Chronik öffentlicher Stadtverkehr 1993-1994
Chronicle public transport 1993-1994 | Historia od 1993 do 1994 roku
Stand:
-
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Freitag, 01.01.1993
Tariferhöhung
Elf Monate nach der letzten Fahrpreiserhöhung steigt der Preis für die 45-Minuten-Zeitkarte auf 1,60 DM, die 5-Fahrten-Karte auf 6 DM, Monatskarten bleiben konstant. Neu ist die 24-Stunden-Karte für 4,00 DM.
Montag, 04.03.1993
Fahrplanwechsel
Neuer Fahrplan 1993/94
(04.01.1993-31.07.1994)
Am ersten Werktag des neuen Jahres wird ein neuer Fahrplan eingeführt. Nach rund sechs
Monaten löst er den unter Sparzwang entstandenen Katastrophenfahrplan vom 01.06.1992
(Ergänzungen vom 09.06. und 17.08.92) ab. Dennoch wird der alte DDR-Standard (Betriebszeit
von 3.30 bis 0.30, Freitag und Samstag bis 1.30 Uhr) nicht mehr erreicht.
Straßenbahn: Auf den Tramlinien wird von 4.30 bis 20 Uhr (Sonnabend und Sonntag bis 18 Uhr) wieder im 15-Minuten-Takt, danach bis ca. 22.30 Uhr im 20-Minuten-Takt gefahren, worauf bis gegen Mitternacht alle 40 Minuten gefahren wird. Die volle Betriebszeit über im Einsatz sind aber auch weiterhin nur die drei Hauptlinien 1, 2 und 4. Die alte Linienordnung wird auf allen Linien wieder hergestellt, also Linie 3 und 5 werden wieder eingeführt. Lediglich Linie 3 wird bis zum Abschluss der Bauarbeiten in der Lebuser Vorstadt weiterhin zum Stadion fahren und ist somit eigentlich eine Linie 4E, weil sie nur Stationen anfährt die ohnehin von Linie 4 bedient werden. Auf den Linien 2 bis 4, sowie 6 und 7 fahren in der Regel Solo-KT4D, auf Linie 1 ausschließlich Gotha-/Reko-Zweiwagen-Züge und auf Linie 5 fahren sowohl Solo-KT4D als auch Gotha-/Reko-Zweiwagen-Züge.
Bus: Auch beim Bus wird das Angebot wieder ausgeweitet. Einen echten Taktverkehr gibt es aber nur auf den Linien A (heute 980) und B (981), den beiden Hauptlinien im Frankfurter Busverkehr. Sie fahren werktags bis etwa 20 Uhr alle 30 Minuten, danach alle 40 Minuten. Linie A wird in den Hauptverkehrszeiten (HVZ) auf einen 15-Minuten-Takt verdichtet. Da die Linien A und B von der Ziolkowskiallee im Stadtteil Süd bis in das so genannte Hansa-Viertel die gleiche Strecke und im Takt versetzt fahren, halbiert sich auf dieser Hauptroute in den meisten Zeiten der Takt. Die vor allem zur Bedienung der Frankfurter Vororte bestimmten Buslinien C (982), D (983) und F (984) fahren nur tagsüber und weisen keinen echten Takt auf. Die Buslinie D wurde wieder eingeführt und somit die Linie B wieder vom zwischenzeitlichen Endpunkt Booßen zum Spitzkrug zurück gezogen. Neu ist, dass die Linie D nun vom Bahnhof zur Hamburger Str. parallel zur Buslinie B fährt und somit das Fahrtenangebot ins Hansa-Viertel (auch Frankfurt-Nord genannt) zusätzlich verstärkt. Die Linie G fährt nur in den Hauptverkehrszeiten und zwar im 30-Minuten-Takt. Auch sie verstärkt zwischen dem Bahnhof und dem Hansa-Viertel die Linie B.
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Straßenbahn ab 04.01.1993
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Linie 1 |
Neuberesinchen - Bahnhof - Platz der Republik - Lebuser Vorstadt
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Linie 2 |
Messegelände - Platz der Republik - Stadion
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Linie 3 |
Kopernikusstraße - Bahnhof - Platz der Republik - Stadion
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Linie 4 |
Markendorf - Kopernikusstraße - Bahnhof - Platz der Republik -
Stadion
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Linie 5 |
Messegelände - Bahnhof - Neuberesinchen
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Linie 6 |
Neuberesinchen - Bahnhof - Platz der Republik -
Große Oderstraße
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Linie 7 |
Markendorf - Kopernikusstr. - Neuberesinchen
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Stadtbus ab 04.01.1993
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Linie A |
Seefichten - Ziolkowskiallee - Bahnhof - Hamburger Str. - Westkreuz -
Meurerstr.
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Linie B |
Kopernikusstr. - Bahnhof - Hamburger Str. - Spitzkrug
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Linie C |
Bahnhof - Westkreuz - Rosengarten - Lichtenberg - Markendorf -
Klinikum
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Linie D |
Bahnhof - Prager Str. - Berliner Chaussee - Kliestow - Booßen
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Linie F |
Bahnhof - Grenzbahnhof - Güldendorf - Lossow
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Linie G |
Bahnhof - Prager Str. - Seefichten
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Linie H |
Bahnhof / Spitzkrug - Helene-See
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Linie K |
Kopernikusstr. - Messegelände - Lennéstr.
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Die 1991 aus Heilbronn übernommenen MB O305 werden im Liniendienst bereits nicht mehr eingesetzt, lediglich im Schienenersatzverkehr kommen sie regelmäßig zum Einsatz. Ikarusbusse werden wie erwähnt im Stadtverkehr nun nicht mehr eingesetzt. Gotha- und Rekozüge bleiben im Betrieb da durch die Modernisierung der KT4D nicht alle Wagen zur Verfügung stehen und somit der vorhandene Tatra-Wagenpark nicht ausreicht. Regelmäßig im Einsatz sind Gotha- und Rekozüge auf den Linien 1 und 5, vereinzelt aber auch auf den Linien 2, 3 und 6.
Nachfolgend gelistet sind die Taktfolgen der Straßenbahnlinien (Linie 1-7) und der im Takt fahrenden Buslinien (Linie A, B und G). Die Stundenangaben in der zweiten Zeile sind nur als ca.-Angaben zu verstehen, bei Linie 4 ist zu beachten, dass sich für den Abschnitt Markendorf - Kopernikusstr. außer Montag-Freitag von 5-8 und 14-18 Uhr der Takt halbiert, da außerhalb dieser Zeiten jeder zweite Zug nur von/bis Kopernikusstr. fährt:
| Takt | Montag-Freitag | Samstag/Sonntag | täglich | |||||||
| 4-5 | 5-8 | 8-14 | 14-18 | 18-20 | 4-7 | 7-18 | 18-20 | 20-22 | 22-23 | |
| 1 | 30' | 15' | 30' | 15' | 20' | 20' | 30'-40' | |||
| 2 | 30' | 15' | 30' | 15' | 20' | 20' | 30'-40' | |||
| 3 | - | 15' | - | - | - | |||||
| 4 | 30' | 15' | 30' | 15' | 20' | 20' | 30'-40' | |||
| 5 | - | 15' | - | 15' | - | - | - | |||
| 6 | - | 15' | - | - | - | |||||
| 7 | - | 15' | - | 15' | - | - | - | |||
| A | 30' | 15' | 30' | 15' | 40' | 60' | 30' | 40' | 40' | |
| B | 30' | 40' | 60' | 30' | 40' | 40' | ||||
| G | - | 30' | - | 30' | - | - | - | |||
Sonntag, 31.01.1993
Nächster Bauabschnitt der Strecke in die Lebuser Vorstadt
Die Bauarbeiten zur Lebuser Vorstadt werden fortgesetzt, Linie 1 fährt wieder zwischen Neuberesinchen und Großer Oderstraße, wiederum mit Gotha-/Rekozügen, wenngleich der Abschnitt KT4D-tauglich wäre. Zwischen Bahnhof und Lebuser Vorstadt fahren Busse im Ersatzverkehr. Teilweise fahren die Busse nur bis Topfmarkt.
Dienstag, 02.02.1993
KT4D von Modernisierung zurück
Der KT4DM-Tw 202 kommt als erster von der Modernisierung aus Mittenwalde zurück. Die Tw
201, 203, 204, 209, 213 und 214 folgen in den nächsten Tagen. Somit ist die erste Serie
der KT4D-Modernisierung abgeschlossen, nachdem Tw 227 bereits 1991 nach einem Unfall in
Mittenwalde umgebaut wurde. Zu diesem Zeitpunt ist geplant, 1993 sechs, 1994 sieben und 1995 die
restlichen KT4D (das wären damals noch 13 Wagen gewesen) zu modernisieren und für
einen langfristigen Einsatz herzurichten. Außer den 150.000 DM (ca. 77.000 €)
Landesmitteln steuert die SVF nur 15.000 DM (7.700 €) Eigenkapital bei.
Laut Blickpunkt Straßenbahn wurden folgende Umbauten vorgenommen: Neulack, Klapp- statt Schiebefenster, zusätzliche Dachkante mit neuer Entwässerung, elektromagnetische Besandungsanlage, Bochumer Räder, Rückfahreinrichtung, H4-Scheinwerfer und 3. Spitzenlicht, neue Schlussleuchten mit Nebelschlussleuchte, Leichtbaustromabnehmer der Firma Stemmann, IBIS-Verkabelung, drei Matrix-Anzeigen, Gorba-Haltestellen-Innenanzeige, Beschallungsanlage innen, neue Heizung und Lüftung, Fahrersitz, mittiger Scheibenwischer, durch Lichtschranken gesicherte Türschließung unter Verwendung der alten Türen mit neuer wartungsfreier Führungsschiene, ein Kurzwegregistriergerät mit neuem Tachographen, Notbremssperrtaster, gepolsterte Fahrgastsitze, neue Innenverkleidung, neuer rutschfester Fußboden, eine per Thermostat geregelte Hagenuk-Heizung unter Verwendung der alten Heizkörper und verzinkte Trittstufenkästen. Der links abgebildete KT4DM-Tw 220 wurde zwar erst bei einer späteren Modernisierungsserie umgebaut, zeigt aber beispielhaft den Zustand direkt nach der Rückkehr von der Modernisierung in Mittenwalde.
Foto: Michael Busse, Berlin
Montag, 25.02.1993
Gutachten über Straßenbahnzukunft
Die Firma Dornier-Management-Consulting legt ein Gutachten über die Entwicklung des ÖPNV im Raum Frankfurt vor. Streckenverlängerungen zum Spitzkrug und Helene-See sowie von Neuberesinchen über die Kopernikusstraße zum Messegelände werden ebenso wie die Straffung des Liniennetzes auf vier Tramlinien vorgeschlagen. Außer positiver Bekundungen allerdings bleiben Reaktionen oder Konsequenzen aus.
Freitag, 16.04.1993
Tarifgemeinschaft gegründet
Die Verkehrs- und Tarifgemeinschaft Region Frankfurt (Oder) wird durch die SVF und die Eisenhüttenstädter EPNV gegründet. Auf Abschnitten auf denen Linien beider Unternehmen parallel fahren, werden Fahrscheine des jeweils anderen Unternehmens anerkannt. Das betrifft aber erstens nur die Strecke Hohenwalde - Bahnhof Frankfurt (Oder) und zweitens werden solche Vereinbarungen mit der Einführung des Verkehrsverbundes Ende der 1990-er Jahre hinfällig.
Montag, 26.04.1993
Gotha-/Rekoeinsatz reduziert
An diesem Tag werden die Straßenbahnlinien 2 und 5 auf KT4D-Solo-Betrieb umgestellt. Bisher fuhren auf diesen Linien Solo-KT4D und auch Gotha-/Reko-2-Wagen-Züge. Derzeit sind noch zwölf Gotha-/Reko-Züge einsatzbereit. Regelmäßig eingesetzt werden aber nur noch jeweils vier Züge auf der Linie 1, die noch typenrein mit Gotha-/Reko-Fahrzeugen bedient wird. Alle anderen Linien fahren nun fast ausschließlich mit Solo-KT4D. Verblüffenderweise kommen dennoch im Mai und Juni 1993 wieder alle drei Fahrschulwagen vom Typ Gotha bzw. Reko zum Einsatz (L-Tw 5II, 6 und L-Bw 110III).
Mai/Juni 1993
Haltestellen werden niederflurig ausgebaut
Im gesamten Stadtgebiet werden Haltestellen im Hinblick auf den geplanten Niederflurwageneinsatz umgebaut. Die ab Ende 1993 einzusetzenden GT6M sind breiter als der konventionelle Wagenpark und machen somit ein breiteres Profil im Haltestellenbereich erforderlich.
Donnerstag, 24.06.1993
Kauf von Niederflurwagen beschlossen
Die Stadtverordnetenversammlung billigt die Beschaffung von acht Niederflurwagen des Typs GT6M von MAN/AEG. Der erste Wagen soll noch Ende des Jahres geliefert werden.
Mittwoch, 11.08.1993
Kundenzentrum modernisiert
Das charakteristische Straßenbahnhäuschen aus den 1920-er Jahren am Platz der Republik ist nicht ganz stilsicher zum Kundenzentrum umgebaut worden. Ein zweites Häuschen unmittelbar daneben, musste bereits zu DDR-Zeiten dem Einmündungsbereich der Kreuzung Karl-Marx-Str./Heilbronner Str./Oderallee/Logenstr. weichen. Ende der 1980-er Jahre beabsichtigte man außerdem, den Fahrscheinverkauf von hier in das neue Dienstgebäde an der Ecke Bahnhofstr./Heilbronner Str. zu verlegen. Dazu kam es allerdings nie.
Dienstag, 24.08.1993
Gotha-Wagen 33 verunfallt
In der Schleife Neuberesinchen wird der Tw 33II (Baujahr 1961, Typ T57) bei einem Auffahrunfall mit dem KT4DM-Tw 213 so stark beschädigt, dass er ausgemustert werden muss.
Montag, 13.09.1993
Zwickauer Niederflurwagen zu Testzwecken in Frankfurt
Aus Zwickau trifft ein Niederflurwagen vom Typ GT6M in Frankfurt ein. Es handelt sich um den
Zwickauer Tw 903, der bis zum 28.09.1993 in Frankfurt (Oder) weilt. Das Fahrzeug wurde per
Tieflader direkt aus dem Herstellerwerk MAN Nürnberg angeliefert. Es wurden Fahr- und
Bremsversuche im Bereich der Abstellanlage Neuberesinchen und im
Streckennetz vorgenommen. Dabei kam es laut Blickpunkt
Straßenbahn zu zwei Entgleisungen, es zeigte sich, dass es Probleme mit den breiten
Radlaufflächen gab. Das nebenstehende Bild zeigt zwar nicht den Zwickauer Tw 903,
dafür verdeutlicht die Abbildung des dortigen Tw 908 in Zwickau aber, wie ähnlich sich
die späteren Frankfurter und die Zwickauer Wagen äußerlich sind. Nach seinem
Einsatz in Frankfurt ging der Niederflurwagen für drei Tage nach Cottbus und danach
zunächst zurück zum Hersteller nach Nürnberg. Cottbus entschloss sich nicht zur
Beschaffung von Wagen dieses Typs, sondern stattete später modernisierte KT4D mit
niederflurigen Mittelteilen aus. Abgesehen von Berlin blieb Frankfurt (Oder) die einzige Stadt
Brandenburgs die den Wagentyp GT6M/GT6N beschaffte. Fahrgasteinsätze fanden mit diesem
Wagen übrigens nicht statt.
September 1993
Neue Haltestelle am Oderturm eingerichtet
Nach der Eröffnung des neuen Einkaufszentrums Oderturm am 1. August, wurde im September eine neue Haltestelle zwischen den Haltestellen Platz der Republik (heute Zentrum) und Große Oderstraße (heute Europa-Universität) in der Logenstraße mit dem Namen Oderturm eingerichtet. Diese wird derzeit von den hier fahrenden Linien 1 und 6 bedient.
Sonnabend, 25.09.1993
Bushof zieht nach Neuberesinchen
Der Bushof ist von seinem bisherigen Domizil am Oderhang in den Straßenbahnbetriebshof in Neuberesinchen umgezogen.
Sonnabend, 16.10.1993
Partywagen 54 vorgestellt
Der bisherige Tw 54II (Baujahr 1957, Typ
ET57, 1980 ex Erfurt Tw 121) wird in
elfenbeinfarbenem und blauem Lack als rollende Bierkneipe vorgestellt. Der Wagen wurde durch
Stehtische und einen Ausschank ergänzt. Das Fahrzeug wurde als
Bierwagen Linie 54 gekennzeichnet und war über das damalige Hotel
Frankfurter Hof zu buchen. 1998 ging der Wagen nach Cottbus. Das
nebenstehende Foto zeigt den Wagen auf seiner Abschiedsfahrt am 06.08.1998 als Bierwagen.
Weitere Bilder von diesem Fahrzeug finden Sie auf der Seite
Foto: Ralf Großkopp, Frankfurt (Oder)
Oktober 1993
Doch wieder Gotha-/Rekozüge auf Linie 5 und 6
Da derzeit fünf KT4D (Tw 206-208, 210 und 219) zur Modernisierung in Mittenwalde weilen, kommt es zu Fahrzeugengpässen. Auch auf den Linien 5 und 6 kommen daher wieder vereinzelt Gotha- bzw. Reko-Zweiwagenzüge zum Einsatz.
Montag, 15.11.1993
Baustellenverkehr in die Lebuser Vorstadt verändert
Ursprünglich sollte mit diesem Datum der Verkehr in die Lebuser Vorstadt wieder aufgenommen werden. Durch die kurzfristige Bereitstellung zusätzlicher Gelder wird nun aber weiter gebaut. Der Schienenersatzverkehr fährt aber nur noch zwischen Bahnhof und Topfmarkt, von wo bis zur Endstelle Lebuser Vorstadt die Gotha-Tw 28III und 29II auf dem stadtauswärts rechts liegenden Gleis einen Pendelverkehr bestreiten. Fahrgäste die sonst mit der Linie 1 von Neuberesinchen in die Lebuser Vorstadt durchfahren können, müssen nun zweimal umsteigen.
Sonnabend, 04.12.1993
Tatraeinsatz nun auch auf LInie 1
Auf der Straßenbahnlinie 1, die letzte Linie auf der Gotha-/Rekowagen eingesetzt werden, wird nun am Wochenende der Solo-KT4D-Betrieb eingeführt. Damit einher gehen zwei Neuerungen: zum Einen waren auf der Linie 1 noch nie KT4D im Einsatz, außerdem gibt es erstmals Tage, an denen bei der Frankfurter Straßenbahn keine Gotha-/Rekozüge mehr zum Einsatz gelangen, denn diese werden nun nur noch an Wochentagen auf einigen Kursen der Linien 1, 5 und 6 eingesetzt. Aufgrund von Fahrgastprotesten endet der am 15.11. eingeführte Inselbetrieb mit den Tw 28 und 29 zwischen Topfmarkt und Lebuser Vorstadt, der Ersatzverkehr mit Bussen wird wieder zwischen Bahnhof und Lebuser Vorstadt durchgeführt.
Montag, 20.12.1993
Straßenbahnverkehr in Lebuser Vorstadt vorübergehend wieder aufgenommen
Ein weiterer Bauabschnitt der Modernisierung der Strecke in die Lebuser Vorstadt ist
abgeschlossen. Vorübergehend fährt Linie 1 wieder in die Lebuser Vorstadt, erstmalig
auch mit KT4D und KT4DM. Mit der Inbetriebnahme eines neuen Unterwerkes ist somit der Einsatz
von Tatrawagen im gesamten Netz möglich, während bei den ersten Einsätzen von
KT4D im Oktober 1987 nur die Strecken vom Platz der Republik zur Kopernikusstr., nach
Neuberesinchen, zur Großen Oderstraße (heute
Europa-Universität) und die Verbindungskurve der beiden
erstgenannten Strecken am Gleisdreieck Johann-Eichorn-Str. von diesem
Fahrzeugtyp befahren werden konnten. Eine fehlende Wendeschleife am Stadion und der schlechte
Gleiszustand sowie das Fehlen einer ausreichenden Stromversorgung auf den Strecken zum Westkreuz
und in die Lebuser Vorstadt schränkten den Einsatz dieser Wagen jahrelang ein. Nun ist
diese Phase überwunden und wenn die Modernisierung der KT4D abgeschlossen ist, stehen
genügend Wagen zur Verfügung, um die noch vorhanden Gotha- und Rekowagen auszumustern.
Bei den nun abgeschlossenen Arbeiten wurde auch der letzte noch eingleisige Abschnitt im
Frankfurter Streckennetz zwischen den Haltestellen Klingestr. und
Am Winterhafen zweigleisig ausgebaut. Entfallen ist allerdings der
Gleiswechsel am Topfmarkt, womit die Zahl der Stellen an denen im Netz auf besondere
Betriebssituationen reagiert werden kann weiter sinkt. Das Foto zeigt den KT4D-Tw 217 am
11.01.1994 an der Haltestelle Am Winterhafen.
Foto: Michael Busse, Berlin
1993
Fahrzeugzu- und abgänge des Jahres
Innerhalb eines Jahres wurde nun der Bestand an zweiachsigen Fahrzeugen halbiert, von 48 Wagen auf 24. Doch noch bleiben zwölf Gotha-/Rekozüge in der Stadt, die so lange sich immer wieder KT4D in der Modernisierung befinden zumindest teilweise auch noch nicht abkömmlich sind. Insgesamt hat die Frankfurter Straßenbahn noch 58 Wagen im Bestand, im Vorjahr waren es noch 82. Wegen eines Unfallschadens musste auch Tw 26III ausgemustert werden, der so weit ich weiß davor als künftiger historischer Triebwagen vorgesehen war, hatte er doch ein Schaltrad und war obendrein 1967 das erste Einrichtungsfahrzeug in der Stadt.
Dienstag, 15.02.1994
Neue Haltestelle Technologiepark
Zwischen den Haltestellen Markendorf, Siedlung und
Friedenshöhe (heute Conergy
SolarModule) geht für die Straßenbahnlinien 4 und 7 die neue Haltestelle
Technologiepark in Betrieb. Sie erschließt das neue
Business-Inovation-Centre an der B87 und das ebenfalls hier
ansässige so genannte World Trade Center. Das Foto zeigt den
damals noch nicht modernisierten KT4D-Tw 228 an der neuen Haltestelle.
Foto: Michael Busse, Berlin
Freitag, 18.02.1994
Erster Niederflurwagen eingetroffen
Es ist soweit, die im Juni 1993 beschlossene Anschaffung von Niederflurwagen ist im Gange. Das
erste von acht Fahrzeugen des Typs GT6M trifft in Frankfurt (Oder) ein. Das Fahrzeug wird mit
der Wagennummer 301 gekennzeichnet und ist der erste Niederflurwagen in der Region
Berlin/Brandenburg. Der Wagen wurde bereits 1993 gebaut. Bei ersten Probe- und Lastfahrten wurde
deutlich, dass die im letzten Sommer vorgenommene Anpassung von Lichtraumprofilen in
Haltestellenbereichen noch nicht ausreichend war. Es müssen noch weitere Haltestellenkanten
beschnitten werden. Vorerst ist ein Einsatz aus diesem Grund auf der Strecke nach Markendorf
noch nicht möglich.
Der Prototyp des sechsachsigen Gelenktriebwagens von MAN wurde im Februar 1990 in Bremen vorgestellt. Seit 1993 erfolgte die Serienlieferung durch AEG, später ADtranz. Dieses 26,50 m lange Fahrzeug ist zu 100% niederflurig und war mit dieser Eigenschaft das weltweit erste. Geliefert wird für meterspurige Netze die Version GT6M (M für Meterspur) und für normalspurige Netze (1.435 mm Spurweite) die Version GT6N (N für Normalspur). Den Antrieb übernehmen drei Drehstrom-Asynchron-Motoren, die Höchstgeschwindigkeit beträgt 70 Stundenkilometer.
Das zweite Niederflurfahrzeug, der GT6M-Tw 302 trifft am 8. März in Frankfurt (Oder) ein. Auch dieser Wagen ist Baujahr 1993.
Dienstag, 15.03.1994
Nächster Bauabschnitt Lebuser Vorstadt
Erneut wird wegen Fortführung der Bauarbeiten nach der Winterpause die Straßenbahnstrecke vom Platz der Republik (heute Zentrum) zur Lebuser Vorstadt vom Netz genommen. Die Diskussion über die Anlage von Rasengleisen wird schnell verworfen, aus städtebaulicher Sicht sind Rasengleise auf der Haupteinkaufsstraße tatsächlich wenig vorteilhaft, sollen doch Fußgänger die Straße ohne Weiteres queren können und Busse in diesem Bereich die Gleise als Fahrtrasse mitnutzen können. Linie 1 fährt wieder zwischen Neuberesinchen und Großer Oderstraße, der Ersatzverkehr zwischen Platz der Republik und Lebuser Vorstadt.
Sonnabend, 19.03.1994
Nachtbuslinie eingerichtet
Zwei Änderungen im Wochenendverkehr werden durchgesetzt. Zum einen wird erstmals eine Nachtverkehrslinie eingerichtet. Sie fährt in den Nächsten von Freitag zu Sonnabend und von Sonnabend zu Sonntag jeweils um 2:00 Uhr auf einem Rundkurs durch die Stadt. Start- und Endpunkt der Fahrt ist die damalige Stadthalle. In dieser befand sich bis zu ihrem Totalschaden infolge Brandstiftung die beliebteste Diskothek der Stadt Frankfurt. Die Fahrt kann zum Normaltarif durchgeführt werden. Ebenfalls an diesem Wochenende wird der Übergang vom 30- zum 15-Minuten-Takt an Sonntagen von 7 Uhr auf 8 Uhr verschoben.
Freitag, 01.04.1994
Tariferhöhung
Erneut werden die Fahrpreise angehoben, die 45-Minuten-Zeitkarte verteuert sich von 1,60 DM auf 1,80 DM (etwa 0,92 €), ermäßigt 1,20 DM (0,61 €). Noch sind 5-Fahrten-Karten für 6,50 DM (3,23 €) (bisher 6,00 DM), ermäßigt 5,00 DM (2,56 €) im Angebot, mit denen der Preis für die Einzelfahrt reduziert werden kann. Eine Tageskarte kostet 4,50 DM (2,30 €), eine Familientageskarte 9,00 DM (4,60 €). Monats- und Jahreskarten blieben im Preis unverändert.
Freitag, 15.04.1994
Niederflurwagen im Fahrgasteinsatz
Offiziell wird an diesem Tag der Generationenwechsel bei den Wagentypen vollzogen. Am Morgen
fand im damaligen Betriebshof Bachgasse eine Festveranstaltung mit
Vertretern der AEG, der Stadt und der StadtverkehrsGmbH statt. Daran anschließend fuhr ein
Fahrzeugkorso mit allen historischen Wagen (Tw 41, Tw 49, Tw 60), dem Bierwagen 54, dem
modernisierten KT4DM-Tw 219 und den beiden Niederflurwagen 301 und 302 durch die Stadt. Am
frühen Nachmittag dann fuhr der GT6M-Tw 301 noch mit Girlandenschmuck erstmals im
Fahrgasteinsatz auf der Linie 6. Der Linieneinsatz der beiden Niederflurwagen erfolgte
zunächst auch nur auf der Linie 6 und somit nur an Werktagen. Ebenfalls offiziell
verabschiedet wurden an diesem Tag die Gotha-Wagen. Allerdings war dieser Abschied wie das
Winken mit einem Taschentuch zwei Stunden vor der Abfahrt eines Gastes, denn die Gothawagen
waren noch eine ganze Weile nicht entbehrlich. Immerhin war die Modernisierung von Tatrawagen
noch nicht abgeschlossen, so dass immer dann wenn Wagen in Mittenwalde weilten, Gothazüge
aushelfen mussten. Lediglich Rekowagen waren zu diesem Zeitpunkt tatsächlich nicht mehr im
Fahrgasteinsatz, allerdings bestand der Arbeitswagenpark noch aus zahlreichen Reko-Triebwagen.
Nachdem im Frühjahr 1994 erneut eine ganze Reihe von Gotha- und auch Rekowagen abgestellt
wurden, standen für den Fahrgastverkehr nur noch fünf Gotha-Züge zur
Verfügung. Folgende fünf Züge waren bis zu ihrem Einsatzende, so weit ich
weiß nur noch in dieser Zusammenstellung im Einsatz: 27+111, 29+108, 34+113 (jeweils Typ
T57+B57), 35+109 (Typ T57+EB57) und 41+103 (Typ T2D+B2-64). Genau eine Woche nach Aufnahme des
Fahrgastverkehrs mit den Niederflurwagen entstand das Bild links vom Tw 302 in der Endstelle
Neuberesinchen. Das angezeigte Ziel der Fahrt dieses Wagens hieß
damals noch Große Oderstraße, die Haltestelle ist heute
unter dem Namen Europa-Universität bekannt.
Foto: Michael Busse, Berlin
Freitag, 22.04.1994
Gotha-Triebwagen 28 nach Naumburg
Der Triebwagen 28III (Baujahr 1958, Typ T57, 1973 ex Gotha Tw 45) geht als Wagen 33 zur Straßenbahn Naumburg. Das Fahrzeug wurde in Frankfurt bereits für Naumburg komplett lackiert und beschriftet und verlässt an diesem Tag per LKW die Stadt.
Sonntag, 01.05.1994
Saisonverkehr zum Helene-See
Bis zum 03.10.1994 wird die Linie F (Bahnhof - Lossow, heute Linie 984) im Sommerhalbjahr wieder mit einigen Fahrten von und bis zum Helene-See verlängert.
Dienstag, 07.06.1994
Neues von den Niederflurwagen
Die beiden Niederflurwagen erhalten an diesem und dem nächsten Tag als erste Frankfurter Fahrzeuge Fahrscheinautomaten. Diese stammen von der Firma Klüssendorf. Zu Messfahrten fährt am 21. Juni erstmals ein Niederflurwagen die Strecke zur Kopernikusstraße an. Weil auch in Berlin derzeit Niederflurwagen vom Typ GT6N/GT6M beschafft werden, werden in Frankfurt (Oder) im Juni Fahrer der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) auf diesem Wagentyp ausgebildet.
Montag, 01.08.1994
Fahrplanwechsel
Neuer Fahrplan 1994/95
(01.08.1994-20.08.1995)
Wieder erlangt ein neuer Fahrplan für die Bahn- und Buslinien Gültigkeit. Allerdings
halten sich die Änderungen in Grenzen. Grund ist der endgültige Abschluss der
Bautätigkeiten an der Strecke vom Platz der Republik (heute
Zentrum) in die Lebuser Vorstadt. Seit März 1992 wurde diese
Strecke immer wieder zumindest teilweise stillgelegt und derweil erneuert. Damit ist die
grundhafte Sanierung des Frankfurter Straßenbahnnetzes abgeschlossen. Im Jahr 1973 wurde
beschlossen, die Straßenbahn in Frankfurt zum dominierenden Verkehrsmittel zu machen, in
der Folge entstanden Streckenverlängerungen und Neutrassierungen. Die Strecken zum
Westkreuz und in die Lebuser Vorstadt sind alte Bestandsstrecken und deren Sanierung ist nun
abgeschlossen. Künftige Baumaßnahmen sind nicht mehr von jahrelangen
Streckensperrungen gekennzeichnet sondern werden meistens in den Sommerschulferien
abgehandelt.
Straßenbahn: Am wichtigsten ist die Zurücklegung der Linie 3 vom Stadion zur Lebuser Vorstadt, wo sie seit über zwei Jahren wegen immer wieder durchgeführter Sperrungen der Strecke zur Lebuser Vorstadt wegen Bauarbeiten hinverlegt wurde. Nun aber ist die grundlegende Sanierung dieser Strecke abgeschlossen und Linie 3 erreicht erstmals seit 10.03.1992 wieder ihren eigentlichen Endpunkt Lebuser Vorstadt. Auch die Linie 2 fährt nun nicht mehr zum Stadion sondern zur Großen Oderstraße (heute Europa-Universität) und sorgt somit dafür, dass dieser kurze Streckenabschnitt nun auch abends und am Wochenende bedient wird. Der der verkehrlich eher unbedeutende Abschnitt zum Stadion wird nun statt von bisher drei Linien nur noch von der Linie 4 bedient. Neu ist weiterhin, dass die bisherige Hauptverkehrszeitlinie 5 nun Montags bis Freitags auch vormittags fährt, wenn auch nur im 30-Minuten-Takt. Die beiden Niederflurwagen kommen in der Regel auf den Linien 5 und 6 zum Einsatz, alle anderen Kurse werden, bis auf wenige Ausnahmen auf der Linie 1, auf der vereinzelt noch Gotha-Zweiwagen-Züge eingesetzt werden, mit Solo-KT4D bestückt.
Bus: Bei den Buslinien gab es nur kleinere Fahrplananpassungen, Linienwege wurden nicht geändert, aus diesem Grund sind in der nachfolgenden Linienliste die Buslinien nicht aufgeführt, es gilt weiterhin das Linienschema vom 04.03.1993. Lediglich die am 19.03.1994 eingeführte Nachtlinie wird mangels Nachfrage wieder abgeschafft.
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Straßenbahn ab 01.08.1994
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Linie 1 |
Neuberesinchen - Bahnhof - Platz der Republik - Lebuser Vorstadt
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Linie 2 |
Messegelände - Platz der Republik - Große Oderstraße
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Linie 3 |
Kopernikusstraße - Bahnhof - Platz der Republik - Lebuser
Vorstadt
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Linie 4 |
Markendorf - Kopernikusstraße - Bahnhof - Platz der Republik -
Stadion
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Linie 5 |
Messegelände - Bahnhof - Neuberesinchen
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Linie 6 |
Neuberesinchen - Bahnhof - Platz der Republik -
Große Oderstraße
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Linie 7 |
Markendorf - Kopernikusstr. - Neuberesinchen
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Nachfolgend gelistet sind die Taktfolgen der Straßenbahnlinien (Linie 1-7). Die Stundenangaben in der zweiten Zeile sind nur als ca.-Angaben zu verstehen, bei Linie 4 ist zu beachten, dass sich für den Abschnitt Markendorf - Kopernikusstr. außer Montag-Freitag von 5-8 und 14-18 Uhr der Takt halbiert, da außerhalb dieser Zeiten jeder zweite Zug nur von/bis Kopernikusstr. fährt. Sonnabends beginnt der 15-Minuten-Takt um 7, Sonntags um 8 Uhr
| Takt | Montag-Freitag | Samstag/Sonntag | täglich | |||||||
| 4-5 | 5-8 | 8-14 | 14-18 | 18-20 | 4-7 | 7-18 | 18-20 | 20-22 | 22-23 | |
| 1 | 30' | 15' | 30' | 15' | 20' | 20' | 30'-40' | |||
| 2 | 30' | 15' | 30' | 15' | 20' | 20' | 30'-40' | |||
| 3 | - | 15' | - | - | - | |||||
| 4 | 30' | 15' | 30' | 15' | 20' | 20' | 30'-40' | |||
| 5 | - | 15' | 30' | 15' | - | - | - | |||
| 6 | - | 15' | - | - | - | |||||
| 7 | - | 15' | - | 15' | - | - | - | |||
Sonntag, 07.08.1994
Entgleisung am Platz der Republik
An der Kreuzung Heilbronner Str./Karl-Marx-Str. kam es zu einem schweren Unfall. Die beiden KT4DM 202 und 213 kollidierten dabei miteinander. Verursacht hat den Unfall der dem in Richtung Große Oderstraße fahrendem Tw 213 folgende Wagen. Weil die Weichensteuerung noch aus DDR-Zeiten stammt, war es diesem Folgewagen möglich, die Weiche unter dem Tw 213 umzulegen. Das führte dazu, dass der B-Teil des Tw 213 nun in eine andere Richtung die Kreuzung verlassen wollte als der A-Teil. Der B-Teil fuhr in Richtung Lebuser Vorstadt und kollidierte dadurch mit dem ebenfalls geradeaus entgegen kommenden Tw 202, der als Linie 2 zum Messegelände unterwegs war. Bei dieser Kollision wurde Tw 202 aus den Gleisen gedrückt. Nach Reparatur in eigener Werkstatt sind die beiden Wagen seit dem 05. (Tw 213) bzw. dem 21.09.1994 wieder im Dienst.
Montag, 26.09.1994
Doppeltraktionen wegen Bauarbeiten
Im Bereich zwischen den Haltestellen Dresdener Straße (heute Dresdener Platz) und Johann-Eichorn-Str. werden an mehreren Tagen vormittags Schweißarbeiten durchgeführt. Wurden solche Arbeiten bisher oft am späten Abend oder nachts durchgeführt, hatten Anwohnerproteste eine Verlegung auf den Vormittag bewirkt. Um möglichst ungestört arbeiten zu können, werden die Linien 3, 5 und 6 in den Vormittagsstunden eingestellt. Um auf den verbliebenen Linien 1 und 4 dennoch genügend Plätze anzubieten, werden zwei Kurse der Linie 1 mit KT4D-Doppeltraktionen gefahren. Zum Einsatz kommen die nicht modernisierten KT4D 229 mit 230 und 231 mit 232. Seit über zwei Jahren kommen Doppeltraktionen mit KT4D im regulären Linienverkehr zu diesem Zeitpunkt nicht mehr zum Einsatz.
Mittwoch, 12.10.1994
Wieder Gotha-Wagen nach Naumburg
Erneut verlassen Frankfurter Gotha-Wagen die Stadt um in Naumburg ein neues Einsatzfeld zu bekommen. An diesem Tag geht Beiwagen 108II (Baujahr 1961, Typ B57) nach Naumburg, am Mittwoch den 26.10.1994 wird Triebwagen 34II (Baujahr 1961, Typ T57) überführt. Der Triebwagen wird auch in Naumburg als Wagen 34 fahren, der Beiwagen erhält die Wagen-Nummer 007.
Mittwoch, 19.10.1994
Neue Ampel am Westkreuz
Die Kreuzung am Westkreuz geht nach einem kleineren Umbau wieder in Betrieb. Stadtauswärts wurde die Linksabbiegerspur in der August-Bebel-Straße von der Straßenbahnspur getrennt. Auch eine neue Ampel wurde errichtet, welche eine Vorrangschaltung für Bus und Straßenbahn besitzt. Zu diesem Zeitpunkt sind zehn Ampelanlagen mit solch einer Vorrangschaltung ausgestattet.
Dienstag, 01.11.1994
Niederflurwagen überwiegend auf Linie 6
Aufgrund des starken Verkehrsaufkommens auf der Strecke nach Neuberesinchen werden die beiden zu diesem Zeitpunkt vorhandenen Niederflurwagen (Tw 301 und 302) auf der Linie 6 zum Einsatz gebracht. Am Wochenende bleiben die Wagen aber ohne Einsatz.
Sonnabend, 26.11.1994
Erster Niederflurwageneinsatz auf Linie 2
Anlässlich der so genannten Oderlandmesse auf dem Messegelände am Westkreuz kommt erstmalig ein Niederflurwagen auf der Linie 2 (Messegelände - Große Oderstraße [heute Europa-Universität]) zum Einsatz.
Sonnabend, 03.12.1994
Niederflurwagen nun auch auf Linie 1
Am ersten Adventssonnabend kommt wegen des starken Einkaufsverkehrs erstmalig ein Niederflurwagen auf der Linie 1 zum Einsatz. Im Gegensatz zu den Vorjahren wurden keine zusätzlichen Wagen eingesetzt. Zu DDR-Zeiten, wo in der Adventszeit nicht der Samstag sondern der Sonntag der Einkaufstag schlechthin war (naja, eher Gucktag, mit dem einkaufen hat es bekanntlich gehapert), fuhren ebenfalls teilweise reichlich Zusatzfahrten in die Innenstadt. Ebenfalls an diesem und den folgenden Adventssamstagen wurde zwischen dem Spitzkrug-Center und der Innenstadt ein Park&Ride-Verkehr eingerichtet, der Besucher der Innenstadt veranlassen sollte, das Auto auf den riesigen Parkplätzen am Spitzkrug stehen zu lassen und mit dem Bus in die Innenstadt zu fahren. Die Resonanz auf dieses Angebot war aber äußerst gering.
Dezember 1994
Tariferhöhung abgelehnt
Eine von der SVF vorgesehene Tariferhöhung wird von der Stadtverordnetenversammlung abgelehnt. Der Einzelfahrschein sollte von 1,80 DM (entspricht etwa 0,92 €) auf 2,00 DM (1,02 €) und die Monatskarte von 40,00 DM (20,45 €) auf 48,00 DM (24,54 €) angehoben werden.
1994
Fahrzeugzu- und abgänge des Jahres 1994
Ein Generationenwechsel bei den Straßenbahnwagen findet statt. Während nach der
Ausmusterung von weiteren 15 Gotha- bzw. Rekowagen nur noch neun Fahrzeuge dieser Typen
vorhanden sind, werden erstmalig in der Geschichte der Frankfurter Straßenbahn
sechsachsige Fahrzeuge geliefert, zwei fabrikneue Niederflurwagen vom Typ GT6M. Das Foto zeigt
die beiden Gothafahrzeuge Tw 59II und Bw 122IV in ihrem Ausmusterungsjahr
1994 in der Abstellanlage Neuberesinchen, dem heutigen Betriebshof.
Foto: Michael Busse, Berlin
Die nächste Seite beinhaltet die Chronik der Jahre 1995 und 1996.
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