Chronik öffentlicher Stadtverkehr 1991-1992
Chronicle public transport 1991-1992 | Historia od 1991 do 1992 roku

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Freitag, 01.02.1991
Erste Fahrpreiserhöhung nach der Wende

Auf den Tag genau 62 Jahre nach der letzten Fahrpreisänderung wird der Preis für eine Einzelfahrt mit Umsteigeberechtigung von 20 auf 50 Pfennig erhöht. Nach anfänglich weniger Fahrgästen stabilisiert sich die Zahl der ÖPNV-Nutzer sehr schnell.



Dienstag, 12.02.1991
KT4D-Tw 227 verunfallt

Am Straßenbahnübergang Fürstenberger Straße (Nähe Hst. Dresdener Str.) kommt es zu einem schweren Verkehrsunfall zwischen einem LKW und KT4D-Tw 227. Dieser Triebwagen wird später in einer ehemaligen Panzerwerkstatt im brandenburgischen Mittenwalde modernisiert. Er ist der erste modernisierte KT4D in Frankfurt (Oder).



Montag, 13.05.1991
Straßenbahnstrecke zum Westkreuz wird weiter saniert

Der nächste Bauabschnitt in der August-Bebel-Straße vom Hellweg (Nähe Hst. Gerhart-Hauptmann-Str.) bis zur Goethestraße (Nähe heutige Hst. Witzlebenstr.) wird begonnen. Linie 5 wird erneut eingestellt. Tram-Linie 2 wird wieder im Ersatzverkehr mit Bussen zwischen Platz der Republik (heute Zentrum) und Westkreuz (heute Messegelände) gefahren. Während tagsüber alle 15 Minuten ein Bus fährt, gilt in den Hauptverkehrszeiten ein 7/8-Minuten-Takt.



Sonnabend, 22.06.1991
Neuer Fahrplan

Liniennetz 1991 Neuer Fahrplan 1991/92
(22.06.1991-31.05.1992)

Der erste Nachwendefahrplan erlangt Gültigkeit. Er bringt noch kaum Verschlechterungen zur letzten Ausgabe vom 22.10.1988. Betriebsbeginn ist weiterhin gegen 3.30 Uhr, Betriebsschluss gegen 0.30 Uhr, freitags und sonnabends gegen 1.30 Uhr. Es wurde eine Reihe von Haltestellen umbenannt, da bereits seit Frühjahr umfangreiche Straßenumbenennungen vorgenommen wurden. Zahlreiche Kommunisten waren nun aus dem Straßenbild und aus Haltestellennamen verschwunden, vorerst noch recht schwer tat man sich mit Lenin, dessen Allee zunächst noch nicht umbenannt wurde. Neben der Anpassung der Haltestellennamen an die neuen Straßennamen bemüht man sich, werbende Namen (z. B. Prager Straße statt bisher Kaufhalle Nord) zu vermeiden. Nach den folgenden Auflistungen von Linien und Taktzeiten finden Sie eine Übersicht über alle an diesem Tag umbenannten Haltestellen.


Straßenbahn

Wegen des Wegfalls der Linie 5 seit 13.05.1991 wird Linie 6 jetzt auf einen 4/4/7-Minuten-Takt verdichtet. Zusammen mit der im 15-Minuten-Takt fahrenden Linie 1 ergibt sich auf dem Abschnitt Neuberesinchen - Platz der Republik (heute Zentrum) in den Hauptverkehrszeiten ein hervorragender 3-4-Minuten-Takt. Die anderen Linien bleiben weitgehend unverändert, es finden nur kleine Fahrplankorrekturen und die bereits erwähnte Umbenennung zahlreicher Haltestellen statt. So heißt die Endstelle der Linie 2 künftig Westkreuz (Messegelände) statt nur Westkreuz (heute Messegelände). Der Name des Endpunktes Halbleiterwerk der Linien 4 und 7 wird in Markendorf geändert.


Bus

Auch im Bussektor wurde der ordentliche Standard gehalten. Die Linien A (seit 1999 Linie 980) und B (981) fahren in der HVZ nun sogar beide alle 15 Minuten (bisher nur Linie B). Linie D (983) fährt nach Booßen nur noch in der HVZ, in den übrigen Zeiten werden einige Fahrten der Linie B nach Booßen verlängert. Der Saisonverkehr zum Helene-See wird erstmalig als Linie H (986) gekennzeichnet, bis 1988 war Linie H eine Buslinie die in den Hauptverkehrszeiten den ehemaligen Industriekomplex Nord im Bereich Spitzkrug mit dem Bahnhof verband. Diese Aufgabe hat inzwischen Linie B mit übernommen und so wurde der Buchstabe H als Linienbezeichnung frei. Von Anfang Juni bis 1. September 1991 fährt Linie H sogar auf zwei Routen zum Helene-See, einmal vom Bahnhof über Neuberesinchen alle 90 Minuten, außerdem (verblüffenderweise aber nur Montags bis Freitags) von der Prager Straße über Messegelände zum Helene-See. Ganzjährig werden drei Fahrten der Buslinie F (984) an den Wochenenden über Lossow hinaus zum Helene-See verlängert. Der Endpunkt Industriekomplex West heißt nun Seefichten, aus Industriekomplex Nord wurde Spitzkrug (Brauerei), die ehemalige Haltestelle Spitzkrug heißt nun Berliner Chaussee, aus Kraftverkehr wurde Oderhang, das Bezirkskrankenhaus heißt nun Klinikum.


 

 

Straßenbahn

Straßenbahn ab 22.06.1991
Tram | Tramwaj

Linie 1

Neuberesinchen - Bahnhof - Platz der Republik - Lebuser Vorstadt
 

Linie 3

Kopernikusstr. - Bahnhof - Platz der Republik - Lebuser Vorstadt
(nur Mo-Fr 5-20 Uhr)

Linie 4

Markendorf - Kopernikusstraße - Bahnhof - Platz der Republik - Stadion
(außerhalb der HVZ Markendorf - Kopernikusstr. nur jeder 2. Zug)

Linie 6

Neuberesinchen - Bahnhof - Platz der Republik - Große Oderstraße
(nur Mo-Fr 5.30-18.30 Uhr)

Linie 7

Markendorf - Kopernikusstr. - Neuberesinchen
(nur Mo-Fr 5-7 und 13.30-16 Uhr)

Stadtbus

Stadtbus ab 22.06.1991
Bus | Autobus

Linie 2

Westkreuz (Messegelände) - Platz der Republik (- Gr. Oderstr.)
(Schienenersatzverkehr)

Linie A

Seefichten - Ziolkowskiallee - Bahnhof - Moskauer Str. - Westkreuz - Meurerstr.
(ab 22 Uhr erst ab Ziolkowskiallee, dabei von Kopernikusstr. wie Linie B)

Linie B

Kopernikusstr. - Bahnhof - Moskauer Str. - Berliner Chaussee (- Booßen)
(nach Booßen nicht Mo-Fr 5-7 und 13-18 Uhr)

Linie C

Bahnhof - Westkreuz - Rosengarten - Lichtenberg - Markendorf - Klinikum
(nur bis 22 Uhr)

Linie D

Bahnhof - Oderhang - Kliestow - Booßen
(nur Mo-Fr 5-7 und 13-18 Uhr)

Linie F

Bahnhof - Grenzbahnhof (- Güldendorf - Lossow)
 

Linie G

Bahnhof - Prager Str. - Seefichten
(nur Mo-Fr 6-7 und 15-17 Uhr)

Linie H

Bahnhof / Prager Str. - Helene-See
(nur Saisonverkehr Mai bis Oktober und nur Tagesverkehr)

Linie K

Kopernikusstr. - Messegelände - Lennéstr.
(nur Mo-Fr 5-7 und 15-17 Uhr)


Nachfolgend gelistet sind die Taktfolgen der Straßenbahnlinien (Linie 1-7) und der im Takt fahrenden Buslinien (Linie A, B, G, K). Die Stundenangaben in der zweiten Zeile sind nur als ca.-Angaben zu verstehen, bei Linie 4 ist zu beachten, dass sich für den Abschnitt Markendorf - Kopernikusstr. außer Montag-Freitag von 5-8 und 14-18 Uhr der Takt halbiert, da außerhalb dieser Zeiten jeder zweite Zug nur von/bis Kopernikusstr. fährt. Die Taktangaben für Linie A beziehen sich auf den Kernabschnitt, darüberhinaus fahren einzelne Fahrten zu abweichenden Zielen. Die Vorortbuslinien C, D und F fahren teilweise recht unregelmäßig etwa alle 30 Minuten bis 2 Stunden. Die nur im Sommer fahrende Buslinie H ist nicht aufgelistet.


Takt Montag-Freitag Samstag/Sonntag täglich
4-5 5-8 8-14 14-18 18-20 4-5 5-20 20-22 22-0
1 unr. 15' unr. 15' 20' 30'-40'
2 unr. 7-8' 15' 7-8' 15' unr. 15' 20' 30'-40'
3 - 15' - -
4 unr. 15' unr. 15' 20' 30'-40'
6 - 4-7' 15' 4-7' - - -
7 - 15' - 15' - - -
A unr. 15' 30' 15' 30' unr. 30' 40' 30'-40'
B unr. 15' 30' 15' 30' unr. 30' 40' 30'-40'
G - 30' - 30' - - -
K - 30' - 30' - - -

unr. = unregelmäßiger Takt

   
frühere Bezeichnung
former name | stare nazwa
heutige Bezeichnung
today's name | nowe nazwa

Bezirkskrankenhaus

Klinikum (4, 7, C)

Dimitroffallee

Mühlenweg (1, 5, 6, 7)

Gaswerk

Neue Welt (1, 3)

Güldendorf, LPG

Güldendorf, Krumme Straße (F)

Halbleiterwerk

Markendorf (4, 7, C)

Haus der Einheit

Gubener Straße (F)

Industriekomplex Nord

Spitzkrug, Brauerei (B)

Industriekomplex West

Seefichten (A, G)

Karl-Marx-Monument

Topfmarkt (1, 3)

Kaufhalle Nord

Prager Straße (B, G, H, K)

Kliestow, Kinderkrippe

Kliestow, Rohrpfuhl (D)

Konsument

Franz-Mehring-Straße (C)

Kopernikusstr., Dienststelle

Nuhnenstraße (A)

Kraftverkehr

Oderhang (D)

Lichtenberg, Kinderkrippe

Lichtenberg, Rosengartener Straße (C)

Marö-Werk

Am Winterhafen (1, 3)

Platz der Einheit

Bardelebenstraße (2, 5, A, B)

Rathenaustraße

Otto-Nagel-Straße (C, K)

Sowjetisches Ehrenmal

Gertraudkirche und Anger (4)

Spitzkrug

Berliner Chaussee (B, D)

Stadion der Freundschaft

Stadion (4, F)

Straße des Roten Oktober

Johann-Eichorn-Straße (1, 5, 6, 7)



Juni 1991
Neue Zielfilme für die Straßenbahn

Die Straßenbahnen erhalten neue Zielfilme. Dabei wird nicht mehr für jedes Ziel die gleiche Buchstabengröße verwendet, vielmehr werden kurze Ziele wie Stadion mit größeren Buchstaben geschrieben. Das verbessert die Lesbarkeit der Anzeigen. Mit den neuen Bändern kann auch die neue Endstellenbezeichnung Markendorf angezeigt werden.



Montag, 01.07.1991
Neue Entwerter, neue Fahrscheine

Die bereits seit längerem installierten, vom Münchener MVV gebraucht übernommenen, Entwerter werden eingesetzt. Es werden neue Fahrscheine ausgegeben. Parallel wurden die in München üblichen Streifenfahrkarten eingeführt, später aber wieder verworfen. Die erst im Februar neu ausgegebenen Fahrscheine liefen damit aus, behalten aber noch ihre Gültigkeit. Die neuen Mercedes-Busse wurden von Anfang an nur mit den MVV-Entwerten ausgestattet.



Freitag, 20.09.1991
Gleisbau am Bahnhof

Auf der Bahnhofsseite des Tunnels in der Dresdener Straße werden Bogengleise ausgetauscht. Da der Tunnel somit gänzlich gesperrt werden muss, werden die Buslinien umgeleitet. Für die Straßenbahn ergeben sich umfangreiche Änderungen und es kommt sogar zu einer vorübergehenden Wiederinbetriebnahme. Die Linie 1 fährt mit Gotha-ZR-Solo-Tw alle 7/8 Minuten zwischen Lebuser Vorstadt und der Haltestelle Kießlingplatz (an der Strecke zum Westkreuz). Bis zu dieser Stelle wird an der Strecke zum Westkreuz nicht gebaut. Linie 2 fährt im Ersatzverkehr zwischen Meurerstraße (Bus-Hst. der Linien A [heute 980] und C [982]) und Kießlingplatz/Goethestraße. Dadurch werden weniger Busse auf dieser Strecke benötigt und diese sind frei für den Ersatzverkehr im Bahnhofsbereich. Linie 3 fährt zwischen Kopernikusstraße und Neuberesinchen, die Linien 4 und 7 zwischen Markendorf und Neuberesinchen. Linie 6 wird vorübergehend eingestellt. Es wird ein Ersatzverkehr mit Bussen zwischen Stadion und Wintergarten (zurück ab Leninallee [heute Birkenallee]) eingerichtet. Dieser übernimmt in Richtung Stadtzentrum an der Hst. Johann-Eichorn-Straße die Tram-Fahrgäste aus Neuberesinchen, Markendorf und von der Kopernikusstraße. Da dieser Bus nur alle 7/8 Minuten und somit viel zu selten fährt, ergeben sich chaotische Zustände in den Bussen. Neben Mercedes-Bussen kommen hier noch Ikarus 280 zum Einsatz.



Donnerstag, 03.10.1991
Angebotsverschlechterung auf Linie 6

Die Bauarbeiten vom 20.09.1991 werden abgeschlossen. Auf Linie 6 wird der 4/4/7-Minuten-Takt aufgelöst und eine von drei Fahrten gestrichen. Das führt fortan häufig zu Überfüllungen. Da nun die Linie 1 wieder von Neuberesinchen zur Lebuser Vorstadt fährt, ist der Streckenabschnitt Kießlingplatz - Platz der Republik (heute Zentrum) erst einmal wieder ohne Straßenbahnbetrieb.



Montag, 07.10.1991
Straßenbahn bis Kießlingplatz

Wie schon einmal vom 20.09. bis 02.10.1991 fährt die Straßenbahn wieder zum Kießlingplatz. Linie 2 pendelt nun mit Gotha-/Reko-Zweirichtungswagen alle 7/8 Minuten zwischen Kießlingplatz und Stadion. Der Ersatzverkehrsbus aber fährt nur zwischen Westkreuz (Messegelände) und Kießlingplatz.



Sonntag, 24.11.1991
Fertigstellung 2. Bauabschnitt der Strecke zum Westkreuz

Zwar wird die Strecke zum Westkreuz nach Fertigstellung des 2. Bauabschnittes wieder vollständig in Betrieb genommen, aber nun greifen Fahrplanreduzierungen erstmals richtig durch. Linie 2 fährt wieder zwischen Westkreuz (Messegelände) (heute Messegelände) und Stadion, auch Linie 5 wird zwischen Westkreuz (Messegelände) und Neuberesinchen wieder eingeführt und fährt nur in den Hauptverkehrszeiten (HVZ) und zwar im 15-Minuten-Takt. Die Kürzungen des Fahrplans gelten vor allem im Frühverkehr am Wochenende vor 8 Uhr. Die Tramlinien 1, 2 und 4 fahren in dieser Zeit nur noch alle 20 statt alle 15 Minuten. Die Buslinien A (heute 980) und B (981) werden im Frühverkehr von 30- auf 40-Minuten-Abstände gekürzt. Auf der OL K (987) werden zahlreiche Fahrten gestrichen. Linie 6 fährt nun nur noch alle 15 Minuten, was die ohnehin überfüllte Situation weiter verschärft, schließlich fuhren im Sommer noch drei Züge pro Viertelstunde, jetzt noch einer. Mit dem sanierten Abschnitt zum Westkreuz geht an der Endhaltestelle Westkreuz (Messegelände) auch die umgestaltete Haltestelle stadteinwärts in Betrieb. Da diese Station nun busgängig ist, halten die Buslinien A (980) unc C (982) nun in dieser Richtung an der Straßenbahnhaltestelle. Bei der Gleissanierung wurden die Gleiswechsel am Westkreuz und am Hellweg nicht wieder eingebaut und entfallen somit.


 

 

Straßenbahn

Straßenbahn ab 24.11.1991
Tram | Tramwaj

Linie 2

Westkreuz (Messegelände) - Platz der Republik - Stadion
 

Linie 5

Westkreuz (Messegelände) - Bahnhof - Neuberesinchen
(nur Montag-Freitag in den Hauptverkehrszeiten)



1991
Fahrzeugzu- und abgänge des Jahres

Reko-Tw 47 in Seelow Durch Fahrgastrückgänge und Fahrplanausdünnungen und die 1990 gelieferten neuen KT4D wurden nun erstmalig zahlreiche Gotha- und Rekowagen überflüssig und so wurde 1991 die große Ausmusterungswelle bei den zweiachsigen Fahrzeugen eingeläutet, die in nur fünf Jahren fast 50 Zweiwagenzüge auf den Schrott beförderte. Neue oder gebrauchte Fahrzeuge kamen 1991 für den Linienverkehr nicht nach Frankfurt, lediglich ein Arbeitswagen (A-Tw) wurde aus Gera übernommen. Dafür wurde der bisherige A-Tw 7 ausgemustert und verschrottet. Weiterhin gingen 12 Trieb- und 19 Beiwagen außer Dienst. Darunter auch zwei Reko-ZR-Tw die zu Arbeitswagen umgebaut wurden und der Reko-ZR-Tw 47II, der verkauft wurde und zunächst in Güldendorf als Imbisshalle diente und 1993 nach Seelow verkauft wurde, wo ihn das nebenstehende Foto im Jahr 2002 zeigt.

Foto: Gerald Renger, Frankfurt (Oder)



Mittwoch, 01.01.1992
Tariferhöhung

Die zweite Fahrpreiserhöhung seit der Wende steht an. Die Einzelfahrt mit Umsteigeberechtigung wird von der 30-Minuten-Zeitkarte abgelöst und steigt von 0,50 DM (ca. 0,26 €) auf 1,30 DM (0,66 €) (ermäßigt 0,75 DM [0,38 €]), die 5-Fahrten-Karte kostet 5 DM (2,56 €) (ermäßigt 3,75 DM [1,92 €]). Für eine Monatskarte sind 35 DM (17,90 €) (ermäßigt 25 DM [12,78 €]) zu zahlen. Tageskarten gibt es nicht.



Sonnabend, 01.02.1992
Tag der offenen Tür

Stadtverkehrsgesellschaft hautnah erlebt heißt der Tag der offenen Tür, auf dem die zweite Lieferung von Mercedes-Bussen (10 MB O405) und der erste modernisierte KT4D-Tw 227 erstmals vorgestellt werden. Freibier und ein Freifahrschein für alle Besucher verführten geradezu zur ÖPNV-Nutzung.



Montag, 09.03.1992
Erneut Straßenumbenennungen

Linienweg der Linie 6 Altlasten werden getilgt, 32 Straßen in Frankfurt bekommen neue bzw. ihren alten Namen. So wird aus der Wilhelm-Pieck-Str. wieder die Logenstr. und die Leipziger Str., der mittlere Abschnitt erhält den Namen der Partnerstadt Heilbronn. Auch ein Teil der Karl-Marx-Str. wird wieder in Berliner Str. umbenannt. Die Oderallee heißt künftig wieder Lindenstr., in den Neubaugebieten werden unter anderem die Leninallee zur Birkenallee, die Moskauer Str. zur Hamburger Str. und die Zielona-Góra-Str. zur Kieler Straße. Die beiden letztgenannten Straßen befinden sich im Hansaviertel und erhielten daher Straßennamen nach Hansestädten. Besonders üppig mit kommunistischen Namen bestückt waren in der DDR die Neubaugebiete der 1970er und 1980er Jahre. Während in einem der ersten Frankfurter Neubaugebiete, dem Hansa-Viertel groteskerweise nicht Namen von Hansestädten sondern vor allem Stadtnamen nun befreundeter Ostblockstaaten vergeben wurden, waren im danach gebauten Wohngebiet Süd sowjetische Kosmonauten (auch noch lebende!) dran. Im letzten Neubaugebiet Neuberesinchen sind dann große Kommunisten und Führer von kommunistischen Parteien mit Straßennamen bedacht worden. Da letztere nach bürgerlichen Gesichtspunkten selten eine weiße Weste hatten, musste vor allem in Neuberesinchen einiges umbenannt werden. Von fünf Haltestellen in Neuberesinchen durfte allein der Wintergarten weiterhin namensspendend wirken. Ein Dokument dieser Zeitgeschichte ist das Foto eines im KT4D verwendeten Linienwegschildes im Seitenfenster einer Linie 6 im Jahr 1987. Eine Übersicht alter und neuer Stationsnamen finden Sie auf der Seite Haltestellenumbenennung.

Foto: Michael Busse, Berlin



Dienstag, 10.03.1992
Gleisbau in der Lebuser Vorstadt

Neben der Strecke zum Westkreuz sind vor allem die Gleise in die Lebuser Vorstadt streckenweise in sehr schlechtem Zustand. An der Wendeschleife Lebuser Vorstadt beginnend, werden nun auch in der Herbert-Jensch-Straße und Berliner Straße Gleisbauarbeiten durchgeführt. Ende der 70-er Jahre wurde hier letztmalig gebaut. Nun wird die Linie 3 zum Stadion umgeleitet und fährt für mehrere Jahre von der Kopernikusstraße zum Stadion. Linie 1 wird mit ZR-Gotha-Zügen bestückt und fährt nur zur Haltestelle Am Winterhafen. Am Winterhafen wird der Beiwagen stehen gelassen und der Tw fährt zur Lebuser Vorstadt weiter. An den Wochenenden wird Linie 1 nur mit einem Solo-Gotha-Tw bedient. Tagsüber fährt daher zusätzlich Linie 6 am Wochenende als Entlastung kurz vor Linie 1 her. Nach nur zwei Wochenenden wird dieses Angebot der Linie 6 auf die Sonnabend Vormittage gekürzt. Dadurch kommt es auf Linie 1 außerhalb der Einsatzzeit der Linie 6 mitunter zu Überfüllungen. Bei der Sanierung der Schleife Lebuser Vorstadt wurden erstmals S49-Vignolschienen statt Rillenschienen eingebaut. Weiterhin werden im gesamten Netz bisher handbetriebene Weichen auf elektrischen Antrieb umgestellt. Sehr grotesk war jahrelang die Situation an einer Weiche am Gleisdreieck Johann-Eichorn-Straße. Dort fuhren in den Hauptverkehrszeiten alle 7 bis 8 Minuten die Linien 3 und 4 in Richtung Stadtzentrum, während die Linie 7 ebenfalls alle 7 bis 8 Minuten nach Neuberesinchen abbog. Da die Linie 7 genau zwischen den Linien 3 und 4 fuhr, musste für jede Fahrt die Weichenstellung gewechselt werden. Einen elektrischen Antrieb hatte die Weiche nicht, so dass bei jeder(!) Fahrt der Fahrer aussteigen musste, die Weiche von Hand stellen musste und erst dann die Fahrt für die Fahrgäste weiter ging.


 

 

Straßenbahn

Straßenbahn ab 10.03.1992
Tram | Tramwaj

Linie 3

Kopernikusstr. - Bahnhof - Platz der Republik - Stadion
(nur Mo-Fr 5-20 Uhr)



Montag, 13.04.1992
Weitere Angebotseinschränkungen

Aufgrund der angespannten Finanzsituation bei der SVF, die Stadt sieht sich derzeit nicht in der Lage den subventionsbedürftigen Betrieb zu übernehmen, werden zahlreiche Fahrten bei Bussen und Bahnen gestrichen. Insbesondere zusätzliche Fahrten im Abendverkehr am Wochenende, aber auch im Frühverkehr und Fahrten in die eingemeindeten Vororte wurden gestrichen.



Mittwoch, 22.04.1992
Keine KT4D-Doppeltraktionen mehr

Ebenfalls um Geld zu sparen wird auf der Linie 4 der KT4D-Solo-Verkehr statt Doppeltraktionen eingeführt. So können die Instandhaltungszyklen gespreizt werden. Seitdem sind KT4D-Doppeltraktionen in Frankfurt nur noch in seltenen Ausnahmesituationen zu beobachten. Seit der Inbetriebnahme der KT4D im Herbst 1987 kamen Solofahrzeuge im Fahrgastverkehr bis zum Herbst 1990 so gut wie nie zum Einsatz. Weil KT4D-Doppeltraktionen am Wochenende aber oft überdimensioniert waren, wurde 1989/90 für eine Weile am Wochenende die Linie 4 sogar auf Gotha-Züge umgestellt. Auf die Frage, warum man denn nicht Solo-KT4D einsetzte, antwortete mir ein Fahrer, dass man im Falle eines Stromabnehmerdefektes bei einem KT4D einen Solo-KT4D abschleppen müsste. Offenbar waren die auf den KT4D verwendeten Einholmstromabnehmer aus der volkseigenen Produktion recht unzuverlässig, so dass man lieber Gotha-Züge statt Solo-KT4D auf die für 70 Stundenkilometer ausgebaute Strecke nach Markendorf schickte. Nun aber war die Zeit der KT4D-Doppeltraktionen aus Spargründen weitestgehend vorbei.



Donnerstag, 23.04.1992
Warnstreik bei der Frankfurter Straßenbahn

Wie Frankfurt ohne ÖPNV aussieht, demonstrieren die SVF-Mitarbeiter am Nachmittag zwischen 14.30 und 15.30 Uhr in einem einstündigen Warnstreik. Der gesamte innerstädtische Nahverkehr stand still.



Freitag, 01.05. - Sonntag, 03.05.1992
Linie 5 zur Automesse

Zur Automesse am Westkreuz (heute Hst. Messegelände) fährt die Linie 5 auch am Wochenende, allerdings nur alle 30 Minuten.



Sonnabend, 16.05.1992
Erster historischer Straßenbahnwagen in Betrieb

historischer Tw 60 am 16.05.1992 Erstmals wird der historische Tw 60 beim Oderfest der Öffentlichkeit präsentiert. Ausführliche Informationen über diesen Wagen befinden sich auf der Seite Historische Wagen. Das folgende Foto zeigt den Wagen an diesem Tag an der Europa-Universität.

Foto: Michael Busse, Berlin



Montag, 18.05.1992
Dritter Bauabschnitt zum Westkreuz in Angriff genommen

Der dritte und letzte Bauabschnitt der Tramstrecke zum Westkreuz wird saniert. Die Gleise und der Asphalt werden zwischen Hst. Goethestraße (heute Witzlebenstr.) und Hst. Kantstraße erneuert. Die Kreuzung August-Bebel-Straße / Markendorfer Straße wird dabei ebenfalls umgestaltet und die beiden Unterführungen unter den Eisenbahnbrücken in diesem Bereich (Strecke vom Bahnhof Frankfurt zum Güterbahnhof am Klingetal und weiter zum Bahnhof Rosengarten bzw. zum damaligen Bahnhof Booßen) werden abgesenkt. Vor allem die früher in der August-Bebel-Str. angesiedelte sowjetische Armee beachtete hier oftmals nicht die Durchfahrtshöhe und steckte regelmäßig unter diesen Brücken fest. Auch ein neues Unterwerk zur Stromversorgung der Strecke zum Westkreuz wird errichtet, so dass nach Abschluss der Bauarbeiten auch auf dieser Strecke Tatrawagen vom Typ KT4D eingesetzt werden können. Linie 5 wird wegen der Bauarbeiten erneut eingestellt, während ursprünglich eine Umleitung zum Stadion beabsichtigt war. Da zum 1. Juni allerdings ein Sparfahrplan eingeführt wird, wurde Linie 5 im Vorgriff darauf bereits eingestellt. Die Haltestelle Westkreuz (Messegelände) wird in Messegelände umbenannt und zwischen Messegelände und Platz der Republik (heute Hst. Zentrum) ein Ersatzverkehr mit Bussen als Linie 2 eingerichtet.



Montag, 01.06.1992
Sparfahrplan

Liniennetz 1992 Neuer Fahrplan 1992
(01.06.1992-03.01.1993)

Die Finanzsituation der SVF ist derart schlecht, dass mit diesem Tag ein großer Einschnitt ins ÖPNV-Angebot getan werden musste. Ein Sparfahrplan tritt in Kraft. Da weder Treuhandanstalt noch Stadt der SVF helfen wollen oder können, sind die Bus- und Bahnnutzer die Leidtragenden. Betriebsbeginn ist statt um 3.30 Uhr nun gegen 5 Uhr, Feierabend statt um 0.30 Uhr bereits 2 Stunden früher. Ab 17 Uhr gilt nur noch ein 30-Minuten-Takt, am Wochenende gilt dieser ganztags, nach 20 Uhr fahren Bahnen und Busse sogar nur alle 40 Minuten. Der Rotstift ergab folgendes Restnetz:


Straßenbahn

Die Straßenbahnlinien 3 und 5 werden eingestellt. Linie 7 fährt nur noch alle 30-45 Minuten. Vom Stadtzentrum fahren in alle Richtungen außer nach Neuberesinchen Bahnen also nur noch im 15-Minuten-Takt. Nach Neuberesinchen verdichtet die Linie 6 das Angebot der Linie 1 tagsüber auf einen 7-8-Minuten-Takt. Neu ist, dass die Linie 6 auch Sonnabend vormittags fährt, so dass hier alle 15 Minuten eine Bahn nach Neuberesinchen fährt.


Bus

Buslinie D (im Jahr 1999 in 983 umbenannt) wird ebenfalls abgeschafft und durch die Verlängerung einiger Fahrten der Linie B (981) nach Booßen ersetzt. Buslinie G (985) und K (987) werden auf wenige Fahrten an Werktagen reduziert. Die Linien A und B fahren täglich bis etwa 20 Uhr jeweils alle 30, bis 22 Uhr alle 40 Minuten, danach ist Betriebsschluss. Durch die Überlagerung der beiden Linien besteht tagsüber auch auf der Busstrecke vom Stadtteil Süd zum Hansa-Viertel ein 15-Minuten-Takt. Neu ist, dass am Wochenende einige Fahrten der Linie A statt von den Seefichten ab der Meurerstr. einmal rund um die Stadt gehen und es somit Fahrten von der Meurerstr. zur Meurerstr. gibt.


 

 

Straßenbahn

Straßenbahn ab 01.06.1992
Tram | Tramwaj

Linie 1

Neuberesinchen - Bahnhof - Platz der Republik - Lebuser Vorstadt
 

Linie 4

Markendorf - Kopernikusstraße - Bahnhof - Platz der Republik - Stadion
(Mo-Fr von 7-14 Uhr Markendorf - Kopernikusstr. nur jeder 2. Zug)

Linie 6

Neuberesinchen - Bahnhof - Platz der Republik - Große Oderstraße
(nur Mo-Fr 6-17 und Sa 8-12 Uhr)

Linie 7

Markendorf - Kopernikusstr. - Neuberesinchen
(nur Mo-Fr 5.30-7.30 und 13.30-16 Uhr)

Stadtbus

Stadtbus ab 01.06.1992
Bus | Autobus

Linie 2

Messegelände - Platz der Republik
(Schienenersatzverkehr)

Linie A

Seefichten - Ziolkowskiallee - Bahnhof - Hamburger Str. - Westkreuz - Meurerstr.
 

Linie B

Kopernikusstr. - Bahnhof - Hamburger Str. - Berliner Chaussee / Booßen
 

Linie C

Bahnhof - Westkreuz - Rosengarten - Lichtenberg - Markendorf - Klinikum
 

Linie F

Bahnhof - Grenzbahnhof (- Güldendorf - Lossow)
 

Linie G

Hamburger Str. - Seefichten
(nur Mo-Fr 6-7 und 14.30-16.30 Uhr)

Linie H

Bahnhof / Berliner Chaussee - Helene-See
(nur Saisonverkehr Mai bis Oktober und nur Tagesverkehr)

Linie K

Kopernikusstr. - Messegelände - Lennéstr.
(nur Mo-Fr zwei Fahrten pro Richtung)


Nachfolgend gelistet sind die Taktfolgen der Straßenbahnlinien (Linie 1-7) und der im Takt fahrenden Buslinien (Linie A, B und G). Die Stundenangaben in der zweiten Zeile sind nur als ca.-Angaben zu verstehen, bei Linie 4 ist zu beachten, dass sich für den Abschnitt Markendorf - Kopernikusstr. Montag-Freitag von 7-14 Uhr der Takt halbiert, da zu diesen Zeiten jeder zweite Zug nur von/bis Kopernikusstr. fährt:


Takt Montag-Freitag Samstag Sonntag täglich
5-6 6-7 7-14 14-16 16-17 5-8 8-12 12-20 5-20 17-20 20-22
1 30' 15' 30' 30' 30' 40'
2 30' 15' 30' 30' 30' 40'
4 30' 15' 30' 30' 30' 40'
6 - 15' - 30' - - -
7 - 30' - 30'-45' - - - -
A 30' 30' 30' 30' 40'
B 30' 30' 30' 30' 40'
G - 30' - 30' - - - -


Dienstag, 09.06.1992
Fahrplankorrekturen

Der Sparfahrplan vom 01.06. ist derart ungenügend, dass eine Woche später einige Korrekturen erfolgen. Linie 4 fährt nun zwischen Kopernikusstraße und Stadion Montag bis Freitag von 6 bis 17 Uhr alle 7/8 Minuten. Außerdem beginnt der 30-Minuten-Takt an Werktagen erst um 18 statt um 17 Uhr. Für Linie 4 gelten nun folgende Taktintervalle, die mit einem Sternchen * versehene Zeile verdeutlicht die Taktzeiten auf dem Abschnitt Markendorf - Kopernikusstr.:


Takt Montag-Freitag Samstag Sonntag täglich
5-6 6-7 7-14 14-16 16-18 5-8 8-12 12-20 5-20 18-20 20-22
4 30' 7'-8' 30' 30' 30' 40'
4* 30' 15' 30' 15' 30' 30' 30' 40'


Montag, 17.08.1992
Gleissanierung Strecke zur Lebuser Vorstadt

Die grundlegende Sanierung des Streckenabschnitts Platz der Republik - Lebuser Vorstadt beginnt. Der Verkehr dorthin wird von Bussen im Ersatzverkehr übernommen, Linie 1 fährt nun zwischen Neuberesinchen und Großer Oderstraße (heute Europa-Universität). Ferner wird Linie 1, obwohl dies nun nicht mehr nötig wäre, weiterhin mit Gotha/Reko-2-Wagen-Zügen betrieben. Wegen eines fehlenden Unterwerkes und des streckenweise schlechten Gleiszustandes kamen auf dieser Strecke bisher keine KT4D zum Einsatz. Bis zur vorübergehenden Inbetriebnahme der Strecke fahren die Linien 1 und 6 genau die gleiche Strecke, werden betrieblich aber streng getrennt. In einer Zeitungsbeilage wird ein neuer Fahrplan veröffentlicht, in dem auch zusätzliche Fahrten im Frühverkehr nach Markendorf auf Linie 7 enthalten sind. Der Ersatzverkehr für die seit Mai wegen Bauarbeiten eingestellte Linie 2 wird zur Lebuser Vorstadt verlängert und übernimmt damit auch den von der Linie 1 nicht befahrenen Abschnitt.



August 1992
Neuer Arbeiswagen, neue Abstellgleise

In der Abstellanlage Neuberesinchen (heute der Betriebshof) werden sieben weitere Gleise in Betrieb genommen. Damit kann das Abstellen von Fahrzeugen in Wendeschleifen aufgegeben werden. Mitte August wird aus Gera noch einmal ein Gotha-Fahrzeug übernommen. Es handelt sich um den Schienenschleif- und Schmiertriebwagen 7II (Baujahr 1958, Typ T57, 1971 zum ER-Tw umgebaut, 1991 ex Gera Tw 103), der 1979 in Gera zum Arbeitswagen umgebaut wurde. Dieser Wagen wird 1996 allerdings schon wieder ausgemustert und verschrottet.



September 1992
KT4D-Serienmodernisierung beginnt

Nachdem Anfang des Jahres der erste KT4D-Tw 227 von seiner Modernisierung zurückkam, beginnt nun die Serienmodernisierung. Die KT4D-Tw 201 bis 204 und 209 (Baujahr 1987, im Sommer 1987 in Frankfurt angeliefert) und die KT4D-Tw 213 und 214 (Baujahr 1987, im Dezember 1987 angeliefert) werden als erste nach Mittenwalde zur Modernisierung geschickt. Außerdem werden die Triebwagen 223-226 und 229-232 für den Heck-an-Heck-Verkehr ausgerüstet. Mit dem absehbaren Einsatzende aller Gotha- und Rekowagen werden in Frankfurt keine Zweirichtungsfahrzeuge mehr vorhanden sein. Um bei Störungen oder Baustellen dennoch Strecken zumindest teilweise mit Straßenbahnen bedienen zu können, sind Heck-an-Heck-Verkehre nun möglich. Dabei werden zwei Einrichtungswagen mit ihren beiden Hecks aneinander gekuppelt, so dass an den Außenseiten solcher Züge dennoch zwei Führerstände vorhanden sind und solche Traktionen auch ohne Wendeschleifen oder Gleisdreiecke die Fahrtrichtung wechseln können. Wie das zu verstehen ist zeigt die folgende Grafik, die einen nach rechts fahrenden Heck-an-Heck-Zug zeigt, der linke Triebwagen wird in diesem Fall nur gezogen, sein Stromabnehmer liegt daher nicht am Fahrdraht, Fahrgäste können nur mit dem ersten (dem rechten) Wagen mitfahren, da beim zweiten Fahrzeug die Türen auf der falschen Seite sind.


Heck-an-Heck-VerkehrHeck-an-Heck-Verkehr



Donnerstag, 03.09.1992
Neue Waschanlage

Im Bereich der Abstellanlage Neuberesinchen wird als einer der ersten Teile für den späteren Betriebshof eine Waschanlage für Busse und Bahnen in Betrieb genommen.



Donnerstag, 24.09.1992
Stadtverkehrsgesellschaft von der Stadt übernommen

Nach monatelangem Tauziehen beschließt die Stadtverordnetenversammlung die Übernahme der StadtverkehrsGmbH (SVF) durch die Stadt rückwirkend zum 01.01.1992. Die Treuhandanstalt übernimmt 7,6 Mio. DM Altschulden. Für Anfang 1993 wird ein wieder um 30% ausgeweitetes Angebot angekündigt.



Sonntag, 06.12.1992
Strecke in die Lebuser Vorstadt vorübergehend wieder in Betrieb

Zeitgleich mit der zwischenzeitlichen Wiederinbetriebnahme der Linie 1 in die Lebuser Vorstadt premierte am damaligen Kleist-Theater in Frankfurt das Rock-Musical Linie 1, dessen titelgebendes Objekt jedoch die Berliner U-Bahnlinie 1 ist. Frankfurts Straßenbahnlinie 1 fährt nun wieder auf ihrer Stammroute zwischen Neuberesinchen und Lebuser Vorstadt, der Ersatzverkehr der Linie 2 wird wieder zum Platz der Republik zurück gezogen.



Dezember 1992
Neuer Arbeitswagen

A-Bw 1 in der Endhaltestelle Markendorf Aus Erfurt wird der dortige Gelenk-Arbeitsbeiwagen Bw 18 übernommen. Nach Einbau einer Heckauffahrtrampe wird er als A-Bw 1 in Betrieb genommen. Somit können mit ihm nun bis zu 4 elektrische Hebeböcke und ein Gabelstapler transportiert werden.

Foto: Gerald Renger, Frankfurt (Oder)



Sonntag, 20.12.1992
Dritter und letzter Bauabschnitt zum Westkreuz fertiggestellt

Nach über vier Jahren unterbrochener Bauzeit ist die Strecke zum Messegelände (früher Westkreuz) fertiggestellt und nun uneingeschränkt befahrbar. Da auch ein neues Unterwerk errichtet wurde, kommen erstmalig Solo-KT4D zum Einsatz. Für die letzten knapp 14 Tage des Katastrophenfahrplans vom Juni 1992 wird ein entsprechender Fahrplan auch für Linie 2 eingerichtet, nachdem bisher nur der SEV-Bus 2 katastrophal fuhr. Gleichzeitig mit der Wiederinbetriebnahme wird die Station Westkreuz endgültig in Messegelände umbenannt, nachdem sie bereits seit Juni 1991 Westkreuz (Messegelände) hieß. An den Ersatzverkehrbussen wurde diese Bezeichnung verwendet. Straßenbahnen hingegen schilderten Westkreuz. Da Matrixanzeigen zu diesem Zeitpunkt nur an den neuen Mercedes-Bussen und am ersten modernisierten KT4DM-Tw 227 vorhanden waren, mussten die Zielfilme der Straßenbahn entsprechend ausgetauscht werden. Für Linie 2 gilt folgende Linienführung, die Takt- und Betriebszeiten bleiben unverändert:


 

 

Straßenbahn

Straßenbahn ab 20.12.1992
Tram | Tramwaj

Linie 2

Messegelände - Platz der Republik - Stadion
 



Dezember 1992
Einsatzende Ikarus-Busse

Die Ära der Ikarus-Busse geht in Frankfurt zu Ende. Nachdem innerhalb von zwei Jahren 18 MB O405 und 12 MB O405G fabrikneu beschafft wurden und obendrein 8 MB O305 aus Heilbronn übernommen wurden, sind die ungarischen Ikraus-Busse der Typen 260 und 280 abkömmlich. Der Abschied lief rasend schnell und doch fast unbemerkt und ohne feierlich letzte Fahrt.



1992
Fahrzeugzu- und abgänge des Jahres

Trotz Sparfahrplan werden in diesem Jahr nur sehr wenig Gotha- oder Rekowagen ausgemustert, lediglich vier zweiachsige Beiwagen verschwinden aus der Bestandsliste der Frankfurter Straßenbahn. Es verbleiben 82 Straßenbahnwagen in den Büchern.


Die nächste Seite beinhaltet die Chronik der Jahre 1993 und 1994.


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