Chronik öffentlicher Stadtverkehr 1995-1996
Chronicle public transport 1995-1996 | Historia od 1995 do 1996 roku

Stand:   -   german only | tylko po niemiecku german only | tylko po niemiecku


Januar 1995
Neue Ampel

An der Kreuzung Berliner Straße / Herbert-Jensch-Straße geht eine neue Ampelanlage in Betrieb. An dieser Stelle kreuzt die Frankfurter Straßenbahn die Gleise der so genannten Hafenbahn. Die Anlage ist mit einer Vorrangschaltung für die Straßenbahn ausgestattet.



Mittwoch, 01.02.1995
KT4DM-Triebwagen mit abweichender Farbgebung

KT4DM-Tw 226 in weißer Farbgebung Der an diesem Tag von der Modernisierung in Mittenwalde zurückgekehrte KT4DM-Tw 226 ist anders als die anderen Fahrzeuge nicht in den Farben der SVF sondern komplett weiß lackiert. Er erhielt eine Totalreklame für den Optikdiscounter Fielmann. Wagen mit Totalreklame gab es zu diesem Zeitpunkt seit über zwei Jahren nicht mehr. Das Foto vom 07.12.1998 zeigt den Wagen 226 in eben dieser Lackierung nahe der Haltestelle Kopernikusstraße.

Foto: Gerald Renger, Frankfurt (Oder)



Montag, 06.02.1995
Taxi statt Straßenbahn im Abendverkehr nach Markendorf

Wegen des geringen Fahrgastaufkommens in Richtung Markendorf endet die Straßenbahnlinie 4 nun ab 20 Uhr bereits an der Kopernikusstraße. Im Anschluss wird ein Taxi eingesetzt. Bis April will man sehen ob dieses Angebot ausreichend ist und ob man damit Einsparungen erzielen kann.



Dienstag, 21.02.1995
Dritter Niederflurwagen eingetroffen

GT6M-Tw 303 vor dem damaligen Betriebshof Bachgasse Der dritte Niederflurwagen vom Typ GT6M, Tw 303 (Baujahr 1994), trifft in Frankfurt ein. Auf dem nebenstehenden Foto steht der Wagen im Sommer 1995 vor dem damaligen Betriebshof in der Bachgasse.

Foto: Michael Busse, Berlin



Donnerstag, 20.04.1995
Frankfurter Niederflurwagen auf Tournee

Der am 21.02. angelieferte Niederflurwagen 303 geht zu Vorführungszwecken bis Juli 1995 nach Cottbus. In diesem Sommer findet in Cottbus die Bundesgartenschau statt und der Wagen absolviert gemeinsam mit anderen Niederflurwagen aus anderen deutschen Städten Linienfahrten auf den Cottbuser Linien 2 und 4. Schlussendlich entscheidet man sich in Cottbus nicht für die Beschaffung fabrikneuer Niederflurwagen sondern stattet modernisierte KT4D mit einem niederflurigen Mittelteil aus. Am 28.07.1995 traf das Fahrzeug wieder in Frankfurt ein.



Freitag, 28.04.1995
Wieder Frankfurter Gotha-Wagen nach Naumburg

Tw 29 in der Herbert-Jensch-Str. im Jahr 1979 Der Gotha-Triebwagen 29II (Baujahr 1958, Typ T57) geht zur Straßenbahn nach Naumburg und wird dort in den folgenden Jahren als Tw 35 eingesetzt. Im Jahr 2002 allerdings kommt dieser Wagen zurück nach Frankfurt und wird seit dem von der Museumswerkstatt für Technik und Verkehr e. V. betreut. Zeitgleich werden die letzten Gothawagen aus dem Verkehr genommen und verschrottet, denn nach dem Abschluss der Modernisierung von 29 KT4D sind diese Wagen nun abkömmlich. Die Gotha-Triebwagen 32II und 35II werden zu Arbeitswagen umgestaltet. Das Foto zeigt den nun nach Naumburg abgegebenen Triebwagen 29 im Jahr 1979 als Linie 3 an der Haltestelle Marö-Werke (heute Am Winterhafen) mit dem Reko-Bw 115III.

Foto: Reichenbach, aus Straßenbahnarchiv 6, transpress 1986



Montag, 26.06.1995
Erster Bauabschnitt Gleisbau Bahnhofstraße

Zwölf Jahre nach der letzten grundlegenden Sanierung (siehe 01.10.1983) wird ein Herzstück der Frankfurter Straßenbahn erneuert, die Kreuzung Heilbronner, Ecke Bahnhofstraße. Das Gleisdreieck gehört zu den am stärksten von Trams befahrenen Gleisabschnitten und bis auf die Linie 7 berühren alle Tramlinien diesen Punkt im Netz der Frankfurter Straßenbahn. Entsprechend groß sind die Auswirkungen auf den Linienverkehr wenn dieses Netzstück erneuert wird. Es werden das Gleisdreieck und jeweils etwa 30 Meter Anschlussgleis in alle drei Richtungen erneuert, neue Weichen eingebaut und eine Ampelanlage mit Vorrangschaltung für Bus und Bahn errichtet. In der ersten Bauphase, die an diesem Tag beginnt, wird das Gleisstück und die Weichen in der Heilbronner Straße westlich der Kreuzung saniert. Betroffen sind die Straßenbahnlinien 2 und 5, sowie der Auto- und Busverkehr. Da die Buslinien A und B (heute 980 und 981) damals aus Richtung Baumschulenweg zum Bahnhof noch die Haltestelle Bardelebenstr. (heute Kleist-Forum) anfahren, werden sie über die Haltestelle Dresdener Str. (heute Dresdener Platz) umgeleitet. Linie 5 wird eingestellt und Linie 2 fährt tagsüber im 15-Minuten-Takt, abends alle 20 Minuten im Ersatzverkehr mit Bussen zwischen Messegelände und Franz-Mehring-Straße (Nähe Haltestelle Platz der Republik [heute Zentrum]). Die anderen Linien fahren in dieser Phase noch unverändert.



Montag, 17.07.1995
Zweiter Bauabschnitt Gleisbau Bahnhofstraße

Die zweite Phase der Erneuerung des Gleisdreiecks an der Bahnhofstraße beginnt (ich bin mir nicht sicher, ob es wirklich am 17.07. losging, dieser Termin war aber als Startpunkt vorgesehen). Nun werden Gleise und Weichen am östlichen Ende des Gleisdreiecks erneuert. Betroffen sind diesmal die Linien 1, 2, 3, 4, 6 und die Buslinien A (heute 980), B (981), D (983), F (984), G (985) und die damals hier noch entlang fahrende Linie H (986). Dabei wird die Haltestelle Platz der Republik (heute Zentrum) behindertengerecht umgebaut. Die Bahnsteighöhe beträgt nach dem Umbau 23 cm, die Bahnsteige werden aber von etwa 100 Meter auf 70 Meter gekürzt. An den Enden entstehen behindertengerechte Rampen. Die Straßenbahnlinien 2, 3 und 6 werden vorübergehend eingestellt. Die Linie 1 verbindet die beiden Streckenäste zur Lebuser Vorstadt und zum Stadion miteinander. Seit dem später erfolgten Umbau der Kreuzung am Platz der Republik wurden Weichen und Gleise so geändert, dass diese Linienführung heute nicht mehr möglich wäre. Die Linie 4 fährt vom Messegelände nach Markendorf mit Zusatzfahrten bis zur Kopernikusstr., die Linie 5 wird wieder eingeführt und fährt auch abends und am Wochenende weil die Linie 1 während dieser Bauphase nicht Neuberesinchen erreicht. Linie 7 bleibt unverändert.



Donnerstag, 03.08.1995
Dritter Bauabschnitt Gleisbau Bahnhofstraße

Heck-an-Heck-Traktion Die dritte Phase der Erneuerung des Gleisdreiecks an der Bahnhofstraße beginnt (ich bin mir nicht sicher, ob es wirklich am 03.08. losging, dieser Termin war aber als Startpunkt vorgesehen). In dieser letzten Phase werden Gleise und Weichen am südlichen Ende des Gleisdreieckes, also in der Bahnhofstr. erneuert. Dabei werden die neuen Gleise in diesem Bereich mit einer Gummiummantelung zur Schallreduzierung versehen. Die Linien 3, 4 und 5 entfallen, Linie 2 fährt Messegelände - Stadion, Linie 1 fährt vom Messegelände zur Lebuser Vorstadt und Linie 7 ist von der ganzen Baumaßnahme insofern betroffen, dass sie in dieser Bauphase auch abends und am Wochenende fährt und an der Johann-Eichorn-Str. den Anschluss von und zur Linie 6 in die Innenstadt übernimmt. Zwischen Neuberesinchen und der Baustelle in der Bahnhofstraße pendelt Linie 6. Zum Einsatz kommen dabei KT4DM-Heck-an-Heck-Traktionen. Die Wagen 223-226, 228 und 229 haben die entsprechenden technischen Voraussetzungen. Mit der Ausmusterung der letzten Gotha-Wagen vor wenigen Wochen stehen echte Zweirichtungswagen nicht mehr zur Verfügung. Das Foto zeigt die in Sarotti-Totalreklame gehaltenen KT4DM 229 und 228 in Heck-an-Heck-Traktion zwischen Johann-Eichorn-Str. und Dresdener Str. im August 1995 auf der Fahrt in Richtung Bahnhofstraße. Die Haltestellen Große Oderstraße und Oderturm werden in dieser Zeit nicht bedient.

Foto: Michael Busse, Berlin



Montag, 21.08.1995
Fahrplanwechsel

Liniennetz 1995 Neuer Fahrplan 1995/96
(21.08.1995-01.06.1996)

Die Gleisbauarbeiten am Gleisdreieck Bahnhofstraße sind abgeschlossen, ein neuer Fahrplan für die Straßenbahn- und Buslinien erlangt Gültigkeit. In den Linienwegen ändert sich zum vorherigen Fahrplan vom 01.08.1994 nichts. Auch die Betriebs- und Taktzeiten bleiben unverändert. Lediglich der abendliche Taxiverkehr zwischen Markendorf und der Kopernikusstr., der aber bereits seit 6. Februar 1995 durchgeführt wird, stellt eine Änderung dar. Umbenannt wurden die Haltestellen Platz der Republik in Zentrum und Große Oderstraße in Europa-Universität.


Straßenbahn: Auf den Tramlinien wird weiterhin von 4.30 bis 20 Uhr (Sonnabend und Sonntag bis 18 Uhr) im 15-Minuten-Takt, danach bis ca. 22.30 Uhr im 20-Minuten-Takt gefahren, worauf bis gegen Mitternacht alle 40 Minuten gefahren wird. Die volle Betriebszeit über im Einsatz sind die drei Hauptlinien 1, 2 und 4, die Linien 3, 5 und 6 fahren zusätzlich Montag bis Freitag im Tagesverkehr, Linie 7 nur Montag bis Freitag in den Hauptverkehrszeiten. Zu diesem Zeitpunkt zeichnet sich bereits ab, dass für die fünf überzähligen KT4D-Tw 230-234 wohl kein Käufer zu finden sein wird. Da die neuen Weichen am Gleisdreieck Bahnhofstr. nur mit einer so genannten IMU-Steuerung schaltbar sind, welche die nicht modernisierten KT4D nicht besitzen, können diese Wagen sinnvoll nur noch auf der Linie 7, und somit nur noch in den Hauptverkehrszeiten Montag bis Freitag eingesetzt werden.


Bus: Auch beim Bus bleibt vieles beim Alten. Neu ist, dass abends und am Wochenende auch hier Leistungen mit Linientaxis erbracht werden. Auf den Linien C (heute 982) und F (984) betrifft das einzelne Fahrten in Tagesrandlage am Wochenende, auf Linie D fahren am Wochenende vormittags Linientaxis zwischen Booßen und Hamburger Str., wo Anschluss zur Buslinie B besteht. Trotz des erfolgten Umbaus der Haltestelle Zentrum hält hier übrigens anders als heute weiterhin nur die Buslinie F (984).


 

 

Straßenbahn

Straßenbahn ab 21.08.1995
Tram | Tramwaj

Linie 1

Neuberesinchen - Bahnhof - Zentrum - Lebuser Vorstadt
 

Linie 2

Messegelände - Zentrum - Europa-Universität
 

Linie 3

Kopernikusstraße - Bahnhof - Zentrum - Lebuser Vorstadt
(nur Mo-Fr 6-17.30 Uhr)

Linie 4

(Markendorf -) Kopernikusstraße - Bahnhof - Zentrum - Stadion
(außerhalb der HVZ Markendorf - Kopernikusstr. nur jeder 2. Zug,
im Abendverkehr auf diesem Abschnitt Taxi-Verkehr)

Linie 5

Messegelände - Bahnhof - Neuberesinchen
(nur Mo-Fr 6-17 Uhr)

Linie 6

Neuberesinchen - Bahnhof - Zentrum - Europa-Universität
(nur Mo-Fr 6-18 Uhr)

Linie 7

Markendorf - Kopernikusstr. - Neuberesinchen
(nur Mo-Fr 5.30-8 und 13-16 Uhr)

Stadtbus

Stadtbus ab 21.08.1995
Bus | Autobus

Linie A

Seefichten - Ziolkowskiallee - Bahnhof - Hamburger Str. - Messegelände - Meurerstr.
(ab 20 Uhr erst ab Ziolkowskiallee, dabei von Kopernikusstr. wie Linie B)

Linie B

Kopernikusstr. - Bahnhof - Hamburger Str. - Spitzkrug
 

Linie C

Bahnhof - Messegelände - Rosengarten - Lichtenberg - Markendorf - Klinikum
(nur bis 19 Uhr)

Linie D

Bahnhof - Prager Str. - Spitzkrug - Kliestow - Booßen
(nur bis 19 Uhr)

Linie F

Bahnhof - Grenzbahnhof - Güldendorf - Lossow (- Helene-See)
(nur bis 19 Uhr, zum Helene-See nur Saisonverkehr Mai bis Oktober)

Linie G

Bahnhof - Prager Str. - Seefichten
(nur Mo-Fr 6-8 und 14.30-17 Uhr)

Linie H

Bahnhof - Helene-See
(nur Saisonverkehr Mai bis Oktober und nur Tagesverkehr)

Linie K

Kopernikusstr. - Messegelände - Lennéstr.
(nur Mo-Fr 3 Fahrten pro Richtung)


Nachfolgend gelistet sind die Taktfolgen der Straßenbahnlinien (Linie 1-7) und der im Takt fahrenden Buslinien (Linie A, B und G). Die Stundenangaben in der zweiten Zeile sind nur als ca.-Angaben zu verstehen, bei Linie 4 ist zu beachten, dass sich für den Abschnitt Markendorf - Kopernikusstr. außer Montag-Freitag von 5-8 und 14-18 Uhr der Takt halbiert, da außerhalb dieser Zeiten jeder zweite Zug nur von/bis Kopernikusstr. fährt:


Takt Montag-Freitag Samstag/Sonntag täglich
4-5 5-8 8-14 14-18 18-20 4-7 7-18 18-20 20-22 22-23
1 30' 15' 30' 15' 20' 20' 30'-40'
2 30' 15' 30' 15' 20' 20' 30'-40'
3 - 15' - - -
4 30' 15' 30' 15' 20' 20' 30'-40'
5 - 15' 30' 15' - - -
6 - 15' - - -
7 - 15' - 15' - - -
A 30' 15' 30' 30' 40' 40'
B 30' 15' 30' 30' 40' 40'
G - 30' - 30' - - -


Dienstag, 19.09.1995
Vierter Niederflurwagen eingetroffen

Der vierte Niederflurwagen vom Typ GT6M trifft ein. Er trägt die Wagennummer 304.



Oktober 1995
Umbau von Haltestellen für Niederflurfahrzeuge

Für den bereits angelaufenen Einsatz der Niederflurwagen werden weitere Anpassungen vorgenommen. So wird Ende 1995 die Haltestelle Johann-Eichorn-Straße behindertengerecht umgebaut. Auf dem Abschnitt Kopernikusstraße - Markendorf wurden Haltestellenkanten an das breitere Fahrzeugprofil der GT6M angepasst, so dass diese Wagen nun im gesamten Netz einsetzbar sind.



Dienstag, 24.10.1995
Weitere Niederflurwagen in Frankfurt

Niederflurwagen Nummer fünf mit der Wagennummer 305 trifft in Frankfurt ein. Die letzten drei Niederflurwagen mit den Wagennummern 306, 307 und 308 treffen im November 1995 in Frankfurt ein.



Donnerstag, 16.11.1995
Letzter Einsatz eines nicht modernisierten KT4D

KT4D 233 und KT4DM 214 in der Schleife Messegelände An diesem Tag wird mit Tw 234 letztmalig einer der nicht modernisierten KT4D eingesetzt. Die Modernisierung der KT4D-Tw 201 bis 229 ist abgeschlossen und die nicht modernisierten KT4D-Tw 230 bis 234 werden nun abgestellt. Es war ursprünglich geplant, alle 34 KT4D zu modernisieren. Fahrgastrückgänge, Fahrplanausdünnungen und die Beschaffung von acht Niederflurwagen vom Typ GT6M aber ließen erkennen, dass 34 Tatrawagen zu viel wären für den künftigen Bedarf. So beschloss man in Frankfurt, auf die Modernisierung von fünf KT4D zu verzichten. Da man mit der Modernisierung der ältesten KT4D (ab Baujahr 1987) begann, sind die fünf Wagen mit die neuesten (Baujahr 1990). Die Fahrzeuge werden in der Hoffnung auf einen Käufer zunächst abgestellt. Nach Osteuropa verschenken wollte man die Wagen nicht, auch wenn das zahlreiche andere deutsche Betriebe so gemacht haben. Das Foto zeigt einen der nicht modernisierten KT4D aus dieser Reihe, den Tw 233 neben dem KT4DM-Tw 214 im Frühjahr 1994 in der Schleife Messegelände, im Hintergrund stehen bereits abgestellte Gothawagen wie Bw 138II und in blau der L-Bw 110III.

Foto: Michael Busse, Berlin



Freitag, 01.12.1995
Erster Spatenstich für neues Verwaltungsgebäude

Auf dem Gelände der Abstellanlage Neuberesinchen, welche seit 1988 in Betrieb ist, wird der erste Spatenstich für das neue Verwaltungsgebäude der SVF getätigt. Für 1,8 Mio. DM (etwa 920.000 €) entsteht hier die Leitstelle des Frankfurter Nahverkehrs und Sozial- und Diensträume.



1995
Fahrzeugzu- und abgänge des Jahres

Gotha-Züge 41+103 und 27+111 im Jahr 1994 Das war's. Die letzten Gothawagen sind aus dem Liniendienst ausgeschieden, die letzten nicht modernisierten KT4D sind modernisiert oder abgestellt und neue Niederflurwagen wurden geliefert. Mit dem Jahr 1995 endet eine Epoche, es sind keine Fahrzeuge mehr im Vorwendezustand im Einsatz. Die ältesten Linienfahrzeuge sind acht Jahre, der Altersdurchschnitt der Bahnen im Fahrgastverkehr beträgt 5,8 Jahre. Während noch vor wenigen Jahren fast 120 Straßenbahnwagen in Frankfurt existierten, sind nun noch 37 Stück für den Linienverkehr vorhanden, nebst der fünf abgestellten KT4D-Tw 230-234. Lediglich der Arbeitswagenpark weist noch Gotha- und Rekowagen auf, doch auch dort wird 1996 noch einmal kräftig aufgeräumt. Das Foto zeigt zwei der letzten Gotha-Triebwagen, Tw 27III und Tw 41IV im Januar 1994 auf der Abstellanlage Neuberesinchen, dem heutigen Betriebshof.

Foto: Michael Busse, Berlin



Montag, 01.01.1996
Tariferhöhung

Im Dezember 1994 wurde diese Tariferhöhung noch abgelehnt, nun aber steigen die Preise für eine Einzelfahrt von 1,80 DM (entspricht etwa 0,92 €) auf 2,00 DM (1,02 €), die Monatskarte von 40,00 DM (20,45 €) auf 48,00 DM (24,54 €) und die Tageskarte von 4,50 DM (2,30 €) auf 5,00 DM (2,56 €).



Januar 1996
Fahrplaneinschränkungen wegen Grippewelle

Wegen einer Grippewelle muss in der ersten Januarwoche der Verkehr auf der der HVZ-Buslinie G (heute 985) eingestellt werden. Auch auf den Straßenbahnlinien 5 und 7 wird statt alle 15 nur alle 30 Minuten gefahren.



Freitag, 15.03.1996
Überführungsfahrten

Reko-ATw mit Gel-ABw An der Abstellanlage Neuberesinchen geht der Bau des neuen Betriebshofes mit Werkstätten, Abstellhallen für Straßenbahnen und Busse, mit einem Verwaltungsgebäude und der Leitstelle des Frankfurter Nahverkehrs weiter. Um Platz für die Bauarbeiten zu haben werden mehrere bereits abgestellte Fahrzeuge in die Wendeschleife nach Markendorf gefahren. Das Foto zeigt eine der Überführungsfahrten bestehend aus dem ehemaligen Arbeits-Tw 3III (Typ TZ70/1, Baujahr 1974, 1991 ex Tw 46II) zusammen mit dem 1992 aus Erfurt übernommenen Gelenk-Arbeits-Bw 1 zwischen den Haltestellen Südring und Kopernikusstraße.

Foto: Gerald Renger, Frankfurt (Oder)



Montag, 01.04.1996
Umweltkarte eingeführt

Für 55 DM (entspricht 28,12 €) wird ein neues Tarifangebot, die Umweltkarte eingeführt. Diese ist übertragbar und kann nach 19 Uhr und am Wochenende von bis zu vier weiteren Personen (ohne Einschränkungen) benutzt werden.



Dienstag, 21.05.1996
Warnstreik

Ein Warnstreik legt den gesamten Bus- und Straßenbahnverkehr in den Morgenstunden lahm. Auch am 23.05. ruhte der Bus- und Bahnverkehr für einige Stunden am Nachmittag.



Sonntag, 02.06.1996
Fahrplanwechsel

Liniennetz 1996 Neuer Fahrplan 1996/97
(02.06.1996-05.10.1997)

Erstmals zusammen mit dem Fahrplanwechsel der Deutschen Bahn wird auch im Frankfurter Stadtverkehr ein neuer Fahrplan eingeführt. Er ist der Auftakt für eine Reihe von Verschlechterungen die mit jedem neuen Fahrplan um sich greifen werden. So wird vom seit 1988 gültigen 15-Minuten-Grundtakt auf einen 20-Minuten-Grundtakt umgestellt. Busse fahren verstärkt alle 40 statt alle 30 Minuten. Auf die Frage eines Stadtverordneten ob dieser Fahrplan nicht eine Verschlechterung darstellt antwortet der SVF-Geschäftsführer: "Nein, im wesentlichen bleibt das Angebot konstant. Wir passen es nur besser dem Bedarf und unseren materiellen und personellen Voraussetzungen an ... Die Taktzeiten durchgängig enger zu gestalten könnte zu einem Überangebot führen." Derartig verschleierndes Geschwafel befähigt durchaus zum Politikerdasein. Nur als Mathematiker sollte der Herr nicht tätig werden, denn eine Angebotsreduzierung um 25% als konstantes Angebot zu deklarieren, ist eigentlich nur dreist. Die einzige Verbesserung ist die Verdichtung des vormittäglichen 30-Minuten-Taktes auf der Linie 5 auf eine Wagenfolge von 20 Minuten. In den Linienwegen gab es keine Änderungen. Die Deutsche Bahn stellt mit diesem Fahrplan den Zugverkehr auf der Eisenbahnstrecke von Frankfurt nach Küstrin ein. Die 30 Kilometer lange Strecke war seit 1857 in Betrieb und ist älter als die legendäre Ostbahn von Berlin nach Küstrin und dann weiter in Richtung Ostpreussen.


Straßenbahn: Auf den Tramlinien wird nun von etwa 4.30 bis 22 Uhr im 20-Minuten-Takt, danach bis ca. 23.30 Uhr alle 30-40 Minuten gefahren. Die volle Betriebszeit über im Einsatz sind weiterhin die drei Hauptlinien 1, 2 und 4, die Linien 3, 5 und 6 fahren zusätzlich Montag bis Freitag im Tagesverkehr, Linie 7 nur Montag bis Freitag in den Hauptverkehrszeiten. Der Abschnitt Kopernikusstr. - Markendorf wird im Abend- und Wochenendfrühverkehr weiterhin im Taxibetrieb bedient, alle 20-40 Minuten besteht diese Fahrtmöglichkeit, immer mit Anschluss von/zur Linie 4 an der Kopernikusstraße. Verdichtet wurde der Takt auf der Linie 5 vormittags von alle 30 auf alle 20 Minuten und auch der Abschnitt Kopernikusstr. - Markendorf wird werktags vormittags nun alle 20 statt 30 Minuten bedient. Am Wochenende endet aber weiterhin jeder zweite Zug der Linie 4 schon an der Kopernikusstr., so dass nach Markendorf dann nur alle 40 Minuten eine Bahn rollt.


Bus: Buslinie A (heute Linie 980) fährt nun Montags bis Freitags im Frühberufsverkehr alle 20, in allen anderen Zeiten alle 40 Minuten. Linie B (981) hat ebenfalls einen 40-Minuten-Grundtakt, der aber Montag bis Freitag nach dem Ende der Früh-HVZ bis etwa 18 Uhr und Samstags während der Geschäftsöffnungszeiten auf einen 20-Minuten-Takt verdichtet wird. Die Vorortbuslinien C (982), D (983) und F (984) fahren weiterhin ohne Takt und nur im Tagesverkehr. Auch hier kommen weiterhin in verkehrsschwachen Zeiten Kleinbusse zum Einsatz. Linie G (985) fährt alle 40 Minuten, wie gehabt nur in den Hauptverkehrszeiten und Linie K (987) ist mit ihren weiterhin nur drei Fahrten pro Werktag und Richtung kaum noch als echte Linie zu bezeichnen. Der Saisonverkehr der Linie H (986) zum Helene-See wird alle zwei Stunden vom Bahnhof aus angeboten, während der Sommerferien werden die Fahrten von und zum Spitzkrug verlängert. Neu ist, dass die Buslinien im Abendverkehr nun auch endlich an der Haltestelle Zentrum halten, im Tagesverkehr allerdings fahren sie vorerst weiter ohne Halt an dieser wichtigen Umsteigestelle vorbei. Außerdem wird der Abschnitt Hamburger Str. - Messegelände - Meurerstr. der Buslinie A abends und am Wochenende früh nun ebenfalls im Anschlussverkehr mit Kleinbussen bedient. Zu diesem Zeitpunkt plante man übrigens die Umbenennung der Buslinien auf zweiziffrige Liniennummern ab 11 aufwärts. Diese neuen Liniennummern wurden auf den Aushangfahrplänen bereits in Klammern mit angegeben. Mit der Einführung des Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburg (VBB) wurden dann aber andere Liniennummern gewählt.


 

 

Straßenbahn

Straßenbahn ab 02.06.1996
Tram | Tramwaj

Linie 1

Neuberesinchen - Bahnhof - Zentrum - Lebuser Vorstadt
 

Linie 2

Messegelände - Zentrum - Europa-Universität
 

Linie 3

Kopernikusstraße - Bahnhof - Zentrum - Lebuser Vorstadt
(nur Mo-Fr 6-18 Uhr)

Linie 4

(Markendorf -) Kopernikusstraße - Bahnhof - Zentrum - Stadion
(am Wochenende Markendorf - Kopernikusstr. nur jeder 2. Zug,
im Abendverkehr auf diesem Abschnitt Taxi-Verkehr)

Linie 5

Messegelände - Bahnhof - Neuberesinchen
(nur Mo-Fr 6-18 Uhr)

Linie 6

Neuberesinchen - Bahnhof - Zentrum - Europa-Universität
(nur Mo-Fr 6-18.30 Uhr)

Linie 7

Markendorf - Kopernikusstr. - Neuberesinchen
(nur Mo-Fr 5.30-8 und 13-16 Uhr)

Stadtbus

Stadtbus ab 02.06.1996
Bus | Autobus

Linie A

Seefichten - Ziolkowskiallee - Bahnhof - Hamburger Str. - Messegelände - Meurerstr.
(ab 20 Uhr erst ab Ziolkowskiallee, dabei von Kopernikusstr. wie Linie B)

Linie B

Kopernikusstr. - Bahnhof - Hamburger Str. - Spitzkrug
 

Linie C

Bahnhof - Messegelände - Rosengarten - Lichtenberg - Markendorf - Klinikum
(nur bis 19 Uhr)

Linie D

Bahnhof - Prager Str. - Spitzkrug - Kliestow - Booßen
(nur bis 19 Uhr)

Linie F

Bahnhof - Grenzbahnhof - Güldendorf - Lossow (- Helene-See)
(nur bis 19 Uhr, zum Helene-See nur Saisonverkehr Mai bis Oktober)

Linie G

Bahnhof - Prager Str. - Seefichten
(nur Mo-Fr 6-8 und 14.30-17 Uhr)

Linie H

(Spitzkrug - Hamburger Str. -) Bahnhof - Helene-See
(nur Saisonverkehr Mai bis Oktober und nur Tagesverkehr)

Linie K

Kopernikusstr. - Messegelände - Lennéstr.
(nur Mo-Fr 3 Fahrten pro Richtung)


Nachfolgend gelistet sind die Taktfolgen der Straßenbahnlinien (Linie 1-7) und der im Takt fahrenden Buslinien (Linie A, B und G). Die Stundenangaben in der zweiten Zeile sind nur als ca.-Angaben zu verstehen, bei Linie 4 ist zu beachten, dass sich für den Abschnitt Markendorf - Kopernikusstr. am Wochenende der Takt halbiert, da dann jeder zweite Zug nur von/bis Kopernikusstr. fährt:


Takt Montag-Freitag Samstag Sonntag täglich
4-5 5-8 8-14 14-18 18-20 4-7 7-16 16-20 4-7 7-20 20-22 22-23
1 30' 20' 30' 20' 30' 20' 20' 30'-40'
2 30' 20' 30' 20' 30' 20' 20' 30'-40'
3 - 20' - - - -
4 30' 20' 30' 20' 30' 20' 20' 30'-40'
5 - 20' - - - -
6 - 20' - - - -
7 - 20' - 20' - - - -
A 30' 20' 40' 60' 40' 60' 40' 40'
B 30' 40' 20' 60' 20' 40' 60' 40' 40'
G - 40' - 40' - - - -


Sonnabend, 27.07.1996
Gleiswechsel in Neuberesinchen entfernt

Der zwischen den Haltestellen Wintergarten und Mühlenweg gelegene Gleiswechsel wurde entfernt. Am 1. September 1981 wurde der erste Teil der Straßenbahnstrecke nach Neuberesinchen eröffnet. Dieser erste Abschnitt endete an der Haltestelle Wintergarten (bis 1982 Hst. Neuberesinchen). Über diesen Gleiswechsel wendeten bis zur Eröffnung der Streckenverlängerung bis zum heutigen Endpunkt Neuberesinchen mit Wendeschleife die Zweirichtungszüge der Linie 1. Auch nach der Streckenverlängerung war der Gleiswechsel nicht ohne Bedeutung. Wie schon oft in dieser Chronik geschildert, reichten die Abstellkapazitäten bei der Frankfurter Tram bis zur Inbetriebnahme der Abstellanlage Neuberesinchen (der heutige Betriebshof) weder vorn noch hinten. So wurden in bereits für den Netzausbau fertig gestellten, aber noch nicht genutzten, Gleisdreiecken Fahrzeuge abgestellt. Die heutige Zufahrt zum Betriebshof, das Gleisdreieck am Mühlenweg (früher Dimitroffallee) oder das an der Johann-Eichorn-Straße (früher Straße des Roten Oktober) wurden bis 1988 so genutzt. Auch die Strecke zum Stadion wurde abends zum Abstellen von Fahrzeugen genutzt, hier wurde abends sogar der Linienverkehr eingestellt um Platz für abzustellende Fahrzeuge zu haben. An zwei weiteren Stellen im Netz wurden alte Wendeanlagen genutzt um auf einem Gleis Bahnen abzustellen und auf dem anderen Gleis eingleisig den Linienverkehr vorbeizuleiten. Das war zwischen den Haltestellen Südring und Kopernikusstraße der Fall (hier befand sich von 1976 bis 1979 die Endstation der Linien 3 und 4 mit Kuppelendstelle) und eben auch am beschriebenen Gleiswechselpaar zwischen den Haltestellen Wintergarten und Mühlenweg. Auf dem landwärtigen Gleis standen abends und am Wochenende Bahnen, auf dem stadtwärtigen Gleis fuhr die Linie 1. Ein unumzäuntes Abstellen von Fahrzeugen mitten in Wohngebieten oder gar auf der Straße (wie bei der Strecke zum Stadion) wäre heute nicht mehr denkbar.



Oktober 1996
Neues Dienstgebäude übergeben

Das neue Dienstgebäude auf dem Gelände des sich in Bau befindlichen Betriebshofes Neuberesinchen ist fertiggestellt. Die seit 1988 genutzten Baracken sind damit überwunden.



November 1996
Gleisbau im künftigen Betriebshof und in Schleife Kopernikusstr.

Die Bauarbeiten im künftigen Betriebshof Neuberesinchen gehen voran Es werden fünf Abstellgleise entfernt, in deren Lage die Busabstellhalle entstehen soll. Für die Straßenbahn stehen nun noch sieben Abstellgleise zur Verfügung, was für den derzeitigen und den geplanten Wagenpark ausreichend ist. Auch die inzwischen 17 Jahre alte Wendeschleife Kopernikusstraße wird saniert, während der Bauarbeiten fahren die normalerweise an der Kopernikusstraße endenden Kurse der Linien 3 und 4 bis nach Markendorf.



1996
Fahrzeugzu- und abgänge des Jahres

A-Tw 3 und 7 vor dem Weg zur Verschrottung Veränderungen im Fahrzeugpark der Linienfahrzeuge gab es in diesem Jahr nicht mehr, es wurde aber eine Reihe von Arbeitsfahrzeugen ausgemustert und verschrottet, darunter auch die letzten Rekowagen in Frankfurt. Obendrein wurde KT4DM-Tw 227 als erster modernisierter KT4D abgestellt. Er war 1991 bei einem Unfall stark beschädigt und wurde im gleichen Jahr als erster Frankfurter KT4D modernisiert. 1995 begann man ihn an den Modernisierungszustand der anderen KT4DM anzugleichen. 1996 aber wurde diese Anpassung abgebrochen und der Wagen wegen mangelnden Bedarfes abgestellt und ausgeschlachtet, übrig blieb nur noch der Wagenkasten des Fahrzeuges. Da er aber nicht offiziell ausgemustert wurde, wird er in der hier bald folgenden Auflistung nicht erwähnt. Das Foto zeigt die A-Tw 3III und 7II im Frühjahr 1996 in der Schleife Lebuser Vorstadt vor ihrer Abreise zur Verschrottung.

Foto: Gerald Renger, Frankfurt (Oder)


Die nächste Seite beinhaltet die Chronik der Jahre 1997 und 1998.


Seitenanfang | top of page | do początku
Startseite mit Navigationsleiste | main page with navigation frame | strona tytulowa