magazin, in dem sich Sammler über Neuigkeiten auf dem Modell-Markt informieren können.

Quelle: Märkische Oderzeitung

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Weniger Fahrten Bus 986
 

Am 7. Dezember 2009, also schon eine Woche vor dem Fahrplanwechsel, hatte die SVF eine alte Buslinie wieder belebt. Der Bus 986 fuhr nun aber nicht mehr zum Helene-See sondern ohne Zwischenstop vom Bahnhof zur Haltestelle Perleberger Straße am Spitzkrug. Dort befindet sich ein Call-Center der Deutschen Telekom. Das Unternehmen hatte in den letzten Monaten Call-Center zusammengelegt, einige Standorte geschlossen. Der Frankfurter Standort am Spitzkrug wurde aufgewertet, vor allem vorher in Berlin beschäftigte Mitarbeiter kamen in Frankfurt neu hinzu. Ein Großteil derer jedoch wohnt weiterhin in Berlin, fährt täglich mit dem Zug nach Frankfurt zur Arbeit und möchte dann vom Bahnhof zügig zur Arbeitsstelle. Für diesen Zweck hat die SVF die Buslinie 986 eingerichtet. Daher halten die Busse dieser Linie auch an keiner Zwischenstation sondern pendeln nur zwischen den beiden genannten Haltestellen. Offenbar war das Angebot aber ein wenig überdimensioniert denn seit dem 18. Januar 2010 entfällt fast die Hälfte aller Fahrten auf dieser Linie. Von 14 auf 9 Abfahrten am Bahnhof reduzierte die SVF, in der Gegenrichtung werden statt bisher 14 nur noch 6 Fahrten angeboten.

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Märkische Oderzeitung: Knapp elf Millionen Fahrgäste
 

Rund 10,8 Millionen Menschen sind im vergangenen Jahr in Frankfurt mit Stadtbus oder Straßenbahn gefahren. Die Fahrgastzahlen seien damit seit zehn Jahren trotz des Bevölkerungsrückgangs stabil, sagte Michael Ebermann, Geschäftsführer der Stadtverkehrsgesellschaft SVF. In diesem Jahr beteiligt sich die SVF nach seinen Worten an einem Projekt zur Entwicklung elektronischer Fahrscheine. Für eine grenzüberschreitende Nahverkehrsverbindung bedürfe es einer politischen Entscheidung.

Der Geschäftsführer der Stadtverkehrsgesellschaft sieht den öffentlichen Nahverkehr in Frankfurt auf einem guten Wege. Trotz zurückgehender Einwohnerzahlen sei die Zahl der Fahrgäste in den vergangenen zehn Jahren stabil geblieben, sagte Michael Ebermann gestern. Zudem schneide die SVF in Sachen Kundenzufriedenheit überdurchschnittlich gut ab: Bei einer Befragung innerhalb des Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburg lag die Zahl der Kunden, die mit der Pünktlichkeit des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) zufrieden beziehungsweise sehr zufrieden waren, bei 81 Prozent - in Frankfurt betrug dieser Wert 97 Prozent. Auch beim Sicherheitsempfinden, dem Umgang mit Beschwerden oder dem Fahrplanangebot bewerteten überdurchschnittlich viele Befragte das Angebot als gut.

Damit sehe sich die Gesellschaft in ihrer Strategie bestätigt, am Markt als umweltorientierter Dienstleister aufzutreten. Es gehe darum, möglichst viele Frankfurter davon zu überzeugen, anstelle des Autos Bahn oder Bus zu nutzen. Solle dieses Zahl erreicht werden, bestünden bei der SVF keine gravierenden Einsparmöglichkeiten mehr, ohne dass das Angebot in Mitleidenschaft gezogen würde. Wirtschaftliches und sparsames Arbeiten sei ohnehin oberste Maxime des Unternehmens. Der Geschäftsführer verwies darauf, dass die SVF zum Jahreswechsel 2008/09 erstmals den im zuschussbedürftigen ÖPNV als hoch geltenden Kostendeckungsgrad von über 60 Prozent erreichte. Die mit städtischen Haushaltssicherungskonzept vorgesehene Zuschusskürzung von 500 000 Euro halte er jedoch für nicht realisierbar - Einsparungen von 70 000 Euro seien nach derzeitigen Berechnungen möglich. Bei einer deutlichen Reduzierung des Angebotes stehe zu befürchten, dass die Fahrgastzahlen sinken, damit die Erlöse aus dem Fahrscheinverkauf und - weil an die Kundenzahlen gekoppelt - in der Folge die Landeszuschüsse für Frankfurts Nahverkehr zurückgefahren werden.

Für das neue Jahr kündigte Michael Ebermann weitere Investitionen in das Frankfurter ÖPNV-Netz an. 2009 sind nach seinen Worten rund 900 000 Euro in den ersten Bauabschnitt der Zentrumswendeschleife an der Bachgasse, die Gleiserneuerung in der Heilbronner/Ecke Ernst-Thälmann-Straße, den Ausbau der Haltestelle Marken-Siedlung sowie die Erneuerung des Straßenbahn-Fahrdrahts zwischen Bertha-von Suttner-Straße und Fuchsweg geflossen. 2010 sollen die Fahrleitung bis Conergy ausgetauscht und die Sanierung der Zentrumswendeschleife abgeschlossen an, wie der Geschäftsführer weiter berichtete. Geplant sei außerdem, weitere elf Frankfurter Haltestellen mit Fahrgastinformationssäulen wie auf dem Bahnhofsvorplatz auszustatten. Vorgesehen sei dies etwa am SMC, dem Klinikum und am Oderturm. Zudem werde sich die SVF an einem Pilotprojekt zur Entwicklung elektronischer Fahrscheine, dem sogenannten e-Ticket beteiligen, dessen Ziel bundesweit einheitliche Ticketsysteme sind.

Zur von der SVF gewünschten Netzerweiterung soll nach Worten von Michael Ebermann in den nächsten Wochen der Auftrag für eine Machbarkeitsstudie erteilt werden. Mit Ergebnissen sei zur Jahresmitte zu rechnen. Wenn dann belastbare Zahlen zu Machbarkeit und Wirtschaftlichkeit vorlägen, könne eine politische Entscheidung über die Umsetzung des Projekts gefällt werden, skizzierte der Geschäftsführer den weiteren Fahrplan.

Quelle: Märkische Oderzeitung

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Märkische Oderzeitung: SVF fährt wieder mit Diesel
 

Die Stadtverkehrsgesellschaft (SVF) setzt nicht länger nur auf Erdgas als Kraftstoff für ihre Busse. Das Unternehmen hat zwei sogenannte Midibusse gekauft, die von Dieselmotoren angetrieben werden. Die Fahrzeuge sind etwas kleiner als die bekannten SVF-Erdgasbusse und werden von der Firma Homann, die als Subunternehmer für die SVF im Linienverkehr tätig ist, genutzt.

Sie sind genauso lindgrün wie die gewohnten Busse im Stadtverkehr, ein klein wenig kürzer als diese, sind dank der Niederflurtechnik genauso bequem zu besteigen und würden eigentlich kaum auffallen - wenn ihnen nicht ein entscheidendes Detail fehlen würde: der lange Erdgas­tank auf dem Dach, der normalerweise hinter dem Kühlaggregat der Klimaanlage sitzt. Seit Mitte Dezember 2009 rollen zwei neue Li­nienbusse der Stadtverkehrsgesellschaft durch Frankfurt. Sie tragen die Wagennummern 441 und 442, fahren vor allem auf den Linien 984 und 987 sowie auf den Nachtlinien und haben statt des Erdgasmotors einen Dieselmotor. Damit kann die SVF nicht länger darauf verweisen, ihre komplette Busflotte auf Erdgasantrieb umgerüstet zu haben.

Allerdings waren ohnehin niemals nur Erdgasbusse in Frankfurt unterwegs - trotz der Anschaffung der 22 neuen Fahrzeuge ab September 2002. Denn die Firma Busreisen Homann, die als Subunternehmer für die SVF arbeitet, ist auch nach der Umrüstung weiter mit kleinen Dieselbussen gefahren. Der firmeneigene Stadtbus von Homann wurde inzwischen genauso wie ein alter SVF-Kleinbus verkauft.

“Unser Ziel war schon immer, unseren Fahrgästen in allen Bussen den gleichen Standard zu bieten”, sagt Hartmut Huwe, Geschäftsbereichsleiter Technik bei der SVF. Daher habe man sich dafür entschieden, als Ersatz selbst zwei neue Busse zu kaufen und diese dauerhaft an die Firma Homann zu vermieten. Für den Einsatz auf den genannten Linien sollten es kleinere Fahrzeuge als die seit 2002 bei der SVF fahrenden bekannten Solobusse sein.

Diese kürzeren Midibusse gebe es aber mit Erdgasmotor “zu keinem wirtschaftlich vertretbaren Preis”, erklärt Hartmut Huwe. Sie wären nur in einer Sonderanfertigung zu bekommen gewesen. Deshalb habe sich die SVF dafür entschieden, Dieselbusse zu kaufen. “Diese sind aber genauso umweltfreundlich”, betont er.

In der Tat erfüllen die Sechs-Zylinder-Diesel-Motoren laut Hersteller den höchsten europäischen EEV-Abgasstandard für besonders umweltfreundliche Fahrzeuge und unterschreiten dank einem elektronisch geregelten Partikelfilter sogar die Schadstoffwerte der Euro-5-Norm, die seit September 2009 für neue Lkw und Busse Pflicht ist. Ein Erdgasmotor stößt jedoch deutlich weniger Kohlendioxid aus als der sauberste Dieselmotor.

Hergestellt wurden die Midi­busse vom Typ A 66 von der Göppel Bus GmbH im sächsischen Ehrenhain, die Fahrgestelle stammen von MAN. Mit einer Länge von 9,78 Metern sind sie deutlich kürzer als die bekannten Solobusse der SVF (11,95 Meter). Ihre Breite beträgt 2,38 Meter statt 2,50 Meter. 26 Sitzplätze und zwei Klappsitze stehen den Fahrgästen zur Verfügung (Solobus: 36 Sitzplätze). Zur Ausstattung gehört wie in den anderen Bussen eine Klapprampe für Kinderwagen und Rollstühle.

Wegen ihrer geringeren Ausmaße sind die Midibusse auch wendiger als die anderen SVF-Busse und wären für eine mögliche Linienführung durch Slubice besser geeignet als diese. Das habe beim Kaufentscheid aber keine Rolle gespielt, versichert Fred Bernau, Geschäftsbereichsleiter Verkehr bei der SVF. “Für solche zusätzlichen Fahrten haben wir keine Fahrzeuge. Unsere 22 Erdgasbusse sind in Frankfurt voll eingebunden. 20 sind ständig im Einsatz, einer in Bereitschaft, und Busse müssen ja auch zur Wartung.” Außerdem fahre die SVF seit kurzem den Pendelverkehr für die Telekom vom Bahnhof zum Spitzkrug. “Die neuen Midibusse werden für jene Linien, die von der Firma Homann gefahren werden, gebraucht.”

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Märkische Oderzeitung: Straßenbahn rollt wieder
 

Die Straßenbahnen der Linien 2 und 3 fahren wieder planmäßig zur Haltestelle am Gräfin-Dönhoff-Gebäude, ansonsten aber bleibt noch einiges zu tun an der Baustelle in der Bachgasse. Dort ist den vergangenen Monaten ein unterirdisches Regenrückhaltebecken gebaut worden, von dem oberflächlich schon nichts mehr zu sehen ist. Auch rund 80 Meter Straßenbahngleise zwischen Gartenstraße und Europaplatz sind erneuert worden. “Nun müssen noch Restarbeiten erledigt werden”, sagte Anja Städter, Abteilungsleiterin Straßenbau und -unterhaltung im Tiefbauamt, gestern. Dazu zählten die Oberflächenbefestigung und weitere Arbeiten an Fahrbahn und Gehwegen. Stadt und Baufirmen hoffen den Angaben zufolge auf milderes Wetter im Januar, so dass zügig weitergebaut werden kann.

Abgeschlossen ist die Baumaßnahme mit Investitionskosten von rund 800 000 Euro aber auch dann noch nicht. Wie es heißt, soll danach der noch nicht erneuerte Teil der Bachgasse am alten Landgerichtsgebäude erneuert werden. “Da sind wir vom Fortgang der dortigen Bauarbeiten abhängig”, sagte die Abteilungsleiterin. Beim Landesbetrieb für Liegenschaften und Bauen geht man davon aus, dass das für Staatsanwaltschaft, soziale Dienste der Justiz und Verwaltungsgericht umgebaute Haus im Mai 2010 bezugsfertig sein wird.

Dabei sorgen schon vor dem alten Straßenbahndepot unterirdisch übereinander gestapelte Kunststoffelemente für eine Entlastung der Kanalisation. Das für Frankfurt in dieser Form neuartige Regenrückhaltebecken soll Niederschlagswasser bei Bedarf stauen, um damit vor allem den durch die Logenstraße zur Alten Oder verlaufenden Regenwasserkanal zu entlasten, wie Anja Städter sagt. Die Stadt will sich damit auf die Gefahr zunehmenden Starkregens einstellen und zugleich auf die mit den Bauarbeiten in Fischerstraße und Kellenspring stärkere Flächenversiegelung im südlichen Stadtzentrum reagieren. Das rund vier Meter tiefe, 33 Meter lange und 20 Meter breite Becken ist bereits abgenommen worden - mit Hilfe von Kameras, die künftig zur technischen Überwachung der Anlage eingesetzt werden sollen.

Unterdessen ist man bei der Stadtverkehrsgesellschaft froh, dass die Straßenbahn wieder rollt. Vor allem für die Studenten sei es eine Entlastung, dass die Linie 2 zwischen Messegelände und Europa-Universität nun planmäßig fahre, sagte Verkehrsleiter Fred Bernau gestern. Die andere am Europlatz endende Linie sei von Markendorf aus so getaktet, dass aus Neuberesinchen kommende Studenten am Dresdener Platz umsteigen und ihre Fahrt fortsetzen können.

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Märkische Oderzeitung: Fünf Bewerber für Tram-Gutachten
 

Fünf Firmen haben sich um die Erstellung eines Gutachtens zum grenzüberschreitenden öffentlichen Personennahverkehrs beworben. Es gehe um die Entwicklung einer Strategie für beide Städte, sagte Wirtschaftsamtsleiter Andreas Rein. Dabei sei längst noch nicht klar, ob tatsächlich einmal eine Straßenbahn über die Oder fahren werde. “Unstrittig ist aber, dass eine deutsch-polnische Doppelstadt auf lange Sicht einen gemeinsamen öffentlichen Personennahverkehr braucht.” Deshalb habe sich die Frankfurter mit der Slubicer Verwaltung geeinigt, dass Frankfurt die Studie in Auftrag gibt.

Gesucht werden dafür Firmen mit Kenntnis der Gegebenheiten in beiden Ländern, wie Rein sagte. Zu klären sei eine Reihe rechtlicher, technischer und wirtschaftlicher Fragen. So sei etwa offen, ob potenzielle Fahrgäste aus Slubice 1,20 Euro für einen Fahrschein aufbringen können und wollen. Zu fragen sei auch, wie im Falle eines Straßenbahnlinienbaus die Stromversorgung gesichert werden könne. Bislang gibt es nach Worten des Wirtschaftsamtsleiters keine funktionierende Stromverbindung zwischen beiden Städten. “Die Studie soll diese Fragen benennen und Konzepte vorschlagen”, sagte Rein. Es gehe unter anderem um ein technisches Konzept, ein Verkehrskonzept, eine Prüfung der wirtschaftlichen Machbarkeit und ein Finanzierungskonzept. Erstellt werden soll die Studie voraussichtlich zwischen Februar und Juli 2010 in deutscher und polnischer Sprache.

Zur weiteren Förderung des Vorhabens arbeitet inzwischen auch eine mit deutschen und polnischen Experten besetzte Arbeitsgruppe Recht, wie Rein sagte. Eingebunden sind neben externen Fachleuten die Stadtverkehrsgesellschaft und die Rechtsämter beider Städte.

Die Bürgerinitiative Pro Tram trifft sich heute um 19 Uhr im Collegium Polonicum.

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Märkische Oderzeitung: Zehnjähriger schwer verletzt
 

In der Frankfurter Stadtverkehrsgesellschaft (SVF) ist Fred Bernau Leiter für Verkehr. Mit ihm sprach Jörg Kotterba.

Wie sind die Regularien in einem Linienbus - öffnet der Fahrer grundsätzlich alle Türen?

Jeder unserer Busse besitzt an jeder Ein- und Ausgangstür Wahltasten. Dort, wo sie gedrückt werden, öffnet sich die Tür. Der Busfahrer hat also keinen Einfluss darauf, ob der Aussteigende erst auf der Haltestellen-Insel oder am Bürgersteig wartet, bis der Bus weitergefahren ist - oder ob er, wie am Topfmarkt geschehen, sofort die Straße überquert.

Wie muss sich aus Sicht des Bus- oder Straßenbahnfahrers ein Autofahrer verhalten? Darf er Bus oder Tram an der Haltestelle links überholen?

Wenn die Gleise der Straßenbahn direkt neben dem Bürgersteig verlaufen - zum Beispiel an der Haltestelle Kleistpark in der Fürstenwalder Straße - darf ich links überholen. Natürlich unter Berücksichtigung des entgegenkommenden Verkehrs. Auch haltende Busse dürfen in angemessener Geschwindigkeit links überholt werden.

Wie geht es dem Fahrer, der beim Unfall am Steuer saß?

Ihn trifft keine Schuld. Aber er ist natürlich angeschlagen.

Ein zehnjähriger Junge wurde Donnerstagmorgen an der Bus-Haltestelle Topfmarkt schwer am Kopf verletzt. Das Kind lief nach dem Ausstieg über die Karl-Marx-Straße, ohne auf den Fahrzeugverkehr zu achten. Dabei wurde er von einem Kleintransporter erfasst.

Schon gegen acht Uhr war am Donnerstag auf der Karl-Marx-Straße, Höhe Topfmarkt, Normalität eingezogen. Nur ein Mitarbeiter der Stadtverkehrsgesellschaft, in seiner grellfarbenen Schutzweste unübersehbar, befand sich noch am Unfallort. Er versuchte en Detail, den furchtbaren Unfall zu rekonstruieren.

Eine Stunde zuvor hatte sich an gleicher Stelle Tragisches ereignet. Der Linienbus 981 - ein Pendler zwischen Spitzkrug-Multi-Center, Zentrum, Kopernikusstraße und zurück - fuhr stadteinwärts und hielt kurz nach sieben Uhr in Höhe des Karl-Marx-Denkmals. Dort stieg neben anderen Businsassen ein zehnjähriger Schüler aus. Der Junge lief - ohne auf den Verkehr zu achten - vorn vor dem Bus herum, um die andere Straßenseite zu erreichen. “Das Kind wurde dabei von einem Kleintransporter erfasst. Trotz einer Vollbremsung des 30-jährigen Fahrers erlitt es schwere Kopfverletzungen”, informierte Polizeisprecher Detlef Lüben. Der Junge wurde sofort mit Blaulicht und Martinshorn in das Klinikum Markendorf gebracht. Über seinen Gesundheitszustand war aus dem Klinikum gestern nichts zu erfahren.

Eine Schülerin, die Zeuge des Zusammenpralls war und mit dem Unfallopfer verwandt ist, musste ebenfalls ins Klinikum eingeliefert werden. Sie erlitt einen Schock.

Polizeisprecher Lüben appellierte gestern an alle Verkehrsteilnehmer: “An Linienbussen, Straßenbahnen und gekennzeichneten Schulbussen, die an Haltestellen halten, darf nur vorsichtig vorbeigefahren werden. Das trifft auch für den Gegenverkehr zu.” An Straßenbahnhaltestellen gäbe es besondere Vorschriften. Lüben: “Wenn Personen ein- oder aussteigen, darf rechts nur in Schrittgeschwindigkeit und nur in einem solchen Abstand vorbeigefahren werden, dass eine Gefährdung von Fahrgästen ausgeschlossen ist. Sie dürfen auch nicht behindert werden. Wenn nötig, muss der Fahrzeugführer warten.”

Nähern sich Busse im Linienverkehr und gekennzeichnete Schulbusse mit angeschalteten Warnblinkanlagen der Haltestelle, dürfen sie nicht überholt werden, so der Polizeisprecher. “Bitte immer in Schrittgeschwindigkeit fahren.” Sie gelte auch für den Gegenverkehr, wenn die Fahrbahnen nicht baulich voneinander getrennt sind.

Zur umfassenden Klärung des Unfallherganges bittet die Kriminalpolizei die Insassen des Busses, die noch nicht als Zeuge gehört wurden, sowie andere Zeugen, sich bei der Polizei in der Wache Halbe Stadt oder per Telefon unter 0335 5543-0 zu melden.

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Fahrplanwechsel am 13. Dezember 2009
 

Am zweiten Sonntag im Dezember wird bei den Verkehrsbetrieben im Land Brandenburg der Fahrplanwechsel vollzogen und erlangen die neuen Jahresfahrpläne Gültigkeit. Im Frankfurter Nahverkehr bleiben alle Linien erhalten. Wieder eingerichtet wird zusätzlich die Buslinie 986, welche montags bis freitags (außer an Feiertagen) eine Schnellverbindung ohne Zwischenhalte zwischen den beiden Haltestellen Bahnhof und Perleberger Str. am Spitzkrug herstellt. Dies geschieht offenbar mit den ausgeweiteten Aktivitäten der Deutschen Telekom an ihrem Standort im Norden der Stadt. Erst im November 2009 hatte das Unternehmen bekräftigt, sein Call-Center in Frankfurt zuungunsten des Standortes Berlin auszubauen. Es wird damit gerechnet, dass viele der nach Frankfurt versetzten Mitarbeiter weiterhin in Berlin wohnen und mit den Öffentlichen Verkehrsmitteln zum Firmenstandort in Frankfurt (Oder) anreisen.

Bei den Straßenbahnlinien beschränken sich die Änderungen auf kleine Korrekturen im Minutenbereich, Takt- und Betriebszeiten bleiben unverändert. Auch bei den bestehenden Buslinien gibt es nahezu keine Änderungen. Die Buslinie 981 fährt im Nachmittagsberufsverkehr etwas häufiger bereits ab Landesbehördenzentrum statt erst an der Kopernikusstr. zu beginnen. Betriebszeiten und Taktabstände werden auch hier nicht verändert. Bei der Nachtbuslinie N1 entfallen Sonnabend und Sonntag laut Fahrplanvorschau die Fahrten um 2:46 Uhr vom Bahnhof in Richtung Prager Straße, Westkreuz sowie in Richtung Baumschulenweg, Neuberesinchen.

Noch nicht vollzogen wird der Strategiewechsel bei den Regionalbuslinien. Hier wurde immer wieder angekündigt, diese bereits an der Stadtgrenze enden zu lassen und die Fahrgäste aus dem Umland dort zum Umstieg auf die städtischen Verkehrsmittel zu zwingen. Doch nach wie vor werden die Frankfurt berührenden Umlandbusse bis zum Frankfurter Bahnhof geführt.

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Märkische Oderzeitung: Słubice lehnt Bus ab
 

Die Slubicer Stadtverwaltung lehnt zum gegenwärtigen Zeitpunkt die Einrichtung einer grenzüberschreitenden Buslinie ab. Über ein entsprechendes Schreiben informierte Oberbürgermeister Martin Patzelt die Stadtverordneten.

Die polnischen Nachbarn begründen ihre Vorbehalte mit sachlichen Erwägungen, heißt es. Das vorhandene Straßennetz - beispielsweise der Radius bei Straßen - würde nicht die Voraussetzungen für die Befahrbarkeit durch Busse bieten. Es müssten auch neue Haltestellen eingerichtet werden. Um die Infrastruktur für den Busverkehr in Slubice einzurichten, bedarf es laut Angaben der Slubicer Stadtverwaltung einer Investition in Höhe von ein bis zwei Millionen Zloty.

Angesichts der hohen Investitionssumme, die auch nur durch Fördermittel realisierbar sei, halten die polnischen Nachbarn eine Übergangslösung für zweifelhaft. Zumal es auch eine längere Zeit bräuchte, um die Fördermittel zu beantragen. Die Slubicer Seite betont zugleich, dass sie weiter klar eine Tram-Linie favorisiert.

Der FDP-Stadtverordnete Roland Thom hatte in einer Anfrage Zweifel geäußert, ob Frankfurt sich genügend für eine Buslinie eingesetzt hat. Patzelt betonte: “Die Frankfurter Stadtverwaltung hat eine Buslinie nicht verhindert.” Er versicherte, dass beide Seiten die Erarbeitung Seines Tram-Konzeptes transparent machen werden.

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Zweites Treffen der Bürgerinitiative ProTram
 

Zweites Treffen der Bürgerinitiative ProTram

Auf Einladung des AStA trifft sich die Initiatve „ProTram“ zum zweiten Mal am 2. November um 19 Uhr im Raum 3 des Auditorium Maximum. Nachdem beim letzten Mal die grundlegenden Argumente und Probleme diskutiert wurden, werden dann erste Ergebnisse präsentiert, z.B. zum Stand der Hompage oder T-Shirt-Produktion und Logo, sowie ein Zeitplan vereinbart. Kreative, engagierte oder auch einfach nur interessierte sind herzlich eingeladen. Für die Internetnutzer: Sie finden uns auf facebook, studi.vz oder auf unsere Internetseite Oderlinie, schreiben Sie sich auf die Unterstützerliste!

Drugie spotkanie Inicjatywy Obywatelskiej ProTram

Na zaproszenie samorzadu studenckiego AStA Uniwersytetu Viadrina drugie spotkanie w sprawie uruchomienia polaczenia tramwajowego miedzy Slubicami i Frankfurtem nad Odra odbedzie sie 2 listopada o godz. 19.00 w Sali nr 3 w budynku auditorium maximum. Po pierwszym spotkaniu, podczas którego odbyla sie dyskusja nad podstawowymi argumentami i problemami, zaprezentowane zostana pierwsze rezultaty, m.in. stan prac nad strona internetowa, produkcja koszulek i projekt logotypu. Ustalone zostana ponadto ramy czasowe. Wszyscy kreatywni, zaangazowani ale takze po prostu zainteresowani sa serdecznie zaproszeni. Dla uzytkowników Internetu: znajdziecie nas na facebooku, studi.vz i na naszej stronie internetowej: Oderlinie. Zapiszcie sie na liste osób wspierajacych projekt!

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Bürgerinitiative ProTram gegründet
 

Im jahrelangen Gezänk um eine Nahverkehrsverbindung zwischen Frankfurt (Oder) und Słubice vertrauen Frankfurter und Słubicer Bürger, Studenten und Mitarbeiter der Universität Viadrina nicht mehr allein auf das Engagement der beiden Stadtverwaltungen. Sie haben daher die Bürgerinitiative ProTram ins Leben gerufen und machen somit schon in ihrem Namen deutlich, welches Verkehrsmittel sie für das geeigneteste halten. Tram | Frankfurt (Oder) unterstützt das Vorhaben und wird über die weitere Entwicklung auf der Seite Bürgerinitiative ProTram berichten. Unter dem Link Oderlinie informiert die Bürgerinitiative im Internet. In der nachfolgenden Pressemeldung erläutert die Bürgerinitiative ihre Ziele.

Erste Frankfurt-Slubicer Bürgerinitiative „ProTram“ hat sich konstituiert -
Unterstützer einer oderüberschreitenden Straßenbahn vernetzen sich

Am Donnerstag, den 16. Oktober haben Bürger aus Slubice und Frankfurt die erste gemeinsame Bürgerinitiative gestartet. 35 Frankfurter und Slubicer haben sich im Collegium Polonicum in Slubice getroffen, um sich gemeinsam für eine Straßenbahn über die Oder, die beide Städte verbindet, zu engagieren. Die Teilnehmer kommen aus verschiedenen Gruppen, Initiativen und Parteien. Sie eint, dass sie sich gemeinsam für eine weitere und tiefere Kooperation ihrer beiden Städte einsetzen wollen.

Der grenzüberschreitende öffentliche Personennahverkehr ist dafür ein sehr wichtiges Instrument. Eine Straßenbahn über die Oder ist dafür nicht nur ein wichtiges Zeichen, sondern auch grundlegend für die Entwicklung beider Städte. Diese Frage wollen die Teilnehmer der Bürgerinitiative nicht nur den Experten und Verwaltungsfachleuten überlassen. Damit dieses Projekt gelingen kann, müssen sich auch die Einwohner beider Städte einmischen und es mitgestalten.

Dieses erste Treffen diente auch dem Meinungs- und Informationsaustausch. Wer bezahlt den Bau und den Betrieb? Welche Kosten kommen auf die Städte zu und welche Gewinne können realisiert werden? Welche Fördermöglichkeiten gibt es? Wieso ist es weniger sinnvoll einen Bus einzusetzen? All diese und zahlreiche andere Fragen wurden intensiv diskutiert.

Die Teilnehmer einigten sich darauf, auf einer eigenen Internetseite die wichtigsten Fragen und Antworten zu sammeln und zur Diskussion zu stellen sowie dort die schon vorhandenen Studien zugänglich zu machen. Auf dieser Seite sollen sich Unterstützer direkt eintragen können.

Mit verschiedenen Aktionen sollen auch ungewöhnliche Wege beschritten werden, um über das Projekt zu informieren. Außerdem sollen in allen Stadtteilen Diskussionsforen organisiert werden, um mit den Frankfurtern und Slubicern auch direkt vor Ort ins Gespräch zu kommen und die Diskussionsmöglichkeiten zu schaffen, die es bisher noch nicht gibt.

Ukonstytuowała się pierwsza Inicjatywa Obywatelska ProTram –
zwolennicy transgranicznego tramwaju jednoczcie się

W czwartek 16 października za sprawą mieszkańców Frankfurtu i Słubic ukonstytuowała się wspólna Inicjatywa Obywatelska. 35 osób z obu miast zebrało się w auli Collegium Polonicum w Słubicach by zaangażować się w powstanie linii tramwajowej, która miałaby łączyć oba miasta. Obecni tam obywatele należą do rożnych grup, inicjatyw i partii. Deklarują dalszą, głębszą współpracę na tym polu.

Wielką szansą dla niej jest powstanie transgranicznego publicznego środka transportu. Tramwaj byłby nie tylko jego symbolem, ale także niezastąpionym elementem, ktory pozwoli na rozwój obu miast. Decyzję o kierunku rozwoju mieszkańcy Frankfurtu i Słubic nie chcą pozostawić tylko członkom administracji lokalnej i ekspertom. Dla powodzenia tego projektu konieczny jest współudział i zaangażowanie obywateli.

Pierwsze spotkanie miało na celu wymianę informacji i poglądów. Kto zapłaci za budowę i użytkowanie linii? Jakie koszty poniosą miasta, z jakim zyskiem mogą się liczyć? Jakie są możliwości dofinansowania? Wszystkie zagadnienia były rozstrzygane w gorącej dyskusji.

Uczestnicy zdecydowali się założyć jedną stronę internetową, na której zebrane będą wszystkie pytania i odpowiedzi, opublikowane zostaną dostępne ekspertyzy i fakty, a pewne zagadnienia pozostawione będą do otwartej dyskusji. Istnieje również możliwość dołaczenia do grona zwolenników przez bezpośrednie zameldowanie się na naszej stronie.

Projektowi towarzyszyć będą nietypowe inicjatywy i akcje społeczne by zozpowszechnić wiedzę o nim. W różnych miejscach na terenie obu miast powstać maja fora dyskusyjne, by umożliwić mieszkańcom osobisty udział w dyskusji, co do tej pory nie było możliwe.

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Märkische Oderzeitung: “Pro Tram” setzt auf Aufklärung
 

Es ist schon immer nicht ganz einfach, eine Bürgerinitiative zu gründen - noch ein wenig komplizierter wird es dann, wenn eine internationale Bürgerinitiative ins Leben gerufen wird. Von großen Problemen blieb am Donnerstagabend die Gründungssitzung der ersten deutsch-polnischen Bürgerinitiative “Pro Tram” allerdings verschont. Die Initiatoren hatten bei dem Treffen in der kleinen Aula des Collegium Polonicum mit einem Simultanübersetzer dafür gesorgt, dass es zumindest keine sprachlichen Barrieren mehr gab.

“Es gibt eigentlich nur Vorteile durch die gemeinsame Bürgerinitiative”, erklärt Frank Hammer (Linke), einer der Initiatoren, “Fragen und Probleme können sofort aus der Welt geschafft werden, Missverständnisse gibt es kaum noch.”

An der zweistündigen Sitzung nahmen 35 Bürger teil, zehn davon kamen aus Slubice. Sören Bollmann, der bereits Erfahrungen mit grenzüberschreitender Politik bei der Zukunftskonferenz beider Städte sammelte, moderierte das Treffen und sorgte dafür, dass alle Argumente sachlich ausgetauscht wurden.

Das gemeinsame Ziel der deutsch-polnischen Bürgerinitiative ist es, den Bürgern beider Städte die Vor-, aber auch Nachteile der Tram-Strecke vor Augen zu führen. Für Jörg Gleisenstein (Grüne), Initiator der Gruppe, ist vor allem Bürgernähe wichtig: “Die Tram über die Oderbrücke soll keine Frage von Experten sein. Alle Bürger müssen sich einbringen!”

Um dieses Ziel zu erreichen, haben sich die Teilnehmer des Treffens einige Maßnahmen überlegt: Bürgerversammlungen sind im Gespräch, von Flyern war die Rede und sogar T-Shirts sollen bedruckt werden.

Bis Ende nächsten Jahres möchte die Initiative den Antrag auf Bau gestellt haben. Das nächste Treffen ist für den 2. November beim AStA geplant. dj

Weitere Informationen gibt es auf dem zweisprachigen Diskussionsforum unter www.frankfurt.slubice.pl.

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Märkische Oderzeitung: Weniger Vandalismus durch Kameras im Bus
 

Vor dem Start der Videoüberwachung in der Karl-Marx-Straße durch die Polizei haben Stadtverkehrsgesellschaft und Wohnungswirtschaft eine positive Bilanz gezogen. Man habe gute Erfahrungen mit dem Einsatz von Kameras, hieß es am Mittwoch bei beiden Unternehmen. Die technischen Vorbereitungen für die Magistrale laufen.

Seit mehr als einem Jahr setzt Frankfurts Stadtverkehrsgesellschaft (SVF) auf Kameras. Die Busse und die Mehrzahl der Straßenbahnen des Unternehmens seien inzwischen damit ausgestattet, berichtete Verkehrsleiter Fred Bernau. Die Abschreckung sei spürbar: Schäden durch Vandalismus seien mit dem Einbau der Überwachungstechnik deutlich zurückgegangen.

Zudem habe die SVF eine Vereinbarung mit der Polizei getroffen, derzufolge die Aufzeichnungen auch zur Aufklärung von Straftaten genutzt werden könnten. Bisher habe es jedoch keinen Fall gegeben, in dem das nötig geworden sei, berichtete Fred Bernau. Rückfragen gebe es jedoch. So seien gerade erst bei der Suche nach einem vermissten Frankfurter Demenzkranken auch Mitschnitte aus Buslinien durchgesehen worden, mit denen der Mann gefahren sein könnte. Ob die Polizei dadurch Erkenntnisse für die Suche nach dem Vermissten gewonnen hat, konnte der Verkehrsleiter nicht sagen.

Im Normalfall würden die Aufzeichnungen nach einer gewissen Zeit gelöscht, ohne dass sie überhaupt angesehen werden. So wird das auch bei der Wowi gehandhabt, wie Sprecherin Doris Kühl berichtete. Das Wohnungsunternehmen lässt seit Anfang 2004 den Eingangsbereich des Hochhauses in der Gubener Straße 1 per Video überwachen. Anlass waren auch hier zunehmende Vandalismusschäden. “Da ist eine Besserung eingetreten”, sagte Doris Kühl. Die Mieter hätten sich an die Kamera gewöhnt - und könnten überdies davon ausgehen, dass die Aufnahmen nicht in unbefugte Hände gelangten.

In der Karl-Marx-Straße, deren Videoüberwachung Brandenburgs scheidender Innenminister Jörg Schönbohm (CDU) jetzt angekündigt hat, sollen die Aufnahmen dagegen sehr wohl gesichtet werden. Ansonsten sei die elektronische Überwachung dort auch sinnlos, sagte Peter Salender, Sprecher des Frankfurter Polizeipräsidiums. Der Kameraeinsatz solle abschreckend wirken und zugleich zur Aufklärung von Straftaten beitragen.

Hintergrund des Vorstoßes ist eine Häufung von Eigentumsdelikten in der Nähe des Grenzübergangs. Nach Polizeiangaben wurden dort im Vorjahr 323 entsprechende Straftaten registriert - 4,6 Prozent aller Delikte im gesamten Stadtgebiet.

Nach Worten des Polizeisprechers soll nun zur Überwachung ein Arbeitsplatz eingerichtet werden, an dem Beamte das Geschehen in der Straße via Bildschirm verfolgen. Bei Hinweisen auf Straftaten werde die Polizei reagieren und die Aufzeichnungen auch länger aufbewahren, anderenfalls würden sie nach 24 Stunden gelöscht.

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Märkische Oderzeitung: Initiative Pro Tram gegründet
 

Eine Bürgerinitiative Pro Straßenbahn hat sich am Montagabend gegründet. 18 Interessierte fanden sich in der Gaststätte “Havanna” ein. Die Initiatoren Jörg Gleisenstein (Grüne) und Frank Hammer (Linke), die auch Stadtverordnete sind, sehen in diesem Forum eine Plattform, Positionen zum Bau einer grenzüberschreitenden Straßenbahnlinie auszutauschen. “Ausdauer und Detailtiefe in der Diskussion geht vor Pflege von Vorurteilen”, sagte Gleisenstein.

Wolfgang Melchert (CDU) warb, Mittel und Wege zu finden, um das Projekt durchzusetzen. Zugleich zeigte er Verständnis für Kämmerer Markus Derling (CDU), der kritische Fragen zur Wirtschaftlichkeit stellt. Für Melchert steht aber fest, wenn es die Netzerweiterung nach Slubice nicht gibt, dann bedeutet das auch das Sterben der Straßenbahn über kurz oder lang. Dorothea Schiefer (SPD) verwies in diesem Zusammenhang auf die schon oft leer fahrenden Straßenbahnen in die Lebuser Vorstadt. “Das hält die Stadtverkehrsgesellschaft auf Dauer nicht aus”, sagte sie. Dorothea Schiefer warb, aber nicht nur auf den eigenen Nutzen bei der Tram zu schauen. “Frankfurt und Slubice bilden einen gemeinsamen Stadtraum und haben einen gemeinsamen Nutzen von dem Projekt”, sagte sie.

Frank Hammer regte eine Unterschriftensammlung der Befürworter der Tram an. Diese könne man dann auch als ein Bürgervotum betrachten. Michael Kurzwelly begrüßte, dass an dem Treffen auch einige Skeptiker der Tram teilnahmen. Auch er habe ein Interesse an einem wirtschaftlichen Projekt. “Wenn die Stadt die Tram wirtschaftlich ins Unglück stürzen würde, würde auch er dagegen sein”, sagte er. Die bisherigen Gutachten sagten jedoch anderes.

Das nächste Treffen soll am 14. Oktober im Collegium Polonicum in Slubice stattfinden.

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Märkische Oderzeitung: “Derling redet Frankfurt klein”
 

Entsetzt reagierte die Europa-Abgeordnete Elisabeth Schroedter (Grüne) auf den Vorwurf von Kämmerer Markus Derling (CDU), das Slubicer Rathaus sehe in der grenzüberschreitenden Straßenbahn ein Prestigeobjekt und verhindere daher die Einrichtung einer Buslinie. Wer so einseitig rede, versuche Frankfurt kleinzumachen.”Frankfurt und Slubice wäre die erste Doppelstadt in der EU, die durch eine Straßenbahn verbunden sein würde. Es wäre Prestige für beide Städte. Beide würden gewinnen”, sagte Schroedter, die dem EU-Parlament seit 1994 angehört. Sie zeigte sich verwundert, dass ein CDU-Kreischef in einer so europäischen Stadt, wie Frankfurt (Oder), so wenig zukunftsoffen und so unsensibel argumentiere.

Die EU würde laut Schroedter das Projekt bis zu 85 Prozent fördern. Dies sei möglich, weil ein Land wie Polen, das neu in die EU kam, dabei ist. Sie verwies darauf, dass das Zeitfenster dafür nicht mehr groß ist. Nach 2014 werde es diese Höchstförderung auf der deutschen Seite höchstwahrscheinlich nicht mehr geben. Das französische Strasbourg und deutsche Kehl planten auch eine grenzüberschreitende Tram - obwohl es dafür schon jetzt keine Förderung gibt.

Beeindruckt habe sie, sagt die Abgeordnete, dass gerade ältere Frankfurter in einer grenzüberschreitenden Straßenbahn ein Stück Identifikation mit der Stadt sehen. In Frankfurt, das durch den Krieg stark zerstört wurde und mit dem heutigen Slubice mit einer Tram schon mal verbunden war, würde mit dem Projekt auch ein Stück Teilung durch den Krieg überwunden werden. Andere bauten mit Millionen Euro Schlösser auf, Frankfurt und Slubice sollten sich die viel billigere Straßenbahn nicht selbst ausreden. “So ein Projekt zieht Gäste und mediales Interesse an. Eine bessere Werbung für beide Städte kann es europaweit nicht geben”, meint Schroedter.

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Märkische Oderzeitung: Derling will Bürgervotum zur Tram
 

Kämmerer Markus Derling (CDU) bekräftigt erneut seine Kritik an den Plänen für eine grenzüberschreitende Straßenbahn nach Slubice. Er fordert eine zweite Bürger-Abstimmung.

In seinem der Märkischen Oderzeitung vorliegenden Diskussionspapier heißt es: “In Brandenburg haben wir eine Menge Lehrgeld bezahlen müssen, weil mit Prestigeprojekten hunderte Millionen in den märkischen Sand gesetzt wurden.” Derling hält die bisher von den Befürwortern vorgetragenen Fakten für nicht belastbar. Der CDU-Kreisvorsitzende, der für seine kritische Haltung gegenüber dem Straßenbahnprojekt bekannt ist, zweifelt auch die besseren Förderbedingungen an. Sie würden von den Befürwortern zitiert, aber nicht konkretisiert, behauptet er.

Der Kämmerer plädiert im grenzüberschreitenden Nahverkehr für eine schnelle, konkret erlebbare praktische Lösung. Die sieht er in der Einrichtung einer Buslinie. “Dabei zu gewinnende praktische Erkenntnisse sind noch viel besser als jedes theoretische Gutachten”, meint Derling. Laut Derling könnte längst ein Bus nach Slubice fahren: “Leider scheitert das Ganze im Moment an der Ablehnung aus dem Slubicer Rathaus.” Die notwendige Genehmigung aus Warschau und auch die Errichtung von Haltepunkten seien machbar, wenn man wollte. “Offensichtlich gehe es also weniger um die Befriedigung einer Nachfrage als ums Prestige”, wirft Derling der polnischen Seite vor.

Dann listet der Kämmerer 15 kritische Fragen zum Straßenbahnprojekt auf. Darunter: Welchen Bedarf gibt es für den grenzüberschreitenden Verkehr? Wo sollen die für die bei nicht optimaler Auslastung teureren Straßenbahn über die Oder zusätzlichen zahlenden Nutzer herkommen? Er verweist dabei auf die Einwohnerprognose für Frankfurt von etwa 53 000. Wie viele davon werden regelmäßig ein Straßenbahnticket kaufen, da die Studenten wegen des Semestertickets als zusätzliche Zahler ausfallen? Wer baut und betreibt langfristig das Schienennetz in Slubice? Welchen Bedarf am Zuschussbedarf für die Straßenbahn oder den Bus auf polnischer Seite wird vom polnischen Steuerzahler übernommen? Macht es wirtschaftlich Sinn, die Tram in Frankfurt auf die stärker genutzten Linien nach Markendorf (Betriebe, Klinikum) und nach West (Studentenwohnheime, Unigebäude, Messe) zu konzentrieren und ansonsten flexibel sowie kostengünstig mit kleinen oder größeren Bussen zu agieren?

Markus Derling fordert ein transparentes Verfahren, bei dem das Stadtparlament und die Öffentlichkeit regelmäßig über den Stand der Dinge informiert werden und keinen Deal hinter verschlossenen Türen. Nach Vorliegen aller nachvollziehbaren und realistischen Antworten sollte es eine “erneute Entscheidung der Frankfurter pro und contra Straßenbahn über die Oder” geben. “Darunter geht es nach der ersten Befragung nicht mehr - und das ist für die Akzeptanz der Folgen einer solchen Entscheidung auch gut so”, betont der CDU-Kreisvorsitzende.

In dem Papier geht der Kämmerer nicht auf die Kosten ein, die allein auf die Kommune zukommen, wenn die Linie in die Lebuser Vorstadt wegen zu geringen Fahrgastbedarfs stillgelegt und eine neue Wendeschleife gebaut werden muss.

Quelle: Märkische Oderzeitung

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Märkische Oderzeitung: Bus-Unfall mit 30 Kita-Kindern
 

Mehr als 30 Kindergarten-Kinder und ihre Betreuerinnen kamen gestern Mittag bei einem Unfall ebenso mit dem Schrecken davon wie ein Busfahrer der Frankfurter Stadtverkehrsgesellschaft. Wie Polizeisprecher Detlef Lüben informierte, parkte gegen 10.30 Uhr auf der Karl-Marx-Straße in Nähe des Brunnenplatzes ein Auto rückwärts aus. Der 28-jährige Fahrer eines nachfolgenden Toyota, der aus Richtung Oderturm unterwegs war, wollte vorbeifahren und wechselte deshalb in die linke Spur, ohne den Nachfolgeverkehr zu beachten. Es kam zur Kollision mit dem Bus. Zum Glück wurde niemand verletzt. Der Sachschaden beträgt etwa 25 000 Euro. Nach Auskunft der Stadtverkehrsgesellschaft ist der Bus in den kommenden Tagen nicht einsatzbereit.

Quelle: Märkische Oderzeitung

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Märkische Oderzeitung: Als die Tram woanders fuhr
 

Der Fund alter Gleisanlagen in der Regierungsstraße hat zu Irritationen geführt. Leser wollten wissen: Wie fuhr Frankfurts Straßenbahn eigentlich nach dem Krieg?

Im Frühjahr 1945 hat der Krieg die Stadt längst erreicht. Am 19. April, 5.29 Uhr, wird die Oderbrücke von der Wehrmacht gesprengt. Das Aus auch für die Straßenbahn, die von der nördlichen Großen Oderstraße/Rathaus über die Oderbrücke bis zum Ostmarkstadion fuhr.

Nach Kriegsende werden bis zum 28. September 1945 alle übrigen Innenstadtstrecken der Straßenbahn schrittweise wieder in Betrieb genommen. Uwe Lademann, der sich mit der Geschichte der Tram in Frankfurt beschäftigt: “Die Linie 2 (nach einem Linientausch 1947 dann die 1) fuhr damals in einer großen Schleife vom heutigen Platz der Republik kommend durch die Regierungsstraße und Große Oderstraße zur Endhaltestelle Rathaus/Markt und von dort durch die Jüden- und Wollenweberstraße zurück. Die ehemalige Jüdenstraße ist heute durch den Experimentalbau überbaut.”

Das jetzt gefundene Gleis in der Priestergasse diente den Ausfahrten aus dem Depot Bachgasse und mündete neben der Marienkirche in die Regierungstraße ein.

Ralf Großkopp ist Verkehrsmeister bei der Stadtverkehrsgesellschaft und informierte: “Bis zur Inbetriebnahme der Gleise in der neu geschaffenen Magistrale 1957 fuhren die Bahnen noch durch die alten Frankfurter Straßenführungen, wie sie einst existierten, auch wenn teilweise rechts und links keine Bebauung mehr stand.” Er verwies auf “100 Jahre Strom und Straßenbahn für Frankfurt (Oder)”. Darin ist u.a. zu lesen, dass die erste große Nachkriegs-Veränderung am Netz der Tram mit der Streckenführung durch die neue Karl-Marx-Straße erfolgte. “Nach der Entscheidung, hier wieder ein neues Zentrum zu errichten, sah die Planung eine neue durchgehende Verkehrsstraße vom Platz der Republik vor, die in die Richtstraße nördlich der Breiten Straße (Rosa-Luxemburg-Straße) einmünden sollte.” Gegenüber der Planung 1952, welche die Große Scharrnstraße als Hauptgeschäftsstraße auswies, war in der Endplanung von 1956 die Karl-Marx-Straße als alleinige durchgehende Hauptstraße enthalten. “Fachleute des Entwurfsbüros für Straßenwesen Berlin kritisierten an dem Konzept, dass es die Große Scharrnstraße als künftige Magistrale verwarf und dafür die Karl-Marx-Straße wählte, obwohl damit einer der wichtigsten Grundsätze des Städtebaues verletzt wurde, dass nämlich eine Magistrale niemals gleichzeitig Verkehrs- oder sogar Hauptverkehrsstraße sein darf.”

1957 wurde die Karl-Marx-Straße fertig gestellt. Die Züge der Straßenbahnlinie 2 (Westkreuz - Lebuser Vorstadt) durchfuhren die neue Straße. “Sämtliche Innenstadtstrecken östlich der Karl-Marx-Straße wurden eingestellt… Als 1997 Bauarbeiter für die Neugestaltung des Brunnenplatzes die Treppen nördlich des Oderturms abrissen, staunten sie nicht schlecht, als auf einmal alte, verrostete Schienen ans Tageslicht kamen. Nicht jeder wusste, dass hier einmal die Regierungsstraße lag und dass hier noch vor 40 Jahren die Straßenbahn vorbeifuhr.”

Quelle: Märkische Oderzeitung

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MOZ: Gleise werden verlegt
 

Am nächsten Wochenende soll der neue Gleisbogen in der Ernst-Thälmann-Straße fertig sein. Bislang laufen die Bauarbeiten planmäßig.

Am Freitag haben Baggerfahrer Rainer Ewald, Gleisbauer Patrick Zielinski und Industriemeister Frank Zielinski die neuen Schienen genau in das vorbereitet Bett gehoben und ausgerichtet.Diesen Sonnabend sollen 108 Kubikmeter Beton für das Unterbett kommen. Am Montag wird das Oberbett und am Mittwoch die Schwarzdecke eingebracht. Ein Ende des Schienenersatzverkehrs ist also abzusehen.

Quelle: Märkische Oderzeitung

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MOZ: Patzelt unterstützt Buslinie
 

Oberbürgermeister Martin Patzelt (CDU) will die Bemühungen befördern, übergangsweise eine Buslinie von Frankfurt nach Slubice einzurichten. Damit könnte auch der Beweis erbracht werden, dass Fahrgäste diese Linie nutzen. In einer weiteren Phase würden die Städte Frankfurt und Slubice dann die wirtschaftlichste Verkehrslinie, die Straßenbahn, weiter planen und einführen. “Mir ist ganz wichtig, dass jeder einzelne Schritt von den Städten Frankfurt und Slubice partnerschaftlich diskutiert und entschieden wird”, betont Martin Patzelt.

Auch der Allgemeine Studentische Ausschuss der Viadrina plädiert für die Einführung einer Buslinie, um die Zeit zu überbrücken, bis das Straßenbahnnetz fertig gestellt ist. Ab Herbst 2009/2010 solle eine alternative Buslinie eingesetzt werden, um Fußwege von 30 bis 40 Minuten bei schlechtem Wetter zu vermeiden.

Quelle: Märkische Oderzeitung

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MOZ: Frankfurts Nahverkehr ist Spitze in Brandenburg
 

Der Öffentliche Personen- und Nahverkehr (ÖPNV) in Frankfurt hat im Vergleich der kreisfreien Städte in Brandenburg bei den Fahrgästen die höchste Akzeptanz. Danach hat im Geschäftsjahr 2007 jeder Einwohner in Frankfurt durchschnittlich 174 Mal Bus oder Straßenbahn benutzt. In Potsdam war dies 115 Mal, in Brandenburg/Havel 93 Mal und Cottbus 79 Mal der Fall. Das teilte Michael Ebermann, Geschäftsführer der Stadtverkehrsgesellschaft Frankfurt, mit.

Insgesamt 10,8 Millionen Fahrgäste nutzten die öffentlichen Verkehrsmittel. Damit sei seit nunmehr zehn Jahren die Zahl der Fahrgäste trotz sinkender Einwohnerzahl in Frankfurt nahezu konstant. Der Ausbau des Bahnhofs, die Grenzöffnung nach Polen, die zunehmende Attraktivität der Universität sowie die Gründung des Verkehrsverbundes Berlin/Brandenburg hätten dazu beigetragen.

Ebermann verweist zudem darauf, dass Frankfurt pro Fahrgast nur 0,51 Euro aus der Stadtkasse zu zahlt. In Potsdam seien es 0,88 Euro, in Cottbus 0,80 Euro und Brandenburg/Havel 0,68 Euro. Der Frankfurter Stadtverkehr ist laut diesem Vergleich, so Michael Ebermann, auch der wirtschaftlichste der vier kreisfreien Städte. Demnach würden 59,7 Prozent der Einnahmen die Kosten des ÖPNV decken. In Cottbus seien es nur 54,4 Prozent, Brandenburg/Havel 58,5 Prozent und Potsdam 58,0 Prozent. “Die hohe Akzeptanz des öffentlichen Personen- und Nahverkehrs führt auch zu einer guten Wirtschaftlichkeit”, schlussfolgert Michael Ebermann.

Der Geschäftsführer der Stadtverkehrsgesellschaft zeigt sich auch offen, bis zur möglichen Erweiterung des Straßenbahnnetzes nach Slubice in der Übergangsphase Busse einzusetzen. “Wir standen und stehen dazu bereit”, sagte er. Dies müsste jedoch mit der polnischen Seite gut abgestimmt werden. Sollte die Stadt Frankfurt eine solche Linie nach Slubice bestellen, könnte er sich vorstellen, dass die Stadtverkehrsgesellschaft für dieses Projekt ein polnisches Bus-Unternehmen beauf tragt.

Quelle: Märkische Oderzeitung

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MOZ: Zentrum hat gleich zwei Baustellen
 

Die gute Nachricht: Es ist nicht so schlimm wie im vergangenen Jahr, als im Sommer gleich mehrere Straßenbaustellen Frankfurt fast dicht machten. Doch wer aus Richtung West ins Zentrum muss, hat es schon schwer. Denn nur wenige Meter Luftlinie von der großen Kreuzung Leipziger/Kieler/Rosa-Luxemburg-Straße wird nun auch in der Thälmannstraße gebaut, wodurch für manchen eine Umleitungsstrecke wegfällt. Weil dort Bogengleise grundlegend saniert werden, ist auch der Nahverkehr betroffen. Für die Straßenbahnen der Linie 2 fahren Busse.

Die gute Nachricht: Es ist nicht so schlimm wie im vergangenen Jahr, als im Sommer gleich mehrere Straßenbaustellen Frankfurt fast dicht machten. Doch wer aus Richtung West ins Zentrum muss, hat es schon schwer. Denn nur wenige Meter Luftlinie von der großen Kreuzung Leipziger/Kieler/Rosa-Luxemburg-Straße wird nun auch in der Thälmannstraße gebaut, wodurch für manchen eine Umleitungsstrecke wegfällt. Weil dort Bogengleise grundlegend saniert werden, ist auch der Nahverkehr betroffen. Für die Straßenbahnen der Linie 2 fahren Busse.

Der Sommer ist seit vielen Jahren eine gefragte Zeit für Straßenbauten. Nicht nur weil die Baubetriebe dann meist mit günstigem Wetter rechnen können, sondern auch, weil wegen der Ferien- und Urlaubszeit nicht so viele Menschen wie sonst unterwegs sind. Für die, die dennoch in der Stadt sind und zur Arbeit müssen oder andere Wege haben, bleibt das Ganze dennoch eine Belastung. Und bis sich alles eingespielt, jeder die passenden Umwege gefunden und die nötige Zeit eingeplant hat oder zur Ersatzhaltestelle findet, dauert es eine Zeit. Und so hasteten auch gestern wieder Dutzende Menschen von der Zentrums-Haltestelle 150 Meter in Richtung Oderturm, um da den Schienenersatzverkehrsbus für die Linie 2 zu erwischen.

“Wir haben zwar mehrfach auf die Änderungen hingewiesen, auch an den Haltestellen, doch bis alle es mitbekommen, das braucht seine Zeit”, weiß Fred Bernau, Betriebsleiter beim Stadtverkehr aus Erfahrung. Ansonsten aber würden Schienenersatzverkehr und Umleitung der Linie 5 auf die Strecke Neuberesinchen-Europa-Uni wie geplant laufen. “Bis auf solche nicht einkalkulierbaren Momente wie am Mittwoch, als an der großen Kreuzungsbaustelle die Ampel ausgefallen war. Da steht dann unser Bus wie alle anderen Autos im Stau und es kommt zu Verzögerungen”, bedauert er.

Verzögerungen an der Gleisbaustelle indes soll es nicht geben. Bis jetzt, so bestätigt auch Gleisbauverantwortlicher Günter Kube, laufe alles nach Plan. Die alten Gleise sind weg, das Gleisbett ausgekoffert und der Unterbau verfüllt. Auch ein Drainage-Graben für die Entwässerung der Gleise ist schon gut zu erkennen. Gestern brachte ein Lkw aus Chemnitz die ersten Winkelelemente zur Befestigung. Auf den Unterbau kommen noch 20 Zentimeter starke Betonplatten und darauf die Gleise mit Spurhaltern, bevor schließlich ein Höhenausgleich erfolgt und die Asphaltschicht draufkommt.

Überraschungen hat es bislang an dieser Baustelle keine gegeben. “Vor 25 Jahren sind hier zuletzt Gleise neu verlegt worden, da kamen auch alle anderen Leitungen raus und wurden extra verlegt. Über die Gleise sind seitdem etwa 600 000 Mal die Bahnen gefahren”, macht Fred Bernau deutlich, wie dringend die Erneuerung des Bogens ist. Am 23. August wollen die beteiligten Baufirmen, von denen mehrere aus Stadt und Region kommen, die Arbeiten beenden. Rechtzeitig zum Schulbeginn sollen also die Bahnen wieder fahren.

Ganz so problemlos sieht es an der Kreuzungsbaustelle nicht aus, denn dort gibt es nach wie vor etwa drei Wochen Bauverzug. Entstanden sind diese zum einen, weil eine Leitung tiefer gelegt werden musste, aber auch wegen der umfangreichen Ausgrabungen. Etwa 70 Skelette sind an dieser Stelle, wo sich einst der städtische Friedhof befand, gefunden worden.

Ende Mai war mit den Bauarbeiten an der Kreuzung, die im Durchschnitt von 40 000 Autos pro Tag passiert wird, begonnen worden. Eine Beratung gestern, so Bauleiterin Manuela Salewski, habe ergeben, dass der zweite Bauabschnitt am Wochenende 15./16. August beendet werden kann. Dann startet die nächste Phase auf dieser Baustelle.

Quelle: Märkische Oderzeitung

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MOZ: 2012 soll Tram über Oder fahren
 

Der Neuanlauf für eine grenzüberschreitende Straßenbahn von Frankfurt nach Slubice tritt in eine weitere vorbereitende Phase. Beide Städte verständigten sich, ein Ingenieurbüro mit der konkreten Projektstudie zu beauftragen. 2012 soll die Bahn über die Oder fahren.

Die Arbeitsgruppenberatung der Stadtverwaltungen von Frankfurt und Slubice zur gemeinsamen Straßenbahn war relativ kurz und zugleich ergebnisreich. Beide Seiten verständigten sich laut Frankfurts Beigeordnetem Peter Edelmann (SPD), ein deutsches Ingenieurbüro zu beauftragen, eine verkehrsplanerische Studie für die grenzüberschreitende Tram zu erarbeiten. Sie soll Lösungen für technische Fragen des Projektes vorschlagen. Tomasz Pilarski, Beauftragter des Slubicer Bürgermeisters, lobte die pragmatische Herangehensweise beider Seiten. “In den Beziehungen beider Städte hat eine neue Etappe begonnen. Die Straßenbahn ist dabei ein vernünftiges, pragmatisches Projekt”, sagte er.

Für Michael Ebermann, Geschäftsführer der Frankfurter Stadtverkehrsgesellschaft, steht fest: “Die Straßenbahn ist das geeigneteste Verkehrsmittel für eine dauerhafte und klimafreundliche Verbindung zwischen beiden Städten.” Eine Ausstellung “Die moderne Tram in Europa”, die vom 7. bis 25. September im Frankfurter Rathaus gezeigt wird, soll aus fachlicher Sicht darüber Auskunft geben. Ebermann verweist darauf, dass die Straßenbahn derzeit in Europa eine Renaissance erlebt. Beispielsweise stehe Münchens Tram am Beginn einer nächsten Ausbaustufe. Die Ausstellung werde daher auch vor allem dokumentieren, dass die Straßenbahn in vielen Städten Europas eine wesentliche Funktion bei der Wiederbelebung der Innenstädte, der Stärkung des innerstädtischen Handels sowie der Stadterneuerung- und -erweiterung übernommen hat. Gab es laut Münchner Verkehrsgesellschaft weltweit 1980 nur noch in rund 300 Städten Straßenbahnen, so sind es heute schon wieder fast 400. Weitere 100 Straßenbahnsysteme seien im Bau und in Planung. “Die Straßenbahn erlebt ein Comeback”, sagt Ebermann.

Der städtische Verkehrsexperte erinnert daran, dass 1881 die erste Straßenbahn in Deutschland gebaut wurde. Bereits 17 Jahre später - 1898 - fuhr auch eine Straßenbahn in Frankfurt (Oder). Fast 1,9 Millionen Fahrgäste benutzten sie im ersten Jahr. Laut Angaben der Stadtverkehrsgesellschaft waren es genau 100 Jahre später 7,7 Millionen Fahrgäste. Obwohl die Bahn nur 55 Prozent der Fahrkilometer des öffentlichen Nahverkehrs erbringt, befördert sie in Frankfurt 70 Prozent aller Fahrgäste.

Mit der EU-Osterweiterung bietet sich laut Michael Ebermann nun eine neue Dimension, eine grenzüberschreitende Mobilität zu gewährleisten. “Die Stadtverkehrsgesellschaft steht bereit, wenn der politische Meinungsbildungsprozess abgeschlossen ist, ein Betriebkonzept für die Straßenbahn von Frankfurt nach Slubice zu erarbeiten”, sagt Ebermann. Er plädiert einvernehmlich mit der polnischen Seite in Zeiten mit geringem Fahrgastaufkommen zum Slubicer Markt für eine Abürzungslinie (Grafik Linie Nr. 2). Spätestens 2012 könnte seiner Meinung nach die Tram dann fahren.

Er sieht sich dabei in Übereinstimmung mit Peter Edelmann. Beide Stadtverwaltungen hätten sich auf einen Fahrplan verständigt. Danach soll spätestens Ende des zweiten Quartals 2010 der gemeinsame Projektantrag fertig sein. Bis Ende 2010 erwarte man dann die Entscheidung in Brüssel. 2011 könnte dann mit dem Bau, der etwa ein Jahr dauern würde, begonnen werden.

Michael Ebermann verweist darauf, dass es für ein solches grenzüberschreitendes Verkehrsprojekt noch keine Erfahrungen gibt. Der eigentliche Bau sei eher nicht das Problem. Im Vorfeld gehe es darum, beispielsweise “rechtliche Problemstellen”, die sich aus unterschiedlichem deutschen und polnischen Baurecht ergeben, zu klären. Die polnische Seite habe daher Wert darauf gelegt, dass mit der Projektstudie ein deutsches Ingenieurbüro beauftragt wird, das auch auf deutsch-polnische Kooperationen verweisen kann.

Peter Edelmann bekräftigt, dass neben der Straßenbahn nach Slubice auch eine Linie in den Stadtteil Hansa Nord zum Spitzkrug-Multi-Center (SMC) geplant wird. “Damit nehmen wir auch Wünsche aus dem Bürgerentscheid von 2006 auf”, sagt Edelmann. Damals hätten Bürger kritisiert, dass die Stadt eine Linie nach Slubice statt besipielsweise nach Nord bauen wolle. “Wenn wir jetzt sowohl das Streckennetz nach Slubice wie zum SMC erweitern, ist das vorteilhaft für die Stadtentwicklung”, begründet Edelmann den Plan. Er plädiert dafür, beide Netzerweiterungen im Paket zu beantragen. Die Strecke nach Slubice sollte jedoch zuerst und dann danach zum SMC gebaut werden. Peter Edelmann will jedoch auf keinen Fall das Projekt jetzt einfach “durchwinken”. Angesichts des damaligen Bürgerentscheids - 83 Prozent der 30 Prozent an der Abstimmung teilgenommenen Wahlberechtigten hatten mit Nein gestimmt - müsse das Stadtparlament nochmals einen Beschluss fassen. Die Stadtverordneten hatten dem Projekt zuvor mehrheitlich zugestimmt. Edelmann hofft wiederum auf ein positives Votum der Stadtparlamentarier.

Für das Projekt grenzüberschreitende Straßenbahn haben die Städte Frankfurt und Slubice den Heilbronner Oberbürgermeister Helmut Himmelsbach (parteilos) als Schirmherren gewonnen. Heilbronn ist Partnerstadt von Slubice und Frankfurt. Nach dem 2. Weltkrieg wurde in Heilbronn zunächst die Straßenbahn abgeschafft, später wieder eingeführt. Peter Edelmann kann sich vorstellen, dass Helmut Himmelsbach zu einem späteren Zeitpunkt auch mal vor der Stadtverordnetenversammlung über die Erfahrungen Heilbronns beim Ausbau des Straßenbahnnetzes berichtet.

Quelle: Märkische Oderzeitung

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MOZ: Sand stoppt Straßenbahn
 

Am Odersteig in der Lebuser Vorstadt baut die Schönherr + Fritsch Bau GmbH Eigenheime und Mietshäuser. Tausende Kubikmeter Kies und Sand wurden angekarrt, um dem Hang östlich der Goepelstraße ein “Gesicht” zu geben. Doch gerade der viele Kies ist es, der den Anwohnern der tiefer gelegenen Herbert-Jensch-Straße große Sorgen bereitet. Nach jedem Regenguss rutscht eine Mischung aus Wasser und Sand in angrenzende Gärten und Häuser. Auch die Gleise der Straßenbahn wurden schon mehrfach verschlammt. Die Kanalisation in dieser Straße ist bei größeren Wassermengen einfach überfordert.

Frank und Sybille Wartenberg trauten ihren Augen kaum. Von einer Stunde zur anderen hatte sich am 4. Juli ihre grüne Rasenfläche hinterm Grundstück Herbert-Jensch-Straße 85 in eine Sandwüste verwandelt. “Unmengen an Kies lagen plötzlich in unserem Garten. Man könnte noch heute glauben, wir würden zu einer Strandparty einladen”, so eine verärgerte Sybille Wartenberg.

Die auf einem Hang gelegene angrenzende Baustelle Odersteig in der Lebuser Vorstadt, künftig eine Siedlung mit Eigenheimen und kleineren Mietshäusern, ärgert Anwohner wie die Wartenbergs seit Monaten. Auch Hans-Peter Rost aus der Jenschstraße 31. Fünf Tage kann er aus dem Stegreif aufzählen, an denen in diesem Jahr eimerweise eine Brühe aus Regenwasser und Baustellensand durch die Haustür in den Keller rauschte: am 21 und 31. Mai, am 9. Juni und am 4. und 17. Juli. Die Ursache: Über die inzwischen asphaltierte Straße der künftigen Siedlung Odersteig fließt das Regenwasser ungebremst den Hang hinab - auf die tiefer gelegene Jenschstraße. “Die Wassermassen erfassen dabei Unmengen der angekarrten Kieshaufen. Und wir sind die Leidtragenden”, so Rost.

Auch Straßenbahnfahrer Gerald Renger gehört zu jenen, die den Dreck auszubaden haben. Pfingstsonntag musste der Angestellte der Stadtverkehrsgesellschaft nach einem dicken Regenguss die Schienen für seine Tram frei schippen. Sie steckten voller Schlamm.

Rathaus-Sprecher Sven Henrik Häseker hat eine andere Sicht auf die Dinge: “Dass die Anwohner bezüglich der Sauberkeit im Bereich der Baustellenausfahrt zum Oderhang ihre Unzufriedenheit ausdrücken, kann die Stadt sehr gut nachvollziehen. Dennoch wird die Problematik etwas überbetont.” Die Bauausfahrt sei insbesondere nach Regen-Ereignissen “sandig”. Zu erwarten, dass hinter jedem Baufahrzeug sogleich eine Kehrmaschine fährt, sei dem Bauunternehmen nicht zumutbar.

Bauherren am Odersteig sind die beiden Stadtverordneten Michael Schönherr (CDU) und Peter Fritsch (SPD), vereint in der Schönherr + Fritsch Bau GmbH. “Wir kennen die Anwohnersorgen und lassen gerade ein Regenrückhaltebecken bauen”, meinte Schönherr. Peter Fritsch versicherte dass mit Fertigstellung des Rückhaltebeckens “ein großer Teil des Problems” gelöst sei. Doch gegen höhere Gewalt - am 4. Juli goss in kürzester Zeit hundert Liter Regen je Quadratmeter auf die Stadt - sei auch sein Unternehmen machtlos. Natürlich bedaure er die Misere im Wartenbergs Garten. “Unsere Versicherung wird sich positionieren .”

Wie Fritsch informierte, werden am Odersteig in diesem Jahr noch vier Häuser mit jeweils vier Wohnungen und kleineren Gärten ringsum gebaut. “Auch dadurch wird sich das Problem relativieren”, ist der Baufachmann. Gemeinsam mit dem städtischen Tiefbauamt strebe er auch “eine vernünftige Lösung” am angrenzenden Priestersteig an. Fritsch: “Wir wollen mit allen eine gute Nachbarschaft.”

Hans-Peter Rost machte auf ein anderes Problem aufmerksam: Die Kanalisation in der Jenschstraße sei bei größeren Wassermengen einfach überfordert. Das sei der Frankfurter Wasser- und Abwassergesellschaft bekannt, so Sprecher Bernd Schickert gestern. Ein Regenwasserkonzept für das Einzugsgebiet Herbert-Jensch-Straße um Oderhang und Priestersteig sei erarbeitet. Zur Umsetzung fehle jedoch das Geld.

Quelle: Märkische Oderzeitung

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Unwetter legt Straßenbahn lahm
 

Ein schweres Unwetter über Ostbrandenburg hat am Nachmittag des 4. Juli 2009 vielerorts für Schäden gesorgt. In wenigen Stunden ergoss sich der gemittelte Niederschlag von zwei Monaten über die Stadt. Zahllose Straßen waren überflutet, Bäume stürzten um, Blitze verursachten Brandschäden. Betroffen von den Überschwemmungen waren alle Straßenbahnlinien, so dass der Verkehr für mehrere Stunden komplett eingestellt wurde. Der Bahnhofstunnel, zwischen den Haltestellen Bahnhof und Dresdener Platz gelegen, war wegen der in ihm stehenden Wassermassen weder für Autos, noch für Busse oder Straßenbahnen passierbar. Betroffen waren die Straßenbahnlinien 1 und 4 sowie die Buslinien 980 und 981. Die August-Bebel-Straße stand an der Unterführung der Eisenbahnstrecke nach Eberswalde, zwischen den Haltestellen Kantstr. und Kießlingplatz, so tief unter Wasser, dass auch die Straßenbahnlinie 2 nicht mehr fahren konnte. Die Berliner Straße war auf Höhe der Haltestelle Klingestr., Straßenbahnlinie 1, nicht mehr passierbar. In der Herbert-Jensch-Straße (ebenfalls Strecke in die Lebuser Vorstadt) hatten Sand und Geröll vom Oderhang die Straßenbahnschienen unter sich begraben. Im Vorort Lichtenberg hat ein umgefallener Baum ein Bus-Wartehäuschen zerstört.

Das Foto entstammt der Bildersammlung Unwetter der Märkischen Oderzeitung vom 4. Juli 2009.

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MOZ: Altes Gleis unterm Asphalt
 

Bei Bauarbeiten in der Regierungsstraße ist ein historisches Gleis der Straßenbahn freigelegt worden. Die Schienen zeugen vom historischen Nahverkehrsnetz in der Innenstadt. Am Uni-Hauptgebäude befinden sich weitere Überreste der früheren Straßenbahnanlagen.

Bischofstraße, Große Oderstraße, Priestergasse, Große Scharrnstraße und die alte Richtstraße - in allen diesen Straßen gab es einst Schienen der Frankfurter Straßenbahn. Die Innenstadt rund um das Rathaus war früher von einem dichten Gleisnetz durchzogen, auf dem die “Elektrische” ab 1898 durch das bis 1945 noch eng bebaute Stadtzentrum rollte.

Mit dem Bau der neuen Karl-Marx-Straße wurde dieses Netz 1957 aufgegeben und geriet nach und nach in Vergessenheit. Bis jetzt ein Teil der alten Schienen wieder auftauchte, und zwar in der Regierungsstraße. Dort starteten am Montag umfangreiche Sanierungsarbeiten. Beim Abfräsen des Asphaltes wurde ein darunter schlummerndes Straßenbahngleis freigelegt - zur Überraschung nicht nur der Passanten, sondern auch der Bauarbeiter. Denn in den Bauunterlagen war kein Gleis eingezeichnet. Und so biss sich die Fräse an den stählernen Schienen buchstäblich die Zähne aus: Der Fahrer vom Fräsdienst Feind aus Lübben - die Firma ist als Subunternehmer tätig - musste mehrmals anhalten und einzelne Meißel seiner Maschine ersetzen.

“Dass hier noch ein Gleis liegt, war uns nicht bekannt und konnte in den Plänen nicht berücksichtigt werden”, sagte gestern Bauleiter Markus Simon vom städtischen Tiefbauamt. Die Schienen müssten nun entfernt werden, da die Straße grundhaft ausgebaut werde. “Wir werden jetzt in Erfahrung bringen, ob und wo eventuell noch weitere Gleise liegen.”

Das könnte beispielsweise in der Priestergasse der Fall sein. Dass auch hier einst die “Klingelbutte” fuhr, ist mit einem Blick nach oben gut zu erkennen, wie Ralf Großkopp gestern erklärte. Der Straßenbahner von der Stadtverkehrsgesellschaft (SVF) beschäftigt sich in seiner Freizeit mit der Geschichte der Bahn und war gestern vor Ort, um die freigelegten Schienen zu fotografieren. “Das sind Wand-Rosetten”, deutete er auf kunstvoll verzierte Eisenplatten, die an mehreren Stellen bis heute die Fassade des Uni-Hauptgebäudes zieren. “An den Haken waren einst die Stahlseile angebracht, mit denen die Halterungen der Oberleitung an der Hauswand befestigt waren”, weiß der 44-jährige Frankfurter.

Durch die Regierungsstraße verkehrten bis 1945 die Straßenbahnlinien 2 und 3. Die Linie 2 kam von den Artilleriekasernen (Hellweg) und fuhr über den Wilhelmsplatz (Platz der Republik), Regierungs- und Große Oderstraße zum Ostmarkstadion in der Dammvorstadt (Slubice). Die Linie 3 startete am Friedhof, rollte über Wilhelmsplatz und Große Oderstraße in die Bischofstraße und endete am Rathaus. Nach Kriegsende fuhr die Linie 1 bis 1957 vom Bahnhof zum Rathaus durch die Regierungsstraße.

Quelle: Märkische Oderzeitung

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MOZ: Straßenbahn ist Favorit
 

Mit den neuen Strecken nach Slubice und zum SMC soll die Straßenbahn fit gemacht werden für die Zukunft. Gleichzeitig soll der Parallelverkehr von Regional- und Nahverkehr in der Stadt abgeschafft werden.

Der Öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) in Frankfurt ist ein Phänomen. Obwohl die Zahl der Einwohner sinkt und die Stadtverkehrsgesellschaft (SVF) ihre Angebote anpasst, bleiben die Fahrgastzahlen stabil. Laut SVF nutzen jährlich knapp elf Millionen Menschen die Busse und Bahnen. Das war 1998, da Frankfurt noch mehr als 70 000 Einwohner hatte, genauso wie 2004 (65 000) und 2008 (60 588). Diese Entwicklung gewinnt an Bedeutung, berücksichtigt man die gleichzeitige Reduzierung der gefahrenen Kilometer: Zwischen 2004 und 2008 sank deren Summe von 48 000 auf 26 000 Kilometer.

Unter den Fahrzeugen ist die Straßenbahn der Favorit. Obwohl die Bahn nur 55 Prozent der Fahrkilometer erbringt, befördert sie mit 7,7 Millionen Passagieren 70 Prozent aller Fahrgäste. Mit der geplanten Erweiterung des Gleisnetzes nach Slubice und zum SMC soll diese Zahl in den nächsten Jahren weiter wachsen. Gleichzeitig würde der Komfort für die Fahrgäste erhöht. So könnten zum Beispiel die überfüllten Busse nach Hansa Nord endlich der Vergangenheit angehören.

“Der Straßenbahn gehört in Frankfurt die Zukunft”, betont Peter Edelmann, Beigeordneter für Wirtschaft und Stadtentwicklung, und verweist auf die besonders günstigen verkehrstechnischen Voraussetzungen. “Die Bahn verkehrt bei uns im Wesentlichen außerhalb der Straßen oder wie in der August-Bebel-Straße in einer separaten Gasse in der Straßenmitte.” Der ÖPNV sei so strukturiert, dass die Bahn auf den Hauptstrecken verkehre, während die Busse vor allem in der Fläche (etwa in die Ortsteile) führen.

Diese Aufteilung werde auch künftig Bestand haben und deshalb sei es nur logisch, den Stadtteil Hansa Nord und das Spitzkrug-Multi-Center (SMC) an das Straßenbahnnetz anzubinden.

Mit der Nord-Trasse, die über Goepel-, Lenné- und Hansastraße zum SMC führen soll, will die Stadt ein weiteres Ziel erreichen: die Unterbindung des Parallelverkehrs von Regional- und Nahverkehr. Derzeit rollen die Busse aus dem Umland bis zum Bahnhof genau dort entlang, wo auch die Bahnen und Busse der SVF verkehren. Das belastet nicht nur die Umwelt zusätzlich, sondern verursacht auch zusätzliche Kosten: “Wir müssen diesen Verkehr im Stadtgebiet mitfinanzieren, müssen dafür extra Zuschüsse zahlen”, erklärt Peter Edelmann. Künftig sollen Fahrgäste aus Märkisch-Oderland am SMC umsteigen. Aus Richtung Süden soll der Regionalverkehr in Markendorf enden - laut SVF bereits ab Dezember 2009.

Bis zum Jahresende wollen Frankfurt und Slubice auch den Förderantrag für das gemeinsame Projekt Straßenbahn zum SMC und nach Slubice bei der EU einreichen (MOZ berichtete am Freitag). Widerstand von Seiten der Taxifahrer wird nicht erwartet. “Slubices Bürgermeister Ryszard Bodziacki versicherte mir, da eine Bahn anders als ein Bus eine feste Streckenführung hätte, könnten sich die Taxifahrer gut darauf einstellen”, sagt Peter Edelmann. Auch bräuchte niemand Angst um die Stadtbrücke zu haben: “Eine Untersuchung hat eindeutig ergeben, dass die Statik ein Befahren mit Straßenbahnen zulässt”, so der Dezernent.

Dass er das Projekt unterstützen wolle, erklärte am Freitag Axel Henschke, Frak­tionsvorsitzender der Linken im Stadtparlament. Seine Fraktion (damals PDS) hatte 2005 die Bürgerbefragung zur Verbindung nach Slubice initiiert, mit der das Projekt 2006 zum Scheitern gebracht worden war. “Ich war damals ein Befürworter und bin es auch heute”, sagte er, “ein Doppelprojekt mit der SMC-Anbindung wäre ideal. Es ist aber wichtig, die Bürger gut zu informieren und ihnen die Vorteile wirklich nahezubringen.”

Quelle: Märkische Oderzeitung

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MOZ: 17 000 potenzielle Fahrgäste in Slubice
 

Die Vorbereitungen für eine Erweiterung des Straßenbahnnetzes nach Polen laufen bereits auf vollen Touren. Zum Jahresende wollen die Städte Frankfurt und Slubice einen Förderantrag bei der EU stellen. Bestandteil des Projektes soll dann auch die geplante Strecke zum SMC sein.

Drei Jahre nach dem gescheiterten ersten Anlauf für eine Straßenbahnverbindung über die Stadtbrücke werden jetzt in Frankfurt und Slubice bereits neue Nägel mit Köpfen gemacht. War das Projekt 2005 und 2006 in endlosen Debatten regelrecht zerredet worden, wollen beide Nachbarstädte diesmal die Gunst der Stunde nutzen. Denn noch nie zuvor waren die Fördermöglichkeiten so günstig wie in diesem Jahr, weiß auch Peter Edelmann, Frankfurts Beigeordneter für Wirtschaft und Stadtentwicklung.

“Die Voraussetzungen haben sich jetzt deutlich verbessert”, sagt der Dezernent und verweist vor allem auf die Förderbedingungen der Europäischen Union (EU). Mit dem aktuellen Förderprogramm für grenzübergreifende Infrastruktur-Projekte wäre zum einen eine Förderung von bis zu 85 Prozent möglich. Zum anderen könnte diese Quote sogar noch höher ausfallen. “Es gibt bei der EU Überlegungen, bestimmte Förderquoten zusätzlich zu erhöhen, um so die Konjunktur in Europa wieder anzukurbeln”, erklärt Peter Edelmann. Gegenwärtig befänden sich diese Pläne noch in der Diskussion. Aber auch ohne eine solche zusätzliche Quotenerhöhung seien die Bedingungen jetzt besser: “Vor drei Jahren hätten wir mit maximal 70 Prozent EU-Förderung rechnen können, weitere fünf Prozent hätte das Land Brandenburg dazugegeben”, erinnert der Beigeordnete.

Bis zum Jahresende wollen beide Städte einen gemeinsamen Förderantrag bei der EU stellen. Die Vorbereitungen dafür laufen bereits auf Hochtouren. Nach einem Treffen der Bürgermeister und ihrer Führungsstäbe im Mai haben beide Verwaltungen jetzt eine deutsch-polnische Arbeitsgruppe für einen grenzüberschreitenden Nahverkehr gebildet. Diese wird am 13. Juli zu einer ersten Beratung zusammenkommen. “Wir möchten die polnische Seite motivieren, direkt auf die EU-Kommission zuzugehen”, sagt Peter Edelmann und begründet: “Es gibt Signale, dass grenzüberschreitenden Projekte besondere Aufmerksamkeit erfahren.” Für Analysen und Expertisen werde ein unabhängiger Verkehrsexperte engagiert, “der eine transparente und gründliche Untersuchung garantiert”.

Die Streckenführung in Slubice sei allein Sache der polnischen Seite, betont der Dezernent. “Wir mischen uns da nicht ein”, sagt er. “Wir bauen das Gleis bis zur Stadtbrücke, ab da ist Slubice verantwortlich.” Frankfurt werde auch nicht für den Straßenbahn-Betrieb aufkommen: “Die polnische Seite müsste die Zuschüsse für ihre Seite selbst tragen - das ist heute genauso klar wie vor drei Jahren.”

Während Slubice erstmals einen öffentlichen Nahverkehr bekommen würde, sieht Peter Edelmann in der neuen Verbindung eine wichtige Voraussetzung für das Überleben der Straßenbahn in Frankfurt. “Wir setzen im Nahverkehr auch künftig auf die Bahn”, betont er, “sie ist ökologisch und verkehrstechnisch die beste Variante.” Fossile Brennstoffe wie Diesel oder Erdgas würden immer teurer. Strom lasse sich dagegen auch anderweitig erzeugen - etwa mit Solarzellen und zu einem stetig sinkenden Preis. Auch beim Platzangebot sei die Bahn deutlich im Vorteil. “Wollten wir die Strecke zum Westkreuz mit Bussen bedienen, müssten wir zusätzliche Fahrzeuge kaufen, die in den Nebenzeiten stillstünden”, nennt der Dezernent ein Beispiel.

“Wir wollen die Straßenbahn in Frankfurt erhalten und müssen dafür Fahrgäste dazugewinnen - trotz Bevölkerungsrückganges”, sagt er. In Slubice lebten mit fast 17 000 Einwohnern “fast 17 000 potenzielle Fahrgäste”.

Diese sollen künftig nicht nur ins Zentrum und zum Bahnhof mit der Bahn fahren können, sondern auch zum Spitzkrug-Multi-Center (SMC). Denn das gemeinsame Projekt wird neben der Verbindung nach Polen auch den Neubau der Straßenbahntrasse zum SMC enthalten. “Die Linie 1 verliert derzeit bis zur Slubicer Straße fast alle Passagiere und fährt fast leer in die Lebuser Vorstadt, was völlig unwirtschaftlich ist”, erklärt Peter Edelmann. “Würde sie weiterfahren zum SMC, hätten wir eine symmetrische Auslastung.” Komme die Erweiterung nicht, müsse eine Wendeschleife in der Berliner Straße gebaut werden.

“Das Geld dafür stecken wir besser in eine Verbindung nach Nord”, so der Beigeordnete. Favorisiert wird derzeit eine Linienführung über die Berliner Straße und dann weiter durch die Lenné- und die Hansastraße zum SMC, und zwar auf einer eingleisigen Trasse in der Straßenmitte - der neue Radweg würde also nicht wieder beseitigt. Die Gleise an der Stadtbrücke sollen so angelegt werden, dass die Bahnen sowohl aus Richtung Zentrum als auch vom SMC her nach Slubice abbiegen können und umgekehrt.

“Dieses Doppelprojekt brächte den Bürgern beider Städte Vorteile und unserem Nahverkehr einen deutlichen Qualitätssprung”, ist Peter Edel­mann überzeugt und versichert: “Diesmal gelingt uns der ganz große Wurf!”

Quelle: Märkische Oderzeitung

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MOZ: Nächtliche Aktion zum Weichentausch
 

In einer nächtlichen, mehr als fünf Stunden dauernden Aktion haben drei Mitarbeiter der Stadtverkehrsgesellschaft (SVF) in der Nacht zum Donnerstag eine Straßenbahn-Weiche in der Heilbronner Straße wieder für den Schienenverkehr fit gemacht . Unterstützt wurden sie von einem Service-Mitarbeiter der Hanning & Kahl GmbH aus Oerlinghausen bei Bielefeld. Die Firma ist Produzent elektrisch betriebener Weichen-Stellvorrichtungen, welche dafür sorgen, dass die Weichen sicher und ohne Einsatz von Muskelkraft gestellt werden können.

Um 22.37 Uhr passierte die letzte Bahn der Linie 2 die Weiche in Richtung Zentrum. Minuten später begannen die vier Arbeiter mit den Vorbereitungen für die Demontage der Stellvorrichtung. Die Abdeckung wurde entfernt, Kontakte gelöst, der Elektromotor vom Netz getrennt. Kurz nach 23 Uhr musste noch mal Platz gemacht werden für eine Bahn, die zum Depot rollte, dann konnte der Lastenkran aufgestellt werden - so eine Stellvorrichtung wiegt gut 700 Kilogramm. Gegen 4 Uhr morgens war dann der neue Weichenantrieb eingebaut.

“Die Stellvorrichtung wird jetzt im Herstellerwerk zerlegt, gereinigt und überprüft und Verschleißteile werden ersetzt”, erklärte gestern Hartmut Huwe von der SVF. Alle fünf Jahre sei solch eine In- spektion vorgeschrieben. “Pro Jahr überprüfen wir etwa zehn Weichen mit eigenen Mitarbeitern. Etwa drei werden ausgebaut und direkt im Werk einer Inspektion unterzogen”, so Huwe.

Quelle: Märkische Oderzeitung

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MOZ: Zustimmung für Tram nach Slubice
 

Der von Oberbürgermeister Martin Patzelt (CDU) angekündigte Neuanlauf für eine grenzüberschreitende Straßenbahn nach Slubice findet parteiübergreifend ein positives Echo.

SPD-Fraktionschef Andreas Spohn befürwortet die Initiative. “Das Projekt ist für das Zusammenwachsen der beiden Städte sinnvoll und wirtschaftlich”, sagte er. Mit dieser Nahverkehrstrasse würden zusätzlich neue Fahrgäste gewonnen. Die SPD-Fraktion werde sich noch im Mai vom Geschäftsführer der Stadtverkehrsgesellschaft Michael Ebermann über konkrete Wirtschaftlichkeitsdaten informieren lassen. Spohn kündigt an, dass seine Fraktion sich dann sehr zügig eine endgültige Meinung bilden wolle. Er fordert zugleich eine große Transparenz des Projektes. “Es müssen dann später viele Informationsveranstaltungen stattfinden, um eine möglichst breite Zustimmung bei den Bürgern für dieses sinnvolle Projekt zu erzielen”, sagte Spohn.

Der Landtagsabgeordnete Frank Hammer (Die Linken) unterstützt ebenfalls Patzelts Initiative. Die europäischen Fördermittel würden bei der Straßenbahn sinnvoll in ein Projekt investiert, das den Menschen in beiden Städten nachhaltig nützt. Das sei vernünftiger, als EU-Geld in das Nachstellen der historischen Schlacht um Kunersdorf “zu verballern”, sagte er. CDU-Fraktionschef Thomas Bleck sieht in der grenzüberschreitenden Straßenbahn ein Signal auch nach außen: “Frankfurt schrumpft nicht, sondern Frankfurt und Slubice wachsen gemeinsam.” Es sei einfach vernünftig, dass man im Zuge der ohnehin notwendigen Überarbeitung des Nahverkehrskonzepts nach den wirtschaftlich besten Linienführungen in der Doppelstadt sucht.

Quelle: Märkische Oderzeitung

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MOZ: Neuer Anlauf für Tram nach Slubice
 

Das Projekt einer Erweiterung des Frankfurter Straßenbahnnetzes über die Oder wird neu in Angriff genommen. Oberbürgermeister Martin Patzelt wurde vom Nahverkehrsbeirat der Stadt damit beauftragt, das Projekt unter den veränderten Bedingungen erneut zu prüfen. Eine EU-Förderung könnte noch höher ausfallen als sie 2005 möglich gewesen wäre. Für einen grenzüberschreitenden Nahverkehr favorisiert die Stadtverkehrsgesellschaft eindeutig die Straßenbahn.

Für die Erweiterung des Straßenbahnnetzes nach Slubice wird jetzt ein neuer Anlauf genommen. “In seiner Sitzung am 23. April hat mich der Nahverkehrsbeirat der Stadt damit beauftragt, die Linienführung über die Oder noch mal zu prüfen”, bestätigte jetzt Oberbürgermeister Martin Patzelt (CDU). Ein Grund für den Neuanlauf seien die veränderten Bedingungen an der Grenze. “Es gibt keine Kontrollen mehr, wir müssen auf keine Abfertigungsanlagen mehr Rücksicht nehmen”, sagte Patzelt. “Die Fördermittel für deutsch-polnische Projekte stehen jetzt zur Verfügung, die ersten sind erst kürzlich bewilligt worden.” Die Situation sei sogar noch günstiger als vor vier Jahren, da der Bau einer Gleisverbindung in die Nachbarstadt schon einmal vorbereitet worden war: “Eine Förderung durch die EU könnte jetzt noch höher ausfallen, bis zu 80 Prozent”, so Patzelt.

Für die Sicherung der Zukunft der Straßenbahn ist die Erweiterung aus Sicht des Oberbürgermeisters unumgänglich. “Damit die Straßenbahn weiter in Frankfurt fahren kann, brauchen wir auch die Fahrgäste nach Slubice und umgekehrt”, sagte er. Die Zeit dränge. “Wir müssen uns beeilen”, betonte Martin Patzelt, “innerhalb der nächsten zwei Jahre sollten die Planungen fertig sein und dann muss gebaut werden.”

Eine Verbindung nach Slubice ist aus wirtschaftlicher Sicht auch für die Stadtverkehrsgesellschaft (SVF) wichtig, und zwar nicht nur wegen der zusätzlichen Fahrgäste. Im Investitionsplan für 2010 ist der Bau einer Wendeschleife in der Berliner Straße für 1,1 Millionen Euro bereits enthalten. Die Schienenverbindung in die Lebuser Vorstadt ist seit Jahren unwirtschaftlich. Künftig sollen vor allem kleinere Busse dorthin fahren und die Straßenbahnen bereits vorher wenden. Nur in Stoßzeiten wie vor Unterrichtsbeginn sollen noch einzelne Bahnen bis in die Lebuser Vorstadt fahren - Mischverkehr nennt das die SVF. Kleinere Busse könnten auch weiter fahren, etwa bis zum Triftweg.

Mit einer Verbindung nach Slubice könnte die Schleife eingespart werden. Der Aufsichtsrat der Frankfurter Dienstleistungsholding GmbH hat deshalb bereits am 30. Januar die SVF-Geschäftsführung damit beauftragt, eine vergleichende Wirtschaftlichkeitsbetrachtung aufzustellen. “Es soll untersucht werden, was günstiger ist: der Bau der Wendeschleife oder die Erweiterung nach Slubice”, erklärte Patzelt.

Seit der Ablehnung der Bahntrasse in der Bürgerbefragung im Januar 2006 wird alternativ auch über einen Busverkehr nach Slubice nachgedacht. “Sämtliche Gutachten und Untersuchungen haben bisher ergeben, dass diese Verbindung mit Straßenbahnen am wirtschaftlichsten bewältigt werden könnte”, betonte gestern SVF-Geschäftsführer Michael Ebermann. So wäre die Anzahl der vorhandenen Bahnen für einen Verkehr über die Oder hinweg ausreichend, während für eine Busverbindung neue Busse angeschafft werden müssten.

Für Ebermann ist klar: “Die Straßenbahnverbindung nach Slubice muss schnell kommen.” Und Patzelt betont: “Eine spätere Erweiterung zum SMC würde auch den Slubicer Bürgern nutzen.”

Martin Patzelt stellt in seinem letzten Amtsjahr als Oberbürgermeister die Ampel für eine grenzüberschreitende Straßenbahn nach Slubice nochmals auf Grün. Das ist mutig. Denn das Projekt ist vor drei Jahren ja gerade am dilettantischen Handeln der Frankfurter Stadtpolitiker gescheitert.

Für einen Neuanlauf spricht das Zusammenwachsen der Städte im Alltag. Es sind längst nicht mehr nur Studenten und Einkaufstouristen, die täglich von einer Stadt in die andere pendeln. Der Frankfurter Bahnhof, das zeigen die polnischen Taxen, ist auch für viele Slubicer inzwischen der Startpunkt für eine Reise.

Jetzt gilt es über das Projekt sachlich aufzuklären. Jeder Schritt muss zudem mit den polnischen Partnern abgestimmt werden. Eine grenzüberschreitende Straßenbahn wird die Doppelstadt lebenswerter machen. Die Menschen fühlen es jetzt schon.

Quelle: Märkische Oderzeitung

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MOZ: Bahn-Fans auf Bilder-Jagd
 

Sein zehnjähriges Bestehen feierte am Sonnabend der Verein Museumswerkstatt für Technik und Verkehr. Zum Jubiläum kamen Straßenbahn-Fans aus ganz Deutschland. Haupt-Attraktion waren die Rundfahrten in fünf historischen Bahnen.

Die ehrenamtlichen Schaffner kamen am Sonnabend ordentlich ins Schwitzen. Der Verkauf der Spenden-Fahrscheine in den historischen Straßenbahnen war da noch die leichteste Übung. Während der Rundfahrten mussten sie aber immer wieder raus aus der Bahn, um eine Weiche manuell zu stellen. Oder um an einer der Ampeln Grün anzufordern. In den modernen Bahnen der Stadtverkehrsgesellschaft (SVF) funktioniert so etwas per Infrarot-Signal, doch die Veteranen der Typen AEG, Gotha oder LOWA sind mit dieser Technik nicht ausgestattet.

Die Passagiere auf den 20 Sonderfahrten, die den ganzen Tag über stattfanden, bedachten die Aktionen der Schaffner jedenfalls mit kräftigem Beifall. Und ein tolles Bildmotiv waren die sportlichen Übungen allemal.

Denn Frankfurt glich am Sonnabend einem Fotografen-Lager. Unzählige Fans aus ganz Deutschland hatten sich entlang der Gleise postiert, um die alten Bahnen abzulichten oder Videos zu drehen. Für die beste Position nahmen sie auch mal mitten auf einer Kreuzung Aufstellung oder stoppten Autos, damit diese ihnen nicht ins Bild fuhren. Die Autofahrer nahmen es gelassen und einige hielten sogar von sich aus an.

Mehrere Runden drehte Tom Berthold in den historischen Bahnen. Der zehnjährige Markendorfer ist eingefleischter “Straßenbahn-Freak”, wie er selbst sagte, und kennt sich mit dem Frankfurter Schienennetz und der Fahrzeugtechnik bestens aus. “Die Straßenbahn ist für mich das schönste Verkehrsmittel”, erzählte er während einer Rundfahrt im Triebwagen 35 - seiner ersten in dieser Bahn. Zuvor hatte er bereits die drei Modellbahn-Anlagen und die Werkstatttechnik im alten Depot in der Bachgasse ausgiebig in Augenschein genommen.

“Die Straßenbahn ist was ganz Tolles”, erklärte Tom, “weil es so viele verschiedene Typen gibt und weil die Technik so interessant ist.” Er wünsche sich, dass der Verein einen Tatra-KT4D-Zug in den Originalzustand zurück versetze. “Schön wäre es auch, wenn es irgendwann mal für den Train-Simulator von Microsoft eine Erweiterung speziell zur Frankfurter Straßenbahn geben würde.”

Vereinschef Gerald Renger war am Abend glücklich. “Mit so vielen Gästen hätten wir nie gerechnet”, freute er sich, “der Tag hat Spaß gemacht und der Aufwand hat sich wirklich gelohnt.” Die SVF machte dem Verein zum Geburtstag ein ganz besonderes Geschenk: eine originale Schaffnertasche mit Geldwechsler, überreicht durch Geschäftsführer Michael Ebermann.

Oberbürgermeister Martin Patzelt würdigte das Engagement des Vereins, der ohne städtische Zuschüsse auskomme. Er betonte, dass der Straßenbahn die Zukunft gehöre. Über eine Verbindung nach Slubice müsse neu nachgedacht werden. “Vielleicht können wir in zehn Jahren ja mit einer historischen Bahn nach Müllrose fahren”, sagte er schmunzelnd.

Quelle: Märkische Oderzeitung

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Streckenkürzung in Lebuser Vorstadt für 2010 geplant
 

Bei der Stadtverkehrsgesellschaft (SVF) gibt es offenbar konkrete Pläne, die unrentable Straßenbahnstrecke in die Lebuser Vorstadt um etwa 1,1 km zu kürzen. Bereits in der Diskussion um eine mögliche Streckenerweiterung ins benachbarte Słubice im Jahr 2005 machte die SVF deutlich, dass sie die Straßenbahn in der Lebuser Vorstadt durch eine Buslinie ersetzen möchte. Im Nahverkehrsplan der Stadt Frankfurt (Oder) für die Jahre 2008 bis 2012 wird die Verkehrssituation im hinteren Bereich der Strecke (etwa ab Hst. Am Winterhafen) so umschrieben: “Nach Gutachten 12/2004 beträgt die durchschnittliche werktägliche Fahrgastnachfrage auf der Linie 1 im Abschnitt Herbert-Jensch-Straße ca. 1.000 Fahrgäste/Werktag im Querschnitt”. Weiterhin heißt es, dass: “für den Fall einer künftig weiter zurückgehenden Fahrgastnachfrage in der Lebuser Vorstadt … eine Straßenbahnwendeschleife im Bereich Klingetal / Hafenstraße zweckmäßig sein” könnte, wobei auch eine Weiterfahrt für nur jede zweite Bahn in Betracht gezogen wird. Die “Märkische Oderzeitung” berichtet in der Ausgabe vom 26. Februar 2009, dass der Verkehrsbetrieb für das Jahr 2010 zum Bau der neuen Wendeschleife in der Berliner Straße 1,05 Mio. Euro Investitionen einplant. Die neue Wendeschleife würde östlich der Berliner Straße in Höhe der Kreuzung mit der Goepel- und Hafenstraße entstehen.

Der Geschäftsführer der SVF, Michael Ebermann, regte aber auch an, statt der Gleisschleife an der Berliner Straße eine Verlängerung zum Spitzkrug über die Goepelstraße zu errichten. Dort allerdings entstand erst vor wenigen Jahren ein Fahrradweg auf der alten Trasse der nicht mehr genutzten Hafenbahn. Da der Regionalbusverkehr von und nach Frankfurt künftig aber verstärkt am Stadtrand enden soll und die regionalen Fahrgäste dort in die städtischen Verkehrsmittel umsteigen sollen, würde das Verkehrsaufkommen zwischen dem Spitzkrug und der Innenstadt zunehmen. Oder auch nicht, denn dieser Umsteigezwang könnte viele Fahrgäste aus den umliegenden Landkreisen dazu bewegen, den öffentlichen Verkehr zu meiden und stattdessen mit dem Auto nach Frankfurt zu fahren. Schon heute bleiben viele Regionalbusse enttäuschend leer. Realistisch scheint der Plan der Spitzkruganbindung per Straßenbahn indes kaum.

Sollte die Strecke in die Lebuser Vorstadt tatsächlich wie geplant 2010 gekürzt werden, wäre das die erste Stilllegung bei der Frankfurter Straßenbahn seit 1970. Damals hatte man die Strecke im Buschmühlenweg bis zum Stadion am Carthausplatz gekürzt. 1980 wurde die Strecke durch die Leipziger Straße stillgelegt. Sie wurde jedoch durch eine Neubaustrecke über den Dresdener Platz ersetzt. Zwischen 1992 und 1993 wurde die Strecke in die Lebuser Vorstadt letztmalig grundlegend erneuert. Dabei entstand auch ein neues Unterwerk zur Stromversorgung und der letzte eingleisige Streckenabschnitt zwischen den Haltestellen Klingestr. und Am Winterhafen verschwand. Das Foto zeigt die Gleiskreuzung der Straßenbahn mit der ehemaligen Hafenbahn am Beginn der Herbert-Jensch-Straße im Herbst 2007.

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MOZ: Falschparker bremsen die Bahn aus
 

Falschparker behindern regelmäßig die Fahrt der Straßenbahn in der Lindenstraße. Erst Mittwochabend mussten zwei Bahnen der Linie 4 eine Stunde lang stehen bleiben, Fahrgäste warteten vergeblich an den Haltestellen. Abgeschleppt oder umgesetzt werden die Autos bislang nicht. Das Straßenverkehrsamt will heute gemeinsam mit der SVF nach einer kurzfristigen Lösung suchen.

Mittwochabend, kurz nach 20 Uhr: Ein Pkw einer Münchener Autovermietung steht in der Lindenstraße nahe der Einmündung Am Park, direkt gegenüber dem City-Park-Hotel. Etwa 20 Meter weiter ist das Parken am Fahrbahnrand zulässig, doch hier im Bereich der Einmündung nicht. Der Grund dafür: Das Gleis der Straßenbahn verläuft sehr knapp am Fahrbahnrand entlang, jedes abgestellte Auto wird zum unüberwindlichen Hindernis.

Es kommt, wie es kommen muss. Um 20.10 Uhr nähert sich eine Niederflurbahn der Linie 4 aus Richtung Stadion - und wird ausgebremst. Dem Fahrer bleibt nur, anzuhalten und die Fahrgäste aussteigen zu lassen. Wäre er weitergefahren, hätte seine Tram den falsch geparkten Mercedes vor sich her geschoben. Der Fahrer informiert seine Leitstelle und die Polizei, dann bleibt ihm nur, zu warten. Für die nachfolgende Tatra-Bahn kommt die Information zu spät: Sie rollt bereits hinter zum Stadion, muss dort ebenfalls eine Zwangspause einlegen.

Die Fahrgäste an den Haltestellen zwischen Stadion und Markendorf sind sauer, die Mitarbeiter der Stadtverkehrsgesellschaft (SVF) ebenfalls. Denn seit Jahren werden die Bahnen in der Lindenstraße immer wieder von Falschparkern aufgehalten. “Etwa zwölf- bis 15-mal pro Jahr kommt das vor”, informiert Hartmut Huwe, Geschäftsbereichsleiter Technik bei der SVF. In diesem Jahr gab es bereits vier solche Unterbrechungen. “Wir würden uns wünschen, dass die falsch geparkten Autos schneller abgeschleppt oder umgesetzt werden.”

Doch so schnell wird in Frankfurt kein Abschleppwagen gerufen. Genau 55 Minuten dauert es am Mittwochabend, bis der Mieter des Mercedes eintrifft und das Auto wegfährt. Ein Mitarbeiter des Vermieters hatte sich zwar relativ schnell die Daten des Fahrers beschafft, aber dann dauerte es, bis dieser per Telefon erreicht wurde. 35 Euro Verwarngeld zahlt der Pkw-Fahrer an die Polizei, dann verschwindet er. Die Ordnungshüter geben seine Personalien an die SVF weiter - für den Fall, dass es Schadensersatzforderungen von Fahrgästen gibt.

Hätte die SVF einen Ersatzverkehr eingerichtet, hätte der Parksünder die Kosten dafür tragen müssen. Erst kürzlich wurde ein Autofahrer, dessen Pkw im Gleisbereich stand, für den Buseinsatz zur Kasse gebeten. “Im Regelfall schicken wir einen Bus, doch am Mittwoch stand wegen kurzfristiger Krankmeldungen kein Einsatzfahrer zur Verfügung”, bedauert Hartmut Huwe und erklärt, dass man bei der SVF bereits darüber nachdenke, das Abschleppen falsch geparkter Autos künftig selbst zu veranlassen.

Kurzfristige Hilfe könnte eine bessere Kennzeichnung des Bereiches in der Lindenstraße bringen - durch Parkverbotsschilder oder Markierungen auf dem Asphalt. Wolfgang Wessely vom Straßenverkehrsamt will heute darüber mit der SVF-Führung reden.

Quelle: Märkische Oderzeitung

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MOZ: Laster kollidiert mit Straßenbahn
 

Schwerer Unfall auf der Müllroser Chaussee: Gestern Morgen stießen an der Straße Am Klinikum in Höhe des Autohauses Bohlig der 12-Tonner eines Frankfurter Recycling-Unternehmens und eine Straßenbahn der Linie 3 zusammen. Durch die Wucht des Aufpralls kippte das unbeladene Baufahrzeug auf die Straße. Die Bahn sprang aus den Gleisen. Vier Personen, darunter der Straßenbahnfahrer, wurden verletzt. Bis 11.30 Uhr war die B 87 an der Unfallstelle komplett gesperrt. Pkw konnten auf Nebenstraßen ausweichen. Die Fahrer schwerer Laster mussten auf das Ende der Aufräumarbeiten warten.

Gestern, 7.28 Uhr. Polizei, Feuerwehr und Notarzt werden alarmiert: Schwerer Unfall auf der B 87 in Nähe des Klinikums. Ein Baufahrzeug sei mit einer Straßenbahn der Linie 3 kollidiert, heißt es in der Erstinformation. Es habe Schwerverletzte gegeben.

Polizisten wie Andreas Klar, Dienstgruppenleiter der Wache Halbe Stadt, und Feuerwehr-Einsatzleiter Reinhard Jantke mit seinem Trupp sind Minuten später vor Ort. Ein zwölf Tonnen schweres, zum Glück nicht beladenes Baufahrzeug von Becker + Armbrust, der Entsorgungs- und Recyclingfirma mit Sitz in Markendorf, ist direkt vor dem Übergang zur Straße Am Klinikum auf die B 87 gekippt. Diesel und Motorenöl fließen literweise auf den Asphalt. Durch den schweren Aufprall wurde die Straßenbahn aus den Gleisen geschoben. Das Fahrerhaus ist eingedrückt. Scheiben gingen zu Bruch. Von vier Schwerverletzten ist anfangs die Rede. Der Straßenbahnfahrer, zwei Insassen der Linie 3 und der Beifahrer des Baufahrzeugs wären betroffen. Später wird die Meldung relativiert. Am Ende bestätigt Klinikum-Sprecherin Sabine Zinke: “Es gab zum Glück nur Leichtverletzte.”

Während die Feuerwehr-Einsatztrupps - auch von Stadt-Mitte - mit Ölbinder arbeiten, um die auslaufenden Flüssigkeiten zu stoppen, sperren Andreas Klar und seine Kollegen die B 87 weiträumig ab. Brummi-Fahrer müssen mit ihren Fahrzeugen bis kurz vor 11.30 Uhr am Rand der Müllroser Chaussee stehen bleiben. Die wendigeren Personenkraftwagen dürfen Nebenstraßen nutzen und können so Markendorf weiträumig umfahren.

Wie Polizeisprecher Detlef Lüben gegen Mittag informiert, kam der Fahrer des 40-Tonners aus der Straße Am Klinikum und wollte auf die B 87 einbiegen. Dabei stieß er mit der Tram zusammen. Der Laster fiel durch den Aufprall um. Vor allem, weil er nicht beladen war.

Detlef Lüben informierte, dass noch nicht geklärt sei, wer Schuld am Unfall habe. “Der Straßenbahn- wie der Lkw-Fahrer erklärten, dass die Ampel für sie Grün geschaltet war.”

Nach Auskunft von Fred Bernau, Leiter Verkehr der Stadtverkehrsgesellschaft, geht man bei der Straßenbahn von einem Totalschaden aus. “Da ist nach Erkenntnissen unserer Fachleute nichts mehr zu retten.” Doch viel wichtiger sei, dass der Tram-Fahrer mit verarzteten Schnittverletzungen das Klinikum schon verlassen konnte und es den anderen Personen den Umständen entsprechend auch gut gehe.

Wie Andreas Klar am Mittag informierte, konnte die B 87 erst gegen 11.30 Uhr wieder freigegeben werden.

Quelle: Märkische Oderzeitung

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MOZ: 20 Jahre alte Gleise werden jetzt erneuert
 

Auf der Straßenbahntrasse nach Markendorf werden übers Wochenende zwei Gleise erneuert. Die Strecke zum damaligen Halbleiterwerk war 1988 in Betrieb genommen worden. Bis Sonntagabend fahren Busse des Schienenersatzverkehrs (SEV).

“Unsere Straßenbahnen sind hier schon fast wie auf Rasierklingen gefahren”, schilderte am Freitag Hartmut Huwe die Situation. Mit den Rasierklingen meinte der Geschäftsbereichsleiter Technik der Stadtverkehrsgesellschaft (SVF) die Bogengleise der Straßenbahn, die nahe dem Technologiepark in Richtung Unterführung unter der Bundesstraße B 87 führen. Und das Verb “fahren” war hier in den vergangenen sechs Monaten auch nicht ganz treffend: Fast schon geschlichen sind die Straßenbahnen, mit maximal zehn Kilometern pro Stunde.

“Die Gleise sind nach 20 Jahren Betrieb völlig verschlissen”, erklärte Hartmut Huwe. Auf der 1988 neu eröffneten Strecke waren sogenannte Rillengleise eingebaut worden. Anders als normale Gleise haben diese direkt an der Hauptschiene immer noch eine zusätzliche Führungsschiene. In der Rille dazwischen werden die Stahlräder der Straßenbahn geführt, damit sie in engen Kurven nicht von den Schienen springen. Der Nachteil ist: Während der Kurvenfahrten wirken enorme Reibungskräfte, die ständig für Abrieb sorgen. Der Kopf der Hauptschiene wird sozusagen immer dünner.

Auf der Bahntrasse nach Markendorf ist mit den beiden Bogengleisen genau das passiert. Die Schienenköpfe sind abgenutzt. Seit Freitag werden sie deshalb auf je 25 Meter Länge ausgetauscht. Mitarbeiter der Berliner Firma Schreck Mieves entfernen zunächst die alten Gleise und setzen dann am Wochenende andere Gleise ein.

Diese Gleise wurden zuvor an der Endhaltestelle Markendorf Ort ausgebaut. Diese Haltestelle war extra fürs Halbleiterwerk viergleisig gebaut worden, ab 1990 wurden zwei der Gleise aber nicht mehr gebraucht. “Sie sind fast noch jungfräulich”, sagte Hartmut Huwe am Freitag. Es handele sich aber nicht um Rillen-, sondern ganz normale Gleise. “Der weite Kurvenradius macht Rillengleise nicht notwendig”, so der Fachmann.

Zwischen Kopernikusstraße und Markendorf fahren bis Sonntag Busse. Diese verkehren ab Markendorf Ort fünf Minuten früher als die Straßenbahnen laut Fahrplan. Die Haltestellen Gartenstadt und Conergy entfallen.

Quelle: Märkische Oderzeitung

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MOZ: Einschränkungen bei der Straßenbahn
 

Die Stadtverkehrsgesellschaft (SVF) hat gestern mit Gleisbauarbeiten auf der Strecke nach Markendorf begonnen. Diese Arbeiten werden in mehreren Abschnitten bis Ende März andauern. An mehreren Tagen muss der Straßenbahnverkehr eingestellt und mit Bussen ersetzt werden.

Wie Fred Bernau, Geschäftsbereichsleiter Verkehr bei der SVF, gestern erläuterte, wird zunächst an der Endhaltestelle Markendorf Ort ein längeres Bogengleis in Richtung Wildbahn ausgewechselt. Dafür musste an der Haltestelle das Gleis 4, auf dem die Bahnen normalerweise abfahren, außer Betrieb genommen werden. Die Abfahrt erfolgt jetzt vom benachbarten Gleis 3.

“Der Bereich zwischen den Bahnsteigen ist dort aber für Niederflurbahnen zehn Zentimeter zu schmal”, bedauerte Fred Bernau, “deshalb können wir während der Bauarbeiten auf den Linien 3 und 4 nur Tatra-Bahnen einsetzen.” In Spitzenzeiten fahren diese jedoch als sogenannte Doppeltraktionen, also mit zwei hintereinander gekoppelten Bahnen. Die viergleisige Haltestelle war 1988 speziell für Tatra-Bahnen errichtet worden. Die Gleisbauarbeiten dauern laut Plan bis Donnerstag.

Bereits am Freitag beginnen dann die Arbeiten im Bereich zwischen dem Technologiepark und der Unterführung unter der Bundesstraße B 87. Hier lässt die SVF die Bogengleise beider Fahrtrichtungen austauschen. Dafür muss der Straßenbahnverkehr von Freitag bis Sonntag zwischen Kopernikusstraße und Markendorf Ort eingestellt werden. In diesem Bereich fahren dann Busse des Schienenersatzverkehrs (SVF) - zu den selben Fahrplanzeiten wie die Bahnen. Die Haltestelle Gartenstadt kann nicht bedient werden. Die Bahnen der Linien 3 und 4 fahren aus Richtung Zentrum bis Kopernikusstraße.

“Vom 27. März bis zum 29. März müssen wir dann noch mal Busse nach Markendorf einsetzen”, informierte Fred Bernau. Am letzten März-Wochenende wird eines der beiden Bogengleise zwischen der Straßenbahn-Brücke über die Autobahn und dem Technologiepark erneuert. Die SEV-Busse verkehren zwischen Kopernikusstraße und Markendorf Ort.

Zu einer Verspätung kam es gestern um 10.30 Uhr auf der Linie 4. In der Lindenstraße waren die Gleise durch ein falsch geparktes Auto blockiert. Die Bahn musste 15 Minuten warten.

Quelle: Märkische Oderzeitung

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MOZ: Die Tram fährt dem Bus davon
 

Während die Stadtverkehrsgesellschaft in Frankfurt (Oder) das Schienennetz der Straßenbahn ausbauen will, wird in Cottbus die Existenz der Tram in Frage gestellt. Ein Gutachten empfiehlt der Stadt, die Straßenbahn durch Busse zu ersetzen, um Kosten zu sparen.

„Eine Straßenbahn hat eine hohe emotionale Bedeutung“, sagt Werner Jumpertz. Der Geschäftsführer der Verkehrsbetriebe Brandenburg an der Havel (VBBr) ist Herr über nahezu 40 Kilometer Gleise. Er weiß, wie hoch die Wellen in einer Diskussion um die Zukunft der Straßenbahn schlagen können. „Bis 2020 wird die Straßenbahn in Brandenburg/Havel existieren“, sagt Jumpertz und verweist auf den 2006 beschlossenen Masterplan. Die Diskussionen um die Zukunft der Tram in Brandenburg/Havel endeten letztlich in einem Bekenntnis für deren Erhalt.

Im mehr als 100 Kilometer ventfernten Cottbus ist man mittendrin in dieser Debatte. Vor allem, seitdem ein Gutachten der Planung Transport Verkehr AG (PTV) aus Karlsruhe zu dem Ergebnis gekommen ist, dass die Straßenbahn aus Kostengründen aufs Abstellgleis gehöre und durch Busse ersetzt werden solle – der Lösungsvorschlag mit dem größten Einsparpotenzial. „Wer die Straßenbahn beibehalten will, hat den alten Fahrzeugpark zu erneuern. Wer sie abschaffen will, muss Fördergelder zurückzahlen“, bringt Peter Lewandrowski, Pressereferent des Cottbuser Oberbürgermeisters Frank Szymanski (SPD), die Problematik auf den Punkt. Szymanski selbst legt sich nicht fest. „Keine der Versionen wird von der Verwaltung favorisiert“, beruhigt der Stadtsprecher. Doch bis zum Sommer muss Klarheit herrschen, denn dann entscheiden die Stadtverordneten über die weitere Struktur des öffentlichen Nahverkehrs bis 2020.

Ob das Bekenntnis zur Straßenbahn ebenso deutlich ausfällt wie in Brandenburg/Havel, ist fraglich. Sollte die Tram weiter durch Cottbus rollen, sind bis 2020 nach Angaben von OB Szymanski 58 Millionen Euro an Investitionen nötig. Schon jetzt drückt die Stadt ein Schuldenberg von 176 Millionen Euro. Der städtische Zuschuss würde von derzeit 6,4 Millionen auf 8,2 Millionen Euro steigen – und die Fahrgastzahlen sind analog zur Einwohnerentwicklung rückläufig. Etwa zehn Millionen Fahrgäste befördert das Unternehmen jährlich mit Bus und Bahn – zwei Drittel nutzen die Tram.

Ähnlich verteilen sich die Passagiere in Brandenburg/Havel auf Bus und Bahn. Von jährlich sieben Millionen Fahrgästen lassen sich 62 Prozent auf Schienen transportieren. Im Unterschied zu Cottbus sinkt hier der städtische Zuschuss für den öffentlichen Personennahverkehr kontinuierlich: Von 5,2 Millionen Euro 2003 auf 4,7 Millionen Euro im vergangenen Jahr.

In Frankfurt (Oder) sind die Kundenzahlen zumindest konstant. Elf Millionen nutzen Bus und Bahn in der Oderstadt – auch hier hat die Tram auf der Beliebtheitsskala die Nase vorn. „Die Straßenbahn ist das dominierende Verkehrsmittel“, sagt Fred Bernau, Geschäftsbereichsleiter Verkehr der Stadtverkehrsgesellschaft Frankfurt (Oder) (SVF). Das bleibt auch mindestens bis 2012 so, weil erst dann ein neuer Nahverkehrsplan beschlossen wird. Der könnte schon die neue, geplante Linie zum Spitzkrug-Multi-Center beinhalten – Frankfurt (Oder) will in die Zukunft der Straßenbahn investieren.

Ohne Tram kann sich Stefan Klotz, Sprecher der Verkehrsbetriebe Potsdam, die Landeshauptstadt nicht vorstellen. „Solche Diskussionen wie in Cottbus sind für Potsdam ausgeschlossen“, stellt er klar. Erst im Januar sei ein Vertrag zum Kauf von zehn fabrikneuen Straßenbahnen abgeschlossen worden.

Cottbus scheint somit die einzige Stadt im Land Brandenburg zu sein, die sich bislang um ein klares „Ja“ zur Straßenbahn windet. Zwölf Varianten – mit und ohne Bahn – enthält das von den Karlsruher Verkehrsplanern erarbeitete Gutachten. Um Kosten zu sparen, hat die Stadt Brandenburg vor sieben Jahren die Gleise im Ortsteil Kirchmöser herausgerissen und Busse fahren lassen. Die Brandenburger aber wollten nicht auf den Bus umsteigen. „Aus heutiger Sicht“, sagt Stadtsprecher Norbert Plaul, „würde eine Entscheidung nicht unbedingt wieder so fallen.“ Die Tram, ergänzt er, sei auch aus ökologischer Sicht durchaus sinnvoll.

Quelle: Märkische Oderzeitung

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