Chronik öffentlicher Stadtverkehr 2005-06
Chronicle public transport 2005-06 |
Historia od 2005 do 06 roku
Stand: 31.12.2006
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Freitag, 7. Januar 2005
Sondersitzung zum Straßenbahnausbau nach Słubice
Es wurde zwar kein neues Kapitel in der endlosen Geschichte um den Straßenbahnausbau von Frankfurt nach Słubice aufgeschlagen, aber ein neuer Absatz wurde dem inzwischen viel zu langen Roman hinzugefügt. Nichts wesentlich Neues brachte eine Sondersitzung des Hauptausschusses, die öffentlich im Kleist Forum abgehalten wurde. Gestritten wurde, ob nun 3.300 oder 3.900 Fahrgäste pro Tag in die neue Linie einsteigen würden. Das Verkehrskonzept für den Fall des Netzausbaus nach Słubice sieht vor, dass die Straßenbahnlinie 4 dann die polnische Nachbarstadt erschließen und mit dem Stadtteil Süd und dem Vorort Markendorf verbinden würde.
Mittwoch, 19. Januar 2005
Fachausschuss ist für Bahn nach Słubice
Der zuständige Ordnungs-, Verkehrs- und Umweltausschuss im Frankfurter Rathaus hat sich auf seiner Sitzung am 19. Januar 2005 deutlich für den Erhalt der Straßenbahn und ihren Ausbau nach Słubice ausgesprochen. Einstimmig wurde votiert, dass die Straßenbahn in Frankfurt das Rückgrat im Nahverkehr bilden soll. Mit einer Stimme Enthaltung und sechs Ja-Stimmen wurde weiter beschlossen, dass der Bau der Straßenbahn nach Słubice vorangetrieben werden soll. So weit, so gut. Damit ist das Projekt aber noch lange nicht in trockenen Tüchern. Denn der CDU-Kreisverband fordert nun, statt der Straßenbahn den Bus zur Anbindung der polnischen Nachbarstadt zu nutzen. Netzerweiterungen werden von dieser Seite abgelehnt. Die Straßenbahn solle auf hochfrequentierte Strecken und Zeiten reduziert werden.
Mittwoch, 26. Januar 2005
Stadtentwicklungsausschuss für, CDU gegen Straßenbahn
Am 3. Februar 2005 soll die Entscheidung fallen, ob die Straßenbahn in Frankfurt in die Zukunft fährt, oder ob ihr Netz nicht mehr den Bedürfnissen des neuen Jahrhunderts angepasst wird. Es geht um den Streckenausbau nach Słubice. Kommt diese Strecke nicht, wie es die CDU fordert, dann werden die Frankfurter Bürger mittelfristig nur noch mit Bussen in ihrer Stadt fahren können. Am 24. Januar, einen Tag nach dem 107. Geburtstag der Frankfurter Bahn tagte der CDU-Kreisverband. Mit einer knappen Mehrheit von 16 zu 14 Stimmen wurde dort entschieden, den Stadtverordneten die Ablehnung des Netzausbaus über die Oder zu empfehlen. Bindend ist dieses Votum nicht, doch es ist natürlich ein Signal an die Entscheidungsträger. Prominenter Fürsprecher des Projekts war neben Frankfurts Oberbürgermeister Patzelt auch Brandenburgs Wirtschaftsminister Junghanns. Hauptgegner war erneut Frankfurts Stadtkämmerer Derling. Die Chefin der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung Petra Marx erinnerte laut Märkische Oderzeitung daran, "dass das jetzige Bahnsystem in Frankfurt ein Vermögen von rund 45 Millionen Euro darstelle, das man nicht so einfach aufgeben könne." Doch auch wenn die CDU hin- und hergerissen sein mag, angenommen wurde die Empfehlung, den Streckenneubau abzulehnen und obendrein die Straßenbahn in Frankfurt auf die Hauptverkehrszeiten und die wichtigsten Routen zu beschränken. Und das verheißt nichts Gutes für den Nahverkehr in der Stadt an der Oder.
Etwas mehr Fürsprache erhält das Traditionsverkehrsmittel da vom Stadtentwicklungsausschuss. Dessen Vorsitzender Melchert, ebenfalls CDU-Mitglied, lud am Mittwoch zur Konsultation. Stadtumbau und Bevölkerungsschwund wurden ebenso thematisiert wie die weitere Entwicklung des städtischen Nahverkehrs. Der Geschäftsführer der Stadtverkehrsgesellschaft (SVF) Michael Ebermann wird in der Lokalpresse mit folgenden Worten zitiert: "Sechs von acht Ausschussmitgliedern stimmten für eine Straßenbahn über die Stadtbrücke. Ich glaube, unsere Argumente dafür greifen von Tag zu Tag mehr". Hoffen wir, dass sich seine Worte am 3. Februar bewahrheiten.
Donnerstag, 3. Februar 2005
Entscheidung: Straßenbahn nach Słubice kommt
Das jahrelange Tauziehen hat ein Ende. Die Frankfurter Stadtverordneten haben am 3. Februar 2005
eine Entscheidung gefällt. Die Straßenbahn wird nach Słubice erweitert. Knapp
sechzig Jahre nachdem die letzte Straßenbahn die Oderbrücke überquerte, wurde
der Weg damit frei gemacht für eine der bedeutendsten Netzerweiterungen in der
107-jährigen Geschichte der Frankfurter Tram. Sie ist so wichtig, weil der Bestand der
Frankfurter Straßenbahn sonst eher ungewiss gewesen wäre.
Bevölkerungsrückgang und Stadtumbau erfordern eine Neuausrichtung des Netzes. Dank
fallender Grenzen wird das bald 20.000 Einwohner zählende Słubice von wachsender
Bedeutung für Frankfurt (Oder). Die Verkehrsbeziehungen zwischen beiden Städten werden
zunehmen. Hätte das Straßenbahnnetz diese neuen Verkehrsströme ignoriert,
wäre ihre Zukunft sicher düster geworden. Doch die Frankfurter
Entscheidungsträger haben der Bahn wieder eine Perspektive gegeben. Mit 27 Ja- und 16
Neinstimmen wurde der Ausbau beschlossen. Zuvor war ein Antrag der CDU mit deutlicher Mehrheit
abgelehnt worden, der das faktische Ende der Straßenbahn in Frankfurt (Oder)
eingeläutet hätte. Investitionen sollten demnach keine mehr getätigt werden, die
Straßenbahn nur noch in den Spitzenzeiten auf den wichtigsten Routen fahren. Langfristig
hätte der Bus die Straßenbahn ablösen sollen. Stattdessen wurde nun aber der
Erhalt und Ausbau der Bahn beschlossen. Noch im ersten Halbjahr soll ein Nahverkehrsplan
für den Zeitraum bis 2010 erarbeitet werden.
Foto & Montage: Ralf Großkopp, Frankfurt (Oder)
Nun soll das Netz also wieder über die Oder hinaus wachsen. Gut 3 Kilometer lang soll die neue Strecke werden. Gerechnet wird mit etwa 7,6 Mio Euro Baukosten. Wie bei solchen Baumaßnahmen üblich, wird davon nur ein geringer Anteil von der Stadt selbst zu tragen sein. Aus Mitteln des Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetzes (GVFG) steuert der Bund einen erheblichen Anteil der Kosten bei. Weiterhin wird mit Zuschüssen von der EU gerechnet. Die Baukosten im polnischen Teil der Strecke werden aus Warschau, Słubice und Brüssel finanziert.
Die Freude über diese Meldung währte jedoch nicht lange. Im Sommer 2005 ergaben sich neue Zahlen für den Streckenausbau, worauf eine Bürgerbefragung zum Thema beschlossen wurde. Das Votum der Bürger fiel im Januar 2006 allerdings so deutlich aus, dass das Projekt danach auf Eis gelegt wurde. Die Neubaustrecke nach Słubice wird nun doch nicht gebaut. Dazu weiter unten mehr.
Auf einem Rundkurs sollte die Linie 4 ab 2008 die polnische Nachbarstadt erschließen und
mit Frankfurt verbinden. Eine Weichenkombination am Collegium Polonicum am östlichen
Brückenkopf sollte sogar einen innerstädtischen Verkehr in Słubice
ermöglichen, auch wenn dieser wohl nur im Ausnahmefall angeboten worden wäre. Geplant
war eine überwiegend eingleisige Strecke die auch nur in einer Richtung befahren werden
sollte, denn es handelte sich um eine Art Gleisschleife, die große Teile der Gemeinde
Słubice berührt. Fünf Haltestellen sollten angelegt werden, darunter die in
beiden Richtungen angefahrene Station am Collegium Polonicum, direkt hinter dem östlichen
Ende der Oderbrücke. Dort beginnt die Schleifenfahrt. Die Bahn führe durch die
Fußgängerzone in der Ulica Jedności rabotniczej
(Straße der Einheit der Arbeiter, früher
Friedrichstr.) im Uhrzeigersinn zum Plac
przyjazni (ehemals Rossmarkt), dem Zentrum der Stadt. In
nördlicher Richtung ginge es am Busbahnhof an der Ulica Chopina
(Chopinstr.) ohne Halt vorbei, weiter über den
Plac bohaterów (Heldenplatz, ehemals
Neuer Markt) nach Süden zur Ulica
Kościuszki (Kościuszkastr., ehemals
Blumenstr.) und wieder zurück zum Collegium Polonicum. Die
Strecke sollte im Tagesverkehr alle 20 Minuten, abends und Sonntags alle 30 Minuten bedient
werden. Das entspricht den Taktzeiten der Frankfurter Straßenbahnlinien von 2005.
Grafik: Michael Busse, Berlin
Freitag, 11. Februar 2005
Buseinstieg abends nur noch beim Fahrer
Ab sofort gilt eine neue Regelung bei der Benutzung der Frankfurter Stadtbusse. Montags bis
Sonnabends ab 19 Uhr und am Sonntag ganztägig kann nur noch vorn beim Fahrer eingestiegen
werden. Die Fahrscheine sind dem Fahrer unaufgefordert zu zeigen. Der Haken: eine Kasse gibt es
beim Fahrer gar nicht mehr, seitdem diese 1999 durch Fahrscheinautomaten mitten im Fahrzeug
ersetzt wurden. Wer also noch keinen Fahrschein hat, muss erst zum Automaten, ein Ticket
lösen, zurück zum Fahrer und den Fahrausweis vorzeigen. Gerade in den
Nebenverkehrszeiten sind eher Gelegenheitsfahrgäste ohne Monatskarten unterwegs. Es ist gut
denkbar, dass sich zeigte, dass diese häufig ohne gültigen Fahrschein unterwegs waren.
Dann könnte man mit der neuen Einsteigeregelung die Schwarzfahrerquote senken. Auch der
größte Verkehrsbetrieb im VBB, die Berliner BVG bittet aus diesem Grund seit einigen
Jahren alle Busfahrgäste zum Gänsemarsch am Fahrer vorbei. Unumstritten war und ist
diese Maßnahme in Berlin bis heute nicht.
Eine weitere Neuerung erleben Frankfurts Nahverkehrskunden seit dem 8. Februar. Fahrgastbetreuer fahren in Bussen und Bahnen mit, geben Auskünfte oder helfen beim Ein- und Aussteigen. Man ahnt es schnell, nicht überschüssiges Geld wird in zusätzliche Personalkosten gesteckt, sondern sogenannte Ein-Euro-Jobs für Arbeitslose stecken dahinter.
Donnerstag, 31. März 2005
Weniger Bahnen, weniger Linien
Ein Gerücht macht derzeit die Runde. Dieses besagt, dass nach dem Ende der Sommerferien auf den Einsatz der Straßenbahnlinie 6 verzichtet werden soll. Die heute noch zwischen Neuberesinchen und Europa-Universität im 20-Minuten-Takt rollende Linie soll dann komplett und wohl ersatzlos wegfallen. Noch gibt es dafür keinerlei offizielle Bestätigung, dass aber etwas dran sein könnte belegen zwei Umstände. Zum Einen ist die Linie 6 im Verkehrskonzept für die Zukunft ohnehin nicht mehr enthalten. Die Prognosen der Fahrgastzahlen von und nach Neuberesinchen zeigen nach unten. Auf keinem Streckenast fahren die städtischen Verkehrsmittel heute noch so oft wie in dieses Plattenbaugebiet. Allerdings sind zumindest heute dort auch noch die höchsten Fahrgastzahlen zu beobachten. Weil aber in den letzten und den nächsten Jahren gerade hier hunderte Wohnungen abgerissen werden, gehen die Verkehrsplaner von einem Rückgang der Nachfrage auf dieser Strecke aus.
Ein weiteres Indiz für eine eventuelle Abschaffung der Linie 6 ist der Umstand, dass die SVF in diesen Wochen drei weitere Fahrzeuge abgestellt hat. Die Wagen werden zwar keineswegs verschrottet oder verkauft, sie erhalten aber zumindest vorerst keine Hauptuntersuchung. Ohne eine solche dürfen sie allerdings auch nicht in den Linienverkehr gebracht werden. Die Anzahl frei einsetzbarer Straßenbahnwagen sinkt dadurch weiter. Nachdem bereits die Wagen 201-204, 213, 214 und 227 seit Jahren nicht ohne Weiteres einsetzbar wären, kommen nun auch die Wagen 207, 211 und 216 vorübergehend aufs Abstellgleis. Damit sind nur noch 19 von 29 Tatrawagen vom Typ KT4DM einsatzfähig. Den Alltag der Fahrgäste muss das noch nicht beeinträchtigen, es werden schon lange deutlich weniger Wagen gebraucht als vorhanden sind. Es war und bleibt also durchaus noch Luft im Wagenpark.
Freitag, 1. April 2005
Viadrina-Semesterticket verlängert
Wenn die Studierenden der Europa-Universität Viadrina ab sofort wieder alle Köpfe in
Bücher und Hörsäle stecken, steht ihnen der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg
wieder als vertrauter nahverkehrlicher Partner zur Seite: Denn zum 1. April 2005 ist der
VBB-Semesterticket-Vertrag auf unbefristete Zeit verlängert worden. Für 83,50 EUR
können die Studierenden ein Semester lang alle öffentlichen Nahverkehrsmittel in
Berlin und Brandenburg benutzen. Vertragspartner sind die Studierendenschaft der
Europa-Universität Viadrina, die DB Regio AG, die Stadtverkehrsgesellschaft Frankfurt
(Oder) (SVF) sowie alle übrigen im Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg kooperierenden
Verkehrsunternehmen.
Seit 1999 bestand bereits das Semesterticket-Angebot der SVF, das für die Stadt Frankfurt (Oder) Gültigkeit besaß. Mit der Einführung des VBB-Semesterticket nach dem Solidarprinzip und aufgrund der steigenden Studentenzahl erhöhte sich die Anzahl der Semestertickets seit 1999 von 1515 Stück auf 4694 zum Wintersemester 2004/2005. Das VBB-Semesterticket wurde zum Sommersemester 2000 eingeführt. Als erste Hochschule in Brandenburg hatte sich die Europa-Universität Viadrina für die Einführung eines solchen Angebots ausgesprochen. Das hatte Signalwirkung für andere Hochschulstandorte in Brandenburg. Mittlerweile verfügen fünf weitere Brandenburger Hochschulen in Potsdam, Brandenburg (Havel) und Wildau über ein VBB-Semesterticket.
Die hervorragende Kooperation aller Vertragspartner hat positive Folgen für die kreisfreie Stadt und ihre Universität: Die gute nahverkehrliche Anbindung aller Orte, die für das Studentenleben relevant sind, stärkt den Hochschulstandort. Der Zuwachs an Studierenden führt wiederum zu einer höheren Auslastung der Verkehrsmittel und ist Motor für eine Ausweitung des Nahverkehrsangebotes.
Viadrina-Präsidentin Gesine Schwan hat die Verlängerung des Semesterticketvertrages im Rahmen der Pressekonferenz zum Semesterauftakt ausdrücklich begrüßt: "Für eine Universität wie die Viadrina ist die nahverkehrliche Anbindung von großer Bedeutung. Die Fortführung des Semestertickets ist ein wichtiger Standortfaktor für uns." Hans-Werner Franz, Geschäftsführer des VBB, freut sich über den anhaltenden Zuspruch der Studierenden zum Semesterticket: "Der öffentliche Nahverkehr spielt eine große Rolle bei der Entscheidung junger Menschen, wo sie studieren möchten. Als Verkehrsverbund möchten wir, dass die Studierenden auch außerhalb der Metropolen möglichst günstig und schnell an ihr Ziel kommen."
(VBB-Pressemeldung)
Sonnabend, 1. Mai 2005
Bus 984 mit Sommerfahrplan
Wie jedes Jahr im Frühling wird auch in diesem Jahr der Helene-See vor den Toren der Stadt
wieder zum beliebten Ausflugsziel der Frankfurter. Die Stadtverkehrsgesellschaft (SVF)
trägt dem Rechnung und erweitert den Busverkehr ins Naherholungsgebiet wieder schrittweise.
Der erste Bote der warmen Jahreszeit ist die Buslinie 984, die nun wieder mit einem
Großteil ihrer Fahrten vom Endpunkt Lossow bis zum Helene-See verlängert wird. Auch
im Winter werden einige Fahrten zum See durchgeführt, mit dem jetzt wieder gültigen
Sommerfahrplan trifft das aber auf die meisten Kurse zu. Ebenfalls Bestandteil des
Sommerfahrplanes der Linie 984 ist eine zusätzliche Fahrt am Wochenende in den frühen
Abendstunden zwischen Bahnhof und Helene-See und zurück. Mit dem Beginn der Sommerferien am
23. Juni 2005 wird das Angebot zum Helene-See dann erneut ausgeweitet. Dann rollt
zusätzlich die Saisonbuslinie 986 zwischen Bahnhof und Helene-See über Neuberesinchen.
Sonnabend, 11. Juni 2005
Straßenbahn nach Słubice wird teurer als bisher geplant
Wurde das Projekt bewusst schöngerechnet oder wurden handwerkliche Fehler bei der Kostenschätzung gemacht? Auf jeden Fall hört die Öffentlichkeit plötzlich andere Zahlen für den Bau der Straßenbahn nach Słubice. Nur wenige hundert Meter Neubaustrecke werden in Frankfurt gebaut, dann ist der Grenzübergang Stadtbrücke zwischen Deutschland und Polen erreicht. Bisher hieß es, dass für diesen Abschnitt Kosten in Höhe von 2,5 Mio. Euro entstehen werden. Inzwischen spricht man laut Märkischer Oderzeitung von 4,2 Mio. Euro. So wurden angeblich bisher nur die Nettopreise berücksichtigt, also ohne die fällige Mehrwertsteuer, durch die allein schon 16 Prozent Kostensteigerung eintritt. Weiterhin nicht einbezogen wurden sogenannte Baunebenkosten, der Umbau des Grenzübergangs zum Beispiel. Ausgaben für Ausgleichsmaßnahmen sind dem Vernehmen nach ebenfalls unberücksichtigt geblieben und auch die Kosten für den Tiefbau sind unterschätzt worden. Der Eigenkostenanteil der Stadt in Höhe von 840.000 Euro ist zudem auch noch nicht gesichert, so lange das aber nicht der Fall ist, darf auch noch kein Fördermittelantrag gestellt werden. Richtig viel scheint also hinter den Kulissen seit der Entscheidung zum Ausbau der Bahn über die Oder noch nicht geschehen zu sein.
Der interessierte Beobachter wundert sich wie das passieren konnte. Vor allem die Skeptiker des Projektes im Frankfurter Rathaus sind verständlicherweise sauer. Wurde doch um die Entscheidung für den Ausbau nach Słubice monatelang hart gerungen, ehe am 3. Februar 2005 endlich der Beschluss zum Ausbau fiel. Wenn damals nun aufgrund falscher Zahlen abgestimmt wurde, dürfte die Diskussion um das Für und Wider erneut aufleben. Sollte sich das Chipfabrikdrama wiederholen und eine bereits sicher geglaubte Investition doch noch einmal gekippt werden? In ersten Reaktionen wurde die Zurücknahme der Ausbauentscheidung mehrfach gefordert.
Freitag, 17. Juni 2005
Rathausreaktionen auf Kostensteigerung bei Słubice-Tram
In dieser Woche wurde bekannt, dass die Kosten für den Netzausbau der Frankfurter Straßenbahn über die Oder hinweg in die polnische Stadt Słubice viel höher liegen als bisher gedacht. Aufgrund der alten Zahlen wurde im Februar im Frankfurter Rathaus für den Ausbau gestimmt. Monatelange Diskussionen gingen dieser Entscheidung voraus. Nachdem die neuen Zahlen bekannt wurden, fordern nun vor allem die Gegner des Projektes, dass die Entscheidung vom 3. Februar für die Neubaustrecke revidiert werden muss. Die CDU verlangt einen Stopp des Projektes. Angesichts leerer Stadtkassen könne man sich die neue Strecke nicht leisten, stattdessen solle eine Buslinie nach Słubice eingerichtet werden.
Die PDS sieht vor allem das Vertrauen der Bürger erschüttert. Entweder wurden die Zahlen bisher bewusst geschönt oder es wurden schwere handwerkliche Fehler gemacht. Beides spricht nicht für die Kompetenz der Verwaltung. Um Vertrauen wieder zu gewinnen, kommt aus den Reihen der Frankfurter PDS nun der Vorschlag, die Frankfurter Bürger in einem Bürgerentscheid über den Netzausbau entscheiden zu lassen. Mindestens ein halbes Jahr soll die Öffentlichkeit disktutieren und streiten, ehe Anfang 2006 eine Abstimmung erfolgen könnte. Oberbürgermeister Patzelt (CDU) fürchtet dabei aber, dass der grenzüberschreitende ÖPNV gänzlich auf der Strecke bleiben könnte. Er spricht sich weiterhin für die Straßenbahn aus.
Mittwoch, 22. Juni 2005
Letzter Betriebstag der Linie 6
Überraschend kam die Nachricht nicht mehr, seit dem Frühjahr wurde hinter
vorgehaltener Hand von der Abschaffung der Frankfurter Straßenbahnlinie 6 gesprochen. Nun
hat die Stadtverkehrsgesellschaft (SVF) ernst gemacht mit der Ausdünnung des Angebotes. Die
Linie 6 fuhr am 22. Juni, dem letzten Tag vor den Brandenburger Sommerferien das letzte mal vom
Betriebshof. Am Abend rückte Wagen 228 mit einem Schild
ABSCHIEDSFAHRT; letztmalig als Linie 6 ein. Nach knapp 20 Jahren
müssen Frankfurts Fahrgäste auf diese einstmals so wichtige Verstärkerlinie
verzichten.
Nachdem im Laufe der Jahre die Strecke nach Neuberesinchen (am 01.09.1981 eröffnet) immer bedeutungsvoller wurde, inzwischen wohnten 25.000 Menschen in diesem Neubaugebiet, reichte das Platzangebot auf den Linien 1 (seit September 1981) und 5 (seit September 1982) nicht mehr aus. Vor allem die Verbindung ins Stadtzentrum, die die Tangentiallinie 5 nicht bot, war häufig überlastet. Zeitweise half man sich mit zusätzlichen Zügen zwischen Neuberesinchen und Platz der Republik (heute Haltestelle Zentrum), gekennzeichnet als Linie E. Diese Züge allerdings wendeten mangels Innenstadtwendeschleife auf der belebten Kreuzung Platz der Republik und behinderten dabei häufig den übrigen Straßenbahnverkehr. Mit der Fertigstellung einer Wendeschleife im Oktober 1985 am Straßenbahnhof Bachgasse, direkt an der Oder gelegen, konnte man auf diese Rangiermanöver nun verzichten. Neu eingeführt wurde dabei am 8. Oktober 1985 die Hauptverkehrszeiten-Linie 6 auf ihrer heutigen Route. Anfangs wurden nur die am stärksten belasteten Züge der Linie 1 mit einer 6 vorversehen, so dass man von einem echten Linienangebot auf dieser Linie nicht sprechen konnte. 1987 kamen dann die neuen Tatrawagen vom Typ KT4D nach Frankfurt, die auf dem größten Teil des Frankfurter Tramnetzes wegen dessen schlechten Zustandes nicht eingesetzt werden konnten. Lediglich auf den Linien 4 und 6 war dies zu diesem Zeitpunkt möglich. Auch mit dem neuen Fahrplan vom Oktober 1988 fuhr Linie 6 nur im Spitzenverkehr, aber die Linie gewann an Bedeutung und fuhr nun alle 7 bis 8 Minuten. Am 30. September 1990 wurde Linie 6 dann als Tagesverkehrslinie etabliert und fuhr in ihren besten Zeiten alle 4 bis 7 Minuten. Das Nahverkehrskonzept der kommenden Jahre allerdings fand keinen Platz mehr für die Linie 6, die Fahrgastzahlen von und nach Neuberesinchen sinken seit Jahren, der Abriss vieler Wohnungen in diesem Plattenbaugebiet ist die Ursache dafür. Am 22. Juni 2005 fuhr die 6 nun das letzte mal, es verbleiben die Linien 1 und 5 auf der Strecke nach Neuberesinchen.
Wie die SVF die Linie eingestellt hat, dürfte Marketingstrategen beeindrucken. Schlechte Nachrichten erspart man seinen Kunden einfach, man schafft heimlich, still und leise Fakten. So sollte die Linie 6 ohnehin in den Sommerferien nicht fahren. Dass sie nach den Ferien nicht wieder auf die Strecke geschickt wird, erfuhren die Frankfurter aus einer Zeitungsmeldung. Hätte man die 6 zum Fahrplanwechsel im Dezember eingestellt, wären die Diskussionen sicher umfangreicher ausgefallen, jetzt verschwindet sie zu einer Zeit, in der ohnehin sehr viele Frankfurter verreist sind. Vermissen wird man die 6 erst wenn das Leben in der Stadt nach den Sommerferien wieder aufbraust, die einzige Linie zwischen Neuberesinchen und der Innenstadt ist dann die Linie 1. Da diese nur im 20-Minuten-Takt fährt, wird nicht nur die Wartezeit auf die nächste Bahn lang, sondern sicher auch der Platz in den verbliebenen Straßenbahnen knapp. Das Foto zeigt den letzten Wagen der auf der Linie 6 im Einsatz war am letzten Betriebstag kurz nach Dienstschluss am Abend im Betriebshof Neuberesinchen.
Foto: Ken Wegener, Frankfurt (Oder),
Donnerstag, 23. Juni 2005
Busse und Bahnen fahren sechs Wochen nach Ferienfahrplan
Wie in den letzten Jahren dünnt die Stadtverkehrsgesellschaft (SVF) auch in diesem Sommer
in den großen Schulferien das Angebot bei Bussen und Bahnen kräftig aus. Auf allen
Strecken fahren in den sechs Wochen Sommerferien auch die Straßenbahnen nur noch im
20-Minuten-Takt. Selbst in den Spitzenstunden früh und nachmittags kommen die Bahnen nicht
öfter. Die Linien 3 und 5 entfallen in den Ferien, die Linie 4 fährt nur alle 20
Minuten, die Verdichtung auf einen 10-Minuten-Takt in den Hauptverkehrszeiten entfällt. Die
Linie 6 wurde komplett eingestellt. Sie wird auch nach den Sommerferien nicht wieder ihre Runden
durch die Stadt drehen. Bei den Buslinien verzichtet die SVF für die Dauer der
brandenburgischen Sommerferien auf die Linien 985 und 988. Stattdessen rollt die Saisonlinie 986
wieder zwischen dem Bahnhof und dem Helene-See. Vom 23. Juni bis 7. August gehen Brandenburgs
Schüler in diesem Jahr in die Ferien, auf Busse und Bahnen warten die daheim gebliebenen
Frankfurter in dieser Zeit wieder deutlich länger.
Erstmals seit Jahren bleiben den Fahrgästen die auf Bus und Bahn auch in diesen verkehrsschwachen Wochen angewiesen sind allerdings große Sommerbaustellen erspart. In den letzten Jahren hat die SVF jeweils in den Sommerferien Gleise in Neuberesinchen, im Stadtteil Süd oder am Bahnhof saniert. Dadurch gab es zum schlechten Sommerferientakt auch noch häufige Umsteigezwänge in Busse die im Ersatzverkehr rollten. Dass das in diesem Jahr nicht der Fall ist, beunruhigt fast ein bisschen. Zu sanieren gäbe es sicher genug. Will man kein Geld mehr in die einstellungsbedrohte Frankfurter Straßenbahn stecken? Fahrgäste von außerhalb bemerken immer wieder, dass kaum eine deutsche Straßenbahn so sehr rumpelt und wackelt wie die Frankfurter. An der schmaleren Spurweite von nur 1.000 Millimeter kann es nicht liegen, so breit sind Gleise in Erfurt oder Gera auch nur, dennoch ist dort die Laufruhe höher. Nachfolgend aufgelistet sind die Änderungen im Frankfurter Nahverkehr in der Zeit der Sommerferien. Die auf dem Bild zu sehende Linie 6 ist ein Opfer der Sommerferien, allerdings wird Wagen 209 wie hier am 20. Juni 2005 nie wieder als Linie 6 diese enge Hausumfahrung an der Gartenstraße/Ecke Bachgasse passieren.
Foto: Ralf Großkopp, Frankfurt (Oder)
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Änderungen Nahverkehr 23.06. - 07.08.2005 (Sommerferien) | |
Linie 3 |
fährt in den Ferien nicht |
Linie 4 |
fährt auch Montag bis Freitag ganztägig nur alle 20 Min. |
Linie 5 |
fährt in den Ferien nicht |
Linie 6 |
wird gänzlich eingestellt |
Linie 985 |
fährt in den Ferien nicht |
Linie 986 |
Bahnhof - Neuberesinchen - Helene-See |
Linie 988 |
fährt in den Ferien nicht |
Dienstag, 28. Juni 2005
Bürgerbefragung über Bahnausbau nach Słubice im Januar 2006
Anfang Juni diesen Jahres erfuhr die Öffentlichkeit, dass der Neubau der geplanten Straßenbahnstrecke in Frankfurts polnische Nachbarstadt Słubice deutlich teurer wird als bisher angenommen. Auch die Abstimmung im Frankfurter Rathaus über diese Investition im Februar 2005 erfolgte aufgrund der falschen Zahlen. Vor allem die Gegner des Projektes fordern daher nun, dass die Entscheidung neu überdacht werden muss. Mancher fordert pauschal das Ende der Planungen, andere wollen neu abstimmen lassen, die PDS hingegen wünschte sich eine Bürgerbefragung.
Der letzte Vorschlag setzte sich in einer Abstimmung im Frankfurter Rathaus am 28.06.2005 durch. Am 22. Januar 2006 sollen Frankfurts Einwohner nun ihre Meinung zum Netzausbau nach Słubice äußern können. Welche Frage genau gestellt wird, entscheidet der Oberbürgermeister bis zum 6. Oktober. Dass das Projekt bis dahin vollkommen auf Eis gelegt wird und alle Verhandlungen mit der Słubicer Stadtspitze so lange ruhen sollen, lehnten die Stadtverordneten allerdings ab. Kritisch wird die Bürgerbefragung vor allem in den Reihen der Frankfurter CDU gesehen. "Es besteht die Gefahr, dass es bei der Befragung nicht um die Abstimmung zur Straßenbahn geht, sondern eventuell Ressentiments gegenüber den polnischen Nachbarn die Hauptrolle spielen", wird der Abgeordnete Melchert von der CDU in der Märkischen Oderzeitung zitiert. Auch Oberbürgermeister Patzelt, ebenfalls CDU, hat Sorge, "dass diese Befragung von unseren polnischen Nachbarn ganz anders bewertet wird, als wir es tun". Durch eine kluge Formulierung der den Einwohnern gestellten Frage, sollten sich solche Verwicklungen allerdings vermeiden lassen.
Am 22. Januar 2006 werden Frankfurts Bürger also befragt. Bis dahin soll auf zahlreichen Veranstaltungen ausführlich über das Projekt informiert werden. Wichtig ist dafür natürlich vor allem, dass nun endlich die richtigen und exakten Zahlen vorgelegt werden. Welche Auswirkungen die bei der Befragung eingeholte Meinung der Frankfurter haben wird, ist indes noch unklar. Nicht umsonst heißt die Befragung nicht Bürgerentscheid. Denn ob die Bürger wirklich über den Ausgang des Projektes einer Straßenbahn nach Słubice entscheiden ist unsicher, entschieden wird letztendlich wohl im Frankfurter Rathaus.
Ebenfalls in der Sitzung vom 28. Juni haben Frankfurts Stadtverordnete dem Nahverkehrsplan 2005-2010 zugestimmt. Die kürzlich vollzogene Einstellung der Straßenbahnlinie 6 wurde somit nachträglich abgenickt. Dass die Fahrgäste bezüglich dieser Maßnahme offenbar noch Informationsbedarf haben, hat nun auch die Stadtverkehrsgesellschaft (SVF) eingesehen. An einem Informationsstand wird die SVF mit den Einwohnern Neuberesinchens am Mittwoch, den 6. Juli von 10 bis 18 Uhr im Einkaufszentrum HEP an der Birkenallee zur Einstellung der Linie 6 ins Gespräch kommen.
Montag, 11. Juli 2005
Nun doch noch einmal Fahrten auf Linie 6
Die Stadtverkehrsgesellschaft (SVF) geht auf ihre Kunden zu. In einem Gespräch mit Fahrgästen in einem Einkaufszentrum in Neuberesinchen am 6. Juli wurde deutlich, dass ein 20-Minuten-Takt zwischen Frankfurts größtem Plattenbaugebiet und der Innenstadt doch etwas knapp kalkuliert ist. Zum Ferienbeginn hatte die SVF die Straßenbahnlinie 6 aus dem Programm genommen. Und zwar nicht nur für die Dauer der Sommerferien, sondern eigentlich für immer. Zurückgehende Fahrgastzahlen und knappe finanzielle Mittel waren die Gründe. Im Stadtteil Neuberesinchen werden besonders viele Wohnblöcke abgerissen, wie überall in Ostdeutschland ziehen die Einwohner den Arbeitsplätzen in Richtung Westdeutschland hinterher oder sie ziehen in die Einfamilienhaussiedlungen am Stadtrand oder in die Vororte.
Doch offenbar war die komplette Einstellung der Linie 6 ein nicht hinreichend überdachter Schnellschuss, denn in aller Eile wird sie nun doch noch einmal eingeführt. Allerdings fährt sie künftig mit gestutzten Flügeln, nämlich nur noch wenige Stunden am Vormittag von Werktagen. Ab dem 11. Juli geht sie wieder auf Tour. Vormittags von etwa 7 bis 10 Uhr fahren die Bahnen im 20-Minuten-Takt wieder als Linie 6 gekennzeichnet auf der alten Strecke zwischen Neuberesinchen und Europa-Universität. Bisher aber heißt es, dass sie nur in den Ferien die Linie 1 verstärkt. Nach dem Ende der Ferien wird das Angebot wieder eingestellt. Eigentlich sollte in den Ferien nur die Linie 1 im 20-Minuten-Intervall den Stadtteil Neuberesinchen bedienen. Die Fahrgäste der anderen Straßenbahnstrecken indes müssen in den Ferien leider weiterhin viel Geduld mit zur Haltestelle bringen, nach Markendorf oder zum Westkreuz fahren die Bahnen derzeit nur alle 20 Minuten.
Montag, 25. Juli 2005
Berliner Straße nach 10 Tagen wieder befahrbar
Zehn Tage lang war die Berliner Straße zwischen der Klingestraße und der
Goepelstraße gesperrt. Grund für die Totalsperrung, von der Autos, Busse und auch
Straßenbahnen betroffen waren, war ein einsturzgefährdetes Haus, welches in der Zeit
der Sperrung so weit abgetragen wurde, dass der Verkehr auf der Berliner Straße wieder
ungefährdet daran vorbeigeführt werden kann.
Nachdem es in den ersten Julitagen wiederholt zu kleineren Einstürzen und Steinausbrüchen am Haus Berliner Str. 22 gekommen war, entschied die Stadtverwaltung nach einem Vor-Ort-Termin am 14. Juli, dass die Berliner Straße im Bereich Bergstraße für jeglichen Verkehr außer Fußgänger gesperrt wird und das Haus soweit abgetragen wird, dass von ihm keine Gefährdung mehr ausgeht. Am Sonntag, den 24. Juli wurden diese Sicherungsarbeiten abgeschlossen. Der Verkehr konnte wieder aufgenommen werden. Neben dem Autoverkehr waren von der Vollsperrung auch Busse und Bahnen betroffen. So konnte die hier fahrende Linie 1 die Strecke nicht befahren. Zwischen den Haltestellen Zentrum und Lebuser Vorstadt wurde ein Ersatzverkehr mit Bussen eingerichtet. Diese fuhren eine Umleitung über die Beckmannstr., so dass die Haltestelle Klingestr. in dieser Zeit nicht bedient werden konnte. Die Straßenbahnen der Linie 1 fuhren in dieser Zeit zum Stadion statt zur Lebuser Vorstadt. Am Wochenende 23./24.07. wurde die Linie 1 sogar auf der gesamten Strecke im Ersatzverkehr gefahren. Da die Straßensperrung am 24. Juli überraschend aufgehoben wurde, konnte auch die Station Klingestr. vom Bus wieder bedient werden. Die ebenfalls die Baustelle passierende Buslinie 989 wurde vorübergehend eingestellt. Auch die Nachtbuslinien N1 und N2 wurden umgeleitet. Das Foto zeigt das Haus Berliner Str. 22 vor dem Abschluss der Sicherungsarbeiten Mitte Juli 2005.
Montag, 1. August 2005
Neue Tarife
Es ist mal wieder soweit. Wie fast einmal im Jahr üblich, erhöhen die Verkehrsbetriebe im Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) am 1. August 2005 erneut die Fahrpreise. Die letzte Änderung der Tarife liegt noch kein Jahr zurück, erst seit 1. November 2004 galten die alten Preise. Allerdings fallen die neuerlichen Preiserhöhungen moderat aus. Angesichts des Kostendrucks, den die Verkehrsbetriebe vor allem wegen gestiegener Energiekosten verspüren, ist der Preisanstieg aber unvermeidlich. Man sollte nicht vergessen, dass die Verkehrsbetriebe die Preise nicht aus Geldgier oder böser Absicht anheben, sondern weil sie andernfalls das Angebot für die Fahrgäste nicht halten könnten. Ein Zuschussgeschäft bleibt der Nahverkehr weiterhin, auch die erhöhten Fahrpreise decken die Kosten bei Weitem nicht.
Angehoben wurden die Preise der Einzelfahrkarten und Zeitkarten. Neu ist die Mitnahmeregelung der 7-Tage-Karte, die wie die Umweltkarte abends und am Wochenende zur Mitnahme weiterer Personen berechtigt. Ausgeweitet wird die Gültigkeit des Brandenburg-Tickets, das ab 1. August Brandenburg-Berlin-Ticket heißt. Es gilt nun auf allen Linien im VBB, außer der Straßenbahn-Linie 88 Bln-Friedrichshagen - Rüdersdorf.
Montag, 8. August 2005
Neue Fahrpläne für Tram 3, 4 und 5
Bei der Frankfurter Straßenbahn werden einige Fahrpläne angepasst. Der Wegfall der Linie 6 soll somit ein wenig ausgeglichen werden. Doch statt für so eine Umgestaltung den nächsten Fahrplanwechsel im Dezember 2005 abzuwarten, handelt die Stadtverkehrsgesellschaft schon nach den Sommerferien. Die Straßenbahnlinien 3, 4 und 5 fahren ab dem 8. August nach neuen Fahrplänen. Die Linie 6, die seit 11. Juli noch einmal mit einigen Fahrten am Vormittag in den Fahrplan aufgenommen wurde, fährt dann nicht mehr.
Bisher gelangten die Fahrgäste aus Neuberesinchen zweimal in 20 Minuten in die Innenstadt, wie berichtet halbierte sich das Angebot zwischen der City und dem Plattenbaugebiet durch den Wegfall der Linie 6 zum Beginn der Sommerferien. Zwar rollt neben der Linie 1 nach den Ferien auch wieder die Linie 5 nach Neuberesinchen, sie fährt an der Innenstadt aber vorbei. Anschlüsse zur Straßenbahnlinie 3 in das Stadtzentrum etwa am Dresdener Platz waren bisher nicht vorgesehen. Das wird sich ändern um auch Neuberesinchen in einem akzeptablen Takt mit der Innenstadt zu verbinden. Außerdem würden durch den Wegfall der Linie 6 nur noch alle 20 Minuten Bahnen zur Europa-Uni fahren, zum Stadion beispielsweise aber doppelt so oft, obwohl gerade auf diesem Abschnitt ein geringes Fahrgastaufkommen zu verzeichnen ist. Um all diese Schwachpunkte auszugleichen und die Linie 6 dennoch nicht wieder dauerhaft in den Fahrplan aufnehmen zu müssen, krempelt die Stadtverkehrsgesellschaft (SVF) die Fahrpläne der Linien 3, 4 und 5 um. So wird die Linie 3 statt zum Stadion künftig zur Europa-Uni geführt. Die Fahrzeit wird dabei so gelegt, dass Fahrgäste aus Neuberesinchen am Dresdener Platz Anschluss zur Linie 3 zur Universität haben, das lässt den Wegfall der Linie 6 einigermaßen verschmerzen. Dadurch kann am Dresdener Platz aber der Anschluss aus Richtung Markendorf zur Linie 5 zum Messegelände nicht mehr angeboten werden, auf dieser Relation muss künftig an der Haltestelle Zentrum umgestiegen werden.
Anders als bisher wird die Linie 4 ganztägig alle 20 Minuten zwischen Markendorf und Stadion fahren, auch in den Hauptverkehrszeiten nicht öfter. Doch das bedeutet keine Verschlechterung auf der Strecke nach Markendorf, denn die Linie 3 wird in den Spitzenzeiten bis Markendorf verlängert. Das Angebot wird also nicht ausgedünnt, sondern nur umstrukturiert, sogar ein bisschen logischer gestaltet. Durch diese Maßnahmen bleibt es beim ganztäigen 10-Minuten-Takt zur Kopernikusstr. und beim 20-Minuten-Takt nach Markendorf der in den Spitzenstunden früh und nachmittags auf einen 10-Minuten-Takt verdichtet wird. Auch die Relation Neuberesinchen - Innenstadt bleibt zweimal in 20 Minuten erhalten, allerdings kann man nur alle 20 Minuten mit der Linie 1 umsteigefrei fahren, dazwischen gibt es Fahrten bei denen am Dresdener Platz zwischen den Linien 3 und 5 umgestiegen werden muss. Wer also von Neuberesinchen in die Innenstadt möchte, kann auch mit der 5 bis zum Dresdener Platz fahren und hat dort Anschluss zur 3 in Richtung Europa-Universität.
| Änderungen Straßenbahn ab 08.08.2005 | |
| Linie 3 | (Markendorf -) Kopernikusstr. - Europa-Universität
(nur Montag-Freitag 6-18 Uhr, von/nach Markendorf nur 6-8 und 14-17 Uhr) |
| Linie 6 | wird endgültig eingestellt
|
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Veränderte Anschlüsse Straßenbahn ab 08.08.2005 |
Neuberesinchen |
|
Zentrum |
|
Markendorf / Kopernikusstr. |
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Messegelände |
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Takt |
Montag-Freitag |
Sonnabend |
Sonntag |
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04:30 |
05:30 |
08:00 |
13:30 |
16:30 |
18:00 |
20:00 |
07:00 |
09:00 |
17:00 |
20:00 |
07:00 |
10:00 |
17:00 |
|
| 1 | 30' |
20' |
30' |
30' |
20' |
30' |
30' |
|||||||
| 2 | 30' |
20' |
30' |
30' |
20' |
30' |
30' |
|||||||
| 3 | - |
20'* |
20' |
20'* |
20' |
- |
- |
- |
||||||
| 4 | 30' |
20' |
30' |
30' |
20' |
30' |
30' |
|||||||
| 5 | - |
20' |
- |
- |
- |
|||||||||
| 980 | 40'-60' |
60' |
60' |
40' |
60' |
60' |
||||||||
| 981 | 40' |
20' |
60' |
60' |
40' |
60' |
60' |
|||||||
| 982 | - |
unr. |
- |
unr. |
- |
- |
unr. |
- |
||||||
| 984 | - |
unr. |
- |
unr. |
- |
- |
unr. |
- |
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| 985 | - |
unr. |
- |
unr. |
- |
- |
- |
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| 987 | - |
unr. |
45' |
unr. |
- |
- |
40' |
60' |
- |
- |
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| 989 | - |
60' |
- |
- |
- |
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unr. = unregelmäßiger Takt
* = in diesen Zeiten fährt die Linie 3 von und nach Markendorf
Montag, 8. August 2005
Überzählige Straßenbahnwagen werden verschrottet
Seit fast neun Jahren hat kein Fahrgast mehr im Straßenbahnwagen mit der Nummer 213
gesessen, bereits im Dezember 1996 wurde er abgestellt. So stand er all die Jahre ungenutzt in
den Hallen des Straßenbahndepots in Neuberesinchen, immer auf eine Zukunft hoffend, in der
er wieder gebraucht werden könnte. Doch jetzt hat auch die Stadtverkehrsgesellschaft (SVF)
offenbar diese Hoffnung aufgegeben, Wagen 213 wird seit 8. August 2005 verschrottet.
Im Dezember 1987 wurde das Fahrzeug vom Hersteller CKD Prag in Frankfurt angeliefert. Damals kamen die Straßenbahnwagen noch mit der Eisenbahn. Eigens für die Großlieferung von 22 Tatrawagen wurde bis zum Sommer 1987 ein Verbindungsgleis von der Eisenbahn zur Frankfurter Straßenbahn an der Kantstraße verlegt. Anfang 1988 ging der jetzt verschrottete Wagen 213 dann in Dienst. In den ersten Jahren fuhr er ausschließlich mit dem Wagen 214 durch die Stadt. Für Aufsehen sorgte er mit diesem Partner im Frühjahr 1990, beide Wagen erhielten einen komplett hellgrünen Anstrich. Aufgeklebt wurden hunderte weiße Folien die Äpfel darstellten. Mit diesem Aussehen wurde für die Obstproduktion in Markendorf geworben. Schon zwei Jahre später allerdings war diese schöne Farbgebung Vergangenheit, denn beide Wagen gingen zur Modernisierung in die brandenburgische Kleinstadt Mittenwalde. Dort hatte sich ein ehemaliger Rüstungsbetrieb einen Namen in der Modernisierung von Straßenbahnen gemacht. Im ersten Schwung wurden sieben Frankfurter Tatrawagen vom Typ KT4D modernisiert, darunter auch Wagen 213. Von diesen sieben Wagen ist heute nur noch der Triebwagen 209 im Einsatz. Alle anderen Wagen sind seit Jahren abgestellt. So stand der nun zerlegte Wagen 213 die Hälfte seines Straßenbahnlebens ungenutzt im Betriebshof. Knapp neun Jahre war er im Einsatz, knapp neun Jahre wartete er auf seinen nächsten Einsatz. Zwar war 1997 der Verleih des Fahrzeuges (gemeinsam mit KT4DM-Tw 204) zur Straßenbahn Schöneiche vor den Toren Berlins im Gespräch, doch die dortige Geschäftsleitung machte dann kurzfristig von dieser Möglichkeit keinen Gebrauch.
Der derzeitige Straßenbahnfahrplan benötigt weniger Wagen als vorhanden sind. Um Geld zu sparen wurden also immer mal wieder Fahrzeuge abgestellt. So muss man sie nicht warten und Ersatzteile beschaffen. Das reduziert die Kosten für den Verkehrsbetrieb. Doch ganz trennen wollte man sich von überschüssigen Fahrzeugen bisher nur selten. 1997 wurden letztmalig Fahrzeuge ausgemustert, es handelte sich dabei um die nicht modernisierten Tatrawagen 230-234. Die abgestellten modernisierten Wagen warteten in den Hallen des Betriebshofes auf bessere Zeiten. Als Anfang des neuen Jahrhunderts die Vision der Chipfabrik Gestalt annahm, hätte man den einen oder anderen abgestellten Wagen sicher auch wieder gebraucht. Die Chipfabrik hätte direkt an der Linie 4 nach Markendorf gelegen und mit ihren mehr als 1.000 Mitarbeitern gewiss für einigen zusätzlichen Verkehr auf der Linie gesorgt. Doch die Chipfabrikpläne haben sich zerschlagen, auch sonst ist weit und breit kein Aufschwung in Sicht, im Gegenteil: immer mehr Frankfurter ziehen in andere Regionen, Regionen in denen sie Arbeit finden. Ohne Aufschwung wird aber auch der Straßenbahnverkehr nicht zunehmen. Eher werden weniger Fahrten und somit weniger Fahrzeuge benötigt. Daher trennt sich die SVF nun von einigen Wagen. Am 8. August begann die fachgerechte Entsorgung des Triebwagen 213. Alle Teile die man noch für andere Fahrzeuge benötigen könnte, werden gesichert aufbewahrt. In den nächsten Monaten folgten in die Verschrottung Triebwagen (Tw) 201-204 (Baujahr 1987, 1992 modernisiert), Tw 207 (Baujahr 1987, 1993 modernisiert), Tw 214 (Baujahr 1987, 1992 modernisiert), Tw 216 (Baujahr 1987, 1994 modernisiert) und der Wagenkasten des Tw 227, der 1990 gebaut und 1991 als erster Frankfurter KT4D modernisiert wurde. Sein Modernisierungszustand unterschied sich allerdings von denen der anderen Wagen, so dass er 1995 erneut umgebaut werden sollte. Dieser Umbau wurde allerdings 1996 abgebrochen und so stand der ausgeschlachtete Wagenkasten seit fast 10 Jahren ungenutzt in der Wagenhalle. Insgesamt wurden also 9 KT4DM aus dem Bestand entfernt.
Foto: Ralf Großkopp, Frankfurt (Oder)
Montag, 26. September 2005
Bauarbeiten an Bahnbrücken der Stadt
Gleich an zwei Stellen im Frankfurter Stadtgebiet sorgen Bauarbeiten an Eisenbahnbrücken derzeit für Einschränkungen im Verkehr. Seit dem 26. September wird die Straße Birnbaumsmühle erneuert, unweit des ehemaligen Kulturhauses Völkerfreundschaft im Bereich der Eisenbahnbrücken. Dort überqueren die Gleisanlagen der Strecken vom Frankfurter Rangierbahnhof nach Rosengarten und die Bahnstrecke Frankfurt - Wriezen die Straße. Auch die heute stillgelegte Strecke nach Küstrin-Kietz hatte hier einst ihre Gleislage. Der Einbruch eines Regenwasserkanals macht die Bauarbeiten an dieser Stelle erforderlich. Erneuert wird aber nur die Straße, die Brücken der Deutschen Bahn bleiben unverändert. Da an dieser Stelle zwei Buslinien der Stadtverkehrsgesellschaft (SVF) die Straße benutzen, ergeben sich auch für Fahrgäste des Öffentlichen Personennahverkehrs Änderungen. So werden bis zum Ende der Bauarbeiten im Jahr 2006, die Buslinien 980, 985 und N1 umgeleitet. An der Ecke Simonsmühle/Rathenaustr. wird für die Linien 980 und 985 eine zusätzliche Haltestelle eingerichtet. Dann biegen beide Linien ab und fahren über die Haltestellen Otto-Nagel-Str., Immenweg und Westkreuz zum Messegelände. Ein Zubringerbus mit der Liniennummer 983 bedient die Stationen Simonsmühle, Treppenberg und Klingetal mit den Bussen der Linie 980. An der Völkerfreundschaft und der Birnbaumsmühle halten bis zum Abschluss der Bauarbeiten keine Busse. Keine Einschränkungen für Frankfurts Bus- und Straßenbahnfahrgäste bringt hingegen zunächst die Baustelle an der Leipziger Straße. Dort wird die erste von mehreren Eisenbahnbrücken an der westlichen Bahnhofsausfahrt erneuert.
Freitag, 30. September 2005
Modalitäten zum Bürgerentscheid vorgestellt
Das Frankfurter Rathaus hat in den letzten Tagen seine Vorstellungen zum geplanten Bürgerentscheid über die grenzüberschreitende Straßenbahnlinie zwischen Frankfurt und Słubice vorgestellt. Demnach sind derzeit drei Varianten in der Diskussion. Denkbar ist eine Art Infopunktlösung, bei der an zentralen Punkten der Stadt Informationsstände aufgebaut werden, an denen interessierte Bürger ihre Meinung kundtun können. Teurer wäre ein umfassenderer Bürgerentscheid, bei dem wie bei Kommunal-, Landes- oder Bundestagswahlen Wahllokale eingerichtet werden. Ebenfalls im Gespräch ist eine repräsentative Telefonumfrage. Am 6. Oktober sollen Frankfurts Stadtverordnete eine der Varianten beschließen. Angesichts dessen, dass das Votum der Bürger für die Investitionsentscheidung über die Straßenbahn nach Słubice nicht bindend ist, kann man nur auf eine nicht allzu teure Lösung auch bei der Abstimmung hoffen.
Unterdessen macht sich beim polnischen Nachbarn Resignation und Enttäuschung über das Zögern auf deutscher Seite breit. Man hat den Eindruck, die Bahn wird auf Frankfurter Seite vor allem als großzügige Geste gegenüber der polnischen Schwesterstadt gesehen. Im Słubicer Rathaus wurde erneut darauf verwiesen, dass die polnische Seite alle dort anfallenden Investitions- und Betriebskosten tragen wird, die Stadt Frankfurt der Stadt Słubice also mitnichten ein Geschenk macht. Eigentlich wurde der Bau der Straßenbahn am 3. Februar 2005 beschlossen. Im Sommer tauchten dann aber neue Zahlen für die Baukosten auf, wie meist in solchen Fällen sehr viel höhere. Man hatte bei der Planung bis dahin schlicht einige Positionen vergessen. Darum forderten die Gegner des Projektes nun eine erneute Abstimmung, aus der die Idee zum Bürgerentscheid am 22. Januar 2006 entstand. Für die polnische Seite war hingegen zu jeder Zeit klar, man will die Straßenbahn, gezögert wird nur in Frankfurt. Słubices Bürgermeister Ryszard Bodziacki wird in der Märkischen Oderzeitung vom 29.09.2005 mit folgenden Worten zitiert: "Die Straßenbahnlinie nach Frankfurt ist für uns nicht der Nabel der Welt. Wir sehen in dem Projekt auch keinen Gnadenbeweis der deutschen Seite. Es geht doch vielmehr darum, aus Frankfurt und Słubice eine gemeinsame europäische Stadt zu entwickeln". Vielleicht haben die Bewohner beider Städte Glück und diese Meinung setzt sich auch im Frankfurter Rathaus eines Tages doch noch durch.
Sonntag, 23. Oktober 2005
Fußgängerbrücke Heilbronner Str. abgebaut
In der Nacht vom 22. zum 23. Oktober 2005 wurde die markante Fußgängerbrücke an
der Heilbronner Str., direkt an der Haltestelle Zentrum gelegen,
abgebaut. Seit 1983 verband sie das ehemalige Freizeit-Kaufhaus mit
dem konsument-Warenhaus auf der nördlichen Seite der Heilbronner
Straße (früher Wilhelm-Pieck-Str.). Die Brücke war
auch zu Zeiten als beide Kaufhäuser noch existierten nur mittelmäßig genutzt,
bei Straßenbahnfreunden allerdings war sie ein beliebter Fotostandort. Im Zuge des Abriss
des ehemaligen konsument-, später
Horten-Warenhauses wurde die Brücke nun abgetragen und für
eine eventuelle spätere Wiederverwendung in der Gleisschleife
Lebuser Vorstadt zwischengelagert.
Foto: Ralf Großkopp, Frankfurt (Oder)
Nach Betriebsschluss bei der Straßenbahn am 22. Oktober gegen 23 Uhr wurde der Fahrstrom abgeschaltet und es rückten die Baufahrzeuge an. Zunächst wurden die Fahrleitung und die Isolierplatten entfernt, gegen 3 Uhr morgens hing die 31 Meter und 40 Tonnen schwere Brücke am Baukran. Dann wurde das Teil auf einen Tieflader gelegt und schließlich in die Wendeschleife Lebuser Vorstadt der Frankfurter Straßenbahn verbracht. Zunächst hatte es gehießen, dass sie im Gewerbegebiet Georg-Richter-Str. im Westen der Stadt aufbewahrt werden sollte, doch nun liegt sie unter freiem Himmel in der Lebuser Vorstadt. Lange wurde um sie gestritten, die Einen wollten sie stehen lassen, die Anderen favorisierten sie als sicheren Übergang für Schüler an der Kieler Straße.
Die Brücke hatte eigentlich von Anbeginn an nicht die Frequentierung, aus der man heute noch eine Daseinsberechtigung herleiten könnte. Die meisten Passsanten liefen schnell direkt über die Straße, zumal sich auf diesem Niveau die Zentrale Haltestelle der Straßenbahn befindet und es keine Zugänge von der Brücke zu den Bahnsteigen der Tram gab. Dem Neubau des Horten-Komplexes war sie nun im Wege.
Dienstag, 1. November 2005
Brandenburg-Berlin-Ticket jetzt auch für die Nacht
Seit dem 1. November 2005 gibt es neben dem bekannten und bewährten Brandenburg-Berlin-Ticket auch ein solches für Nachtschwärmer. Zum Preis von 18 Euro (am Automaten bzw. im Internet gekauft) bzw. 20 Euro (am Schalter) gilt es an allen Tagen in der Zeit von 19 Uhr bis 6 Uhr des Folgetages. Wie auch beim Ticket für den hellen Tag können bis zu 5 Erwachsene damit fahren. Der Geltungsbereich ist mit dem des Tagesangebots weitgehend identisch. Einige VBB-Busunternehmen anerkennen es jedoch nicht, z.B. in Südbrandenburg und in der Prignitz. Gleichzeitig ändert sich der Preis des normalen Brandenburg-Berlin-Tickets. Ab 1. November kostet es 24 Euro am Automaten und im Internet, 26 Euro am Schalter.
Montag, 28. November 2005
Brückeneinschub Leipziger Str. erzwingt Totalsperrung
Es ist eine einwöchige Streckensperrung des RE 1 in Frankfurt (Oder) geplant. An der
Leipziger Straße in Frankfurt (Oder) wird eine 100-jährige Eisenbahnbrücke
erneuert. Die neue Brücke, die in Rekordzeit vorgefertigt wurde, wird vier Meter breiter,
was vor allem dem Autoverkehr und den Fußgängern darunter nutzt. Über die
Leipziger Straße führen acht Gleise auf acht Überbauten, von denen nun zwei
für die Strecke Berlin - Frankfurt (Oder) erneuert werden. Nach dem Einbau werden der
Bahndamm, dann die Streckengleise mit Weichen und die Oberleitung wieder aufgebaut.
Was sonst eine normale Baustelle und ein normaler Schienenersatzverkehr; ist, wird angesichts der gut gefüllten Züge des RE 1 zwischen dem 28.11. und dem 4.12. eine logistische Herausforderung für die Baubetriebe und für DB Regio – und leider auch unvermeidlicher Stress für die Fahrgäste. Die vorgegebene Zeit für die Brückenarbeiten wurde auf ein Minimum zusammen geschoben. Dennoch trifft die Baustelle mehrere Tausend Reisende hart, die zwischen Fürstenwalde und Frankfurt (Oder) mit Bussen weiterkommen müssen, da der RE 1 hier völlig stillgelegt wird. Ihre Reisezeit verlängert sich auf alle Fälle. Die meisten Ersatzbusse nehmen den kürzesten und schnellsten Weg über die Autobahn (Linie A), der dauert ca. 45 Minuten. Jede Stunde fahren aber auch einige über die Dörfer, die brauchen eine reichliche Stunde (Linie B). Diese Busse fahren 12 Minuten früher in Frankfurt (Oder) ab. Reisende nach Eisenhüttenstadt erreichen erst den nächsten Takt. Rollstühle und Fahrräder können in den Bussen nicht mitgenommen werden. Die internationalen Züge von und nach Warschau fahren während der Streckensperrung zwischen Frankfurt und Berlin den Umweg über Guben, Cottbus, Lübben und Königs Wusterhausen.
Pro Tag werden bis zu 28 Busse eingesetzt, im Berufsverkehr pro Zug bis zu 8 Busse. Die meisten stellt der Busverkehr Oder-Spree. Doch allein kann das Unternehmen das nicht bewältigen und so helfen Busunternehmen aus ganz Brandenburg. Und wenn schon Einschränkungen gemacht werden müssen, dann wird auf der Gesamtstrecke des RE 1 zwischen Berlin und Frankfurt (Oder) die Zwangspause gleich für Restarbeiten an der Brücke über die Bölschestraße in Berlin-Friedrichshagen genutzt. In vier Nächten (vom 29.11. bis 3.12.) kommt man nur noch mit Bussen von der Hauptstadt an die Oder.
Quelle: Punkt 3, Drehscheibe online
Schon seit Jahren können Fahrgäste der Eisenbahn zwischen Berlin und Frankfurt (Oder) beobachten, dass die mehr als 160 Jahre alte Niederschlesisch-Märkische Eisenbahn kräftig modernisiert wird. Vor allem zwischen Erkner und Pillgram ist in den letzten Jahren viel geschafft worden. Noch viel zu tun bleibt im Berliner Raum, in Erkner und im Raum Frankfurt. Ziel des Ausbaus ist der durchgängige Verkehr mit 160 km/h. Zwischen Erkner und Fangschleuse, sowie zwischen Fürstenwalde und Briesen (Mark) erreichen die Züge bereits jetzt diese Geschwindigkeit. Besonders stark gebremst fließt der Zugverkehr derzeit durch Erkner. Teilweise mit nur 30 km/h ist der Bereich befahrbar. Daher wird 2006 bis 2008 ein Bauschwerpunkt in Erkner liegen, wo die Brücken über die Bahnhofstraße und das Flakenfließ durch Neubauten ersetzt werden.
Was den Bewohnern von Erkner noch an Baulärm und Verkehrseinschränkungen bevorsteht, haben die Fürstenwalder bereits hinter sich. Seit Mai 2005 ist Fürstenwalde schrankenfrei. Unter- und Überführungen ersparen den Einwohnern Wartereien an der Bahnstrecke. Der Bahnhofsvorplatz und der Bahnhof selbst sind fertig modernisiert. Zwar ist auch der Bahnhof in Frankfurt fertig erneuert, doch im Stadtgebiet fordern andere Baustellen die Geduld der Fahrgäste. So finden Gleisbauarbeiten zwischen Rosengarten und Frankfurt statt, die Brücke über die Leipziger Straße und über die Oder nach Polen bleiben gewaltige Aufgaben, die die Bahnbauer noch lösen müssen. Der scheidende Bundesverkehrsminister Stolpe kündigte den Neubau der Oderbrücke ab 2006 an. Etwa 20 Mio. Euro würde der Neubau kosten. Ob wirklich neugebaut oder doch nur saniert wird, ist aus sich widersprechenden Pressemeldungen nicht genau herauszubekommen. Die Brücke wurde im April 1945 zerstört und dann auf den Resten der alten Brücke von 1870 wieder errichtet. Die mehr als 130 Jahre alten Brückenpfeiler gelten nun als besonders marode.
Ebenfalls dringender Handlungsbedarf besteht an den Eisenbahnbrücken über die Leipziger Straße in Frankfurt (Oder). Seit Anfang September 2005 wird der Neubau einer fast 100 Jahre alten Brücke an dieser Stelle vorbereitet. Auch hier rumpeln die Züge derzeit mit außergewöhnlich geringen Geschwindigkeiten über das Gleis. Doch Ende des Jahres soll die neue Brücke eingeschoben sein, die Durchfahrtsbreite für den Autoverkehr wird bei dieser Gelegenheit vergrößert, auch wenn das vorerst nicht viel bringt, die anderen Brücken an dieser Stelle werden in der nächsten Zeit noch nicht ersetzt oder abgerissen. 3 Mio. Euro investiert die Bahn allein an dieser Stelle.
Und noch eine Brücke, diesmal über die Eisenbahn, nicht untendurch, muss saniert werden. Überbau und Pfeiler der Straßenbrücke Rosengarten - Pagram werden instandgesetzt. Zunächst war davon augegangen worden, dass die Brücke abgerissen und neugebaut werden muss. Seit November 2004 schon dürfen keine Linienbusse mehr darüberfahren, die Linie 982 wird seither umgeleitet. Doch nun ist klar, dass für etwa 2,6 Mio. Euro saniert werden kann. Da die Finanzierung steht, soll das in den Jahren 2006 und 2007 geschehen. Doch trotz zahlreicher, bereits abgeschlossener Bauarbeiten kann die Fahrzeit zwischen Frankfurt und Berlin zum Fahrplanwechsel nur unwesentlich sinken. Regionalzüge fahren nicht schneller als bisher, nur die wenigen EuroCity werden beschleunigt, von etwa eine Stunde auf etwa 50 Minuten Fahrzeit.
Sonntag, 11. Dezember 2005
Fahrplanwechsel bringt wenig Änderungen bei Bus und Bahn
Wie jedes Jahr am 2. Dezembersonntag wird auch in diesem Jahr wieder der Fahrplanwechsel bei den meisten Verkehrsbetrieben vollzogen. Züge der in Frankfurt tätigen Bahnunternehmen (Die Bahn, Polnische Staatsbahn, Ostdeutsche Eisenbahn), sowie Busse und Straßenbahnen rollen ab dem 11. Dezember 2005 nach neuen Fahrplänen. In den Linienwegen gibt es keine Änderungen, lediglich bei den Abfahrts- und den Taktzeiten gibt es einige Neuigkeiten. Die gravierendste Änderung gab es in Frankfurt schon im Sommer, da wurde die Straßenbahnlinie 6 eingestellt und die Fahrpläne der Linien 3, 4 und 5 wurden an den Wegfall dieser Linie angepasst.
Diesmal fallen keine Linien weg. Einige Kürzungen verstecken sich dennoch im neuen Fahrplan. So wurde die Zeit, in der Sonnabends im 20- statt 30-Minuten-Takt gefahren wird, um eine Stunde von etwa 16:30 auf 15:30 Uhr gekürzt. Die Buslinie 980 fährt an Sonnabenden nun sogar ganztägig nur noch im 60-Minuten-Takt. Bisher kam hier während der Geschäftszeiten noch alle 40 Minuten ein Bus. Seltener fährt am Wochenende auch der RE1 in Richtung Eisenhüttenstadt. Wichtig ist weiterhin, dass das Umsteigen zwischen den Linien 1 und 4, sowie 980 und 981 am Wochenende zur Haltestelle Zentrum verlegt wird.
Verändert wurde auch die Linienführung der Nachtbus-Linie N2. So fährt diese Linie künftig auch Lossow an, bedient außerdem nun die Haltestellen Lennéstr., Prager Str. und Hamburger Str. statt Hansastr. und fährt von Booßen über Birnbaumsmühle und Messegelände weiter nach Rosengarten. All diese neu angefahrenen Ziele verlängern die Fahrzeit dieses Nachtbusses allerdings beträchtlich, statt bisher eine Stunde und fünf Minuten braucht er jetzt eine Stunde und 40 Minuten für einen Umlauf.
Sonntag, 22. Januar 2006
Frankfurter mit großer Mehrheit gegen Straßenbahn nach Słubice
Das Votum der Frankfurter Einwohner über den Ausbau der Straßenbahn ist eindeutig. Es haben 83% der an der Abstimmung Teilnehmenden gegen den Netzausbau, nur 17% dafür gestimmt. Die Beteiligung lag mit etwa 30% erstaunlich hoch, insbesondere da die Außentemperaturen kaum über minus 10°C gestiegen sind. Die Stadtverordnetenversammlung muss nun über das weitere Vorgehen entscheiden. Denkbar ist, dass nun wieder eine Buslinie in den Mittelpunkt der Planungen tritt. Diese wurde von der polnischen Seite allerdings stets abgelehnt. Ob man in Słubice angesichts der deutlichen Ablehnung des Ausbaus der Straßenbahn seine Meinung ändert, muss abgewartet werden. Möglich ist aber auch, dass weiterhin keine öffentliche Nahverkehrslinie zwischen beiden Stadthälften eingerichtet wird. Denn eine zusätzliche Buslinie kostet zusätzliches Geld. Die Straßenbahn sollte bis auf die Investitionskosten keine Zusatzkosten verursachen, weil man die bestehende Linie in die Lebuser Vorstadt kostenneutral umleiten wollte. Bindenden Charakter hat das Ergebnis der Abstimmung zwar nicht, Oberbürgermeister Patzelt (CDU) hält das Projekt der grenzüberschreitenden Straßenbahn dennoch "für auf Jahre gestorben".
In ersten Reaktionen aus dem Frankfurter Rathaus zeigten sich die Befürworter des Straßenbahnausbaus erwartungsgemäß enttäuscht, die Gegner waren - wenig überraschend - zufrieden. Erstaunt hat einige Frankfurter Politiker die relativ hohe Abstimmungsbeteiligung. "Das zeigt, dass die Menschen mitreden wollen", zitiert die Märkische Oderzeitung PDS-Chef Axel Henschke. Offenbar hat ein Großteil der Einwohner aber auch einfach den Politikern nicht mehr recht getraut. Immer wieder wurden den Frankfurtern Projekte vorgesetzt, die ebenfalls keine zusätzlichen Kosten verursachen sollten und dann doch alles teurer wurde als vorher gedacht. Bei der Straßenbahn gab es daher nun erstmals eine Bürgerbefragung und prompt fiel die Sache ins Wasser. Dass die Zukunft der Frankfurter Straßenbahn - heute auf den Tag wird die alte Dame 108 Jahre alt - nun doch wieder ungewisser ist als man das im Rathaus dem Vernehmen nach gern sähe, ist den Frankfurtern im Vorfeld der Abstimmung nicht klar gemacht worden. Doch wenn die Bahn an den Verkehrsströmen der Zukunft vorbeifährt, Fördergelder nicht in Frankfurt und Słubice, sondern in Karlsruhe, Kassel und Rostock ausgegeben werden, dann könnte Frankfurts Straßenbahn eines Tages so unwirtschaftlich sein, dass sich nur noch ihre Einstellung rechnet. Mit verhätnismäßig wenig Geld hätte man die Bahn jetzt für die nächsten Jahrzehnte fitmachen können, die Frankfurter hatten dazu jedoch keine Lust. Schade, Chance vertan, in Frankfurt (Oder) nicht zum ersten Mal.
Für die Bürgerumfrage wurden 58.000 Stimmzettel gedruckt, 38 Abstimmungslokale waren von 10 bis 18 Uhr geöffnet. An mehreren Terminen konnten die Bürger in den Monaten zuvor ihre Fragen auf öffentlichen Veranstaltungen mit Vertretern der Stadt und des Verkehrsbetriebes stellen. Die Haushalte erhielten ein Flugblatt mit entsprechenden Informationen zur Abstimmung und zum Netzausbau. Frankfurt (Oder) und die heute polnische Stadt Słubice, die bis Kriegsende ein Frankfurter Stadtteil war, wollten eine Straßenbahn über die Oder einrichten. Bis 1945 war der damalige Stadtteil bereits an das Frankfurter Straßenbahnnetz angeschlossen.
Seit Anfang der 1990er Jahre wurde eine Nahverkehrsverbindung zwischen den beiden Schwesterstädten hitzig diskutiert. Lange Zeit wurde eine Busverbindung favorisiert. Seit etwa 2001 allerdings kristallisierte sich heraus, dass eine Straßenbahn den Verkehr günstiger bewältigen könnte. Auf die Stadt Frankfurt wären beim Ausbau nach Słubice Kosten in Höhe von etwa 800.000 Euro zugekommen, Dank Förderung durch Europäische Union, Bund und Land. Profitiert hätten neben den 65.000 Frankfurtern vor allem die 20.000 Słubicer, deren Kommune den Großteil der Investitionen zu tragen gehabt hätte. Fast die gesamte Neubaustrecke hätte im polnischen Teil der Stadt gelegen, Investitionen und Betriebskosten wollte der polnische Partner anteilig tragen. Bei den Słubicern ist das Projekt übrigens trotz deutlich höherer Kosten nicht ansatzweise so umstritten wie auf deutscher Seite. Am 3. Februar 2005 hatten Frankfurts Stadtverordnete den Netzausbau bereits beschlossen, wenige Monate später aber tauchten neue Zahlen zu den Kosten auf. Die Linkspartei schlug daraufhin eine Bürgerbefragung zum Projekt vor. Es war an den Bürgern, für einen Aufbruch in eine neue Zeit zu votieren oder den Rückbau ihrer Heimatstadt in eine bedeutungslose Provinzstadt zu beschleunigen.
Donnerstag, 16. Februar 2006
Stadtverordnete beugen sich Abstimmungsergebnis der Bürgerbefragung
Es war nur noch eine Formalie, doch zwecks Abrundung des jahrelangen Trauerspiels um den Netzausbau der Straßenbahn in die polnische Nachbarstadt Słubice muss auch diese hier erwähnt werden: knapp einen Monat nach der Bürgerbefragung zum Netzausbau haben die Frankfurter Stadtverordneten den Ausbaubeschluss vom Februar 2005 aufgehoben. Damals war beschlossen worden, die Straßenbahn auf einem Rundkurs durch Słubice fahren zu lassen. Im Sommer stellte sich allerdings raus, man hatte sich verrechnet, das Projekt kostet mehr Geld als vor der Beschlussfassung zum Ausbau gedacht. Daraufhin wurde eine Bürgerbefragung angesetzt, in der die Frankfurter Bürger für oder gegen den Ausbau votieren konnten. Zwar war der Ausgang dieser Befragung nicht bindend für die Entscheidung der Abgeordneten, da das Ergebnis mit 83% Ablehnung aber unerwartet deutlich ausfiel, nahm das Frankfurter Stadtparlament am 16.02.2006 den Ausbaubeschluss zurück. Die Straßenbahn nach Słubice wird nicht gebaut.
Sonnabend, 4. März 2006
Brückenarbeiten an Leipziger Straße und in Berlin-Rummelsburg
Seit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2005 ist es auf der Strecke Berlin - Frankfurt (Oder) deutlich ruhiger geworden was Ersatzverkehre oder Verspätungen angeht. Der Abschnitt Erkner - Frankfurt ist nahezu fertig modernisiert, die Züge rollen mit höherem Tempo und kommen nun schon seit Wochen ohne Schienenersatzverkehr aus. Doch zum Aufatmen ist es noch ein wenig zu früh. Im Bereich der Leipziger Straße und der westlichen Bahnhofseinfahrt von Frankfurt, sowie zwischen Berlin und Erkner bleibt noch viel zu tun. Auch vom Frankfurter Bahnhof bis zur Grenze nach Polen besteht noch immenser Modernisierungs- und Ausbaubedarf. Bis 2009 soll eine neue Oderbrücke den Verkehr nach Polen beschleunigen, erst bis 2013 soll auch die Strecke nach Berlin vollständig ausgebaut sein. Sollte es wirklich so lange dauern, hat die Bahn 16 Jahre für 81 Kilometer gebraucht. Zugegeben, die Strecke hat es in sich.
Derzeit liegen die Bauschwerpunkte in Berlin-Rummelsburg und an der Leipziger Straße in Frankfurt. An beiden Stellen behindern Bauarbeiten in den nächsten Wochen den Bahnverkehr wieder erheblich. So wird eine neue, 86 Meter lange Eisenbahnbrücke über die Strecke Berlin Ostbahnhof – Erkner in Rummelsburg eingeschoben. Sie verbindet das ICE-Betriebswerk in Berlin-Rummelsburg mit der neuen Nord-Süd-Verbindung der Eisenbahn, dem sogenannten Tiergartentunnel. Der Brückenneubau ist Voraussetzung für die Inbetriebnahme dieser neuen Nord-Süd-Verbindung mit dem Berliner Hauptbahnhof am 28. Mai 2006, rechtzeitig vor der Fußballweltmeisterschaft: Die ICE-Züge, die in den Bahnhöfen der Nord-Süd-Verbindung beginnen oder enden, fahren über diese Brücke in die Wartungsbasis, wo sie gereinigt, durchgesehen und gewartet werden. In den vergangenen zwölf Monaten wurden das alte, aus dem Jahr 1927 stammende Bauwerk abgebrochen und Widerlager sowie Stützwände für die neue Brücke errichtet. Wegen der engen Platzverhältnisse zwischen den S- und Fernbahngleisen der Strecken vom Ostbahnhof Richtung Erkner sowie den Gleisen zum ICE-Werk Rummelsburg konnten die Arbeiten an diesem Nadelöhr nur in kleinen Schritten erfolgen. Die 350 Tonnen schwere Stahlkonstruktion der neuen Bogenbrücke wurde neben der Bahnstrecke Ostbahnhof – Erkner montiert. Am Wochenende 4./5. März 2006 wird die Brücke über die Bahnstrecke verschoben. Dazu muss der Verkehr von S-Bahn, Regional- und Fernbahn unterbrochen werden. Zur Montage und zum Abbau der Verschubtechnik gibt es auch am Wochenende davor und danach Einschränkungen im Bahnverkehr. Der RE1 fährt dennoch stündlich, nur jeder zweite Zug entfällt zwischen Berlin und Erkner. Die EuroCity des Berlin-Warszawa-Express fahren statt zum Ostbahnhof und Zoo nach Lichtenberg.
Und auch im Raum Frankfurt wird noch einmal ordentlich gebaut. Zwischen Frankfurt und Fürstenwalde rollen die Züge mit Verspätungen, von und nach Eisenhüttenstadt muss umgestiegen werden. Zwischen Frankfurt und Pillgram wird nachts auch wieder Ersatzverkehr mit Bussen gefahren. Grund für diese Unannehmlichkeiten sind Rammarbeiten im Raum Frankfurt, Arbeiten an der Straßenüberführung an der Leipziger Straße, sowie Fahrleitungs- und Weichenarbeiten im Frankfurter Vorort Rosengarten.
Montag, 13. März 2006
Frankfurter Straßenbahnwagen nach Estland verkauft
Bei der Frankfurter Straßenbahn wurden weitere nicht mehr benötigte Fahrzeuge aus dem
Bestand genommen. Wie schon im Vorjahr ging auch nun wieder ein Fahrzeug in die Schrottpresse.
Der 1987 gebaute und angelieferte Triebwagen 216, Typ KT4DM (1994 modernisiert), wurde erst im
vorletzten Jahr abgestellt. Anders als in den vergangenen Jahren durfte dieser Wagen aber nicht
jahrelang auf einem Abstellgleis auf eine bessere Zukunft hoffen, sondern wurde nun recht bald
nach seiner Abstellung ausgemustert und verschrottet. Deutlich freundlicher ist die Geschichte
um den zweiten jetzt ausgemusterten Wagen. Triebwagen 211, ebenfalls Baujahr 1987 (1994
modernisiert), wurde an den Straßenbahnbetrieb der Hauptstadt Estlands, nach Tallinn
verkauft.
Foto: Toni Krüger, Frankfurt (Oder),
Die Straßenbahn in Tallinn (deutsch Reval) bekam bereits im Jahr 1980 fabrikneue Gelenktatrawagen vom Typ KT4SU, die dem KT4D für den deutschen Markt sehr ähnlich sind. Insgesamt wurden bis 1990 73 Fahrzeuge von diesem Typ nach Tallinn geliefert. Ab 1996 übernahm Tallinn dann zusätzlich gebrauchte KT4D aus Cottbus und Gera. Dass Frankfurt (Oder) deutlich neuere Fahrzeuge des gleichen Typs zu dieser Zeit nicht ebenfalls nach Osteuropa verkaufte, sondern lieber verschrottete, wurde vielerorts mit Kopfschütteln bedacht. Dem Vernehmen nach konnte man sich nicht auf einen angemessenen Übernahmepreis und auf die Kostenübernahme des Transports einigen. Erstmals ging nun aber ein Frankfurter Fahrzeug auf die Reise zum osteuroäischen EU-Partner. Der Triebwagen 211 verließ Frankfurt am 13. März 2006 und wird in Tallinn als Triebwagen 143 den Wagenpark bereichern. Nach 9 KT4DM im Jahr 2005 gingen nun also zwei weitere Straßenbahnwagen aus dem Bestand. Es sind nun noch 19 KT4DM vorhanden und einsatzbereit, dazu kommen 8 Niederflurwagen vom Typ GT6M.
Montag, 1. Mai 2006
Neue Quartierbuslinie 992 gestartet
Die Stadtverkehrsgesellschaft hat erneut eine neue Buslinie in ihr Programm aufgenommen. Erneut wird von der Erschließung neuer Wohngebiete gesprochen. Diesmal experimentiert man mit Nebenstraßen in Neuberesinchen. Vor allem für ältere Fahrgäste, die weiter entfernt von den vorhandenen Straßenbahnhaltestellen wohnen, soll das Angebot das Leben leichter machen. Doch da eigentlich kein Geld vorhanden ist, wurde wie so oft gekleckert. Statt einmal spürbare Verbesserungen auf einer schon vorhandenen Linie vorzunehmen, wird hier und da mal ein Angebötchen neu installiert. Meist ging das schief, doch der Optimismus bei der SVF kennt keine Grenzen und man probiert es immer wieder. Erinnert sei an die Quartierbuslinie von Rosengarten nach Neuberesinchen vor ein paar Jahren. Mit wüsten Taktzeiten fuhr diese Linie unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Der Stadtbus 750, heute 989, befördert ebenfalls viel warme Luft durch die Oderstadt und mit Taktzeiten von 65 bis 75 Minuten wird der neue Quartierbus 992 sicher ebenfalls bald nach seiner Probezeit in Vergessenheit geraten. Am 22.09.2006 wurde das Angebot mangels Zuspruch eingestellt.
Montag, 1. Mai 2006
Einbruch bei der Museumswerkstatt
Während des langen Wochenendes über den 1. Mai 2006 wurde in die Museumswerkstatt in der Bachgasse eingebrochen. Die Ganoven hebelten mit brachialer Gewalt einen Hintereingang auf. Sie hatten es vor allen Dingen auf Metallschrott abgesehen. Dabei richteteten sie weniger materiellen als ideellen Schaden an. Abhanden gekommen sind unter anderem nicht ersetzbare Großritzel für die Antriebe der beiden Wismarer Wagen 41 und 60 (beide Baujahr 1936) und für Gotha-Wagen. Der Wiederbeschaffungswert für solch einmalige Teile würde bei mehreren 10.000 € liegen, da es sich um Unikate handelte. Für die ehrenamtlichen Mitarbeiter des Vereins ist dieser Vorfall ein herber Schock, haben sie doch nicht nur unendlich viel Arbeit sondern auch Unsummen von Geld in ihre ehrenamtliche Tätigkeit gesteckt.
Montag, 22. Mai 2006
Rentner stirbt bei Straßenbahnunfall
In der Nähe der Straßenbahnhaltestelle Birkenallee kam es am späten Abend des 22. Mai 2006 zu einem tödlichen Unfall. Ein erfahrener Straßenbahnfahrer meldete, dass er einen Menschen überfahren hatte. Sicher ist, dass der 73-jährige Mann noch lebte als er überrollt wurde. Für die Zeit der Unfallaufnahme und Bergung der Leiche des Verunglückten wurde der Straßenbahnverkehr eingestellt. Die Straßenbahn musste mit einem Kran angehoben werden. Nach Angaben des Straßenbahnfahrers hatte er die im Gleisbett liegende Person bei Annäherung zu spät gesehen. Auch durch die sofort eingeleitete Gefahrenbremsung konnte er das Überrollen der Person nicht verhindern. Der Fahrer "hat sich, so zeigt auch die Auswertung des Fahrtenschreibers, völlig korrekt verhalten, sofort gebremst. Geschwindigkeit und Bremsweg sind im normalen Bereich. Auch die Straßenbahn selbst ist technisch völlig in Ordnung. Erst vor rund vier Wochen ist sie aus der Inspektion gekommen", erklärt Fred Bernau, Bereichsleiter Verkehr bei der Stadtverkehrsgesellschaft Frankfurt (SVF) in der Märkischen Oderzeitung. Der Fahrer erlitt einen Schock.
Sonnabend, 22. Juli 2006
Sanierung im Bahnhof Oderbrücke beginnt
Jeweils an den Wochenenden vom 22.07. bis 20.08.2006 wird der Eisenbahngrenzübergang
Frankfurt (Oder) Oderbrücke wegen Bauarbeiten gesperrt. Alle Züge werden
großrämig umgeleitet. So fahren die EuroCity über
Küstrin statt über Frankfurt (Oder). Diese Maßnahmen stehen im Zusammenhang mit
dem Ausbau der Eisenbahnstrecke Berlin - Frankfurt (Oder) - Warschau [Warszawa].
Während der Abschnitt Erkner - Frankfurt (Oder) weitestgehend fertiggestellt ist, konzentrieren sich die Bauarbeiten nun auf den Bereich vom Frankfurter Bahnhof bis zum Grenzbahnhof Oderbrücke. Dort befindet sich der Übergang zum elektrifizierten Netz der polnischen Bahn. Saniert werden muss der Grenzbahnhof, die Gleise dorthin und die marode Oderbrücke selbst, auf der inzwischen nur noch ein Gleis nutzbar ist, auch das nur noch mit verminderter Geschwindigkeit. Bis 2009 soll eine neue Brücke realisiert sein. Das nebenstehende Foto zeigt Gleisarbeiten im Bahnhof Oderbrücke im Juli 2006.
Foto: Stefan Krahn, Frankfurt (Oder),
Sonntag, 16. Juli 2006
Einschränkungen an der Haltestelle Fuchsweg
Aufgrund der schrägen Gleislage an der stadteinwärtigen Haltestelle Fuchsweg (Straßenbahnlinien 3 und 4) kann ab sofort in Niederflurwagen nur noch an der ersten Tür zugestiegen werden. Dies wurde veranlasst, da die restlichen Türen immer wieder Probleme beim Schließen hatten. Die Haltestelle Fuchsweg im Frankfurter Ortsteil Markendorf wurde erst im Sommer 2003 neu errichtet.
Sonntag, 30. Juli 2006
Sommerbaustellen 2006 abgeschlossen
Im Gegensatz zu den Vorjahren mussten Frankfurter Straßenbahnfahrgäste in diesen Sommerferien nur kleine Unannehmlichkeiten auf sich nehmen. Zum Einen fuhren dieses Jahr alle Straßenbahnlinien auch in den Ferien, so dass der kundenunfreundliche 20-Minuten-Takt der letzten Jahre nicht ertragen werden musste. Auch wurden nicht ganze Strecken wegen Bauarbeiten über viele Wochen nicht befahren. Lediglich der Abschnitt Zentrum - Europa-Universität war vom 17. bis 30. Juli 2006 wegen Erneuerung der Gleise zwischen der Haltestelle Gr. Oderstr. und der Einfahrt in die Bachgasse gesperrt. Die Linien 2 und 3 wurden zum Stadion umgeleitet. Einen Ersatzverkehr zur Uni gab es, wie schon oft, nicht.
Auch die Fahrgäste in Neuberesinchen hatten ein Wochenende lang Einschränkungen zu ertragen. Vom 28. bis 30.07. wurde an den Gleisen zwischen den Haltestellen Wintergarten und Mühlenweg gearbeitet. Die Linie 5 fuhr nicht, die Linie 1 wurde im Ersatzverkehr mit Bussen bedient. Ein- und ausrückende Fahrten der anderen Straßenbahnlinien erfolgten ohne Halt an den Haltestellen in Neuberesinchen.
Sonnabend, 16. September 2006
Tag für die Fahrgäste bei Museumswerkstatt und StadtverkehrsGmbH
Am 16. September 2006 veranstalteten die StadtverkehrsGmbH (SVF) und die Museumswerkstatt
für Technik und Verkehr einen Fahrgasttag und einen Tag der offenen Tür im alten
Straßenbahnhof in der Bachgasse. Dort konnten ab 10 Uhr die vom Verein
Museumswerkstatt betreuten Fahrzeuge bewundert werden. Es wurden
historische Straßenbahnen aus den 30er bis 50er Jahren gezeigt und auch Mitfahrten waren
möglich. Auch ein Mercedes-Benz-Stadtbus aus den 70er Jahren wurde gezeigt. Selbst die
Modellbahnfreunde ließen an diesem Tag ihre Züge über die Anlage rollen.
Für einen Euro waren Mitfahrten auf Straßenbahnwagen aus den 30er Jahren (Tw 41 und
60) im Zuge der Linie 2 möglich. Der historische Gotha-Zug Tw 49 und Bw 113 aus den 50er
Jahren rollte nachmittags im Stundentakt auf der Strecke der ehemaligen Linie 6. Erwachsene
zahlten einen Euro, Kinder 50 Cent. Für 3 Euro wurde ein Tagesticket verkauft, mit dem jede
Sonderfahrt benutzt werden konnte. Jeder freiwillie Cent mehr diente dem Erhalt der historischen
Fahrzeuge. VBB-Fahrscheine waren nicht gültig, die Sonderfahrkarten wurden in den Wagen
beim Schaffner verkauft.
Die StadtverkehrsGmbH (SVF) selbst hatte sich ihren Fahrgästen von 12 bis 17 Uhr am Holzmarkt präsentiert. Besucher konnten mit Vertretern über den Nahverkehr in Frankfurt (Oder), über Fahrplangestaltung, über die Zukunft von Bus und Bahn in der Oderstadt diskutieren. Es gab ein Begleitprogramm für Kinder und Erwachsene mit Musik und Tombola. Auch Schiffsfahrten auf der Oder wurden veranstaltet. Das Bild zeigt den historischen Gothazug 49+113 an diesem Tag als historische Linie 6 beschildert im ehemaligen Betriebshof in der Bachgasse.
Foto: Ralf Großkopp, Frankfurt (Oder)
Sonnabend, 16. September 2006
Niederflurwagen nun auch am Wochenende
Während man bei der Stadtverkehrsgesellschaft bisher Niederflurwagen nur an den fahrgastaufkommenstarken Werktagen einsetzte, wird seit 16.09.2006 der behindertenfreundliche Wagentyp auch am Wochenende auf die Linie 1 geschickt. Die Fahrzeuge fassen fast doppelt so viele Fahrgäste wie ein einzelner Tatrawagen vom Typ KT4DM, so dass die Niederflurwagen in der letzten Zeit nur in den Zeiten mit hohem Verkehrsaufkommen rollten. Doch die Niederflurwagen vom Typ GT6M fassen nicht nur mehr Fahrgäste, sondern sind insbesondere für ältere oder mobilitätseingeschränkte Fahrgäste von unvergleichlich höherem Wert, so dass ein Einsatz nicht nur unter dem Aspekt, wie man möglichst viele Fahrgäste, sondern auch wie man sie komfortabel befördert, erfolgen kann und sollte. Nun werden auf der Straßenbahnlinie 1 auch Sonnabends und Sonntags niederflurige Bahnen eingesetzt, zum Jahresende 2006 wurde der Einsatz der Niederflurbahnen am Wochenende auch auf die Linien 2 und 4 ausgeweitet.
Freitag, 22. September 2006
Kleinbuslinie 989 und 992 eingestellt
Wegen zu geringer Nachfrage wurde zum Feierabend am dem 25.09.2006 der Betrieb auf den beiden Stadtbuslinien 989 und 992 eingestellt. Beide Linien wurden mit Kleinbussen betrieben, fuhren nur mit großen Taktabständen und rollten weitestgehend ohne Fahrgäste durch die Stadt. Somit wird nach knapp 3 Jahren und 5 Monaten der Betrieb der ehemaligen CityBus Linie 989 (ehemals Linie 750), welche erstmalig zum 750. Jubiläum der Stadt Frankfurt ihre Runden durch die Stadt drehte, aufgrund geringer Nachfrage komplett eingestellt. Die am 01.05.2006 eingeführte Quartierbuslinie 992, welche als Partnerlinie der 989 den Holzmarkt in der Innenstadt mit den Randgebieten in Neuberesinchen erschließen sollte, wird zusammen mit der Linie 989 ebenfalls komplett eingestellt. Dadurch entfallen eine ganze Reihe Haltestellen. Die Haltestellen Gr.-Müllroser-Straße und Bischofstraße werden weiterhin im den Schulbusverkehr der Linie 988 genutzt.
Sonntag, 10. Dezember 2006
Fahrplanwechsel
Am zweiten Sonntag im Dezember ändern sich auch in diesem Jahr wieder die Fahrpläne von Bussen und Bahnen. Seit Freitag, den 01.12.2006 ist der neue Fahrplan in gewohnter Heftform für 1,50 € im Kundenzentrum der Stadtverkehrsgesellschaft mbH Frankfurt (Oder) in der Heilbronner Str. erhältlich. Mit dabei ist diesmal auch eine VBB-Karte die alle VBB-Linien innerhalb des Landes Brandenburg und Berlin enthält. Große Änderungen hält das neue Fahrplanjahr nicht bereit, den Frankfurtern bleiben alle Linien weitestgehend erhalten. Die einzige Linienänderung betrifft die Haltestelle Am Wildpark. Statt bisher von der Buslinie 980 wird diese Station nun von der Buslinie 982 bedient. Im Tagesverkehr bindet eine kleine Umwegfahrt diese Haltestelle an die Linie 982 an, Linie 980 fährt nun auf direktem Weg von Rosengarten zum Messegelände und zurück.
Bereits seit September 2006 ist die Stadtverkehrsgesellschaft (SVF) bemüht, ihre fahrgastfreundlichen Niederflurwagen auch am Wochenende einzusetzen. Zum Fahrplanwechsel kommen auch die Fahrgäste der Linien 2 und 4 in den Genuss, bei einigen Fahrten niederflurig befördert zu werden. Die SVF entspricht damit Fahrgastwünschen. Nicht mehr im neuen Fahrplan enthalten sind die bereits im September eingestellten Kleinbuslinien 989 und 992. Diese hatten sich nicht bewährt, zu wenig Fahrgäste sind zugestiegen.
Weil die Bundesregierung sparen muss, hat sie im Juni 2006 beschlossen, den Bundesländern weniger Geld für die Finanzierung des Schienenpersonennahverkehrs (SPNV) zur Verfügung zu stellen. Den Fehlbetrag könnten die Länder aus ihren eigenen Haushalten ausgleichen oder die Ausgaben verringern, entweder durch Ausschreibungen einzelner Linien, wodurch diese in der Regel billiger von den Eisenbahnunternehmen angeboten werden oder durch die Kürzung des heute vorhandenen Angebotes. In Brandenburg geht man den Weg der Reduzierung des Eisenbahn-Regionalverkehrs. So wird auf acht Strecken das Angebot reduziert. Meist fahren dabei am Wochenende die Züge statt alle 60 nur noch alle 120 Minuten. Das gilt auch für die Linie OE36 von Frankfurt (Oder) über Mixdorf, Beeskow, Königs Wusterhausen nach Berlin-Schöneweide. Laut Angaben des Brandenburgischen Verkehrsministeriums fahren am Wochenende nur 300 bis 400 Leute mit den Zügen dieser Linie. Eine Taktausdünnung ist für die Betroffenen sicher ärgerlich, vor dem Hintergrund leerer Kassen aber wohl zu verschmerzen. An Werktagen bleibt das Angebot unverändert. Auf einigen Strecken in Brandenburg wird der Eisenbahnverkehr komplett abbestellt. Im Frankfurter Raum wird aber keine Linie eingestellt. Kritiker der Brandenburger Vorgehensweise bemängeln, dass man über die Ausschreibung einzelner RegionalExpress-Linien ebenfalls hätte sparen können ohne andernorts Strecken stilllegen zu müssen. Bei der Ausschreibung von Linien bewerben sich mehrere Eisenbahnunternehmen um den Betrieb der Linie. Der günstigste Anbieter erhält den Zuschlag, so dass meist Einsparungen bei den Finanzen des Landes möglich sind.
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