110 Jahre Straßenbahn Frankfurt (Oder)
Samstag, 24. Mai 2008

110 Jahre Frankfurter Straßenbahn
110 Jahre Frankfurter Straßenbahn

Am Sonnabend, den 24. Mai 2008 wurde das 110-jährige Bestehen der Frankfurter Straßenbahn nachgefeiert. Der eigentliche Jahrestag lag im Januar, wegen des schöneren Wetters wurden der Geburtstag und ein Tag für die Fahrgäste in den Frühling verlegt. Das Warten hat sich gelohnt.

Fahrzeugkorso: Nach der Eröffnung durch einen Spielmannszug und den Straßenbahnchef setzte sich um 11 Uhr am ehemaligen Betriebshof in der Bachgasse (heute Sitz der Museumswerkstatt für Technik & Verkehr e. V.) ein Fahrzeugkorso, bestehend aus 14 Straßenbahnwagen und (teils) historischen Bussen in Bewegung. Angeführt wurde der Fahrzeugkorso durch den Geraer Triebwagen 29 (Baujahr 1905), der mit seinen 103 Jahren das älteste Fahrzeug des Tages war. Es folgten weitere Gastfahrzeuge, der Cottbuser historische Triebwagen 24 (Baujahr 1928) und sein Beiwagen 13 (Baujahr 1928).

Den nächsten Block bildeten historische Wagen aus Frankfurter Beständen. Vorneweg die beiden Klassiker Wagen 41 und 60 (beide Baujahr 1936). Weiter ging es chronologisch nach dem Baujahr geordnet mit dem LOWA-Triebwagen 38 (Typ ET54, Baujahr 1955). Dieses Fahrzeug wurde 2002 aus Naumburg (dort Tw 28) übernommen, vom Verein Museumswerkstatt hergerichtet und nun erstmals in Frankfurter 70er-Jahre-Farbgebung der breiten Öffentlichkeit präsentiert. Dahinter folgte der Gotha-Wagen 35 (Typ T57, Baujahr 1957), seit einigen Wochen wieder in seiner letzten Linienfarbgebung. Daran schloss sich Frankfurts historischer Gotha-Zug, bestehend aus Tw 49 (Typ T2-62, Baujahr 1964) und Bw 113 (Typ B57, Baujahr 1957) an.

Hinter den historischen Fahrzeugen zeigte die Stadtverkehrsgesellschaft (SVF) ihren Arbeitswagen 2 (Typ T57, Baujahr 1961, ex Tw 32), eine Tatradoppeltraktion mit werbefreier, weißgrüner Farbgebung (Tw 221+220, beide Typ KT4DM, beide Baujahr 1987) und den Niederflurwagen 302 (Typ GT6M, Baujahr 1993). Dahinter konnten die Frankfurter Bürger einen Leoliner kennenlernen. Bei der Neubeschaffung von Straßenbahnwagen nach 2010 könnte dieses Fahrzeug den Zuschlag bekommen. Es handelte sich um einen Gastwagen aus Halberstadt (Tw 5). Dann folgten die Busse, angeführt vom H6B-Zug aus Chemnitz, einem VW Kübelwagen einer Frankfurter Fahrschule, der RTO mit Anhänger aus Eberswalde, Robur, ein Ikarus 280 aus Cottbus in Überlandausführung mit nur zwei Türen, ein Mercedes-Benz-Gelenkdieselbus vom Typ O405G, dem ehemaligen Info-Mobil der SVF (Typ MB O305) und aus dem aktuellen Park je ein Normal- und Gelenkwagen sowie ein Mercedes-Benz-Kleinbus vom Typ Sprinter.

Groß war die Fotografenschar an der Korsostrecke, die die Fahrzeuge von der Bachgasse zum Messegelände am Westkreuz und weiter zum Betriebshof in Neuberesinchen brachte. An der Haltestelle Birkenallee legten die Wagen einen Fotostopp ein. Die Polizei sicherte den Fahrzeugen freies Geleit, an der August-Bebel-Straße hatten Frankfurter gar Tisch und Stühle an die Paradestrecke gestellt. Für den regulären Linienverkehr wurde ein Ersatzverkehr eingerichtet.

Betriebshoffest: Unter dem Namen Tag für die Fahrgäste boten SVF und Museumswerkstatt auch am Nachmittag einiges auf. Auf dem Betriebshof in Neuberesinchen waren Infostände, Imbissbuden, eine Bühne mit Kulturprogramm aufgebaut. Die Frankfurter historischen Wagen 35, 38, 49+113 und 60 absolvierten zahlreiche Sonderfahrten in die Innenstadt. Das dabei eingenommene Fahrgeld hilft der Museumswerkstatt, die alten Bahnen auch künftig zu erhalten und zu betreiben.