Einschränkungen wegen Fahrgastrückgang
Montag, 13. August 1990

Die mangelnde Wirtschaftlichkeit in ostdeutschen Betrieben führt zu Entlassungen in unwirtschaftlichen Großbetrieben. Der größte Arbeitgeber Frankfurts, das volkseigene Halbleiterwerk im Industrievorort Markendorf, baut Personal ab. Knapp 9.000 Menschen aus dem Frankfurter Raum und aus den angrenzenden Gemeinden Polens waren einst beschäftigt. Um diese möglichst wirtschaftlich an ihren Arbeitsplatz zu bekommen, wurde im Oktober 1988 die Straßenbahn nach Markendorf verlängert. Mit 16 Zügen je Stunde und Richtung fuhren die Linien 3, 4 und 7 im Spitzenverkehr gen Markendorf.

Nun geht das Verkehrsaufkommen deutlich zurück. Linie 3 wird wieder zur Kopernikusstraße zurückgezogen und fährt wie bis 1988 nur noch zwischen Kopernikusstraße und Lebuser Vorstadt. Der 7/8-Minuten-Takt auf der Linie 7 wird durch einen 15-Minuten-Takt ersetzt, jeder zweite Zug wird also gestrichen. Schon bald fahren nur noch Solo-KT4D auf Linie 7 (bisher Gotha-Zweiwagenzüge und KT4D-Doppeltraktionen). Statt 16 fahren noch 8 Züge pro Spitzenstunde nach Markendorf. Die Zubringerbuslinie K (heute Bus 987) (Lennéstraße - Kopernikusstraße) fährt nur noch alle 30, nachmittags etwa alle 60 statt 15 Minuten. Dies ist die erste Angebotseinschränkung nach der Wende, weitere werden folgen. Der öffentliche Verkehr nimmt an Bedeutung ab.

Änderungen Straßenbahn ab 13.08.1990
Tram | Tramwaj
Linie 3 Kopernikusstraße - Bahnhof - Platz der Republik - Lebuser Vorstadt
(nur Montag-Freitag 5-20 Uhr)

Nachfolgend gelistet sind die Taktzeiten der von Änderungen betroffenen Linien.

Takte Montag-Freitag Sonnabend/Sonntag täglich
04:00
05:00
05:00
08:00
08:00
13:00
13:00
17:00
17:00
20:00
04:00
05:00
05:00
20:00
20:00
22:00
22:00
00:00
3 - 15' - -
7 - 15' - 15' - - -
 K  - 30' - 60' - - -