Chronik öffentlicher Stadtverkehr 1983-1984
Chronicle public transport 1983-1984 | Historia od 1983 do 1984 roku

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Sonnabend, 01.10.1983
Zentrale Umsteigestelle Platz der Republik eröffnet

Haltestelle Platz der Republik 1986/87 Ursprünglich sollte die neue zentrale Umsteigehaltestelle Platz der Republik (heute Zentrum) zum Fahrplanwechsel am 10.10.1983 in Betrieb genommen werden. Die alte Haltestelle, ebenfalls Platz der Republik genannt, befand sich an der Kreuzung Wilhelm-Pieck-Str. (heute Heilbronner Str.) / Karl-Marx-Str. / Oderallee. Dabei hielten die Linien zur Lebuser Vorstadt nördlich der Kreuzung, die Linien zum Stadion südlich. Somit fuhren mit den Linien 3 und 4 zwei Linien von zwei verschiedenen Haltestellen (Hst.) in eine Richtung, nämlich zur Kopernikusstraße. Fahrgäste rannten dann häufig über die Kreuzung zur anderen Hst. wenn dort ein Zug in die gewünschte Richtung erschien. Am 01.10.1983 wurde nun die Haltestelle unter Beibehaltung des alten Namens verlegt. Die neue Haltestelle, ca. 200 m westlich in der Wilhelm-Pieck-Str. gelegen, überwand dieses Hindernis, denn nun hielten alle Straßenbahnlinien an einer Station. Die Umsteigewege zur Bushaltestelle Karl-Marx-Str. (an dieser Stelle befindet sich heute die Haltestelle Brunnenplatz) erhöhten sich dadurch allerdings beträchtlich. Umsteigestation zwischen Bahn und Bus wurde der Bahnhof, allerdings sind auch dort die Wege recht weit. Auf die Idee, auch die Buslinien an der neuen Haltestelle in der Wilhelm-Pieck-Str. halten zu lassen, kam man erst in den 1990er Jahren. Anfangs hielten die Busse aber auch nicht an der Tramhaltestelleninsel, sondern daneben am Straßenrand. Erst seit Mitte der 1990er Jahre halten Busse und Bahnen an der heute Zentrum genannten Station am gleichen Bahnsteig. Das nebenstehende Foto zeigt die an diesem Tag neu eröffnete Haltestelle Platz der Republik vermutlich im Jahr 1986 oder 1987. Ein Gotha-Zug mit Tw 54II fährt links gerade ein, ein Standardbus vom Typ Ikarus260 fährt in Richtung Bahnhof. Haltestellenhäuschen waren in Frankfurt zu Ost-Zeiten Mangelware, das Hochhaus im Hintergrund ist der heutige Oderturm vor seinem Umbau.

Foto: Schwarz, Berlin


Der Inbetriebnahme der neuen Haltestelle gingen monatelange Bauarbeiten auf der Wilhelm-Pieck-Str. zwischen Bahnhofstr. und Platz der Republik voraus. Da diese Bauarbeiten vorfristig fertig wurden, gilt für die Straßenbahn schon ab diesem Tag der neue Fahrplan, der offiziell erst am 10.10.1983 Gültigkeit erlangt. Nachfolgend finden Sie zur Fertigstellung der neuen Haltestelle ein Zeitdokument, die Regionalzeitung Neuer Tag quoll an diesem Tag fast über vor Glück und Stolz.


Verkehrsbauleiter Wolfgang Wüstefeld (auszugsweise) in
"Neuer Tag", Freitag 30.09.1983:

Heute können wir nun melden: Unser Ziel haben wir eine Woche vorfristig erfüllt. Wir wissen, wie hoch die Belastungen für die Frankfurter waren, wie sehr sie auf den Abschluß der im Mai begonnen Arbeiten gewartet haben. Das hat viele Kollektive beflügelt, noch größere Anstrengungen in dieser ohnehin kurzen Bauzeit zu unternehmen. Aber wir haben es geschafft. In Gemeinschaftsarbeit. Darauf sind wir stolz. Verkehrs- und Tiefbaukombinat, Kraftverkehr, aber auch Energieversorgung und Abwasserbehandlung sowie der VEB Bau und der VEB Grünanlagen haben eng zusammengearbeitet. Auf Handschlag und Vertrauen. Reibungslos ging es nicht, und mancher hat noch zögernd eingeschlagen, dann aber war sein Handschlag verbindlich. Mit der heutigen Übergabe der Wilhelm-Pieck-Straße beweisen wir es. (...) Die Arbeit ist geschafft. Es waren harte Monate. Und wenn wir heute wieder das Signal auf freie Fahrt stellen, erfüllt mich das als Frankfurter mit Stolz, denn was wir in den letzten Jahren geschaffen haben, ist zu unser aller Nutzen. (...) Was uns heute so selbstverständlich, so lange ist es noch gar nicht her. An einem Tag wie heute wird es einem erst so recht bewußt.


Montag, 10.10.1983
Neuer Fahrplan 1983-1985

Liniennetz 1983 Straßenbahn: Die neue Zentralhaltestelle Platz der Republik wird im neuen Fahrplan berücksichtigt und das Straßenbahnnetz wird weiter umgestaltet. Der veränderten Bedeutung der Straßenbahnstrecken Rechnung tragend werden die östlichen Linienäste der Linien 1 und 2 getauscht. So wird die inzwischen sehr stark frequentierte Linie 1 nicht mehr zum eher unbedeutenden Endpunkt Stadion geführt, sondern direkt an die Innenstadt angebunden und durch die Karl-Marx-Straße zur Lebuser Vorstadt geleitet. Die Linie 2 hingegen wird vom Endpunkt Lebuser Vorstadt zum Stadion verlegt und fährt in den Hauptverkehrszeiten nicht mehr alle 12 Minuten, sondern ohne festen Takt mit Fahrtabständen zwischen 10 und 17 Minuten. Vor 5 Uhr und nach 20 Uhr wird statt am Stadion schon am Platz der Republik geendet, die Strecke zum Stadion wird in diesen Zeiten zum Abstellen von Wagen benötigt, da die Abstellkapazitäten im Betriebshof Bachgasse bei weitem nicht ausreichen und der heutige Betriebshof Neuberesinchen noch nicht existierte. Die Tram-Linie 4 fährt nun zwar wieder ganztägig, vormittags aber nur im 30-Min.-Takt., davor und danach ohne echten Takt mit Fahrtabständen zwischen 9 und 40 Minuten. Die Betriebszeit der Linie 5 wird ausgeweitet, statt bisher nur in den Hauptverkehrszeiten fährt sie nun auch Montags bis Freitags vormittags und erhält auch abends einige Fahrten. Laut Regionalzeitung werden nun 28 statt 23 Züge eingesetzt. Auf allen Linien werden Gotha-/Reko-Zweiwagenzüge, auf den Linien 2 und 4 ausschließlich ZR-Fahrzeuge eingesetzt. Grund dafür: am Stadion gibt es keine Wendeschleife, die Bahnen müssen den Beiwagen umkuppeln.

Grafik: Michael Busse, Berlin


Bus: Das Bussystem wird ebenfalls umgestaltet und bringt vor allem Einschränkungen. Wesentlich ist, dass die Bus-Linie B (heute 981) Montags bis Freitags nicht mehr durch die Innenstadt fährt, sondern ihre Kernaufgabe in der Anbindung des Industrievorortes Markendorf mit dem dortigen Halbleiterwerk an das Straßenbahnnetz erhält. Die Bewohner Markendorfs müssen nun mit der Straßenbahn bis zur Kopernikusstraße fahren und dann in den Bus umsteigen. Aufgewertet wurde allerdings die Linie G (heute 985) als Ersatz für Linie B zwischen der Innenstadt und dem Hansa-Viertel. Linie A (heute 980) fährt wie schon bisher mit einigen Fahrten zu abweichenden Zielen. So werden einige Fahrten von der Meurerstr. zum Waldhaus Rosengarten (heute Am Wildpark), werktags nur bis zur Haltestelle Rosengarten, Kreuzung verlängert. Vor 5 und nach 19 Uhr werden einige Fahrten erst an der Ziolkowskialle statt am Industriekomplex West (heute Seefichten) begonnen. Nach Veranstaltungsschluss im damaligen Kleist-Theater wird eine Fahrt dort begonnen. Ferner wird Sonnabend abend eine Fahrt von der Meurerstr. nach Lichtenberg verlängert. Die Verkehrsführung der Linie B ist recht kompliziert zu erklären. Zu allen Zeiten wird von dieser Linie nur noch der Abschnitt Halbleiterwerk (heute Markendorf) - Kopernikusstr. bedient, wobei ebenfalls zu allen Zeiten einige Fahrten in Hohenwalde beginnen. Zum Schichtwechsel im Halbleiterwerk gegen 6, 14 und 22 Uhr werden einige Fahrten über die Haltestelle Kinderkrippe Nuhnenstraße (heute Am Messegelände) zur Kaufhalle Nord (heute Prager Str.) im Stadtteil Frankfurt-Nord (Hansa-Viertel) verlängert. Am Wochenende wird Linie B wie bisher von der Kopernikusstr. zum Bahnhof verlängert und fährt dann im Linienweg der Linie G bis zur Haltestelle Frankfurt-Nord (Moskauer Str.) (heute Hamburger Str.). Diese Fahrten werden als Linie B/G an den Fahrzeugen gekennzeichnet, im Fahrplanheft wird diese Verknüpfung allerdings nicht einmal erwähnt. Linie G wiederum fährt nur Montags bis Freitags von 4 bis 0 Uhr zwischen Bahnhof und Moskauer Str., einige Fahrten werden bis zum Spitzkrug verlängert, Sonnabend abend eine Fahrt bis Kliestow. Die Haltestelle Spitzkrug hat noch nichts mit der heuten Haltestellenfamilie am Spitzkrug zu tun, sondern befand sich an der Kreuzung Berliner Chaussee/Lebuser Chaussee und diente der Anbindung des so genannten Industriekomplexes Nord. Sie haben die Linienführung der Busse nicht verstanden? Gut, das muss so sein, in Frankfurt war zumindest das Busnetz selten leicht zu durchschauen.

 

 

Straßenbahn

Straßenbahn ab 10.10.1983
Tram | Tramwaj

Linie 1

Neuberesinchen - Bahnhof - Platz der Republik - Lebuser Vorstadt
 

Linie 2

Westkreuz - Platz der Republik (- Stadion)
(bis Stadion nur täglich von 5-20 Uhr)

Linie 3

Kopernikusstr. - Bahnhof - Platz der Republik (- Lebuser Vorstadt)
(bis Lebuser Vorstadt nur Montag-Freitag 5-20 Uhr)

Linie 4

Kopernikusstraße - Bahnhof - Platz der Republik - Stadion
(nur Montag-Freitag 5-19 Uhr)

Linie 5

Neuberesinchen - Bahnhof - Westkreuz
(nur Montag-Freitag 4-22 Uhr, ab 20 Uhr nur ca. alle 90 Min.)

Stadtbus

Stadtbus ab 10.10.1983
Bus | Autobus

Linie A

Industriekomplex West - Ziolkowskiallee - Bahnhof - Frankfurt-Nord - Westkreuz - Meurerstr.
(ab 19 Uhr teilweise erst ab Ziolkowskiallee)

Linie B

(Hohenwalde -) Halbleiterwerk - Kopernikusstr. (- Nuhnenstr. - Kaufhalle Nord)
(nur Montag-Freitag 4-23 Uhr)

Linie B/G

(Hohenwalde -) Halbleiterwerk - Kopernikusstr. - Bahnhof - Frankfurt-Nord (Moskauer Str.)
(nur Sonnabend und Sonntag 4-0 Uhr)

Linie C

Bahnhof - Westkreuz - Rosengarten - Lichtenberg
(Montag-Freitag nur bis 20 Uhr, sonst bis 21 Uhr)

Linie D

Bahnhof - Kraftverkehr - Kliestow - Booßen
(Montag-Freitag nur bis 20 Uhr, sonst bis 18 Uhr)

Linie F

Bahnhof - Grenzbahnhof (- Güldendorf - Lossow)
 

Linie G

Bahnhof - Kaufhalle Nord - Frankfurt-Nord (Moskauer Str.)
(nur Montag-Freitag 4-23 Uhr)

Bahnhof - Kaufhalle Nord - Industriekomplex West
(zusätzlich Montag-Freitag in den Hauptverkehrszeiten)


Nachfolgend gelistet sind die Taktfolgen der Straßenbahnlinien (Linie 1-5) und der im Takt fahrenden Buslinien (Linie A, B, G). Die Stundenangaben in der zweiten Zeile sind nur als ca.-Angaben zu verstehen. Die Taktangaben für die Buslinien beziehen sich auf den jeweiligen Kernabschnitt, darüberhinaus fahren einzelne Fahrten zu abweichenden Zielen. Die Vorortbuslinien C, D und F fahren unregelmäßig, dabei variiert das Fahrtenangebot zwischen 33 Fahrten pro Tag Montags bis Freitags auf Linie F und vier Fahrten pro Tag an Sonntagen auf Linie D. Die mit einem Sternchen * gekennzeichnete Zeile der Linie G betrifft die Zusatzfahrten vom Bahnhof zum Industriekomplex West (heute Seefichten).


Takt Montag-Freitag Sonnabend Sonntag täglich
4-5 5-8 8-12 12-14 14-18 18-20 4-8 8-12 12-20 4-20 20-0
1 unr. 10' 15' 12' 10' 12' 20' 15' 20' 20' 30'-40'
2 unr. unr. 15' unr. 12' 20' 15' 20' 20'

30'-40'

3 unr. 10' 15' 12' 10' 12' 20' 15' 20' 20'

30'-40'

4 - unr. 30' unr. - - -
5 - 10' 30' 10' unr. - - -
A unr. 20' 30' 20' 30' 30' 30'

25'-45'

B 20' 30' 20' unr. - - unr.
B/G - unr. 60' 60' -
G 30' 20' 30' 20' 60' - - unr.
G* - 20' - 20' - - - -

unr. = unregelmäßiger Takt



1983
Fahrzeugzu- und abgänge des Jahres

Gotha-Zug 21+101 Um das Fahrtenangebot auf dem vorhandenen Netz ausweiten zu können und in Aussicht auf den geplanten Netzausbau der Frankfurter Straßenbahn nach Markendorf, werden jedes Jahr zahlreiche Gotha-Züge nach Frankfurt geholt. Während in den Jahren 1981 und 1982 keine Fahrzeuge von anderen ostdeutschen Betrieben kamen, gab es 1983 so viele Neuzugänge an gebrauchten Wagen wie in keinem anderen Nachkriegsjahr. Es kamen Fahrzeuge aus Städten, die im Gegensatz zu Frankfurt zu diesem Zeitpunkt Neubaufahrzeuge aus den Prager Tatrawerken erhielten und dort somit Gothafahrzeuge frei wurden. Es wurden zehn Trieb- und acht Beiwagen angeschafft, ausschließlich Einrichtungsfahrzeuge, so dass auf einen Schlag acht ER-Züge mehr zur Verfügung standen. Die meisten Wagen kamen in diesem Jahr aus Gera, wie die im Bild zu sehenden Wagen 21 und 101 bei der Eröffnung der neuen Zentralhaltestelle Platz der Republik im Oktober 1983. Wagen 21 erhielt übrigens schon in Gera seine Frankfurter Farbgebung und absolvierte dort in diesem Lack sogar einige Probefahrten.


Dem Vernehmen nach sollte Frankfurt 1983 zwei fabrikneue Tatrawagen vom Typ KT4D aus der Tschechoslowakei erhalten. Es könnte mehrere Gründe gehabt haben, warum diese Fahrzeuge aber nicht genommen wurden sondern stattdessen nach Erfurt gingen und dort unter den Wagennummern 492 und 493 im Einsatz waren. Das Hauptargument dürfte gewesen sein, dass man die Wagen nur auf den Strecken zur Kopernikusstr. und nach Neuberesinchen hätte einsetzen können, aber keine der dorthin fahrenden Linien KT4D-tauglich war. Die Linien 1 und 3 fuhren in die Lebuser Vorstadt, wo sowohl Stromversorgung als auch Gleiszustand einen KT4D-Einsatz nicht zugelassen hätten. Das Gleiche gilt für die Linie 5 zum Westkreuz (heute Messegelände). Linie 4 hatte ihren Endpunkt am Stadion wo die fehlende Wendeschleife einen KT4D-Einsatz ebenfalls unmöglich machte. Die 1985 eingerichtete Wendeschleife an der Großen Oderstraße (heute Europa-Universität existierte noch nicht und so hätten die Tatrawagen höchstens auf der belebten Kreuzung Platz der Republik wenden können. Hauptgrund dürfte aber die mangelnde Stromversorgung gewesen sein. Stand abends ein Gotha-Zug in einer Wendeschleife, spürte der Fahrer sofort wenn ein weiterer Zug in den Streckenabschnitt einfuhr, die Glühlampen leuchteten schwächer und der Umformer drehte sich hörbar langsamer. Für Tatrawagen war solch ein Stromnetz noch nicht ausreichend. Das KT4D-Zeitalter begann dann 1987 mit der Lieferung von 22 Wagen, mit denen sich auch mehr anfangen ließ als mit einer Splittergattung von 2 Fahrzeugen.



1984
Baubeginn Neubaustrecke Markendorf und Betriebshof Neuberesinchen

In diesem Jahr beginnen die Bauarbeiten an der Neubaustrecke nach Markendorf. Im etwa 5 km von der Stadtgrenze Frankfurts entfernten Vorort befinden sich mehrere Industriebetriebe und das damalige Bezirkskrankenhaus (heute Klinikum). Der größte Arbeitgeber der Stadt, das Halbleiterwerk mit etwa 8.000 Beschäftigten prägt diesen Vorort. Die bei großen Fahrgastströmen wirtschaftlichere Straßenbahn soll die hier zu dieser Zeit nötigen zahlreichen Busse ersetzen. Zwar sind auf dieser Strecke nur die Spitzenverkehre straßenbahnwürdig, was vor allem nach der Wende zum Nachteil wurde, dennoch beginnt nun der Bau der 5,6 km langen Neubaustrecke mit Wendeschleife am landwärtigen Ortsausgang von Markendorf. Die Bauarbeiten werden bis 1988 andauern. Fotos von den fortschreitenden Baubarbeiten finden Sie auf der Seite Bilder Betriebsanlagen. Ebenfalls begonnen werden erste Bauarbeiten für den neuen Depotstandort in Neuberesinchen, dem heutigen Betriebshof der Frankfurter Straßenbahn.



1984
Neue Farbgebung bei der Frankfurter Straßenbahn

roter Gotha-Zug mit cremefarbenem Bodenstreifen Die Frankfurter Straßenbahn erhält eine leicht veränderte Farbgebung. Irgendwann im Jahr 1984 fuhren der Gotha-Zug Tw 24 + Bw 137 mit der nebenstehenden Lackierung durch die Stadt. Neu war eigentlich nur der cremefarbene Bodenstreifen, die Wagen blieben weiterhin überwiegend rot. Diese Farbgebung passte sich etwas an das Aussehen der in wenigen Jahren anzuschaffenden KT4D an. Bis Anfang der 1990er Jahre war die alte rote Farbgebung von Frankfurts Tramgleisen verschwunden.

Grafik: Michael Busse, Berlin



Montag, 02.04.1984
Zweites Gleis in der Lindenstraße in Betrieb genommen

In der Lindenstraße (damals Oderallee) wird mit der Fertigstellung eines zweiten Gleises ein weiterer Streckenabschnitt zweigleisig in Betrieb genommen. Nun sind nur noch zwei Abschnitte eingleisig, es handelt sich um die Strecke zwischen den Haltestellen Klingestr. (damals Konsument) und Am Winterhafen (damals Marö-Werk) und die erst 1976 eröffnete Strecke zwischen den Haltestellen Friedhof (damals Hauptfriedhof) und Kräuterweg (damals Baumschulenweg). Auch die damals nicht im Linienverkehr genutzte Zufahrt zum Betriebshof in der Bachgasse ist 1984 nur eingleisig ausgebaut. Alle drei Strecken sind inzwischen jedoch zweigleisig.



Montag, 08.10.1984
Zweites Gleis in der Logenstraße

Die oben bereits erwähnte Zufahrt zum Betriebshof in der Bachgasse ist nun mit einem zweiten Gleis in der Logenstraße (damals Wilhelm-Pieck-Str.) ausgestattet.



1984
Fahrzeugzu- und abgänge des Jahres

Hallenser Wagen in Neuberesinchen Auch 1984 wurden Fahrzeuge nach Frankfurt (Oder) umgesetzt, es wurden aber auch Wagen abgegeben. Es kommen ein Triebwagen und fünf Beiwagen aus Halle (Saale), auch aus Schöneiche kommt ein Triebwagen. Drei der aus Halle übernommenen Beiwagen werden in Frankfurt allerdings nie eingesetzt. Noch 1988 stehen auf dem Bild die ehemaligen Hallenser Beiwagen 391 (vorn) und 372 (dahinter) mit dem in Frankfurt gerade ausgemusterten Bw 126III auf der damaligen Baustelle für den heutigen Betriebshof Neuberesinchen. Der ehemalige Hallenser Beiwagen 374 erhielt in Frankfurt zwar noch die Wagen-Nr. 139II, die bereits angefangene Hauptuntersuchung (HU) wurde aber abgebrochen und auch dieser Wagen kam in Frankfurt dann nie zum Einsatz. Ebenfalls 1984 wurden nach Schöneiche zwei Reko-Einrichtungszüge abgegeben.

Foto: Michael Busse, Berlin


Die nächste Seite beinhaltet die Chronik der Jahre 1985 und 1986.

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