Chronik öffentlicher Stadtverkehr 1997-1998
Chronicle public transport 1997-1998 | Historia od 1997 do 1998 roku

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Mittwoch, 1. Januar 1997
Tariferhöhung

Nur zwölf Monate nach der letzten Tariferhöhung steigen die Fahrpreise erneut. Die Einzelfahrt (45 Minuten gültig) steigt von 2,00 DM (entspricht 1,02 €) auf 2,20 DM (1,12 €), die ermäßigten Einzelfahrten bleiben unverändert. Neu ist eine Kurzstreckenkarte (bis zu 3 Haltestellen) für 1,50 DM (0,77 €). Die Tageskarte verteuert sich von 5,00 DM (2,56 €) auf 6,60 DM (3,37 €). Noch gibt es 4-Fahrten-Karten, die von 6,00 DM (3,07 €) auf 6,80 DM (3,48 €) im Preis steigen.



Februar 1997
Fahrzeugverkauf beim Bus

Auch beim Bus werden weniger Fahrzeuge benötigt, schließlich wurde auch hier der Fahrplan kräftig ausgedünnt. So werden Anfang Februar die drei MB O405 (Baujahr 1992) mit den Betriebsnummern B12 bis B14 an einen Zwischenhändler in Frankfurt am Main verkauft.



März 1997
Schleife Kopernikusstr. wird weiter saniert

Erneut wird die Schleife Kopernikusstraße wegen Modernisierung für einige Wochen außer Dienst genommen. Alle Züge der Linien 3 und 4 enden in dieser Zeit in Markendorf.



April 1997
Verschrottung und Abstellung von KT4D/KT4DM

Die erst sieben Jahre alten KT4D-Tw 230-233, die bereits seit 1995 abgestellt sind, werden verschrottet. Die Wagen gingen auf einen Schrottplatz im Örtchen Kunitzer Loose bei Eisenhüttenstadt. Bereits im Februar 1997 begann man mit der Entkernung der Fahrzeuge. Der Wagenkasten des KT4D-Tw 234 (ebenfalls Baujahr 1990) bleibt erhalten und steht noch fünf Jahre im Betriebshof, ehe er Ende 2002 nach Gera verkauft wird.


Die Umstellung des Fahrplanes vom 15- auf einen 20-Minuten-Grundtakt im Juni 1996 hat aber auch bereits modernisierte Fahrzeuge überflüssig werden lassen. So wurde bereits 1996 der KT4DM-Tw 227 abgestellt. Das Fahrzeug kam 1990 fabrikneu nach Frankfurt, verunfallte 1991 schwer und wurde danach als erster KT4D in Frankfurt modernisiert. Ab 1992 begann dann die Serienmodernisierung von 28 weiteren Frankfurter Tatrawagen. Wagen 227 sollte 1996 in seinem Modernisierungszustand den anderen erneuerten Fahrzeugen angeglichen werden. Dieser Umbau wurde aber abgebrochen weil klar war, dass man zu viele Fahrzeuge im Bestand hat. Das Fahrzeug wurde abgestellt und Ende 2005 verschrottet. Ebenfalls 1997 abgestellt wurden die modernisierten Wagen 204 und 213 aus dem ersten Modernisierungslos. Beide Wagen wurden 1987 gebaut und 1992 modernisiert. Beide Wagen wurden ebenfalls im Jahr 2005 verschrottet. Ursprünglich sollten die Fahrzeuge nach Schöneiche ausgeliehen werden, dazu kam es jedoch nie.



Donnerstag, 22.05.1997
Streckenhöchstgeschwindigkeit nach Markendorf reduziert

Die noch keine neun Jahre alte Strecke von der Kopernikusstraße nach Markendorf ist bereits in einem so schlechten Zustand, dass die Streckenhöchstgeschwindigkeit von 60 auf 50 Stundenkilometer reduziert werden muss.



Juli 1997
Oderhochwasser

Depotzufahrt Bachgasse beim Oderhochwasser Das größte Oderhochwasser seit 1947 hält die Region in Atem. Letztendlich hielten die Deiche Dank des Einsatzes tausender Helfer fast überall. In Frankfurt blieben die Schäden sehr gering, auch wenn Frankfurt zum Mittelpunkt der Berichterstattung über das so genannte Jahrhunderthochwasser wurde. Es war nachrichtenarme Zeit und so wurde ein riesiges Theater um das Hochwasser gemacht. Für die Frankfurter Straßenbahn erwies sich noch ein letztes mal die Nähe des Betriebshofes in der Bachgasse zur Oder als Nachteil. Das Depot war überflutet, die unter Wasser stehende Zufahrt zum Betriebshof zeigt das Bild links aus diesen Tagen. Da somit auch die Wendeschleife an der Europa-Universität geflutet war, mussten die Linien 2 und 6 zeitweise zum Stadion umgeleitet werden. Auch das äußere Gleis der Wendeschleife am Stadion durfte nicht befahren werden, weil man ein Abrutschen des nahe der Oder gelegenen Dammes, auf dem sich dieses Gleis befindet, befürchtet hat. Wegen nach oben drückenden Grundwassers ist - soweit ich mich recht entsinne - auch die Strecke in die Lebuser Vorstadt zeitweise stillgelegt worden. Da der Betriebshof in der Bachgasse während des Hochwassers etwa zwei Wochen nicht angefahren werden kann, werden notwendige kleinere Reparaturen und Durchsichten auf dem Grubengleis der Schleife Neuberesinchen durchgeführt. Abgestellt wurden alle Fahrzeuge auf dem im Bau befindlichen Betriebshof in Neuberesinchen. Ab dem 6. August fuhren alle Linien wieder nach Plan.

Foto: Hannelore Busse, Frankfurt (Oder)



Freitag, 8. August 1997
Gleisbau Bahnhofstunnel / Dresdener Platz

Fast sechs Wochen später als geplant beginnen Bauarbeiten am Gleisnetz im Bereich des Bahnhofstunnels und der Haltestelle Dresdener Straße. Ursprünglich wollte man am 30. Juni mit dem Bau beginnen, doch die entsprechenden Finanzmittel standen nicht rechtzeitig zur Verfügung. Der dann geplante Baubeginn am 26. Juli musste ebenfalls verschoben werden, da man wegen des Oderhochwassers andere Sorgen in der Stadt hatte. Am Abend des 8. August ging es dann aber doch los. Erneuert werden Gleise, die Kanalisation und die Haltestelle Dresdener Straße. Linie 1 fährt während der Bauarbeiten zwischen Messegelände und Lebuser Vorstadt, abends und am Wochenende nur zwischen Haltestelle Zentrum und Lebuser Vorstadt, Linie 2 fährt zwischen Messegelände und Stadion. Die Linien 3, 4 und 5 entfallen. Linie 6 fährt im Ersatzverkehr mit Bussen zwischen Johann-Eichorn-Str. und Europa-Universität, am Wochenende und abends zwischen Neuberesinchen und Europa-Universität. Linie 7 fährt ganztägig und abends zwischen Markendorf und Neuberesinchen. Wie schon beim Hochwasser wird das Grubengleis in der Schleife Neuberesinchen für Durchsichten und kleine Reparaturen genutzt. Johann-Eichorn-Str. gearbeitet. Insgesamt werden 1.300 Meter Gleis ausgewechselt, im Bereich der Fürstenberger Str. entsteht ein Rasengleis. Die Tramlinien 3, 4 und 5 entfallen. Die Linie 1 fährt zwischen Messegelände und Lebuser Vorstadt, Linie 2 zwischen Messegelände und Stadion. Die Linie 7 fährt mit dichterem Takt zwischen Markendorf und Neuberesinchen. Als Linie 6 wird der Ersatzverkehr mit Bussen zwischen der Innenstadt (Haltestelle Europa-Universität) und der Haltestelle Johann-Eichorn-Str. bezeichnet, wo in die Linie 7 zur Weiterfahrt in Richtung Neuberesinchen oder Kopernikusstr./Markendorf umgestiegen werden muss.



Montag, 06.10.1997
Fahrplanwechsel

Neuer Fahrplan 1997/98
(06.10.1997-13.06.1998)

Nach dem Abschluss von Gleisbauarbeiten im Bereich des Bahnhofstunnels und der Dresdener Str. wird ein neuer Fahrplan eingeführt. Große Änderungen gibt es nicht, lediglich die Buslinien A (heute 980) und B (981) erhalten zwischen den Haltestellen Puschkinstr. und Bahnhof eine neue Wegführung. Statt der Haltestelle Bardelebenstr., wo sie seit Ende 1980-er Jahre halten, bedienen sie nun die zu diesem Zeitpunkt umbenannte Straßenbahnhaltestelle Dresdener Platz (bisher Dresdener Str.), wo sie mit den Tramlinien 1, 3, 4, 5 und 6 verknüpft werden. Die Haltestelle wurde frisch umgebaut, die Bahnsteigkanten mit dem sogenannten Kasseler Bord ausgestattet und die Gleise mit Betonpflastersteinen eingedeckt. Bis Anfang 1998 sind aber Restarbeiten nicht abgeschlossen, so dass die Buslinien A und B vorerst neben der neuen Haltestelle in der Dresdener Straße halten.


Straßenbahn: An Sonn- und Feiertagen wurde der Betriebsbeginn um etwa eine Stunde nach hinten verschoben, so dass die ersten Bahnen jetzt erst zwischen 5 und 5.30 Uhr fahren. Wie erwähnt, heißt die umgebaute Haltestelle Dresdener Str. von nun an Dresdener Platz. Neu ist eine zusätzliche Ausstiegshaltestelle Westkreuz zwischen den Tram-Haltestellen Immenweg und Messegelände.


Bus: Bisher als Personalfahrten durchgeführte Kurse in den Nachtstunden werden nun als neue Nachtbuslinie öffentlich angeboten. Die Linienführung entspricht etwa der heutigen Nachtbuslinie N1. Täglich von etwa 1 bis 4 Uhr fährt ein Bus im 45-Minuten-Takt vom Betriebshof in Neuberesinchen über Birkenallee, Bahnhof, Zentrum, Prager Str., Otto-Nagel-Str., Kießlingplatz und Baumschulenweg zurück zum Betriebshof. Zwischen den Haltestellen Puschkinstr. und Kopernikusstr. und zwischen Meurerstr. und Lennéstr. wird auf den Buslinien A und B nach 19 Uhr probeweise das Aussteigen zwischen den Haltestellen angeboten. Hierbei kann man dem Busfahrer sagen, wo genau man gern aussteigen möchte. Der Busfahrer entscheidet, ob ein sicheres Halten und Aussteigen möglich ist. Mehr als einmal soll zwischen zwei Stationen aber nicht gehalten werden. Neu eingerichtet wurde die Bushaltestelle Potsdamer Str. (Linie A und B) und die Haltestelle Booßen, Kleine Str. (Linie D). Die Buslinien C (982) und K (987) halten nun zusätzlich an der bisher nur von Straßenbahnen bedienten Haltestelle Immenweg. Linie G (985) endet statt am Endpunkt Seefichten bereits an der Haltestelle Heinrich-Heine-Straße. Aufgewertet wird die Buslinie K (987). Sie fährt weiterhin in den Frühstunden zwischen Lennéstr. und Kopernikusstr., erhält darüber hinaus aber zahlreiche neue Fahrten zwischen Spitzkrug und Neuberesinchen (über Prager Str., Nuhnenstr.) während der Ladenöffnungszeiten, also Montags bis Freitags bis etwa 20 Uhr (alle 45 Minuten), an Sonnabenden von etwa 9 bis 16 Uhr (alle 30 Minuten).


 

 

Straßenbahn

Straßenbahn ab 06.10.1997
Tram | Tramwaj

Linie 1

Neuberesinchen - Bahnhof - Zentrum - Lebuser Vorstadt
 

Linie 2

Messegelände - Zentrum - Europa-Universität
 

Linie 3

Kopernikusstraße - Bahnhof - Zentrum - Lebuser Vorstadt
(nur Mo-Fr 6-18 Uhr)

Linie 4

(Markendorf -) Kopernikusstraße - Bahnhof - Zentrum - Stadion
(am Wochenende Markendorf - Kopernikusstr. nur jeder 2. Zug,
im Abendverkehr auf diesem Abschnitt Taxi-Verkehr)

Linie 5

Messegelände - Bahnhof - Neuberesinchen
(nur Mo-Fr 6-18 Uhr)

Linie 6

Neuberesinchen - Bahnhof - Zentrum - Europa-Universität
(nur Mo-Fr 6-18.30 Uhr)

Linie 7

Markendorf - Kopernikusstr. - Neuberesinchen
(nur Mo-Fr 6-8 und 13.30-16 Uhr)

Stadtbus

Stadtbus ab 06.10.1997
Bus | Autobus

Linie A

Seefichten - Ziolkowskiallee - Bahnhof - Zentrum - Hamburger Str. - Messegelände - Meurerstr.
(ab 20 Uhr erst ab Ziolkowskiallee, dabei von Kopernikusstr. wie Linie B)

Linie B

Kopernikusstr. - Bahnhof - Zentrum - Hamburger Str. - Spitzkrug
 

Linie C

Bahnhof - Messegelände - Rosengarten - Lichtenberg - Markendorf - Klinikum
(nur bis 19 Uhr)

Linie D

Bahnhof - Zentrum - Prager Str. - Spitzkrug - Kliestow - Booßen
(nur bis 19 Uhr)

Linie F

Bahnhof - Zentrum - Grenzbahnhof - Güldendorf - Lossow (- Helene-See)
(nur bis 19 Uhr, zum Helene-See nur Saisonverkehr Mai bis Oktober)

Linie G

Bahnhof - Zentrum - Prager Str. - Heinrich-Heine-Str.
(nur Mo-Fr 6-8 und 14.30-17 Uhr)

Linie H

Spitzkrug - Hamburger Str. - Zentrum - Bahnhof - Helene-See
(nur Saisonverkehr Juni bis September und nur Tagesverkehr)

Linie K

Neuberesinchen - Südring - Messegelände - Prager Str. - Spitzkrug
(nur Mo-Sa im Tagesverkehr)

Nachtwagen

SVF-Betriebshof - Bahnhof - Zentrum - Prager Str. - Otto-Nagel-Str. - SVF-Betriebshof
(nur Nachtverkehr 1-4 Uhr)


Nachfolgend gelistet sind die Taktfolgen der Straßenbahnlinien (Linie 1-7) und der im Takt fahrenden Buslinien (Linie A, B, G und K). Die Stundenangaben in der zweiten Zeile sind nur als ca.-Angaben zu verstehen, bei Linie 4 ist zu beachten, dass sich für den Abschnitt Markendorf - Kopernikusstr. am Wochenende der Takt halbiert, da dann jeder zweite Zug nur von/bis Kopernikusstr. fährt. Die Saisonbuslinie H fährt von Anfang Mai bis Ende August alle 120 Minuten. Ihre Einsatzzeit war etwa 8 bis 20 Uhr.


Takt Montag-Freitag Samstag Sonntag täglich
4-5 5-8 8-14 14-18 18-20 4-8 8-16 16-20 5-9 9-20 20-22 22-23
1 30' 20' 30' 20' 30' 20' 20' 30'-40'
2 30' 20' 30' 20' 30' 20' 20' 30'-40'
3 - 20' - - - -
4 30' 20' 30' 20' 30' 20' 20' 30'-40'
5 - 20' - - - -
6 - 20' - - - -
7 - 20' - 20' - - - -
A 30' 20' 40' 60' 40' 60' 40' 40'
B 30' 20' 60' 20' 40' 60' 40' 40'
G - 40' - 40' - - - -
K - 40' 45' - 30' - - -


Oktober 1997
Gleisbogenschmieranlagen in Betrieb genommen

Unweit der Haltestelle Wintergarten im Stadtteil Neuberesinchen und an der Straßenbahnbrücke über die Große Müllroser Straße wurden jeweils am stadtauswärts führenden Gleis stationäre Gleisbogenschmieranlagen in Betrieb genommen.



März 1998
Zufahrtsgleise zu neuen Werkstatthallen in Neuberesinchen angeschlossen

Im zu diesem Zeitpunkt im Bau befindlichen Betriebshof Neuberesinchen werden die Zufahrtsgleise zu den neuen Werkstatthallen angeschlossen. Der Tiefbau wurde bereits im November 1997 weitgehend abgeschlossen, seitdem wurden die Werkstatthallen errichtet. Im April wird eine überdachte Besandungsanlage in Betrieb genommen, in der auf zwei Gleisen Straßenbahnen wie an einer Tankstelle über Zapfpistolen mit Sand zum Bremsen befüllt werden können.



Donnerstag, 30. April 1998
Wendeschleife Lebuser Vorstadt wird niederflurtauglich

Weil es immer wieder Probleme mit den Niederflurwagen in der Schleife Lebuser Vorstadt gab, es kam mehrmals zu Entgleisungen, fahren seit Monaten keine GT6M mehr dorthin. Die Ursache der Gleisschwäche ist am 30. April behoben.



Sonnabend, 9. Mai 1998
100 Jahre Strom und Straßenbahn in Frankfurt (Oder)

Gotha-Zug 49 + 113 auf der 100-Jahr-Feier Anlässlich des Doppeljubiläums 100 Jahre Strom und Straßenbahn in Frankfurt (Oder) findet im damaligen Betriebshof Bachgasse ein Tag der offenen Tür statt. Letztmalig konnte der alte Werkstattbereich besichtigt werden, des Weiteren wurden Fahrzeuge der Frankfurter Tram ausgestellt. Mit historischen Fahrzeugen wurde ein Fahrzeugkorso durch die Stadt veranstaltet. Zum Anlass des Jubiläums wurde auch eine sehr gelungene Festschrift zum Thema herausgebracht. Das Stadtarchiv Frankfurt (Oder) hat wesentliche Teile davon ins Internet gestellt: 100 Jahre Strom und Straßenbahn in Frankfurt (Oder). Bei bestem Wetter konnten an diesem Tag auch zahlreiche Fahrzeuge anderer Verkehrsbetriebe bestaunt werden. Darunter ein Pferdebahnwagen aus Naumburg, LOWA-Triebwagen 42 aus Brandenburg an der Havel, ein historischer Straßenbahnzug aus Cottbus (Tw 24 + Bw 13), der historische Triebwagen 7 aus Zwickau und einige Busse. Die Nutzung des Nahverkehrs war an diesem Tag kostenlos. Zum Jubiläum erhielt der Frankfurter Gotha-Beiwagen 113 wieder elfenbeinfarbenen Lack und absolvierte bereits Ende April 1998 erste Probefahrten, gezogen vom historischen Triebwagen 49. Das Bild zeigt beide Fahrzeuge am 9. Mai in der Bachgasse.

Foto: André Reißig, Vogelsang



Sonntag, 14.06.1998
Fahrplanwechsel

Neuer Fahrplan 1998/99
(14.06.1998-29.05.1999)

Eigentlich am 24. Mai sollte der Fahrplanwechsel vollzogen werden. Doch die Ausgabe einheitlich gestalteter Fahrpläne für das gesamte Gebiet des in Gründung befindlichen Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) zog sich etwas hin, so dass in Frankfurt der neue Fahrplan erst eingeführt wurde, als auch die Fahrplanhefte vorlagen. Große Änderungen gab es nicht, bis auf das neue Heft im VBB-Design und die VBB-konforme Neubenennung der Buslinien. Die Linien 2 und 5 der Straßenbahn erhielten zusätzliche Fahrten während der Vorlesungstage der Europa-Universität Viadrina. Im neuen Fahrplanheft waren nun alle Nahverkehrslinien, die Frankfurt berührten zusammengefasst, also auch die Regionalbuslinien und die Regionallinien der Eisenbahn. Der Anmietverkehr genannte Einsatz von Kleinbussen von Subunternehmern der Stadtverkehrsgesellschaft wurde stark ausgeweitet, die Vorortbuslinien fuhren am Wochenende inzwischen fast ausschließlich so.


Straßenbahn: Auf den Tramlinien wird weiterhin von etwa 4.30 bis 22 Uhr im 20-Minuten-Takt, danach bis ca. 23.30 Uhr alle 30-40 Minuten gefahren. Die volle Betriebszeit über im Einsatz sind weiterhin die drei Hauptlinien 1, 2 und 4, die Linien 3, 5 und 6 fahren zusätzlich Montag bis Freitag im Tagesverkehr, Linie 7 nur Montag bis Freitag in den Hauptverkehrszeiten. Der Abschnitt Kopernikusstr. - Markendorf wird im Abend- und Wochenendfrühverkehr weiterhin im Taxibetrieb bedient, alle 20-40 Minuten besteht diese Fahrtmöglichkeit, immer mit Anschluss von/zur Linie 4 an der Kopernikusstraße. Am Wochenende endet aber weiterhin jeder zweite Zug der Linie 4 schon an der Kopernikusstr., so dass nach Markendorf dann nur alle 40 Minuten eine Bahn rollt.


Bus: Die wesentlichste Neuerung bei den Buslinien ist die Einführung neuer Linienbezeichnungen, die somit im gesamten Verkehrsbereich des Verbundes VBB eindeutig sind. Aus der Buslinie A wurde die Linie 980, Linie B wurde zur Linie 981, Linie C zur 982, Linie D zur 983, Linie F zur 984, Linie G zur 985, Linie H zur 986, Linie K zur 987 und die Nachtbusse fahren künftig als Linie N1 durch die Stadt. Die seit 1980 bestehende Lücke in der Nummerierung der Buslinien durch den Wegfall der Buslinie E wurde somit geschlossen.


 

 

Straßenbahn

Straßenbahn ab 14.06.1998
Tram | Tramwaj

Linie 1

Neuberesinchen - Bahnhof - Zentrum - Lebuser Vorstadt
 

Linie 2

Messegelände - Zentrum - Europa-Universität
 

Linie 3

Kopernikusstraße - Bahnhof - Zentrum - Lebuser Vorstadt
(nur Mo-Fr 6-18 Uhr)

Linie 4

(Markendorf -) Kopernikusstraße - Bahnhof - Zentrum - Stadion
(am Wochenende Markendorf - Kopernikusstr. nur jeder 2. Zug,
im Abendverkehr auf diesem Abschnitt Taxi-Verkehr)

Linie 5

Messegelände - Bahnhof - Neuberesinchen
(nur Mo-Fr 6-18 Uhr)

Linie 6

Neuberesinchen - Bahnhof - Zentrum - Europa-Universität
(nur Mo-Fr 6-18.30 Uhr)

Linie 7

Markendorf - Kopernikusstr. - Neuberesinchen
(nur Mo-Fr 5.30-8 und 13-16 Uhr)

Stadtbus

Stadtbus ab 14.06.1998
Bus | Autobus

Linie 980 (A)

Seefichten - Ziolkowskiallee - Bahnhof - Zentrum - Hamburger Str. - Messegelände - Meurerstr.
(ab 20 Uhr erst ab Ziolkowskiallee, dabei von Kopernikusstr. wie Linie B)

Linie 981 (B)

Kopernikusstr. - Bahnhof - Zentrum - Hamburger Str. - Spitzkrug
 

Linie 982 (C)

Bahnhof - Messegelände - Rosengarten - Lichtenberg - Markendorf - Klinikum
(nur bis 19 Uhr)

Linie 983 (D)

Bahnhof - Zentrum - Prager Str. - Spitzkrug - Kliestow - Booßen
(nur bis 19 Uhr)

Linie 984 (F)

Bahnhof - Zentrum - Grenzbahnhof - Güldendorf - Lossow (- Helene-See)
(nur bis 19 Uhr, zum Helene-See nur Saisonverkehr Mai bis Oktober)

Linie 985 (G)

Bahnhof - Zentrum - Prager Str. - Heinrich-Heine-Str.
(nur Mo-Fr 6-8 und 14.30-17 Uhr)

Linie 986 (H)

Spitzkrug - Hamburger Str. - Zentrum - Bahnhof - Helene-See
(nur Saisonverkehr Juni bis September und nur Tagesverkehr)

Linie 987 (K)

Neuberesinchen - Südring - Messegelände - Prager Str. - Spitzkrug
(nur Mo-Sa im Tagesverkehr)

Linie N1

SVF-Betriebshof - Bahnhof - Zentrum - Prager Str. - G.-Hauptmann-Str. - Baumschulenweg - SVF-Betriebshof
(nur Nachtverkehr 1-4 Uhr)


Nachfolgend gelistet sind die Taktfolgen der Straßenbahnlinien (Linie 1-7) und der im Takt fahrenden Buslinien (Linie 980, 981, 985 und 987). Die Stundenangaben in der zweiten Zeile sind nur als ca.-Angaben zu verstehen, bei Linie 4 ist zu beachten, dass sich für den Abschnitt Markendorf - Kopernikusstr. am Wochenende der Takt halbiert, da dann jeder zweite Zug nur von/bis Kopernikusstr. fährt. Buslinie 987 fuhr Montags bis Freitags morgens mit einzelnen Fahrten, dann von etwa 10 bis 20 Uhr alle 45 Minuten, Sonnabends während der Ladenöffnungszeiten von etwa 10 bis 16 Uhr alle 30 Minuten. Die Saisonbuslinie 986 fuhr von Juni bis Ende August alle 60, im September alle 120 Minuten. Ihre Einsatzzeit war etwa 7 bis 20 Uhr.


Takt Montag-Freitag Samstag Sonntag täglich
4-5 5-8 8-14 14-18 18-20 5-8 8-16 16-20 5-9 9-20 20-22 22-23
1 30' 20' 30' 20' 30' 20' 20' 30'-40'
2 30' 20' 30' 20' 30' 20' 20' 30'-40'
3 - 20' - - - -
4 30' 20' 30' 20' 30' 20' 20' 30'-40'
5 - 20' - - - -
6 - 20' - - - -
7 - 20' - 20' - - - -
980 30' 20' 40' 60' 40' 60' 40' 40'
981 30' 20' 60' 20' 40' 60' 40' 40'
985 - 60' - 40' - - - -
987 - 40' 45' - 30' - - -


Mittwoch, 1. Juli 1998
SVF Tochterunternehmen der Stadtwerke

Die Stadtverkehrsgesellschaft (SVF) wird ein Tochterunternehmen der Stadtwerke Frankfurt (Oder). Der Zusammenschluss soll vor allem steuerliche Vorteile bringen. Die SVF behält weiterhin ihre eigene Identität.



Freitag, 7. August 1998
Partywagen 54 verkauft

Abschiedsfahrt Partywagen 54 Der Partywagen 54 wechselt seinen Eigentümer. Neue Besitzer sind die Inhaber des Spreewaldbahnhof Burg im Spreewald. Der Wagen wurde 1957 gebaut, kam 1980 aus Erfurt und wurde 1993 zum Partywagen umgestaltet. 1997 kündigte der Betreiber des Fahrzeugs, ein heute nicht mehr existierendes Hotel, im Mai 1998 kam der Wagen beim Festkorso noch einmal zum Einsatz. Bei einer Abschiedsfahrt am 6. August entstand das nebenstehende Foto. Am 7. August ging der Wagen nach Cottbus, wo er bei Sonderfahrten zum Einsatz kommen soll.

Foto: Ralf Großkopp, Frankfurt (Oder)



Montag, 10. August 1998
Gleisbau Bahnhofstr. und Fürstenberger Str.

Umfangreiche Gleisbaumaßnahmen beeinträchtigen erneut wochenlang den Straßenbahn- und Busverkehr in der Stadt. Es wird in der Bahnhofstraße und an der Strecke zwischen der Fürstenberger Straße und dem Gleisdreieck Johann-Eichorn-Str. gearbeitet. Insgesamt werden 1.300 Meter Gleis ausgewechselt, im Bereich der Fürstenberger Str. entsteht ein Rasengleis. Die Tramlinien 3, 4 und 5 entfallen. Die Linie 1 fährt zwischen Messegelände und Lebuser Vorstadt, Linie 2 zwischen Messegelände und Stadion. Die Linie 7 fährt mit dichterem Takt zwischen Markendorf und Neuberesinchen. Als Linie 6 wird der Ersatzverkehr mit Bussen zwischen der Innenstadt (Haltestelle Europa-Universität) und der Haltestelle Johann-Eichorn-Str. bezeichnet, wo in die Linie 7 zur Weiterfahrt in Richtung Neuberesinchen oder Kopernikusstr./Markendorf umgestiegen werden muss.



Montag, 21. September 1998
Gleisbau Gleisdreieck Johann-Eichorn-Str. Richtung Neuberesinchen

Im zweiten Bauabschnitt der seit August dauernden Bauarbeiten wird im Gleisdreieck Johann-Eichorn-Str. gearbeitet. Nach Neuberesinchen fährt in dieser Zeit keine Bahn. Linie 1 fährt weiterhin Messegelände - Lebuser Vorstadt, Linie 2 wieder Messegelände - Europa-Universität. Linie 3 fährt zwischen Lebuser Vorstadt und Kopernikusstraße, in den Hauptverkehrszeiten weiter bis Markendorf. Linie 4 fährt zwischen Markendorf und Stadion und der Ersatzverkehr mit Bussen als Linie 6 fährt von Neuberesinchen bis Europa-Universität. Die Linien 5 und 7 entfallen.



Montag, 28. September 1998
Gleisbau Gleisdreieck Johann-Eichorn-Str. Richtung Markendorf

Im dritten und letzten Bauabschnitt der seit August dauernden Bauarbeiten wird im Gleisdreieck Johann-Eichorn-Str. an den Gleisen in Richtung Kopernikusstr./Markendorf gebaut. Linie 1 fährt bereits wieder nach Fahrplan zwischen Neuberesinchen und Lebuser Vorstadt. Auch Linie 2 fährt wieder nach Fahrplan zwischen Messegelände und Europa-Universität. Linie 3 wird umgeleitet und fährt von der Lebuser Vorstadt parallel zur Linie 1 nach Neuberesinchen. Als Linie 4 wird der Ersatzverkehr mit Bussen zwischen Kopernikusstr. und Stadion bezeichnet. Die Linien 5 und 6 fahren ebenfalls wieder auf ihrem normalen Linienweg nach Fahrplan, Linie 7 entfällt. Ebenfalls mit Straßenbahnen betrieben wird der Abschnitt Markendorf - Kopernikusstraße, wo Heck-an-Heck-Traktionen von KT4DM zum Einsatz gekommen sein dürften.



Montag, 12. Oktober 1998
Gleisbau beendet

Die im August begonnen Baumaßnahmen an den Gleisen in der Bahnhofstraße und zwischen den Haltestellen Dresdener Platz und Johann-Eichorn-Str. konnten abgeschlossen werden. Der Straßenbahn- und Busverkehr läuft wieder nach Fahrplan. In der Bahnhofstraße liegt das Gleis auf einer Ortbetonplatte und wurde mit schallabsorbierenden Gummiverkleidungen ausgestattet. Die Fahrbahndecke zwischen den Gleisen besteht aus einer Bitumendeckschicht. Zwischen dem Bahnübergang Fürstenberger Str. und der Brücke über die Große Müllroser Straße lagert das Gleis auf Stahlbeton-Fertigteil-Gleisrosten. In den Zwischenräumen wurden - damals erstmalig in Frankfurt (Oder) - Mutterboden und Rollrasen eingebracht. Die restliche erneuerte Strecke einschließlich Gleisdreieck Johann-Eichorn-Str. wurde in der herkömmlichen Bauart mit Holzschwellen im Schotterbett errichtet. Während der Bauarbeiten wurden Reparaturen und Durchsichten an Fahrzeugen nicht mehr auf dem Grubengleis der Schleife Neuberesinchen, sondern bereits im im Bau befindlichen Betriebshof Neuberesinchen durchgeführt.


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