Chronik öffentlicher Stadtverkehr 2003-2004
Chronicle public transport 2003-2004 | Historia od 2003 do 2004 roku
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Montag, 6. Januar 2003
Schwarzfahrer zahlen mehr
Erstmalig nach 14 Jahren wurde zum Jahreswechsel das so genannte erhöhte Beförderungsentgeld angehoben. Während bisher 30 Euro (früher 60 DM) für das Schwarzfahren kassiert wurden, sind nun 40 Euro zu bezahlen. Auch wer eine Zeitkarte hat und diese nicht vorzeigen kann, muss nun 7 statt bisher 5 Euro Gebühr zahlen. Die neue Höhe der Strafgebühr gilt bei allen Verkehrsbetrieben in Deutschland. Laut Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) entgehen den deutschen Verkehrsbetrieben jährlich 250 Millionen Euro durch Schwarzfahrer.
Dienstag, 14. Januar 2003
Kritik am neuen Fahrplan
Wie die Märkische Oderzeitung an diesem Tag berichtet, häufen sich die Beschwerden nach dem Fahrplanwechsel. Da ein Fahrplanwechsel immer Änderungen in den Fahrgewohnheiten mancher Fahrgäste mit sich bringt, verwundert das allerdings kaum. So wurden die Anschlüsse von Markendorf in Richtung Hansa-Viertel von der Kopernikusstr. zum Dresdener Platz verlegt. Allerdings ist hier der Bus der Linie 981 oft weg wenn die Straßenbahn-Linie 4 ankommt. Nun empfiehlt die SVF mit der Linie 4 bis zur Haltestelle Zentrum zu fahren weil der Bus 981 dort wegen seiner Schleifenfahrt am Bahnhof später abfährt als die Linie 4. Zum Fahrplanwechsel hieß es auf der SVF-Website allerdings noch Die direkte Anschlussbeziehung der Linie 4 zur Linie 981 besteht an der Haltestelle Dresdener Platz. Ein weiterer Kritikpunkt ist das neue Layout der Fahrplanaushänge, die zwar moderner aussehen, dafür haben nun aber viele Nutzer Schwierigkeiten die deutlich kleinere Schriftart zu lesen. Also folgt ein Rückzug und es werden nun nach und nach Fahrplanaushänge im alten Design aufgehangen.
Sonntag, 26. Januar 2003
Neuerungen rund um Fahrscheine
Durch den Verkauf einer bisher stadteigenen Antennen-Firma kann die Stadt ihre Zuschüsse für den städtischen Nahverkehr in diesem Jahr von 4,4 Mio. € auf 0,3 Mio. € senken. Das sieht der Entwurf für den Haushaltsplan für das Jahr 2003 vor. Dieser Haushalt wird erstmals seit vielen Jahren nahezu ausgeglichen sein. Lediglich ein Fehlbetrag von 0,4 Mio. € steht noch auf dem Papier. Der Zuschuss für den Nahverkehr kann gesenkt werden, weil die stadteigene Antennenfirma FAKS verkauft wurde, der Verkaufserlös aber in der Dienstleistungsholding bleibt, zu der auch die Stadtverkehrsgesellschaft (SVF) gehört.
Beunruhigender sind da allerdings Sparvorschläge des Landes Brandenburg, denn dort plant man laut Märkischer Oderzeitung, die Zuschüsse für Schülertickets zu reduzieren oder abzuschaffen. Ob das produktiv ist, wenn man junge Leute eigentlich an den öffentlichen Nahverkehr binden möchte, ist fraglich. Es wird erwartet, dass wenn die Pläne verwirklicht werden, mehr Schüler mit dem Fahrrad fahren oder ihre Eltern die Kinder mit zusätzlichen Wegen mit dem Auto in die Schule bringen. Die Stadtverkehrsgesellschaft verkauft derzeit 1.500 Schülerjahrestickets, welche von den Sparplänen betroffen wären. Auch knapp 2.800 Kinder aus dem Umland, die nach Frankfurt zur Schule pendeln, könnten davon betroffen sein. Zuschüsse zu den Fahrscheinen erhalten allerdings schon jetzt nur Kinder, die einen weiten Schulweg haben, die VBB-Fahrscheine für Kinder werden weiterhin verbilligt angeboten.
Eine gute Nachricht im Zusammenhang mit den Fahrscheinen im Stadtverkehr ist allerdings auch zu vermelden. Eintrittskarten für das Theater des Lachens gelten ab 26.01.2003 auch als Fahrschein für Bus und Bahn in Frankfurt (Oder). Zwei Stunden vor und nach einer Veranstaltung können mit einer Theaterkarte Straßenbahn und Bus beliebig genutzt werden. Zunächst gilt diese Regelung bis Ende des Jahres 2003. Die SVF erhält übrigens 17 cent pro Theaterkarte, das klingt wenig, aber nicht jeder Theaterbesucher wird auch mit den öffentlichen Verkehrsmitteln anreisen. Die Theaterkarten werden trotz des zusätzlichen Angebotes nicht teurer.
Die StadtverkehrsGmbH meldet für 2002 ein positives Geschäftsergebnis. So konnten dank interner Sparmaßnahmen trotz Kostensteigerung die Verluste reduziert werden. Von 6,7 Mio. € auf 5,6 Mio. € sanken die Defizite von 2000 bis 2002. Fahrgeldeinnahmen in Höhe von 3,3 Mio. € standen dem im Jahr 2002 gegenüber. Bei 11,9 Mio. Fahrgästen ergeben sich rechnerisch 173 Fahrten pro Einwohner und Jahr. 149 Fahrten waren es noch 1996, 1998 gar nur 133. Bei sinkenden Einwohnerzahlen bleiben die Nutzerzahlen offenbar recht konstant.
Januar 2003
Lieferung der Erdgasgelenkbusse verzögert sich
Im September 2002 wurde der Startschuss gegeben, elf Erdgasbusse wurden nach Frankfurt geliefert
und damit wurde die Umstellung des Frankfurter Stadtbusverkehrs von dieselbetriebenen Fahrzeugen
auf Erdgasbusse begonnen. Eigentlich sollte diese Umstellung mit der Lieferung von elf
Erdgasgelenkbussen bereits Ende 2002 abgeschlossen sein. Doch noch rollen Dieselgelenkbusse
durch Frankfurt, die Nachfolger dieser Fahrzeuge mit Erdgasantrieb sind noch nicht geliefert. Im
MAN-Werk im niedersächsischen Salzgitter wurde kurz vor Weihnachten Null-Stunden-Kurzarbeit
angeordnet, so dass die Frankfurter Fahrzeuge nicht fertiggestellt werden konnten. Nun hat MAN
zugesagt, noch Ende Januar den ersten Gelenkerdgasbus nach Frankfurt zu liefern. Bis zum 12.
Februar sollen weitere sechs Fahrzeuge, bis 19. Februar dann die restlichen vier geliefert sein.
Mitte Januar sind bereits alle alten dieselbetriebenen Standardbusse (Typ
MBO405) verkauft, auch drei der Diesel-Gelenkbusse (Typ
MBO405G) sind verkauft.
Doch statt des ersten Gelenkbusses traf Ende Januar erst einmal ein MAN-Vorführwagen in Frankfurt ein. Es handelt sich um einen so genannten 15-Meter-Bus. Mit 14,68 m Wagenkastenlänge bietet er 111 Fahrgästen (46 Sitz- und 65 Stehplätze) Platz. Der Wagen absolviert nur Fahrten im Schülerverkehr, denn er hat keine Fahrscheinentwerter und wird nach der Lieferung der Gelenkbusse die Stadt wieder verlassen. Das Foto zeigt das Fahrzeug vor dem Betriebshof in Neuberesinchen.
Foto: Gerald Renger, Frankfurt (Oder)
Freitag, 21. Februar 2003
Erster Erdgas-Gelenkbus in Frankfurt eingetroffen
Am Freitag, den 21. Februar war es endlich soweit: seit Monaten angekündigt und erwartet,
erreichte der erste der Erdgas-Gelenkbusse Frankfurt. Seine einteiligen Verwandten, so genannte
Standard-Erdgasbusse sind bereits seit September 2002 im Frankfurter Linienverkehr unterwegs.
Der nun gelieferte Erdgas-Gelenkbus wurde am 26. Februar erstmalig im Liniendienst eingesetzt.
Bis Dezember wollte der Hersteller, MAN in Salzgitter, auch elf Gelenkbusse geliefert haben,
doch wirtschaftliche Probleme und daraus resultierende Kurzarbeit verzögerten die
Auslieferung der Fahrzeuge. Dem Vernehmen nach musste der 310 PS starke Motor extra für das
bergige Frankfurt entwickelt und geprüft werden. Die neuen Fahrzeuge werden die
Vorgängerbusse mit Dieselantrieb von Mercedes-Benz (Typ MBO405G)
komplett ablösen. Seit 1991 war dieser Typ in Frankfurt zuverlässig im Einsatz. Bis
auf zwei Ausnahmen werden die Diesel-Gelenkbusse an einen Zwischenhändler in Hamburg
verkauft, der die Fahrzeuge weiter veräußert. Auch der erste der neuen Busse kam,
wie schon die Lieferung im September, von einem SVF-Fahrer gesteuert über die Autobahn
nach Frankfurt. Getankt wurde erneut an einer Erdgastankstelle bei Brandenburg (Havel) denn als
Stadtbusse haben die Erdgaswagen eine eingeschränkte Reichweite. Das Foto zeigt den am
21.02. eingetroffenen Wagen 532 am 27.02.2003 bereits im Linieneinsatz als Linie 981 am
Spitzkrug.
Foto: Gerald Renger, Frankfurt (Oder)
Montag, 3. März 2003
Welcome-Card für Frankfurt
Im Jubiläumsjahr (Frankfurt und Słubice wurden in diesem Jahr 750 Jahre alt) gibt es ein neues Angebot für Städtetouristen in Frankfurt. Für 7,70 € kann ein Fahrgast nebst einem Kind 48 Stunden Busse und Bahnen im Frankfurter Tarifbereich AB benutzen, erhält darüber hinaus aber zahlreiche Vergünstigungen in Kulturbetrieben, aber auch in Lokalen der Stadt. Das Tarifangebot besteht aus einem kleinen Heft in dem alle Rabatte aufgelistet sind. So sind ein reduzierter oder gar kostenloser Einlass beispielsweise im Kabarett, am Helene-See, im Kleist-Forum, im Wildpark in Rosengarten, im Oderspeicher oder in der Konzerthalle enthalten. Dieses Angebot wurde, wie geplant, (vermutlich) zum 31. Dezember 2003 wieder abgeschafft.
Donnerstag, 20. März 2003
Ehemaliger Frankfurter Straßenbahnwagen bei eBay
Im Oktober 1994 ging der Frankfurter Gotha-Triebwagen 34 nach Naumburg, bis dahin stand er in
Frankfurt bereits 34 Jahre im Linieneinsatz. Er entstammt der Lieferung von sieben fabrikneuen
Triebwagen vom Typ T57 aus dem Waggonbau Gotha, die Frankfurt von 1957 bis 1961 erhielt. Auch in
Naumburg trug das Fahrzeug die Wagennummer 34. Für 750 € Startpreis wurde der Wagen
vom 10. bis 20.03.2003 zur Versteigerung angeboten. Bis zum Ende der Auktion nach zehn Tagen gab
es allerdings keine Gebote für den teilweise defekten Wagen. 2004 wurde das Fahrzeug an
einen Tischler in Naumburg verkauft. Das Foto zeigt den Triebwagen Anfang der 1990er Jahre auf
der Abstellanlage Neuberesinchen, dem Gelände auf dem sich heute der Betriebshof der
StadtverkehrsGmbH befindet.
Foto: Michael Busse, Berlin
Freitag, 21. März 2003
Europas sauberste Busflotte ist komplett
Am Freitag, den 21. März kam der letzte Erdgas-Gelenkbus nach Frankfurt. Die sauberste Busflotte Europas ist damit komplett. Eigentlich sollten die elf Gelenkbusse bereits im Dezember 2002 Frankfurt erreichen. Wirtschaftliche Probleme beim Hersteller MAN sorgten aber für einen Lieferverzug. So kam der erste Gelenkbus mit der Wagennummer 532 erst am 21. Februar 2003 in die Stadt. Am 1. März waren auch die Wagen 530, 534 und 535 vorhanden. Am 19. März trafen die Wagen 531, 533 und 537-540 ein und am Freitag, den 21. März komplettierte sich die Flotte mit der Ankunft des Wagens 536. Seit dem 26. Februar sind nun auch Erdgas-Gelenkbusse im Linieneinsatz tätig, nach dem die Erdgas-Standardbusse bereits seit September 2002 ihre Vorgänger im Fahrgasteinsatz ablösten. Der Ende Januar von MAN leihweise zur Verfügung gestellte 15-Meter-Bus ging am 20.03.2003 nach Berlin.
Die 22 neuen Erdgasbusse haben laut Berliner Zeitung 6,3 Mio. € gekostet, wobei die Hälfte dieser Summe mit einem zinslosen Kredit des Bundesumweltministeriums gefördert wurde. Das Brandenburger Verkehrsministerium steuerte 3,1 Mio. € bei. Diese Investition bescherte Frankfurt nun abgasarme Busse, die die erst ab 2008 gültige EURO-5-Norm für Schadstoffgrenzwerte bereits unterschreiten. Die Frankfurter Erdgasbusse im Einsatz zeigt die Galerie hinter dem folgenden Link.
- Busbilder | Erdgasbusse
Donnerstag, 1. Mai 2003
CityBus-Linie 750 gestartet
Eine neue Buslinie wurde eingerichtet. Seit dem 1. Mai fährt der
CityBus mit der Linienbezeichnung 750 durch die Frankfurter
Innenstadt. An Werktagen von 8 bis 18 Uhr, am Wochenende von 8 bis 16 Uhr werden Teile der City
bedient, die bisher etwas abseits von öffentlichen Verkehrsmitteln gelegen haben.
Startpunkt der neuen Linie ist der Holzmarkt hinter dem Kleist-Haus an der Dampferanlegestelle
am Oderufer. Von dort wird ein mit einem Hahn, dem Frankfurter Wappentier, verzierter Kleinbus
über die Bischofstraße zum Kellenspring und weiter zum Brunnenplatz fahren. Die aus
Anlass der 750-Jahrfeier der Städte Frankfurt und Słubice mit dieser Liniennummer
versehenen Buslinie fährt weiter durch die Karl-Marx-Straße, die Bergstraße und
die Lennéstraße zum Stadthaus an der Goepelstraße. Von dort geht es direkt weiter
bis zum Topfmarkt und zurück zum Holzmarkt. Die gesamte Fahrt dauert 26 Minuten. Befristet
ist das Angebot zunächst für dieses Jahr. Sollten die Fahrgäste die neue Linie
ausreichend nutzen, so ist an eine Verlängerung über dieses Jahr hinaus und an eine
Verdichtung auf einen 30-Minuten-Takt gedacht. Denn vorerst wird der Bus nur alle Stunde fahren,
Abfahrt am Holzmarkt ist immer zur vollen Stunde, am Stadthaus immer zur Minute 15. Ein
Frankfurter Immobilienmakler, dessen Firma an der Endhaltestelle der Linie, am Holzmarkt
gelegen ist, stellt den Grund und Boden für die dortige Haltestelle zur Verfügung und
finanziert die hier befindliche Haltestelle. Die neue Linie kann mit den normalen
VBB-Fahrscheinen und -Zeitkarten benutzt werden. Das Foto zeigt den mit Eigenreklame versehenen
Kleinbus am 1. Mai 2003 an der neuen Haltestelle Holzmarkt.
Foto: Ralf Großkopp, Frankfurt (Oder)
Eingerichtet werden neben der neuen Haltestelle am Holzmarkt auch eine Haltestelle Bischofstraße, die Station Bergstraße, die unweit der Bushaltestelle Beckmannstraße gelegene Station St. Georg (benannt nach der gleichnamigen Kirche) und die Station Stadthaus. Die Haltestelle Oderhang, die seit einigen Jahren nur von Regionalbussen bedient wurde, wird ebenfalls angefahren und erhält somit wieder Anschluss an das innerstädtische Verkehrsnetz. Mit dem übrigen Stadtverkehr ist die Buslinie 750 am Brunnenplatz am besten verknüpft.
Es bleibt dabei, für das konventionelle Bus- und Bahnnetz ist immer weniger Geld vorhanden und Busse und Bahnen kommen von Jahr zu Jahr seltener. Statt einen ordentlichen Standard auf den bestehenden Linien zu halten oder wieder herzustellen, verfranst die Stadtverkehrsgesellschaft ihr Liniennetz mehr und mehr. Nach dem am 1. Dezember 2002 eingeführten Quartierbus Q1, der Montags bis Freitags von 8 bis 16 Uhr zwischen dem Vorort Rosengarten und dem Wohngebiet Neuberesinchen im Stundentakt pendelt, kommt nun die Citybus-Linie 750 auf den Fahrplan. Ansprechen will man mit diesem Bus Touristen und mobilitätseingeschränkte Personen, die Standorte der Stadtverwaltung und ein Ärztehaus besser erreichen sollen. Obwohl die Fahrgastzahlen jederzeit unter den Erwartungen blieben und man schon nach wenigen Wochen über die Einstellung dieser Linie munkelt, bleibt die kaum genutzte Buslinie doch bis Herbst 2006 bestehen. Sie erhielt zwischenzeitlich die Liniennummer 989.
Ein regionales Anzeigenblatt, der Märkische Markt schrieb am 30.04.2003 folgenden Kommentar zu dieser neuen Buslinie:
Wer Geburstag feiert, darf sich auch was wünschen. Ob's denn aber gleich eine Buslinie sein muss - wie vom OB initiiert - sollte zumindest hinterfragt werden. Denn schließlich hängt der Spender seit Jahr und Tag am Tropf der Kommune. Und diese hat gerade durch diverse Verkäufe ihren Haushalt ausgeglichen. Mit dem Kleinbus nun wieder in die Schuldenfalle? Wohl kaum jemand dürfte davon ausgehen, dass die Jubiläumslinie Gewinne einfahren wird. Wer soll sie überhaupt nutzen? Nicht mal mehr hinter vorgehaltener Hand wird gesprochen, wie günstig es sei, dass die "750" von einem zum anderen Rathaus fahre. Und für die Anbindung seines Ärztehauses am Holzmarkt zeigte sich der Makler so erfreut, dass er gleich eine Haltestelle springen ließ. Von unterversorgten Gebieten ist die Rede. Drei Bushaltestellen in unmittelbarer Nähe der Kreuzung Bergstraße / Beckmannstraße beispielsweise sprechen da eine andere Sprache. Sicher, eine Jubiläumslinie, die Festbesucher zu den Feierlichkeiten ins Zentrum bringt, stünde Frankfurt gut zu Gesicht. So etwas sollte sich der betagte Jubilar leisten. Einen Beamtenshuttle oder Ärztehausprivatverkehr indes, mit öffentlichen Geldern finanziert, die ja auch Steuergelder sind, dagegen eher nicht.
| Ergänzung Bus 01.05.2003
Bus | Autobus | |
| Linie 750 | Holzmarkt - Stadthaus
über Brunnenplatz; nur Mo-Fr 8-18, Sa/So 8-16 Uhr |
Sonntag, 1. Juni 2003
Quartierbus Q1 Rosengarten - Birkenallee eingestellt
Am 1. Dezember ging er auf Tour, der so genannte Quartierbus, der werktags in den Tagesstunden alle 60 Minuten zwischen Rosengarten und der Birkenallee pendelte. Auf sechs Monate war die Versuchsphase ausgelegt, man wollte sehen ob diese Linie ein nachgefragtes Angebot werden könnte. Da der Fahrplan aber kaum bekannt war, ist es nicht verwunderlich dass dieser Bus nun nach sechs Monaten sang- und klanglos eingestellt wurde. Besser wäre es wohl gewesen, man hätte die bestehende Linie 982 von und nach Rosengarten verdichtet als dass immer neue Kniffligkeiten in den Fahrplan eingebaut werden, wie Buslinien die nur wenige Male am Tag fahren.
Sonnabend, 7. Juni 2003
Zusätzliche Fahrten samstags zum Spitzkrug
Nach einer weiteren Neuregelung des Ladenschlussgesetzes zum 1. Juni 2003 (sonnabends darf vier Stunden länger geöffnet werden und somit darf in Deutschland nun Montags bis Sonnabends bis 20 Uhr verkauft werden) passt auch die StadtverkehrsGmbH einige Fahrpläne den verlängerten Ladenöffnungszeiten an. Der erste von dieser Neuerung betroffene Sonnabend war Pfingstsonnabend, der 7. Juni. Und zu diesem Datum hat die SVF zusätzliche bzw. verlängerte Fahrten der Linien 981 und 987 von und zum Spitzkrug eingerichtet. An den Takten wurde nichts verändert, aber bis kurz nach 20 Uhr kommt man nun mit dem Bus noch vom Spitzkrug weg. Am Spitzkrug befinden sich mehrere Einkaufsstätten, darunter das Spitzkrug-Multicenter. Auch die Verkaufsstätten am Messering werden von den Linien 980 und 987 an Sonnabenden nun bis 20 Uhr angefahren.
Sonnabend, 21. Juni 2003
Halbfertiger Bahnhof bei Bahnhofsfest übergeben
Seit fünf Jahren wird er saniert, umgebaut und modernisiert, der Frankfurter Bahnhof. Nicht
dass er nun endlich fertig ist, aber noch im Sommer sollen die Bauarbeiten tatsächlich
abgeschlossen sein und das nahe Ende der Arbeiten war der Bahn ein Bahnhofsfest mit ICE-Taufe
wert. Einen Bahnsteig weniger wird der Frankfurter Bahnhof künftig haben, Abfahrten und
Ankünfte erfolgen dann nur noch an den Bahnsteigen 2, 3 und 4, der alte Holzbahnsteig 1
geht in wenigen Wochen für immer außer Betrieb. Stargast der Veranstaltung war ein
ICE2 (Baureihe 402) des Baujahres 1996, der an diesem Tag im Beisein des Bundesverkehrsministers
Manfred Stolpe (SPD) auf den Namen Frankfurt (Oder) getauft wurde.
Frankfurts Oberbürgermeister forderte, dass nicht nur ein ICE den Namen der Oderstadt
tragen sollte, sondern in Frankfurt derart schnelle Züge halten sollen. Das wird so schnell
nicht passieren. Der Freude der beim Bahnhofsfest Anwesenden tat das keinen Abbruch, der neue
Bahnhof und der ICE wurden besichtigt und bestaunt.
Foto: Ralf Großkopp, Frankfurt (Oder)
Am 7. Dezember 2002 wurde in Cottbus der erste ICE im Land Brandenburg auf den Namen der Stadt getauft, Potsdam folgte am 19. März 2003. Als weitere Namenspaten nach Frankfurt (Oder) sind Brandenburg (Havel), Lübbenau (Spreewald), Neuruppin und Angermünde geplant. Insgesamt werden bundesweit 216 ICE nach Städten benannt. Bei der Auswahl spielt die historische oder aktuelle Verbundenheit der Stadt und ihrer Einwohner zur Bahn eine wesentliche Rolle. Der neue Zugname ist zusammen mit dem Stadtwappen auf dem Fahrzeug an beiden Zugenden und -seiten angebracht. Damit erhält die getaufte ICE-Einheit einen festen Namen. Je nach Zugdisposition kann sie auf unterschiedlichen Wegen durch Deutschland fahren. ICE 2 sind 280 km/h schnell und fahren unter anderem auf der Strecke Berlin – Hannover – Dortmund – Köln.
Von Dezember 1998 bis zum Mai 2000 wurde das Empfangsgebäude komplett aus Eigenmitteln der Bahn für neun Millionen Euro renoviert. Im Mai 2002 begannen die Arbeiten an den Bahnsteigen, die im Juli 2003 beendet werden. Zahlreiche Probleme behinderten die Arbeiten hier. So wurden alte Brunnen und Reste des alten Bahnhofes von 1890 gefunden. Neben der Dächererneuerung wurden die einzelnen Bahnsteige komplett neu gebaut und erhöht, was das Ein- und Aussteigen erleichtert. Außerdem wurden ein neues Wegeleitsystem installiert sowie die Bahnsteigausstattung mit Sitzmöglichkeiten, Kofferkulis und Abfallbehältern erneuert. Der die Bahnsteige verbindende Fußgängertunnel wurde zeitgleich saniert. Von dort führen jetzt Aufzüge zu den Bahnsteigen. Noch im Mai mussten die Fahrgäste durch den Gütertunnel, am Empfangsgebäude vorbei, zu und von den Bahnsteigen laufen. Die Investitionssumme für die Verkehrsstation beträgt 20,75 Millionen Euro. Davon haben der Bund sieben und das Land drei Millionen Euro beigesteuert. Die Bahn hat aus Eigenmitteln 10,75 Millionen Euro in die Modernisierung investiert. Rund 13.000 Reisende nutzen täglich den Bahnhof, an dem 189 Züge abfahren und ankommen, davon 40 im grenzüberschreitenden Verkehr.
Ursprünglich sollten die Arbeiten Ende 2000 abgeschlossen werden. Doch die Bauarbeiten sind wegen anfänglicher Planungsmängel und Sparmaßnahmen bei der Deutschen Bahn nicht in Gang gekommen. Das Empfangsgebäude und der Fußgägertunnel zu den Bahnsteigen ist inzwischen weitestgehend fertig. Auch der Bahnhofsvorplatz mit Busbahnhof und Kurzzeitparkplätzen (Kiss and Ride) wurde bereits umgestaltet. Errichtet wird neben dem Bahnhof derzeit noch ein Parkhaus für Langzeitparker.
Donnerstag, 3. Juli 2003
Saisonbus 986 zum Helene-See gestartet
Zum Beginn der Sommerferien wieder eingerichtet wurde die Buslinie 986 zum Helene-See. Anders als in den letzten Jahren beginnt und endet diese Linie in diesem Jahr nicht in Neuberesinchen sondern am Bahnhof. Am Takt ändert sich nichts, alle 60 Minuten rollt ein Bus zwischen der Stadt und dem beliebten Naherholungsziel vor den Toren der Stadt. Ab 8 Uhr fährt die Linie zum Helene-See, bis kurz vor 21 Uhr in die Stadt. Bis zum 17. August ist die Saisonlinie 986 im Einsatz. Danach fährt weiterhin der Bus 984 über Güldendorf zum Helene-See.
Sonntag, 13. Juli 2003
Festumzug zur 750-Jahr-Feier von Frankfurt und Słubice
Tagelang stand Frankfurt (Oder) kopf. Feste, Jubiläen, Konzerte, Ausstellungen und am
Sonntag den 13. Juli fand der große Festumzug zur 750-Jahr-Feier der Städte
Frankfurt und Słubice (als ehemaliger Stadtteil von Frankfurt) statt. Über 50.000
Besucher säumten nach Polizeiangaben die Umzugsstrecke, mehr als 2.000 Teilnehmer stellten
Momente der Stadtgeschichte dar. Im Bild 10 mit dem Titel Das 20. Jahrhundert
mit Auf und Ab rollte auch ein Straßenbahnwagen der Museumswerkstatt für
Technik und Verkehr mit. Wie auf dem nebenstehenden Bild zu sehen, verwies der historische
Triebwagen 60 aus dem Baujahr 1936 auf die 105-jährige Geschichte der Frankfurter
Straßenbahn. Da der Festumzug nicht ausschließlich dem Gleisverlauf der Tram folgte
und außerdem der Fahrstrom aus Sicherheitsgründen abgeschaltet war, nahm der Wagen
nicht aus eigener Kraft, sondern auf einem Tieflader an der Veranstaltung teil. Das Foto zeigt
den Tieflader mit Wagen 60 beim einbiegen in die Logenstraße. Auf der einen Wagenseite
war als Ziel Frankfurt (Oder), Bahnhof, auf der anderen Seite
Słubice, Busbahnhof als Ziel angezeigt. Er symbolisierte somit
die Vergangenheit und die zu diesem Zeitpunkt noch geplante Zukunft einer Straßenbahn
über die Oder.
Foto: Ralf Großkopp, Frankfurt (Oder)
Da die Innenstadt großräumig gesperrt war, fuhren Bahnen und Busse an diesem Tag umfangreiche Umleitungen. Die Linien 1 und 5 fuhren zwischen Neuberesinchen und Messegelände, die Linie 3 und 4 endeten aus Richtung Kopernikusstr. bzw. Markendorf an der Kreuzung Bahnhofstr. Ecke Heilbronner Str., an der eine Ersatzhaltestelle eingerichtet wurde. Dann fuhren die Bahnen rückwärts zur Haltestelle Zentrum, von wo sie dann wieder in Richtung Markendorf und Kopernikusstr. abfuhren. Auf den Straßenbahnstrecken wurde im 10-Minuten-Takt gefahren. Die Strecken zum Stadion, zur Europa-Universität und in die Lebuser Vorstadt wurden bis etwa 20 Uhr nicht im Linienverkehr bedient. Zur Lebuser Vorstadt wurde ein Ersatzverkehr mit Bussen von und zum Bahnhof eingerichtet. Die Buslinien fuhren wie werktags, umfuhren aber die Innenstadt über die Franz-Mehring-Straße.
Am Nachmittag veranstaltete dann die Museumswerkstatt mehr als 4 Stunden einen Pendelbetrieb mit
dem ebenfalls 1936 gebauten Triebwagen 41 zwischen der Hauptpost am Platz der Republik und dem
Stadion, wo sich der Südeingang zum Europagarten auf der Oderinsel Ziegenwerder befindet.
Alle 15 Minuten konnten Interessierte für einen Euro das alte Fahrgefühl kennenlernen
oder sich wieder daran erinnern. Wie das Foto zeigt, machten zahlreiche Besucher der
750-Jahr-Feier von diesem Angebot gebrauch. Wagen 41 steht hier abfahrbereit am 13. Juli 2003
vor der historischen Kulisse der Hauptpost.
Foto: Ralf Großkopp, Frankfurt (Oder)
Montag, 14. Juli 2003
Gleisbauarbeiten und Ferienverkehr
Wie auch in den vergangenen Jahren nutzt die Stadtverkehrsgesellschaft (SVF) die Sommerschulferien für umfangreiche Gleisbauarbeiten. In den Sommerferien entfällt der Schülerverkehr und auch viele Erwachsene sind im Urlaub, so dass das Fahrgastaufkommen geringer ist als sonst. Von Einschränkungen im Nahverkehr sind in diesen Wochen weniger Leute betroffen und daher werden nötige Streckensanierungen in dieser Zeit vorgenommen. In den letzten Jahren war überwiegend die etwa 20 Jahre alte Straßenbahnstrecke nach Neuberesinchen betroffen. In diesem Sommer werden 24 Jahre alte Gleise an der Kopernikusstraße ausgetauscht, es werden 15 Jahre alte Fahrleitungen in Markendorf erneuert und die 18 Jahre alte Wendeschleife an der Europa-Universität wird umgebaut. Dabei werden auch nicht mehr benötigte Gleise zum ehemaligen Betriebshof in der Bachgasse vom Netz genommen. Los ging es mit den Bauarbeiten einen Tag nach dem Festumzug zur 750-Jahr-Feier, am 14. Juli, Ferienbeginn hingegen war schon am 3. Juli. Nur die Tram-Linien 1 und 5 fahren unverändert, für die übrigen Tram-Linien gelten folgende Linienwege.
| Änderungen Nahverkehr ab 14.07.2003
(Sommerferien und Gleisbauarbeiten) | |
| Linie 2 | Messegelände - Zentrum - Stadion
14.07.-12.10.2003 |
| Linie 3 | fährt in den Ferien nicht
14.07.-17.08.2003 |
| Linie 4 | Bus: Markendorf - Bahnhof (- Zentrum - Stadion)
14.07.-17.08.2003, auch Montag-Freitag ganztägig nur alle 20 Min. |
| Linie 6 | fährt in den Ferien nicht
18.08.-12.10.2003: Neuberesinchen - Zentrum - Stadion |
| Linie 985 | fährt in den Ferien nicht
14.07.-17.08.2003 |
| Linie 986 | Bahnhof - Neuberesinchen - Helene-See
03.07.-17.08.2003 |
Streckenerneuerung Kopernikusstraße:
In diesem Jahr werden 24 Jahre alte Gleise im Einschnitt zwischen den Haltestellen
Südring und Kopernikusstraße
(Linie 3 und 4) saniert. Im Februar 2000 gab es im Bereich dieser Trogstrecke einen Erdrutsch
und auch heute sind die Arbeiten nicht unkompliziert, befindet sich doch die Strecke in einem
schlecht zugänglichen Bereich, abseits von Straßen. Daher kann auch der
Straßenbahnverkehr nicht eingleisig an der Baustelle vorbeigeleitet werden.
Fahren und bauen heißt dieses Verfahren, welches zum Beispiel im
Sommer 2002 bei den Gleisbauarbeiten in Neuberesinchen zum Einsatz kam. Wegen des
eingeschränkten Zugangs zu den Gleisen müssen aber die Baufahrzeuge von einem Gleis
aus das andere erneuern und somit bleibt kein Platz für einen eingleisigen
Straßenbahnverkehr. Die Strecke von Markendorf bis zum Gleisdreieck
Johann-Eichorn-Straße bleibt deswegen für die Dauer der
Arbeiten ohne Straßenbahnverkehr. Das Foto zeigt die Baustelle im Bereich der Haltestelle
Kopernikusstraße am 24. Juli 2003. Der Bereich ist gleis- und
schotterlos, die neue Drainage ist verlegt und in Kürze werden neue Schienen mit
Buchenholzschwellen eingebaut.
Foto: Ralf Großkopp, Frankfurt (Oder)
Gleisumbau Bachgasse/Europaplatz:
Am gleichen Tag wurden am Europaplatz und in der Bachgasse Gleisbauarbeiten begonnen. Der
Europaplatz ist die Freifläche vor dem Neubau der Mensa der Europa-Universität
zwischen der Logenstraße und der Fischerstraße, unweit des alten
Straßenbahndepots in der Bachgasse. Dieser Platz wird derzeit gestaltet, bestand er doch
bisher aus ehemaligen Hinterhöfen und den Abstellgleisen der Wendeschleife der
Straßenbahn. Am Europaplatz wird die Gleislage nun um wenige Meter korrigiert, so dass
bessere Kurvenradien in der Gleisschleife Europa-Universität
erzeugt werden. Parallel werden Weichen in der Bachgasse ausgebaut, die bis 1998 als Zufahrt zu
den östlichen Gleisen des damaligen Betriebshofes der Frankfurter Straßenbahn
dienten. Seit 1998 ist der Betriebshof in Neuberesinchen angesiedelt und bis auf eine Weiche am
vom Linienbetrieb befahrenen Hauptgleis werden alle anderen Weichen an diesem Gleis entfernt.
Diese letzte Weiche dient der Museumswerkstatt als Zufahrt zur von ihr genutzten westlichsten
Halle des alten Betriebshofes Bachgasse. Auf dem Vorplatz zu dieser
Halle befinden sich dann weitere Weichen, so dass die Museumswerkstatt weiterhin über
mehrere Gleise verfügt. Die Bauarbeiten am Europaplatz zeigt das nebenstehende Foto.
Foto: Gerald Renger, Frankfurt (Oder)
Arbeiten in Markendorf:
Seit fast 15 Jahren ist die Strecke nach Markendorf in Betrieb, viel wurde an ihr seitdem nicht
gemacht. Mehrere Haltestellen präsentieren sich noch im DDR-Stil und sind somit nicht
behindertengerecht. Kurz vor der Endstelle werden nun 1.260 Meter Oberleitung erneuert. Dazu
gehört, dass 51 Betonmasten wegen Alkalischäden entfernt werden. Zum Einsatz kommen
künftig Stahlmasten. Da diese höhere Belastungen aushalten, werden statt der 51 alten
Betonmasten nur noch 33 neue Stahlmasten gesetzt. Neu errichtet wird eine neue Haltestelle
für die Straßenbahn am Fuchsweg. Das dortige Wohngebiet wurde zwar von der
Straßenbahn tangiert, ein- und aussteigen konnten die Anwohner aber nicht, es sei denn sie
legten weite Wege zu den Haltestellen Markendorf, Ort oder
Klinikum zurück. 400.000 € verbaut die StadtverkehrsGmbH in
Markendorf hier in diesem Sommer. Das Foto zeigt die fast fertige Bahnsteigkante für die
neue Haltestelle Fuchsweg in Richtung Frankfurt am 18. Juli 2003.
Foto: Ralf Großkopp, Frankfurt (Oder)
Nach Markendorf wurde ein Ersatzverkehr mit Bussen eingerichtet, zum Einsatz kommen Gelenk-, zu einem Großteil aber auch Standard-Erdgasbusse. Besonders heraus sticht aber der Einsatz der letzten beiden Diesel-Gelenkbusse der StadtverkehrsGmbH, die eiserne Reserve sozusage. Diese beiden Wagen (Typ MB O405G) wurden nach dem Einsatzende der Dieselbusse nicht verkauft, sondern kommen gelegentlich noch zum Einsatz, so wie jetzt beim Ersatzverkehr. Da der Ersatzverkehr anders als sonst die Linien 3 und 4 nur alle 20 Minuten fährt, kam es zumindest in den Spitzenzeiten auch zu reichlich vollen Bussen. Die Tramlinien 3 und 4 fahren für die Dauer der Bauarbeiten nicht. Die 800 Einwohner zählende Gartenstadt wird vom Ersatzbus nicht bedient, die nächstgelegenen Haltestellen sind an der Kopernikusstraße und der Grunower Straße. Die Linie 2 fährt wegen der Bauarbeiten in der Schleife Europa-Universität zum Stadion, die Linie 6 fährt in dieser Zeit nicht. Um dem erhöten Bedarf an Bussen während der Bauphase gerecht zu werden (zeitgleich fährt auch wieder die Saisonbuslinie 986, wodurch ohnehin mehr Busse benötigt werden), verzichtet die SVF auf die Buslinie 985 in den Sommerferien. Weitere Fotos von den Bauarbeiten dieses Sommers hält der nachfolgende Link bereit.
- Bilder Betriebsanlagen | Bauarbeiten 2003
Juli 2003
Frankfurter Straßenbahn erhält neue Farbgebung
Die Frankfurter Straßenbahn erhält eine neue Farbgebung. In den nächsten Jahren
bekommen alle Straßenbahnwagen ein neues Design. Nachdem im Spätsommer 2002 die
ersten Erdgasbusse angeliefert wurden, hielt im Frankfurter Nahverkehr ein neues Farbgewand
Einzug. Die neuen Erdgasbusse waren nämlich hellgrün lackiert. Mit der Ausmusterung
der letzten Dieselbusse, außer zweier Fahrzeuge mit Totalreklame und somit ohnehin anderer
Farbgebung, verschwand im Bussektor bereits im Frühjahr 2003 der bisher verwendete
rot-elfenbeinfarbene Anstrich. Nun werden in der Zukunft auch die Straßenbahnwagen vom
Typ KT4DM und die acht Niederflurwagen in weißgrün lackiert. Nach etwa 70 Jahren
verschwindet damit die Farbe elfenbein von Frankfurter
Straßenbahnen. Doch bis es soweit ist, vergehen noch einige Jahre. Denn die neue
Farbgebung soll ohne Hektik Einzug halten. Nicht etwa in einem Kraftakt werden die Bahnen
umlackiert, sondern immer dann wenn ein Fahrzeug ohnehin neu lackiert werden muss, was etwa
alle 8 bis 10 Jahre der Fall ist. Das etwaige Aussehen verdeutlicht die nebenstehende Zeichnung.
Grafik: Michael Busse, Berlin
Die bisherige Farbgebung wurde erst 1992 eingeführt. Zunächst trugen die damals noch nicht modernisierten Tatrawagen 211 und 212 diesen Lack, der Wagenkasten erstrahlte in elfenbein, am Dach und am Wagenboden ergänzte ein roter Streifen das Aussehen. Nach der Modernisierung erhielten fast alle Trambahnen diesen Lack. Auch die neuen Niederflurwagen und die seit Anfang der 1990er Jahre gekauften Busse sahen so aus. Doch rot und elfenbein waren zumindest die Straßenbahnen Frankfurts zu diesem Zeitpunkt bereits seit etwa 20 Jahren. Denn Anfang der 1970er Jahre begann man damit, den seit den 1930er Jahren verwendeten Lack, bestehend aus einem elfenbeinfarbenen Wagen mit schmalem, braunen Streifen unter den Fenstern, durch rote Wagen die im Fensterbereich elfenbeinfarben gehalten waren, zu ersetzen. Nun werden die Wagen der Frankfurter Straßenbahn also erneut mit einem neuen Outfit ausgestattet. Der gesamte Buswagenpark präsentiert sich bereits in diesem Gewand, Ausnahmen sind auch hier die Wagen in Totalreklame. Da die Fahrzeuge nur dann umlackiert werden, wenn sie ohnehin einen neuen Lack bräuchten, wird die Farbumstellung ohne Mehrkosten erfolgen. Der letzte Wagen der noch einmal den alten Lack erhielt, ist der im Frühjahr 2003 neu gespritzte KT4DM-Triebwagen 229. Wenn er nicht wegen eines Unfalls schon vorher neu lackiert werden muss, dürfte dieser Wagen in etwa acht Jahren der letzte im alten Gewand sein. Etwas gänzlich neues hat sich die Frankfurter Tram mit der neuen Farbgebung allerdings nicht einfallen lassen, auch in Bonn und Hannover werden grüne Straßenbahnen eingesetzt.
Der KT4DM-Triebwagen 209 erhält derzeit als erster die neue hellgrüne Farbgebung. Wagen 209 befindet sich derzeit in der Hauptuntersuchung, schließlich plant die SVF noch 15 Jahre mit den seit 1987 beschafften Straßenbahnwagen vom Typ KT4D, wovon heute alle Wagen zwischen 1992 und 1995 modernisiert wurden. Danach werden die Bahnen etwa 30 Jahre im Einsatz gewesen sein und müssen dann wohl durch neue Fahrzeuge ersetzt werden. Da die Türen dieses Wagens so verschlissen waren, dass eine Aufarbeitung nicht mehr lohnte, erhält das Fahrzeug fabrikneue Türen aus Fieberglas. Diese Türen sind anders als die Originaltüren nicht vom inzwischen nicht mehr existenten Prager Tatrawerk, sondern von einem Tochterunternehmen der Leipziger Verkehrsbetriebe hergestellt. Seit Oktober 2003 stand der Wagen in neuer Farbgebung auf dem Betriebshof, doch erst am 28.11.2003 kam er erstmalig in den Fahrgasteinsatz. Leider nur eine Runde, danach musste er wieder mit Mängeln in die Werkstatt. Erst seit Mittwoch, den 3.12.2003 ist er dauerhaft auf Strecke. Interessant ist neben der Außenfarbe auch die Bestuhlung. Sie erhielt die gleichen Polsterstoffe (grün mit dem stilisierten Zitronenfalter) wie die Erdgasbusse.
Freitag, 1. August 2003
Tariferhöhung - Zeitkarten etwas teurer
Seit der Euroeinführung am 1. Januar 2002 blieben sie konstant, die Preise für das Bahn- und Busfahren im Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg. Und auch damals wurden die meisten Tickets im Preis abgerundet, so dass die letzte Fahrpreiserhöhung nunmehr zwei Jahre zurückliegt. Und auch wenn die Preise nun angehoben werden, kann man doch von einer moderaten Preissteigerung sprechen, die meisten Einzelfahrscheine bleiben im Preis unverändert, lediglich Monatskarten werden um etwa einen Euro verteuert.
Montag, 18. August 2003
Verkehr nach Markendorf mit neuer Haltestelle wieder aufgenommen
Mit dem Ende der Sommerferien konnten die Baumaßnahmen in Markendorf und an der
Kopernikusstr. so weit abgeschlossen werden, dass der Straßenbahnverkehr auf den Linien 3
und 4 wieder aufgenommen werden konnte. Dabei wurde auch die neue Haltestelle am Fuchsweg in
Markendorf in Betrieb genommen. Die Straßenbahnlinie 4 und die Buslinie 982 halten an der
neuen Haltestelle. Eingesetzt wurde, wie bei Haltestellenneu- oder -umbauten für Busse
heute in Frankfurt üblich, das sogenannte Kasseler Bord. Das Material ermöglicht dem
Fahrer, bis ganz an den Rand zu fahren, eine Vertiefung schafft Platz für die
größeren Räder. So entsteht keine Lücke mehr, die der Passagier beim
Einsteigen überwinden muss. Auch die Straßenbahnhaltestelle ist so errichtet, dass
beim Einsatz von Niederflurwagen ein behindertengerechter Zugang möglich ist. In Richtung
Frankfurt ist am Bahnsteig der Straßenbahn eine Wartehalle errichtet worden. Da die
Haltestelle in einer leichten Kurve liegt, ermöglicht ein Spiegel dem Fahrer eine sichere
Fahrgastabfertigung. Anders wäre es ihm nicht möglich, in der in Richtung Markendorf
konvexen Kurve die hinteren Türen zu sehen. Das Foto zeigt den Niederflurwagen 307 am
18.08.2003 an der neuen Haltestelle Fuchsweg in Richtung Markendorf
haltend.
Foto: Ken Wegener, Frankfurt (Oder),
Auch die zweite der drei Sommerbaumaßnahmen am Frankfurter Gleisnetz konnte zumindest teilweise abgeschlossen werden. Der Gleisbau an der Kopernikusstraße ist so weit vorangekommen, dass der Betrieb auch hier wieder aufgenommen werden konnte. Zwischen den Haltestellen Friedhof und Kopernikusstr. fahren die Tramlinien 3 und 4 aber noch eingleisig, Restarbeiten an der Kopernikusstr. erfordern dies. Durch die Weichen am Friedhof und an der Kopernikusstraße ist es möglich, die Bahnen auf dem südlichen Gleis fahren zu lassen und somit an der Restbaustelle vorbei zu leiten. Weiterhin wegen Bauarbeiten nicht befahren wird der Abschnitt zur Europa-Universität. Linie 2 fährt noch zum Stadion. Wieder aufgenommen wurde der Verkehr auf der Linie 6, die aber ebenfalls wegen der Bauarbeiten an der Uni bis voraussichtlich Mitte Oktober zum Stadion umgeleitet wird. Auch die in den Sommerferien nicht betriebene Buslinie 985 ist wieder im Einsatz, der Verkehr auf der Sommerferienlinie 986 zum Helene-See ist hingegen wieder beendet.
Freitag, 22. August 2003
Neuer Nachtbus N2 erschließt Frankfurter Vororte
Seit einigen Jahren wird in Frankfurt auch nachts dem ÖPNV-Nutzer Mobilität geboten.
In der Form einer acht fährt ein Nachtbus mit der Linienbezeichnung N1 vom Bahnhof in einem
Rundkurs die wichtigsten Stadtteile an. Bewohner der Frankfurter Vororte mussten bisher auf so
ein Angebot verzichten. Nun testet die Stadtverkehrsgesellschaft (SVF) zunächst für
sechs Monate, ob auch in den Vororten ein ausreichend großes Fahrgastpotenzial für
einen Nachtbus vorhanden ist. In den Wochenendnächten von Freitag zu Sonnabend und von
Sonnabend zu Sonntag bedient der neue Nachtbus N2 einige Vororte. Gestartet wird seit dem 22.
August 2003 an der Haltestelle Neuberesinchen, dann fährt der N2
über Güldendorf, den Buschmühlenweg, die Innenstadt (Haltestelle
Bischofstr.) in die Lebuser Vorstadt, von dort über Kliestow,
Booßen, Rosengarten, Pagram, Lichtenberg und Hohenwalde nach Markendorf, von wo die Fahrt
über Markendorf, Siedlung und das Gebiet an der Lossower Str. (Haltestelle
Landesbehördenzentrum) wieder zurück zum Ausgangspunkt der
Fahrt, nach Neuberesinchen geht.
Wie auch der Nachtbus N1 fährt der N2 nur in einer Richtung. Die Fahrt dauert 65 Minuten. Daraus ergibt sich auch der etwas ungewöhnliche Takt dieser Linie: alle 65 Minuten fährt er um die Stadt herum. Löblich ist der Versuch, vor allem bisher nicht an das Nachtnetz angebundene Stationen anzufahren. Im Bereich der Innenstadt wäre es aber sinnvoller, die wichtigen Stationen am Brunnenplatz und in der Karl-Marx-Straße anzusteuern. Dort wäre der Bus sicher viel besser wahrnehmbar als an der Bischofstraße. Auch der Takt von 65 Minuten ist wenig fahrgastfreundlich. Würde es gelingen, die Fahrzeit um gut fünf Minuten zu verkürzen (durch Wegfall einer Schleifenfahrt), könnte man einen leicht merkbaren Stundentakt anbieten. Bereits Anfang der 1990er Jahre gab es eine Diskobuslinie, die auf einem Rundkurs Diskotheken und Stadtteile verband. Das Angebot wurde aber mangels Nachfrage eingestellt und seit einigen Jahren fuhr nur noch der Nachtbus N1 durch die Stadt.Das Foto zeigt den mit Totalreklame versehenen Standardbus 430 am 7. Dezember 2003 an der Haltestelle Klinikum im Einsatz auf der neuen Nachtlinie N2.
Foto: Gerald Renger, Frankfurt (Oder)
| Ergänzung Nachtbus 22.08.2003
Night bus | Autobus nocny | |
| Linie N2 | Neuberesinchen - Neuberesinchen
über Güldendorf - Kliestow - Booßen - Rosengarten - Markendorf; nur Fr/Sa 23-5 Uhr |
September 2003
Nahverkehrsplan, Tramplanung Słubice und Fahrgastbefragung
Zwischenstand zum Nahverkehrsausbau nach Słubice: Im Frühjahr 2002 wurde den Abgeordneten eine Machbarkeitsstudie zu einer Bus- oder Bahnlinie über die Stadtbrücke nach Słubice vorgestellt. Wenig später gaben die Abgeordneten beiderseits der Oder grünes Licht dafür, dass an diesem Projekt - trotz teilweise massiver Kritik aus den Reihen der Stadtverordneten - weitergearbeitet wird. Die deutsch-polnische Arbeitsgruppe, die sich regelmäßig trifft, und deren Moderator Karl-Heinz Boßan vom Frankfurter Institut für umweltorientierte Logistik ist, ist vorangekommen. Keine Rede ist mehr davon, dass eine Straßenbahnlinie am Brückenkopf auf polnischer Seite endet, dreht und zurückfährt. Das und vor allem die immensen Kosten kritisierte damals vor allem die Abgeordnete Heidrun Förster (SPD). Wir haben eine Straßenbahnlinie durch Słubice konzipiert, die in einer weiten Schleife durch Słubice führt und sinnvoll einen Großteil der polnischen Stadt verbindet. Aber nicht nur das, mit dieser Linienführung erreichen wir auch einen direkte Vernetzung zwischen dem Słubicer Busbahnhof und dem Frankfurter Bahnhof, so Karl-Heinz Boßan laut Märkischer Oderzeitung.
Zwar sei noch nicht entschieden, ob es eine Bahn- oder Buslinie geben wird, aber die polnische Seite tendiere zur Straßenbahnlinie. Die polnischen Partner haben schon viele ihrer Hausaufgaben erledigt. So gibt es Absprachen mit den polnischen Ministerien über die Linienführung und soll ein deutsch-polnischer Förderantrag gestellt werden, wird Boßan weiter in der Zeitung zitiert. Die Zeichen dafür, dass es EU-Gelder für diese grenzüberschreitende Linie geben könnte, stünden hervorragend. Und auch Fred Bernau vom Stadtverkehr Frankfurt bestätigt in der Presse: Wir haben den entsprechenden Fuhrpark und könnten Słubice mitbedienen. Diese Erweiterung ist eine einmalige Chance für uns. Detlef Vandam, der sich beim Stadtverkehr um Verkehrsbauaufgaben kümmert, nimmt regelmäßig an den deutsch-polnischen Treffen teil. Das Dresdener Unternehmen Köhler und Taubmann GmbH (VKT), die bereits die erste Machbarkeitsstudie erstellt haben, sollen jetzt beauftragt werden, bis Jahresende die Wirtschaftlichkeit einer solchen Verbindung nachzuweisen. Kosten und Nutzen bei Bahn- oder Buslinie sollen ebenso überprüft werden. Nur wenn sich herausstellt, dass dem Stadtverkehr nicht mehr Defizite erwachsen als bisher, rückt diese Erweiterung in greifbare Nähe. Wirtschaftlichkeit ist das entscheidende A und O, betont der Fachmann in der Zeitung.
Das Argument, dass Frankfurt an Bevölkerungsschwund leidet und dadurch auch weniger Fahrgäste habe, lässt er nicht gelten. Es sind zwar 20.000 Leute weggezogen, wir transportieren aber mehr Fahrgäste als je zuvor, sagt er. Und verweist auf ein steigendes Kundenpotenzial auf polnischer Seite. In absehbarer Zeit werden Polen in Deutschland leben und in Słubice arbeiten, die Uni bekommt mehr Studenten und die Słubicer seien dabei, ihren Busbahnhof zu erweitern. Das wäre auch für Touristen interessant, denn von dort aus könne die nähere Region wie beispielsweise die Lagower Seen schneller erreichbar sein. Eine Anfrage beim Brandenburgischen Straßenbauamt habe bestätigt, dass die frischgebaute Stadtbrücke Busse sowieso, aber auch statisch eingleisig Bahnen aushalten würde. Mit rund sieben Millionen Euro Kosten rechnet Boßan für den Bau der Gleisanlagen und technischen Voraussetzungen. Die Bahn würde in Słubice eine Schleife von rund 1.100 Metern fahren.
Neuer Nahverkehrsplan wird vorbereitet: Für die Jahre 2005 bis 2010 wird darüberhinaus derzeit in Frankfurt der neue Nahverkehrsplan vorbereitet. Ein Nahverkehrsplan ist nicht mit dem Fahrplan für Bus und Bahn zu verwechseln, er ist vielmehr ein Beschluss der den Rahmen für die Entwicklung des städtischen Nahverkehrs in einer Gemeinde festlegt. Mit der Regionalisierung des öffentlichen Nahverkehrs im Zuge der Bahnreform sind seit 1996 nicht mehr Verkehrsunternehmen, sondern die öffentlichen Aufgabenträger, also Kreise und (kreisfreie) Städte verantwortlich für das Angebot von Bahn und Bus. Jeder Aufgabenträger muss daher einen solchen Nahverkehrsplan aufstellen, der den Rahmen für die kommunale Nahverkehrspolitik bildet und die Grundzüge des künftigen Angebots (Takt, Anschlüsse, Fahrzeugstandards,..), die notwendigen Investitionen sowie Angaben zur Finanzierung enthalten soll. In Frankfurt ist mit dieser Aufgabe der Nahverkehrsbeirat betraut. Unter anderem Vertreter der Industrie- und Handelskammer, der Stadtverwaltung, des Behindertenverbandes, der Deutschen Bahn und der SVF gehören diesem an. 2004 soll der neue Nahverkehrsplan verabschiedet werden, dessen Hauptaufgabe sein wird, den veränderten Rahmenbedingungen im städtischen Nahverkehr Rechnung zu tragen. So wird sich der Wettbewerb in diesem Bereich verstärken, auch Straßenbahn- und Buslinien müssen künftig ausgeschrieben werden, der preiswerteste Bewerber erhält den Zuschlag. Daher ist es sinnvoll, Standards festzuschreiben. Auch dafür ist ein Nahverkehrsplan geeignet. Das zweite große Thema ist der sogenannte Stadtumbau. Die Einwohnerzahl Frankfurts ist in den letzten Jahren um ein drittel gesunken, darauf muss auch der städtische Nahverkehr reagieren. Es wird also auch darum gehen, welche Nahverkehrslinien künftig noch gebraucht werden. Beispielsweise in den Abendstunden sind einzelne Straßenbahnlinien recht schwach besetzt, ob hier das volle Angebot nötig ist, wird ebenfalls im Nahverkehrsplan festgelegt sein.
Fahrgäste bewerten Nahverkehr mit "gut": Ende September hat die SVF ihre Fahrgäste zur Zufriedenheit mit dem städtischen Nahverkehr in Frankfurt befragt. Nach dem Streckennetz, nach Takten, den Fahrzeugen und der Sauberkeit wurde gefragt. Dazu wurde ein Fragebogen verteilt, der unter anderem auf dem Altstadtfest in Altberesinchen, aber auch in Bussen und Bahnen verteilt wurde. Mit einem knappen gut fiel das Ergebnis durchaus zufriedenstellend aus. Laut SVF-Geschäftsführer Michael Ebermann handelt es sich dabei aber auch um ein Ergebnis an dem wir arbeiten müssen. Es konnten die Noten 1 bis 6 vergeben werden, eine 2,3 ergab sich im Mittel. Mit einer 2,8 kamen die Taktzeiten relativ schlecht weg, da bei vielen Linien nur alle 20 Minuten oder seltener gefahren wird, überrascht das nicht. Auch die Sauberkeit der Haltestellen wurde mit einer 3,0 recht schlecht bewertet. Auch die Preise bekamen ihr Fett weg, hier urteilten die Fahrgäste mit einer 3,5. Den Geschmack der Fahrgäste hingegen trifft der Umfang des Streckennetzes, mit einer 1,9 wurde dieses bewertet. Die nachfolgende Tabelle listet einige Befragungsergebnisse noch einmal auf.
| Fahrgastbefragung | |
| Umfang des Streckennetzes | 1,9 |
| Ausstattung der Fahrzeuge | 2,0 |
| Pünktlichkeit | 2,0 |
| Freundlichkeit der Mitarbeiter | 2,3 |
| Informationsangebot | 2,3 - 2,6 |
| Taktzeiten | 2,8 |
| Sauberkeit der Haltestellen | 3,0 |
| Preis-Leistungs-Verhältnis | 3,5 |
Montag, 13. Oktober 2003
Verkehr zur Europa-Universität wieder aufgenommen
Rechtzeitig zum Beginn des Wintersemesters 2003/04 wurden die Gleisbauarbeiten am Europaplatz
vor der Universität abgeschlossen. Seit 14. Juli 2003 war der Straßenbahnverkehr
hierher unterbrochen, einen Ersatzverkehr mit Bussen gab es nicht. Die Straßenbahnlinien 2
und 6 fahren nun wieder nach Fahrplan von und zur Europa-Universität. Die ehemalige
Ausstiegshaltestelle Europa-Universität wurde in
Große Oderstraße umbenannt, so hieß die
Endhaltestelle von 1985 bis 1995. Der Endpunkt wurde zum Europaplatz verlegt, dort befindet sich
auch die Starthaltestelle. Der Fahrplan fordert, dass die Linien 2 und 6 von beiden Gleisen der
Endstation abfahren. Eigentlich ist der Endpunkt aber so eingerichtet, dass nur ein
Haltestellengleis mit Bordstein zur Verfügung steht. Nebenan verläuft zwar ein
aufgepflastertes Überholgleis, für den Fahrgastwechsel ist der Abstand zwischen den
Gleisen allerdings recht knapp. Daher hält Linie 6 zwar auf dem westlich gelegenen
Überholgleis, jedoch nicht auf der Höhe des rechts stehenden Wagens der Linie 2,
sondern davor. Keine sonderlich elegante Lösung. Behindertengerecht kann somit in Linie 6
nicht einmal ein- und ausgestiegen werden wenn ein Niederflurwagen zum Einsatz kommt. Den neu
gestalteten Europaplatz zeigt das Foto vom Oktober 2004.
Foto: Ken Wegener, Frankfurt (Oder),
Entfernt wurden im Zuge der Baumaßnahme Weichen, die bis 1998 als Zufahrt zum Betriebshof an der Bachgasse dienten. Seitdem ist der Betriebshof der Frankfurter Straßenbahn in Neuberesinchen beheimatet und die alten Wagenhallen in der Bachgasse werden nur noch teilweise von der Museumswerktstatt genutzt, die hier die historischen Wagen wartet und abstellt. Geändert wurden außerdem Kurvenradien von der Bachgasse zum Europaplatz, dank der großzügigeren Radien kann nun schneller auf den Europaplatz eingebogen werden. Bereits am Sonnabend, den 11. Oktober wurden umfangreiche Probefahrten durchgeführt.
Bereits am 16. September 2003 erreichte eine Probefahrt den da noch in der Umgestaltung befindlichen Endpunkt an der Europa-Universität. Der Niederflurwagen 303 absolvierte diese trockene Testfahrt noch ohne eigenen Antrieb, denn der Fahrstrom ist zu diesem Zeitpunkt weder installiert noch einschaltbar gewesen. Daher wurde der Wagen vom Platz der Republik mit einem Zweiwegekran der Gleisbaufirma zum Europaplatz gezogen. Dort wurde bereits im letzten Jahr der Bordstein für die neue Haltestelle am Europaplatz gelegt. Erst in diesem Sommer wurden die alten Gleise entfernt und die neuen verlegt. Erst die neuen Gleise erreichen dank einer großzügigeren Kurve aus der Bachgasse diese neue Bahnsteigkante, eine eher unübliche Reihenfolge im Bauablauf.
Montag, 20. Oktober 2003
Verbesserung im Schülerverkehr auf Linie 983
Nach den Herbstferien in Berlin und Brandenburg erweitert die Stadtverkehrsgesellschaft (SVF) ihr Angebot für Schüler im Bereich Booßen/Wulkow. Der bisher um 6:52 Uhr an der Haltestelle Booßen, Forstweg beginnende Bus der Linie 983 (heute gibt es Linie 983 nicht mehr, stattdessen fährt Linie 981 auf dieser Strecke) beginnt an Werktagen bereits um 6:46 Uhr bereits in Wulkow. Der Bus fährt ab Booßen, Forstweg dann nach Fahrplan zum Bahnhof. Diese Maßnahme dient vor allem der Verbesserung des Schülerverkehrs und wird nur bei entsprechender Nachfrage beibehalten. Der kleine Ort Wulkow liegt im Frankfurter Tarifbereich C, den die Busse und Bahnen der SVF eigentlich nicht anfahren. Lediglich während der EXPO im Jahr 2000 gab es eine Buslinie 990 nach Wulkow, die eine Zubringerfunktion zum dortigen Ökohaus übernahm. Dieses Haus war eines von tausenden EXPO-Objekten in ganz Deutschland. Wulkow wird sonst von den Regionalbuslinien 968 und 970 angefahren.
Mittwoch, 19. November 2003
Zusätzliche Fahrten auf der Linie 2
Bis zum Fahrplanwechsel fährt die Straßenbahnlinie 2 häufiger. Hohes Fahrgastaufkommen vor allem zwischen den Unistandorten in der Logenstraße und der August-Bebel-Straße veranlasste die Stadtverkehrsgesellschaft (SVF), wie auch schon in den vergangenen Jahren, zusätzliche Wagen auf der Linie 2 einzusetzen. Etwa zwischen 10 und 16 Uhr werden Montags bis Freitags Zusatzfahrten im 20- bis 60-Minuten-Takt angeboten. Der normale 20-Minuten-Takt gilt weiterhin, er wird aber in den oben genannten Zeiten teilweise verdichtet. Diese Maßnahme gilt bis zum Fahrplanwechsel am 14. Dezember 2003.
Gut 5.000 Studenten sind an der Europa-Universität eingeschrieben. Eigentlich keine allzu große Zahl. Und dennoch sorgt das durch sie verursachte Fahrgastaufkommen bei der Straßenbahn in Frankfurt für ein Umdenken. Wegen des besonders hohen Stromverbrauches werden nämlich seit mehr als zehn Jahren Doppeltraktionen mit Tatragelenkwagen vom Typ KT4DM kaum mehr gefahren. Gerade im Schülerverkehr in den Morgenstunden lässt die SVF die Fahrgäste lieber eng zusammenrücken oder setzt bestenfalls einen zusätzlichen Solowagen ein, als dass ein zweiter Wagen angehangen wird. Technisch wäre das überhaupt kein Problem, für den Einsatz von zwei Wagen je Zug sind die Wagen in den 1970er Jahren entworfen worden. Und zwischen 1987 und 1992 fuhren sie auch in Frankfurt fast ausschließlich in so einer Doppeltraktion. Doch so ein Doppelzug verbraucht viel Strom und so vermeidet die SVF aus Kostengründen Doppeltraktionen so lange es irgendwie geht. Bei der Linie 2 scheint man nun aber doch nicht mehr drum herum zu kommen. Während zusätzliche Züge auf dieser Linie dem hohen Fahrgastaufkommen Rechnung tragen, plante man bei der SVF zunächst, ab dem Fahrplanwechsel am 14.12.2003 werktags die Linie 2 zumindest zeitweise mit Tatra-Doppeltraktionen zu bedienen. Am 24. November 2003 erfolgte eine Probefahrt für die KT4DM-Doppeltraktion. Doch auch zum Fahrplanwechsel kam es wieder nicht zur Einführung der Zweiwagenzüge, erst zum Sommersemester 2004 begann dieses Zeitalter.
Sonntag, 14. Dezember 2003
Fahrplanwechsel 2003
Der neue Jahresfahrplan erlangt am 14. Dezember 2003 Gültigkeit. Im Stadtverkehr hat sich eher wenig geändert. Bei den Straßenbahnen ergaben sich nur Verschiebungen im Minutenbereich; Linien, Takte oder Betriebszeiten blieben gleich. Auch die ungünstige Fahrplanlage an der kürzlich umgebauten Haltestelle Europa-Universität hat sich nicht wesentlich verändert. Veränderungen stehen aber im Busverkehr nach Booßen an.
Bus: Die bisherigen Buslinien 981 und 983 werden zusammengelegt. Die Buslinie 981 übernimmt auch den Verkehr nach Booßen und wird zwischen Booßen, Forstweg und Kopernikusstraße unterwegs sein. Allerdings wird nicht jede Fahrt des 981ers von und bis Booßen fahren, weiterhin enden und beginnen auch Fahrten am Spitzkrug oder der Hamburger Straße. Bisher wurde am Wochenende der Verkehr nach Booßen auf der Linie 983 vom Subunternehmer Homann abgewickelt. Mit dem neuen Fahrplan entfallen zwar einige Fahrten zwischen Bahnhof und Prager Straße, dafür fahren nun aber mehr Busse nach Booßen und außerdem erreichen die Bewohner von Booßen und Kliestow zusätzliche Haltestellen ohne umsteigen, den Dresdener Platz zum Beispiel oder die Wohngebiete am Baumschulenweg oder im Stadtteil Süd. Die Haltestelle Grunower Straße wurde in Bremsdorfer Straße umbenannt.
Bereits zum 1. Dezember wurde die Betriebszeit der Buslinie 750 eingeschränkt. Die Wagen fahren Montags bis Freitags nur noch von 7 bis 16 Uhr, am Wochenende entfallen alle Fahrten. Unverständnis macht sich breit. In einer Zeit, in der man aus Kostengründen die Einstellung der 106 Jahre alten Straßenbahn in Frankfurt (Oder) erwägt, hält die SVF an einer Buslinie fest, die praktisch unter Ausschluss der Öffentlichkeit ihre Runden durch die Stadt dreht. Durchschnittlich zwei Fahrgäste sitzen pro Fahrt in den Wagen der am 1. Mai 2003 eingerichteten Citybus-Linie 750. Es ist kaum vorstellbar, dass dieses Angebot wirtschaftlich betrieben wird. Und dennoch hat die StadtverkehrsGmbH (SVF) den Probebetrieb der Linie kürzlich verlängert. In den ersten sechs Testmonaten fuhren nur 5.885 Menschen mit den Kleinbussen, die im Stundentakt durch die Frankfurter Innenstadt rollen. Einige Änderungen erfuhr der Fahrplan dieser Linie inzwischen. So sind die Wochenendfahrten eingestellt, die Betriebszeiten an Werktagen verändert worden. Doch verbessert hat das die Bilanz der Linie nicht. Bis zum 30. April 2004 soll sie dennoch weiter fahren. Am besten genutzt wird das Angebot auf Strecken, auf denen die Straßenbahnlinie 1 ohnehin fährt. Bei einem Stundentakt sind die meisten Nutzer wahrscheinlich eher Zufallsfahrgäste. Wer auf die Tram 1 wartet, nimmt auch den Bus 750, er fährt vom Brunnenplatz bis zur Klingestraße parallel. Die SVF argumentiert, dass die Kleinbusse für die Linie 750 ohnehin vorhanden sind, auch würden nur Bereitschaftsfahrer eingesetzt die auch bezahlt werden müssen wenn sie keine Einsätze fahren. Es entstünden folglich nur Kraftstoffkosten. Das allerdings kann so nicht ganz stimmen, denn die Kurse des 750ers werden mitnichten von den Bussen der SVF, sondern seit dem 15.12.2003 vom Subunternehmer Homann Busreisen gefahren, der die Fahrten wiederum an einen Subunternehmer namens Tommys Flughafentransfer vergeben hat. Und dieser muss bezahlt werden. Die Vermutung liegt nahe, dass hier der Grund für das Festhalten am 750er liegt. Es ist nämlich so, dass Busreisen Homann bis zum Fahrplanwechsel am Wochenende den Bus 983 nach Booßen bedient hat. Nun gibt es den Bus 983 nicht mehr, er wurde mit der Linie 981 zusammengelegt. Vermutlich hat die SVF aber einen Vertrag mit der Firma Homann, der dem Subunternehmer eine bestimmte Menge Fahrten oder Kilometer zusichert. Weil die SVF jetzt aber selbst nach Booßen fährt, braucht man nun Fahrten, die Busreisen Homann als Ausgleich fahren kann.
Regionalverkehr: Auch im Regionalverkehr der Deutschen Bahn gibt es kleinere Änderungen. So wird der RegionalExpress RE1 weiterhin mit zwei Kursen pro Stunde verkehren. Eine Zuggruppe fährt von Magdeburg über Potsdam und Berlin nach Frankfurt (Oder) und bedient zwischen Fürstenwalde und Frankfurt jeden Unterwegshalt. Die zweite Zuggruppe fährt zwischen Brandenburg (Havel) und Eisenhüttenstadt, ebenfalls über Potsdam, Berlin und Frankfurt. Vorerst muss zur Weiterfahrt nach Eisenhüttenstadt aber immer noch in Frankfurt umgestiegen werden, da die Anzahl der 160 Stundenkilometer schnellen Doppelstockwagen nicht ausreicht. Immerhin werden nun aber alle Züge des RE1 mit fünf Wagen behangen, denn im Oktober 2003 begann die Auslieferung weiterer 53 Doppelstockwagen für den Nahverkehr in Berlin und Brandenburg. Der RegionalExpress RE11 von Frankfurt nach Ruhland endet ab dem Fahrplanwechsel schon in Cottbus. Zur Weiterfahrt nach Dresden muss in Cottbus in den RE18 umgestiegen werden. Zahlreiche Züge des RE11 werden in Cottbus aber mit der RegionalBahn RB43 verknüpft und fahren weiter nach Falkenberg (Elster). Der Bahnhof Ostkreuz in Berlin wird in den nächsten Jahren umfangreich saniert und umgebaut. Im Zusammenhang damit müssen die dort vorbei fahrenden RegionalBahnen der Linie RB36 weichen. Statt in Berlin-Lichtenberg endet die Linie RB36 daher künftig in Berlin-Schöneweide.
PKP-Haltepunkt Słubice: Zum Fahrplanwechsel erhielt der polnische Teil Frankfurts, die Gemeinde Słubice, einen Anschluss an das Netz der polnischen Staatsbahn (PKP). Bei der Modernisierung der Eisenbahnstrecke Berlin - Warschau wird zwischen der Grenze und der Station Kunowice (Kunersdorf) ein Haltepunkt errichtet. Ein Haltepunkt ist eigentlich ein Bahnhof, nur dass es dort keine Weichen gibt, was dem Reisenden weitestgehend egal sein dürfte. Bisher ist Słubice von polnischer Seite aus nur mit Bussen erreichbar und der neue Haltepunkt liegt zwar etwas abseits der Stadt, verkürzt aber für einige Fahrgäste die Wege.
| Straßenbahn 14.12.2003
Tram | Tramwaj | |
| Linie 1 | Neuberesinchen - Lebuser Vorstadt
über Bahnhof - Zentrum - Brunnenplatz |
| Linie 2 | Messegelände - Europa-Universität
über Zentrum |
| Linie 3 | Kopernikusstr. - Stadion
über Friedhof - Bahnhof - Zentrum; nur Mo-Fr 8-13 und 17-18 Uhr |
| Linie 4 | Markendorf - Stadion
über Kopernikusstr. - Friedhof - Bahnhof - Zentrum |
| Linie 5 | Neuberesinchen - Messegelände
über Bahnhof; nur Mo-Fr 6-18 Uhr |
| Linie 6 | Neuberesinchen - Europa-Universität
über Bahnhof - Zentrum; nur Mo-Fr 6-18 Uhr |
| Bus 14.12.2003
Bus | Autobus | |
| Linie 980 | Seefichten / Kopernikusstr. - Bhf Rosengarten
über Baumschulenweg - Bahnhof - Zentrum - Hamburger Str. - Messegelände |
| Linie 981 | Kopernikusstr. - Booßen, Forstweg
über Baumschulenweg - Bahnhof - Zentrum - Hamburger Str. - Spitzkrug |
| Linie 982 | Bahnhof - Klinikum
über Messegelände - Rosengarten - Hohenwalde - Markendorf; nur bis 19 Uhr |
| Linie 983 | Verkehr eingestellt
|
| Linie 984 | Bahnhof - Lossow, Lindenstr. (- Helene-See)
über Grenzbahnhof - Güldendorf; nur bis 19 Uhr; zum Helene-See im Winter nur am Wochenende |
| Linie 985 | Bahnhof - Seefichten / Messering
über Zentrum - Prager Str. - Klingetal; nur Mo-Fr 6-7 und 14-16 Uhr |
| Linie 986 | Neuberesinchen - Helene-See
nur Saisonverkehr |
| Linie 987 | Neuberesinchen - Spitzkrug Nord
über Südring - Messegelände - Prager Str.; nur Mo-Fr 6-20, Sa 9-20 Uhr |
| Linie 750 | Holzmarkt - Stadthaus
über Brunnenplatz; nur Mo-Fr 7-16 Uhr |
| Nachtbus 14.12.2003
Night service | Komunikacja nocna | |
| Linie N1 | Bahnhof - Bahnhof
über Zentrum - Prager Str. - Westkreuz - Baumschulenweg - Neuberesinchen |
| Linie N2 | Neuberesinchen - Neuberesinchen
über Güldendorf - Kliestow - Booßen - Rosengarten - Markendorf; nur Fr/Sa 23-5 Uhr |
Montag, 29. Dezember 2003
Märkische Oderzeitung meldet: Zukunft der Frankfurter Tram ungewiss
Wie die Märkische Oderzeitung in ihrer Ausgabe vom 29.12.2003 berichtet, wird derzeit von
Experten geprüft, ob die Frankfurter Straßenbahn eine Zukunft hat. Bis zur
Klärung dieser Frage werden vorerst alle Investitionen für die Tram auf Eis gelegt,
abgesehen von notwendigen Reparaturen. Die Frage wird gestellt, weil die stark sinkenden
Einwohnerzahlen einen eventuell wirtschaftlichen Weiterbetrieb der Straßenbahn nicht mehr
gewährleisten. Angesichts dessen, dass in den letzten 13 Jahren Millionen investiert
wurden (es wurden Tatrawagen modernisiert, neue Niederflurbahnen angeschafft, ein neuer
Betriebshof gebaut und nahezu die gesamten Gleisanlagen neu gebaut), ist es im Moment allerdings
schwer vorstellbar, dass die Untersuchung zu dem Ergebnis kommen wird, dass die Frankfurter
Straßenbahn auf Busbetrieb umgestellt werden muss. Zumal die Straßenbahn in
Frankfurt politisch gewollt sein dürfte, auch die Stadtväter von Słubice haben
sich eindeutig dafür ausgesprochen, ihre Stadt mit der Straßenbahn und nicht mit dem
Bus an das Frankfurter Nahverkehrsnetz anzuschließen. Es gibt insbesondere in
Ostdeutschland Städte mit deutlich weniger Einwohnern und einer gut angenommenen
Straßenbahn, auch wenn diese sich finanziell nicht selbst tragen, aber das täte ein
reiner Busbetrieb in der Oderstadt auch nicht. Für die Einwohner brächte ein
Busbetrieb vermutlich einige Nachteile. Schon heute werden die Buslinien der Stadt viel seltener
bedient als die Straßenbahnlinien, von höheren Abgasbelastungen ganz abgesehen. Auch
wenn in den 1970-er Jahren in der DDR andere wirtschaftliche Voraussetzungen galten, möchte
ich dennoch nicht unerwähnt lassen, dass die damals genauso gestellte Frage "Bus oder
Straßenbahn?" zugunsten der Tram beantwortet wurde. Die Einwohnerzahlen waren damals
vergleichbar mit den heutigen, obendrein waren damals ein viel kleineres Netz in marodem
Zustand mit veralteten Fahrzeugen die Voraussetzungen. Die nebenstehende Collage zeigt Bilder
vom Abriss ganzer Straßenzüge in Neuberesinchen. Die Aufnahmen entstanden aus einer
Straßenbahn heraus. Nachfolgend finden Sie den Link zum Artikel der Märkischen
Oderzeitung von Margrit Höfer.
Collage: Ralf Großkopp, Frankfurt (Oder)
Märkische Oderzeitung, 29.12.2003
Die Zukunft der Frankfurter Straßenbahn soll sich 2004 entscheiden. Experten untersuchen
derzeit, ob die im Vergleich zum Bus teurere Straßenbahn angesichts der schwindenden
Bevölkerung noch eine Zukunft hat. Gleichzeitig wird auch berechnet, inwieweit sich der
grenzüberschreitende Verkehr positiv auswirken könnte ...
Donnerstag, 1. Januar 2004
Höhere Eigenbeteiligung bei Schülertickets beschlossen
Seit Monaten waren die Schüertickets und ihre Preise Teil der öffentlichen Diskussion. Kurz vor den Kommunalwahlen im Oktober 2003 hat die Stadtverordnetenversammlung einen Beschluss dazu getroffen. Ab 1. Januar 2004 müssen auch die Eltern die Fahrt zur Schule für ihre Kinder bezahlen, denen bisher ein kostenloser Verkehr eingeräumt wurde. Für das erste schulpflichtige Kind einer Familie werden 50 Prozent der Kosten einer ÖPNV-Monats- oder Jahreskarte fällig, für das zweite Kind noch 30 Prozent dieser Gebühr. Die gleiche Summe müssen auch Familien bezahlen, die auf den Schülerspezialverkehr angewiesen sind. Mit 11,60 Euro fallen die maximal zu zahlenden Preise pro Kind aber moderat aus. Schüler und Lehrlinge, die ein Einkommen bis 255 Euro brutto haben, müssen sich im Monat mit 40 Euro an den Fahrkosten beteiligen. Liegt das Einkommen höher, wird ein Eigenanteil von 80 Euro fällig. Gestritten wurde über diesen Beschluss unter anderem, weil befürchtet wird, dass Eltern ihre Kinder nun nicht mehr mit Bus und Bahn zur Schule schicken, was dem öffentlichen Nahverkehr Fahrgeldverluste bescheren könnte.
Sonnabend, 10. Januar 2004
Unterschriften und Leserbriefe für Erhalt der Frankfurter Tram
MOZ-Leser haben kaum Verständnis für Einstellungspläne: Seit Ende Dezember sind Freunde und Nutzer der Frankfurter Straßenbahn beunruhigt, die Zukunft der Tram steht in Frankfurt (Oder) auf der Kippe. Zu dieser Zeit wird von Experten geprüft, ob die Frankfurter Straßenbahn eine Zukunft hat. Bis zur Klärung dieser Frage werden vorerst alle Investitionen für die Tram auf Eis gelegt, abgesehen von notwendigen Reparaturen. Nach dem ersten Schock rollen Anfang Januar 2004 die ersten Unterstützungsmaßnahmen für die alte Dame (die Frankfurter Straßenbahn ist über hundert Jahre im Einsatz) an. In zahlreichen Leserbriefen an die Märkische Oderzeitung (MOZ) äußern Frankfurter und Exbewohner ihren Unmut über diesen Schritt. Es wird betont, dass eine Straßenbahn ein Standortvorteil für eine Gemeinde sein kann. Und so erfolgreich wie die Frankfurter Bahn ist, sorgt sie ganz sicher für eine höhere Lebensqualität in der Stadt. Die Frankfurter und ihre Nachbarn aus den Umlandgemeinden nutzen die Straßenbahn so oft (jeder Bürger fährt mehr als 170 mal pro Jahr mit der Tram), dass andere Städte neidvoll auf ihre Bilanz schauen. Auch auf Städte in Westdeutschland wird in den Leserbriefen verwiesen, die in den 1950er oder 1960er Jahren ihre Tram abschafften und heute mit großem Aufwand die Straßenbahn wieder einführen, weil die Busnetze, die damals die Bahn ersetzten, die Bürger nicht so für den öffentlichen Nahverkehr begeistern konnten, dass eine wirksame Entlastung vom Autostau erzielt werden konnte. Sogar Frankfurts Partnerstadt Heilbronn hat erst vor wenigen Jahren die Straßenbahn wieder in ihr Stadtbild aufgenommen, auch dort waren die Bahnen jahrzehntelang verschwunden. Auch in Saarbrücken und Oberhausen fahren heute wieder Straßenbahnen, mit millionenschwerem Aufwand wieder neu eingeführt.
Unterschriften für Erhalt der Frankfurter Bahn: Unterdessen regt sich in Frankfurt weiterer Widerstand. Die PDS startete am Samstag, den 10. Januar mit einer Unterschriftenaktion für die Frankfurter Straßenbahn. Schon bevor der Stand aufgebaut war, standen die ersten Frankfurter an, um ihre Unterschrift zu hinterlassen. Vorbeifahrende Straßenbahner bimmelten, als sie den Stand sahen, und haltende Busfahrer sprangen aus den Fahrzeugen, um ihren Namen auf die Listen zu setzen, so PDS-Kreisvorsitzender Axel Henschke laut Märkischer Sonntag. 384 Unterschriften in 2 Stunden kamen zusammen, das sind pro Minute gut 3 Einträge. Die CDU hat unterdessen erklärt, dass sie von der Unterschriftenaktion nicht viel hält. Sie fordert, dass die angespannte Haushaltslage der Stadt berücksichtigt wird. Das Ergebnis einer Expertenkommission muss abgewartet werden.
Januar 2004
Erster Niederflurwagen in neuer Farbgebung
Ende Januar 2004 wurde der Niederflurwagen 303 mit einem Neulack versehen. Das Fahrzeug hatte
am 23.12.2003 einen leichten Unfall und musste in der Werkstatt repariert werden. Wie im Sommer
2003 angekündigt, erhalten Wagen die einen Neulack benötigen diesen künftig in
hellgrün. So bekam nun mit Wagen 303 der erste Niederflurwagen diese neue Farbgebung. Im
September 2002 kamen neu beschaffte Erdgasbusse als erste in diesem neuen Gewand nach Frankfurt
(Oder). Im Frühjahr 2003 wurden Erdgas-Gelenkbusse ebenfalls in hellgrün beschafft.
Und im Juli 2003 wurde die Entscheidung getroffen, auch die Straßenbahnen in diesem
hellgrün zu lackieren. Um Kosten zu sparen wird dies aber immer nur dann geschehen, wenn
ohnehin ein Neulack fällig wäre. Da die neue Farbgebung ursprünglich von den
Erdgasbussen stammt, wurde der erste hellgrüne Straßenbahnwagen, KT4DM-Tw 209
scherzhaft auch als Erdgastram bezeichnet. Dieser Wagen steht seit
Anfang Dezember im Fahrgasteinsatz, seit August war sein Neulack aber bereits weitestgehend
fertig. Das Bild zeigt den Niederflurwagen 303 am 1. Februar 2004 im Betriebshof. Erst am 29.
Juni 2004 ging Niederflurwagen 303 nach über einem halben Jahr in der Werkstatt und der
Lackierei wieder in den Fahrgasteinsatz.
Foto: Gerald Renger, Frankfurt (Oder)
Frühjahr 2004
SVF übernimmt Schiffsanleger am Holzmarkt
Die StadtverkehrsGmbH (SVF) verwaltet und bewirtschaftet ab Frühjahr 2004 die Schiffsanlegestelle am Frankfurter Holzmarkt. Ein entsprechender Vertrag der Stadt mit dem Verkehrsunternehmen wurde ausgehandelt. Eine private Firma hatte den von der Stadt vorgelegten Vertragstext abgelehnt und ihr Angebot zurückgezogen. Zwei Schiffe können am Anleger halten, ein drittes kann im Oderseitenarm vertäut werden. Die Stadt investierte 175.000 € in den in Eisenhüttenstadt gefertigten Ponton, der eine Länge von 40 Metern hat.
Donnerstag, 1. April 2004
Neue Regelungen für VBB-Fahrscheine
Neue Regelungen für VBB-Fahrscheine: Vom 1. April 2004 an gelten in Berlin und Brandenburg neue Regelungen für Fahrkarten. So ist der beliebte 1- oder 2-Stunden-Fahrschein künftig nicht mehr für Rund- oder Hin- und Rückfahrten zugelassen. Er wird zum Einzelfahrschein, das heißt: man darf sich mit einem Einzelfahrschein künftig nur noch auf ein bestimmtes Ziel zubewegen. Das Umsteigen bleibt erlaubt. Abgeschafft wird in Berlin die Unterscheidung der Monatskarten in eine Premium- und eine Standardausgabe. Auch die Mitnahme von Hunden und Fahrrädern ändert sich.
Neue Preise im Fernverkehr: Ebenfalls ab dem 1. April 2004 gelten im Fernverkehr der DB bundesweit neue Preise. Durchschnittlich werden die Fahrkarten um 3,4 Prozent teurer, aber nicht jeder Reisende muss tatsächlich mehr bezahlen: bis 100 Kilometer bleiben die Preise im ICE und IC unverändert, zwischen 100 und 200 Kilometer sinken sie um 1,6 Prozent. Dagegen gibt es bei Entfernungen ab 400 Kilometer eine Erhöhung von durchschnittlich 5,6 Prozent. Dank des neuen Maximalpreises muss aber auf Langstrecken künftig niemand mehr als 111 Euro (1. Klasse: 167 Euro) für die einfache Fahrt bezahlen. Platzreservierungen sind künftig kostenlos, wenn sie im Internet oder am Ticketautomaten gleichzeitig mit dem Fahrkartenkauf vorgenommen werden, ansonsten kostet eine Platzreservierung 3 Euro. Der Fahrkartenkauf im Internet erfolgt über das Onlineportal der Bahn. Dort finden Kunden auch das Angebot "Surf&Rail", bei dem zum Festpreis von 50 Euro für Hin- und Rückfahrt 2. Klassetickets für ausgewählte innerdeutsche Verbindungen gebucht werden können. Immer montags ab 17 Uhr werden die neuen Tickets angeboten. Bezahlt wird mit Kreditkarte oder im Lastschriftverfahren.
Dienstag, 13. April 2004
Tatra-Doppeltraktionen auf Linie 2 im Einsatz
Die StadtverkehrsGmbH (SVF) hat es nun doch endlich wahr gemacht. Sie schickt erstmals seit
Jahren wieder Tatra-Doppeltraktionen in den Linienverkehr. Zum Semesterbeginn der Europa-Uni
haben Studenten und andere Fahrgäste nun mehr Platz in den Bahnen der Linie 2.
Nach gut drei Jahren ist es nun endlich wieder so weit, angekündigt wurde es bereits mehrfach: die Tatra-Doppeltraktion kommt zurück auf Frankfurts Straßenbahngleise. Der starke Verkehr zwischen den Unistandorten in der Logenstraße und der August-Bebel-Straße macht's nötig und möglich. Bereits seit Jahren nimmt der Studentenverkehr auf der Linie 2 stetig zu, die im 20-Minuten-Takt fahrende Linie platzte zunehmend aus allen Nähten. Die StadtverkehrsGmbH (SVF) setzte verstärkt Niederflurwagen ein, denn diese befördern etwa doppelt so viele Fahrgäste wie ein Tatrawagen vom Typ KT4DM. Zuletzt setzte der Verkehrsbetrieb sogar zusätzliche Kurse ein um dem Fahrgastansturm gerecht zu werden. Doch zusätzliche Bahnen erhöhen die Personalkosten. Dabei lag eine einfache Lösung auf der Hand, man hängt einfach einen zweiten Tatrawagen an den ersten an, das verdoppelt die Kapazität, erhöht zwar auch die Stromkosten, es wird aber kein zusätzliches Personal benötigt. Mit Beginn des Sommersemesters am 13. April 2004 sollen nun solche Doppeltraktionen überfüllte Bahnen verhindern. Die Probefahrten hatten bereits Mitte März 2004 begonnen.
In der Anfangszeit der Tatrawagen in Frankfurt waren solche Doppeltraktionen bereits gang und gäbe. Damals waren Tatra-Solowagen eher die Ausnahme. Strom war billig in der DDR und so fuhren Doppeltraktionen sogar zu Tageszeiten, in denen kaum Fahrgäste unterwegs waren. Mit der Wende stiegen die Stromkosten und sanken die Fahrgastzahlen. Im April 1992 reagierte die SVF und fortan waren Doppeltraktionen kaum mehr im Einsatz. Im Baustellenverkehr oder als Heck-an-Heck-Traktion konnte man zwei Wagen in einem Zug gelegentlich beobachten. Auch im Winter 2000/2001 wurden einige Kurse der Linie 4 in Doppeltraktion gefahren. Doch seitdem mussten sich eher die Fahrgäste in überfüllte Bahnen zwängen, als dass man wieder Doppeltraktionen einsetzte. Schon im Herbst 2003 dachte man daran, solche Gefährte auf der stark frequentierten Linie 2 zum Einsatz zu bringen. Doch die hohen Stromkosten ließen die SVF davor zurückschrecken. Nun kommt man um diese aber nicht mehr herum. Wie vor 1992 werden wieder benachbarte Wagennummern einen Zug bilden, allein die Wagen 228 und 229 haben ihre früheren Partner verloren und werden nun miteinander gekuppelt. Eigentlich gehört zum KT4DM-Tw 228 der Wagen 227 und zum 229er der Wagen 230. Doch letzterer ist inzwischen verschrottet und Wagen 227 dient heute nur noch als Ersatzteilspender und ist bereits seit Jahren nicht mehr einsatzfähig.
Die Doppeltraktionen fahren Montags bis Freitags von Betriebsbeginn bis gegen 17.30 Uhr, wo sie am Messegelände gegen zwei aussetzende Solo-KT4DM der Linie 5 getauscht werden. Die Doppeltraktionen der Linie 2 rücken dann als Linie 5 in den Betriebshof in Neuberesinchen ein. Die Fahrgäste hatten am ersten Betriebstag der Gespanne noch ein paar Eingewöhungsschwierigkeiten. In den zweiten Wagen trauten sich anfangs nur wenige Leute. Das Foto zeigt die Wagen 223 und 224 kurz nach der Abfahrt von der Haltestelle Kantstraße auf der Fahrt in Richtung Messegelände am Vormittag des 13. Aprils, dem ersten Betriebstag dieser Gespanne im Linienverkehr.
Foto: Ralf Großkopp, Frankfurt (Oder)
Dienstag, 27. April 2004
Neue Totalreklame an Wagen 207 und 208
Am 27. April erhielt der erste von zwei Wagen eine neue Totalreklame für ein regionales
Möbelhaus. Wagen 208 präsentiert sich nun in rot, selbst die Fenster sind mit einer
Lochfolie beklebt. Diese Lochfolien sind sehr umstritten, zwar können die in der Bahn
mitfahrenden Fahrgäste noch rausgucken, das Sehvergnügen ist allerdings stark
eingeschränkt, so dass sich mancher wie in einem Möbelwagen fühlt. Dem
Verkehrsbetrieb aber bringt eine solche Vollwerbung mehr Geld und daher ist man bei der SVF
erfreut, dass der Möbelanbieter inzwischen auch noch einen zweiten Wagen, den Triebwagen
207 mit dieser Werbung bestücken ließ. In Zeiten einer schwachen Konjunktur ist man
über jede Werbung froh, denn immer weniger Firmen leisten sich heute noch Reklame an
Frankfurts Bussen und Bahnen, immer mehr Fahrzeuge fahren ohne Werbung. Doch obwohl
damit zwei Fahrzeuge benachbarter Wagennummern mit dieser Totalreklame versehen sind, wird man
vergeblich darauf hoffen, beide Wagen in einer Doppeltraktion zu erwischen. Die beiden Fahrzeuge
sind derzeit nämlich technisch nicht dafür ausgelegt. Am Vormittag
des 3. Mai 2004 startete mit den beiden Fahrzeugen eine Marketingaktion des Möbelhauses,
dazu trafen sich beide Wagen fotogen an der Haltestelle Zentrum
(siehe Foto). Während Wagen 208 planmäßig als Linie 1 von Neuberesinchen kam,
wurde 207 zusätzlich von der Europa-Uni kommend zum Fototermin eingesetzt.
Anschließend fuhr er nach Neuberesinchen, um von dort weiter auf der Linie 5 zu fahren.
Hostessen verteilten dabei Flyer der werbenden Firma. Bis zum 8. Mai konnten diese beiden
Bahnen kostenlos benutzt werden.
Foto: Ralf Großkopp, Frankfurt (Oder)
Donnerstag, 27. Mai 2004
Kreuzungsumbau Kopernikusstr./Ziolkowskiallee abgeschlossen
Zwei Monate lang herrschte der Ausnahmezustand bei Frankfurts Buslinien im Süden der Stadt.
Die von vier Buslinien befahrene Kreuzung an der Kopernikusstraße, Ecke Ziolkowskiallee
musste umgebaut werden. Hohes Verkehrsaufkommen hatte den Straßenbelag an dieser Stelle
völlig verschlissen, eine fehlende Ampel sorgte an der belebten Kreuzung viel zu oft
für Rückstaus. Vor allem die Fahrgäste der Buslinien litten unter dieser
Situation. Doch am 24. März rückten die Baufahrzeuge an und der Umbau der Kreuzung
wurde in Angriff genommen. Die Kreuzung wurde ein wenig aufgeweitet, so dass nun mit den Bussen
besser abgebogen werden kann. Weiterhin wurde eine stärkere Tragschicht sowie eine
Asphaltdecke aufgebracht. Eine Ampel ist ebenfalls neu errichtet worden, deren Inbetriebnahme
ist allerdings erst für Mitte Juni angekündigt.
Um die Arbeiten zügig abschließen zu können, hatte man sich für eine Vollsperrung der Kreuzung entschieden. Das hatte Auswirkungen auf vier Buslinien. Die Linien 980, 981, 987 und der Nachtbus N1 mussten umgeleitet werden. Der 980er Bus fuhr nicht durch den Baumschulenweg und die Ziolkowskiallee, sondern auf geradem Weg durch die Kleingartensiedlung am Damaschkeweg zur Nuhnenstraße. Der 981er fuhr statt durch die Ziolkowskiallee über die Leipziger Straße zur Kopernikusstraße. Der 987er umfuhr die Baustelle über den Umweg durch den Baumschulenweg und den Damaschkeweg und der Nachtbus N1 fuhr vom Baumschulenweg direkt zur Haltestelle Kräuterweg. Es entfielen bei allen vier Linien einige Haltestellen. Dafür wurde Montags bis Samstags ein Zubringerbus vom Damaschkeweg zum Römerhügel eingerichtet. Das Foto zeigt die umgestaltete Kreuzung am ersten Betriebstag nach dem Umbau, den 27. Mai 2004. Gelenkbus 534 biegt von der Kopernikusstraße nach rechts in die Ziolkowskiallee und wird als Linie 981 weiter in Richtung Innenstadt fahren.
Foto: Ralf Großkopp, Frankfurt (Oder)
Mittwoch, 9. Juni 2004
Zehn Jahre RegionalExpress RE1
Seit 1994 ist Brandenburgs erfolgreichste Regionalverkehrslinie unterwegs, der RE1 wird zehn. Am
29.05.1994 nahm er zwischen Berlin Ostbahnhof (damals hieß dieser noch Hauptbahnhof) und
Frankfurt (Oder) seinen Dienst auf. Die vorher fahrenden D-Züge zwischen Halberstadt und
Frankfurt mussten wegen der Sperrung der Berliner Stadtbahn eingestellt werden. Bald wurde die
Linie zum Renner was die Fahrgastzahlen angeht. Es hat sich schnell herumgesprochen, dass man
zwischen Frankfurt und der Hauptstadt mit dem RE1 konkurrenzlos schnell ist. Seit 1998 werden
auch der Alexanderplatz, der Bahnhof Zoo oder Potsdam umsteigefrei mit der Linie erreicht. Der
30-Minuten-Takt rundet das Angebot seit dem Sommer 2000 ab. Kein Wunder, dass die Linie so
überaus erfolgreich ist.
Die Deutsche Bahn feierte aus Anlass des 10. Jahrestages der Inbetriebnahme des RE1 mit den Kunden ein Bahnhofsfest im Frankfurter Bahnhof. Zu einem bunten Bühnenprogramm und Informationsständen luden am 9. Juni unter anderem der Historische Dampflokverein, DB Bahnbau, das Eisenbahner Blasorchester Potsdam, der Freundeskreis Westhavelländische Kreisbahn, der Eisenbahnverein Letschin, die Stiftung Lesen und der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg ein. Ein Sonderzug mit den verschiedenen Wagengenerationen aus 10 Jahren RE1-Geschichte stand zur Besichtigung am Bahnsteig. Am Gleis 6 des Frankfurter Bahnhofs zeigt das nebenstehende Foto diesen Sonderzug mit der bordeaux-roten 143 929 am 9. Juni 2004.
Unterdessen geht die Modernisierung der Strecke Berlin - Frankfurt (Oder) voran. So wird seit Ende Mai die Stabilisierung der Böschung westlich des Bahnhofes Rosengarten in Angriff genommen. Die Bahnstrecke liegt hier in einem tiefen Geländeeinschnitt. Hier bereiteten die Bodenverhältnisse der Bahn in der Vergangenheit immer wieder Sorgen. 1925 zerstörte gar ein Erdrutsch die Gleise, die Strecke war über Wochen gesperrt. Im Zuge des Bahnausbaus werden die Böschungen nun mit mordernen Verfahren dauerhaft stabilisiert. Die Hangsicherung wird ergänzt von neuen Entwässerungsanlagen und einem tragfähigen Unterbau unter den Gleisen.
Foto: Stefan Krahn, Frankfurt (Oder)
Donnerstag, 24. Juni 2004
Sommerferien- und Baufahrplan bis zum 8. August
Alle Jahre wieder, mit den Sommerferien kommen Unannehmlichkeiten auf die Fahrgäste der
Frankfurter Straßenbahn zu. Doch wie beim Hustensaft gilt auch hier:
schmeckt nicht, ist aber dringend nötig. In diesem Jahr wird an
Straßenbahngleisen am Bahnhof, und damit an einer sehr zentralen Stelle des Netzes
gebaut. Fünf der sechs Frankfurter Tramlinien passieren diesen Punkt, so dass die
Einschränkungen wieder sehr umfangreich ausfallen. Dabei werden zunächst etwa 40
Meter Bogengleis am östlichen Ausgang des Bahnhofstunnels ausgetauscht. Im Tunnel selbst
wird an der Entwässerung gearbeitet. Im Anschluss an diese Baumaßnahme werden Gleise
und die Brücke an der Heinrich-Hildebrand-Str. bearbeitet. Seit der Inbetriebnahme der
Brücke im Herbst 1980 ist hier kein Korrosionsschutz mehr angebracht worden. Das
nebenstehende Foto zeigt die Bauarbeiten am Bahnhof im Juli 2004.
Foto: Ralf Großkopp, Frankfurt (Oder)
Der aufmerksame Beobachter des Frankfurter Straßenbahngeschehens wird sich an die Diskussion zur Einstellung der Frankfurter Straßenbahn Anfang des Jahres erinnern. Damals hieß es, dass bis zur endgültigen Klärung der Zukunft der Tram keine Investitionen getätigt werden. Offenbar wird nun doch gebaut. Ob das daran liegt, dass hinter den Kulissen der Fortbestand der Frankfurter Bahn bereits gesichert ist oder die anstehenden Bauarbeiten für den täglichen Bahnbetrieb unerlässlich sind, ist nicht bekannt.
Erste Bauphase 24.06.-13.07.2004, Gleisbau Bahnhof:
Wie erwähnt betrifft die Baumaßnahme am Bahnhof fast alle Frankfurter
Straßenbahnlinien, die Bahnhofstraße wird für den Straßenbahnverkehr
gesperrt. Die Linien 3, 5 und 6 werden für die Dauer der Ferien komplett eingestellt. Also
auch nach Abschluss der Bauarbeiten werden diese Linien nicht fahren, das geringere
Fahrgastaufkommen in den Sommerferien gilt als Begründung. Aus Fahrgastsicht ist der
dadurch übrig bleibende 20-Minuten-Takt unerfreulich. Allein die Linie 1 übernimmt
bis 13. Juli, dem Termin der Fertigstellung der Gleise am Bahnhof, den Verkehr zwischen der
Innenstadt und den südlichen Stadtteilen. Wegen des Gleisbaus kommen hier Busse im
Ersatzverkehr zum Einsatz. Der Ersatzbus wird zunächst alle 20 Minuten zwischen der
Lebuser Vorstadt und Neuberesinchen eingesetzt. Aufgrund des für Gelenkbusse engen
Wenderadius an der Endhaltestelle Neuberesinchen werden die Wagen
aber an der Darjesstraße am Betriebshof der Stadtverkehrsgesellschaft beginnen und enden.
Statt am Dresdener Platz halten die Busse an einer Ersatzhaltestelle in der Fürstenberger
Straße. Allerdings musste die Stadtverkehrsgesellschaft (SVF) beim Angebot des
Ersatzverkehrs der Linie 1 nachlegen. Alle 20 Minuten ein Gelenkbus
war zu wenig für den Fahrgastansturm in Richtung Markendorf, Süd und Neuberesinchen.
Erst an der Birkenallee verteilten sich die Fahrgastströme, ab dort fuhr dann die 4 nach
Markendorf. So setzte die Stadtverkehrsgesellschaft bereits am ersten Bautag Zusatzbusse ein.
Zunächst wurde mit weiteren Gelenkbussen ein 10-Minuten-Takt gefahren, später ging
man dazu über, alle 20 Minuten einen Gelenk- und einen Standardbus gleich dahinter auf die
Strecke zu schicken. Die Verstärkerwagen fuhren allerdings nur zwischen Neuberesinchen und
Zentrum. Das Foto zeigt die beiden Erdgas-Gelenkbusse 534 und 539 im doppelten Einsatz als
Ersatzverkehr in Richtung Neuberesinchen. Sie warten hier am 26. Juni 2004 an der
Ersatzverkehrshaltestelle Zentrum auf Fahrgäste.
Foto: Ken Wegener, Frankfurt (Oder), Straßenbahn Frankfurt (Oder)
Die Linie 4 fährt nach einem Sonderfahrplan, auch sie rollt nur noch alle 20 Minuten an Werktagen. Wegen der Bauarbeiten am Bahnhof fährt sie außerdem eine veränderte Linienführung, nämlich zwischen Markendorf und Neuberesinchen. Die Verknüpfung zum Ersatzverkehr der Linie 1 erfolgt dabei an der Birkenallee. Wer also vom Bahnhof nach Markendorf möchte, muss erst mit dem Bus der Linie 1 bis zur Birkenallee fahren und dort in die Linie 4 umsteigen. Bis zum Ende der Bauarbeiten wird die Linie 2 verdichtet, dabei wurden auch Tatra-Doppeltraktionen eingesetzt, bis Mitte Juli war an der Uni Vorlesungszeit. Um den Wegfall der Linien 4 zum Stadion auszugleichen, fahren im Tagesverkehr an Werktagen zusätzlich im 20-Minuten-Takt Züge zwischen Messegelände und Stadion (vormittags nur alle 40 Minuten). Dadurch besteht zum Messegelände bis zum Semesterende Mitte Juli in den Spitzenstunden ein 10-Minuten-Takt, angesichts der Fahrgastzahlen im Studentenverkehr auf dieser Strecke war das eine gute Entscheidung.
Da der Betriebshof in Neuberesinchen für die Wagen der Linie 2 wegen der Bauarbeiten am Bahnhof nicht erreichbar war, mussten die Fahrzeuge teilweise im Freien abgestellt werden. Zwar schaffte man den Gotha-Zug 49 + 113 der Museumswerkstatt vor Beginn der Baumaßnahme in den Betriebshof in Neuberesinchen und hatte so in der Museumswerkstatt in der Bachgasse Platz für zwei Tatrawagen, die übrigen Wagen allerdings mussten am Stadion abgestellt werden, was ihnen prompt Graffitischäden in den Nachtstunden einbrachte. Seit 1998 dürften somit erstmalig wieder Tatrafahrzeuge die Hallen des ehemaligen Depots in der Bachgasse befahren haben.
Beim Bus sind die Einschnitte weniger dramatisch, allerdings fahren dort die meisten Linien ohnehin seltener als alle 20 Minuten. Hier entfallen nur die Linie 985 und 988. Auf den Linien 981 und 982 entfallen nur einzelne Fahrten. Wichtig ist weiterhin der Wegfall der Haltestelle Dresdener Platz für die Buslinien 980, 981 und den Nachtbus N1 bis 13. Juli 2004. Auch hier sind die Gleisbauarbeiten am Bahnhof die Ursache. Alle drei Linien halten aber zusätzlich am Kleist-Forum. Dadurch verlängert sich die Fahrt und es kam auf diesen Linien zu Verspätungen.
Zweite Bauphase 13.07.-08.08.2004, Gleisbau Leipziger Straße:
Bereits am Sonnabend, den 3. Juli begann die nächste Baustelle am Gleisnetz der Frankfurter
Straßenbahn. Auch an der Leipziger Straße, zwischen der Haltestelle
Friedhof und dem Gleisdreieck an der Johann-Eichorn-Str. rückten
die Bagger an. Zunächst wurde eine Bauweiche an der Darwinstr. eingebaut. Dieses
provisorisch verlegte Gleisstück diente bis 12. Juli dem Prinzip
Fahren und Bauen, denn während an einem Gleis gebaut wird,
fahren die Bahnen der Linie 4 eingleisig an der Baustelle vorbei. Mittels der eingebauten
Weiche (siehe Foto) gelangten die Züge auf der Höhe der Darwinstraße wieder
aufs richtige Gleis in Richtung Innenstadt/Neuberesinchen. Aus Sicherheitsgründen kamen
auf der Linie 4 dennoch nur Solo-KT4DM zum Einsatz, die Entgleisungsgefahr für
Niederflurwagen wurde an der nur provisorisch verlegten Weiche als zu groß bewertet.
Am 3. Juli, dem Tag des Einbaus der Weiche wurde auf der Linie 4 ein Ersatzverkehr mit Bussen
gefahren, ab dem Folgetag bis zum 12. Juli fuhren wieder Straßenbahnen, weiterhin nach
Bau- und Ferienfahrplan im 20-Minuten-Takt zwischen Markendorf und Neuberesinchen.
Am 13. Juli ging der Gleisbau hier in die Vollen. Bis dahin wurde auch am Bahnhof am Gleisnetz der Frankfurter Straßenbahn gebaut, so dass nicht genügend Busse für einen Ersatzverkehr der Linie 4 vorhanden waren. Nach Abschluss der Baumaßnahme am Bahnhof konnten die Busse vom Ersatzverkehr der Linie 1 abgezogen werden und ersetzten nun die Bahnen der Linie 4 bis zum Ferienende am 8. August 2004. Etwa vom Gleisdreieck Johann-Eichorn-Str. (Abzweig der Strecke nach Neuberesinchen von der Strecke zur Kopernikusstr.) bis kurz hinter die Haltestelle Friedhof wurden die 24 Jahre alten Gleise entfernt, der Schotter ausgetauscht, neue Randborde gesetzt. Ausgebaut wurde auch der Gleiswechsel am Friedhof. Anwohner hatten sich über Lärm beim befahren der Weichen beschwert. Seit 1990 sinkt die Zahl der Ausweichen, nun verbleiben nur noch vier Stück (Bahnhof, Kopernikusstr., Markendorf, Siedlung und Markendorf, Ort), die sich alle auf der Linie 4 befinden. Knapp drei Jahre zuvor wurden an beiden Weichen am Friedhof noch die Zungenpaare und Herzstücken erneuert. Genutzt wurden sie sowohl im Sommer 2003 bei der eingleisigen Baustellenumfahrung des Sandgrundes, als auch Anfang Juli 2004, als die Bahnen der Linie 4 eingleisig an den ersten Bauarbeiten in der Leipziger Straße vorbeifuhren. Pünktlich zum Ferienende waren die Arbeiten soweit fortgeschritten, dass die Linien 3 und 4 am ersten Schultag (09.08.2004) wieder rollen konnten. Für Restarbeiten musste am Wochenende 14./15.08. noch einmal ein Ersatzverkehr auf der Linie 4 gefahren werden. Die folgende Tabelle listet alle Linien und ihre Änderungen für die Zeit der Baumaßnahmen auf.
Foto: Ralf Großkopp, Frankfurt (Oder)
| Änderungen Nahverkehr 24.06.-08.08.2004
(Sommerferien und Gleisbauarbeiten) | |
| Linie 1 | Neuberesinchen - Zentrum - Lebuser Vorstadt
24.06.-12.07.2004 Ersatzverkehr mit Bussen im 20-Min-Takt |
| Linie 2 | Messegelände - Zentrum - Europa-Universität / Stadion
24.06.-12.07.2004 Mo-Fr zusätzlich 20- bis 40-Min-Takt Messegelände - Stadion; Sa/So nur Messegelände - Stadion |
| Linie 3 | fährt in den Ferien nicht
24.06.-08.08.2004 |
| Linie 4 | Markendorf - Kopernikusstr. - Neuberesinchen
24.06.-12.07.2004; auch in HVZ nur 20-Min-Takt |
| Linie 4 | Markendorf - Bahnhof - Zentrum - Stadion
13.07.-08.08.2004 Ersatzverkehr mit Bussen im 20-Min-Takt |
| Linie 5 | fährt in den Ferien nicht
24.06.-08.08.2004 |
| Linie 6 | fährt in den Ferien nicht
24.06.-08.08.2004 |
| Linie 980 Linie 981 |
statt über Dresdener Platz über
Kleist-Forum
24.06.-12.07.2004 |
| Linie 985 | fährt in den Ferien nicht
24.06.-08.08.2004 |
| Linie 986 | Bahnhof - Neuberesinchen - Helene-See
24.06.-08.08.2004 |
| Linie N1 | statt über Dresdener Platz über
Kleist-Forum
24.06.-12.07.2004 |
Donnerstag, 8. Juli 2004
Unwetter beeinträchtigt Nahverkehr
Ein starkes Gewitter mit Orkanböen fegte in den späten Nachmittagsstunden des 8. Juli
2004 über die Oderstadt hinweg. In vielen Stadtteilen stürzten Bäume um.
Augenzeugen berichteten von einer Windhose, einem schwarzen Schlauch, der sich aus den Wolken
seinen Weg zur Erde bahnte. Die betroffenen Straßen waren übersät mit Laub,
Ästen oder ganzen Bäumen. Besonders schlimm traf es den Stadtteil am Westkreuz und
Ortsteile um Hexenberg, Kliestow sowie am Spitzkrug. Hier lag der Hagel noch nach einer halben
Stunde zentimeterhoch. Bis in die frühen Morgenstunden fielen teilweise 60 Liter
Niederschlag je m². Kurzzeitig waren alle Nahverkehrsmittel von zum Teil erheblichen
Verspätungen betroffen. Die Straßenbahnlinie 2 konnte wegen Oberleitungsschäden
und überfluteter Straßen gar nicht mehr fahren. So weit wie möglich fuhren hier
bis Betriebsende Busse als Schienenersatzverkehr. Während die Linie 2 am nächsten
Morgen wieder ihren Betrieb aufnehmen konnte, mussten Busse der Linien 980 und 982 bis zum
Mittag des selben Tages Umleitungen wegen einer überfluteten Eisenbahnunterführung in
der Fürstenwalder Poststraße in Kauf nehmen. Das Foto zeigt Verwüstungen in der
Nähe von Kliestow, im Hintergrund ein Bus der SVF im Ersatzverkehr für die Züge
der RegionalBahn RB60 zwischen Seelow und Frankfurt (Oder). Beim Auto im Vordergrund gab es
übrigens zum Glück nur Glas- und Blechschäden, verletzt wurde niemand.
Foto: Ralf Großkopp, Frankfurt (Oder)
Freitag, 27. August 2004
Die letzten großen Dieselbusse gehen außer Dienst
Sie waren die letzten ihrer Gattung in Frankfurt (Oder), nun gehen sie außer Dienst, die
letzten beiden großen Dieselbusse der Stadtverkehrsgesellschaft (SVF). Als eiserne Reserve
behielt die SVF auch nach der Umstellung ihrer Busflotte auf Erdgasfahrzeuge einen
Dieselgelenkbus vom Typ MB (Mercedes-Benz) O405G. Mehr als zehn Jahre prägten die Wagen
dieser Fahrzeugfamilie das Bild des Frankfurter Buswagenparks. Nun ist endgültig Schluss,
der Wagen mit der Betriebsnummer C13 wurde außer Dienst gestellt. Auf dem Foto sieht man
ihn bereits ohne Nummernschilder. Neben ihm steht ein weiterer Dieselbus von Mercedes-Benz (Typ
MB O408), ein Reisebus der einst der Stadt Frankfurt als Bus für das Kleist-Theater
gehörte. Das Theater ist längst abgeschafft, der Bus fiel der SVF zu. Doch nun wird
auch er nicht mehr gebraucht. Am 27.08.2004 fuhr er noch eine Tour im Schülerverkehr, kurz
danach entstand das nebenstehende Foto der beiden ausrangierten Fahrzeuge auf dem Betriebshof in
Neuberesinchen. Neben den 22 Erdgasbussen von MAN verbleiben weiterhin die zwei Kleinbusse der
SVF, Typ MB O413, ebenfalls Dieselfahrzeuge von Mercedes-Benz im Bestand der SVF.
Foto: Ralf Großkopp, Frankfurt (Oder)
Dienstag, 12. Oktober 2004
Gutachten fordert Erhalt der Frankfurter Straßenbahn
Vor einem dreiviertel Jahr, Ende Dezember 2003, fuhr Frankfurts Straßenbahnkunden und
-freunden der Schreck in alle Glieder. Das beliebte Verkehrsmittel stand auf der Kippe. Zwar
wurde, so beteuerte man immer wieder, nur die Wirtschaftlichkeit der über einhundert Jahre
alten Dame geprüft, doch am Ende der Untersuchung hätte das Ende von Frankfurts
Elektrischer stehen können. Dunkle Wolken machten die Ersteller dieser Webseite am Himmel
über Frankfurts Tram aus. Verkehrsbetrieb und Stadt wollten wissen, ob sich die
Straßenbahn rechnet oder ob der Bus die anstehenden Transportaufgaben wirtschaftlicher
abwickeln könnte. Verständlich war dieser Schritt jedoch auch für uns Fans, denn
in den nächsten Jahren steht eine Netzerweiterung nach Słubice an. Das Fällen
einer Entscheidung, ob die neue Strecke besser mit dem einen oder dem anderen Verkehrsmittel
bedient werden kann, ist zugegebenermaßen ein guter Zeitpunkt um insgesamt zu gucken, was
für die Stadt insgesamt günstiger ist, Bus oder Bahn. Noch haben sich die dunklen
Wolken nicht vollends in Wohlgefallen aufgelöst, aber der Nebel beginnt sich zu lichten,
die ersten Weichen zum Erhalt der Frankfurter Bahn werden gestellt.
Grafik: Michael Busse, Berlin
Gutachten befürwortet Tramerhalt und -ausbau: Das Dresdener Ingenieurbüro Verkehrsplanung Köhler und Taubmann (VKT) hat nun in einem Gutachten vorgerechnet, dass die Frankfurter Bahn aus volkswirtschaftlicher Sicht eindeutig zu bevorzugen ist. Die Fachleute empfehlen den Erhalt der Straßenbahn. Sie solle auch künftig Frankfurts Hauptverkehrsmittel bleiben. Die Anbindung Słubices soll ebenfalls die Straßenbahn übernehmen. 7,6 Mio. Euro kostet der Bau dieser Strecke. In einem Ringkurs würde die Bahn auf einer insgesamt 3,1 km langen Strecke die polnische Nachbarstadt an Frankfurt anbinden. Schon Ende 2006 könnte der Traum von der wieder die Oder überquerenden Straßenbahn Realität sein. Ein Jahr veranschlagt man für die Planung, ein weiteres Jahr für den Bau. Słubices Bürgermeister Edward Chojka ist begeistert: Ich freue mich schon sehr darauf, genauso wie viele Bürger unserer Stadt. Einen Streckenvorschlag beinhaltet das Gutachten auch. Die Grafik am Beginn dieses Artikels verdeutlicht den geplanten Linienverlauf.
Auch der Wirtschaftsausschuss im Frankfurter Rathaus scharrt nun ungeduldig mit den Füßen. 14 Jahre nach der Öffnung der Grenze zum polnischen Nachbarn und nach monatelanger Ungewissheit über die Zukunft der Straßenbahn Frankfurt (Oder) sollen nun endlich Taten folgen. Der 9. Dezember 2004 als eigentlicher Termin für die Abstimmung der Stadtverordneten über das Fortbestehen der Frankfurter Tram ist dem Wirtschaftsausschuss zu spät. Der Ausschuss fordert einen Ämterdurchlauf in kürzester Frist, so die Märkische Oderzeitung in ihrer Ausgabe vom 14.10.2004.
Stadtkämmerer skeptisch: Doch schon bald vernahm man mehr und mehr Kritik am Gutachten. Als erstes meldete sich der Stadtkämmerer Markus Derling (CDU) zu Wort und lenkte die Diskussion schnell in eine andere Richtung. In einem Artikel der Märkischen Oderzeitung verwies er auf die noch nicht geklärten Fragen bei Investition und Betriebskosten einer möglichen Netzerweiterung nach Słubice. Dabei sieht er das Hauptproblem nicht bei den Baukosten. Auf Frankfurt komme da ohnehin nur ein kleiner Betrag zu, denn auf deutscher Seite müssten nur wenige hundert Meter Gleis verlegt werden, dann wäre der Grenzstrich erreicht. Er wies darauf hin, dass man mit deutschen Steuergeldern den Infrastrukturausbau im polnischen Słubice aber nicht finanzieren kann. Das Geld dazu müsste aus Polen oder Brüssel kommen. Doch Derlings Skepsis bezieht sich vor allem auf die später anfallenden Betriebskosten. Laut Gutachten sei der Bus in diesem Punkt billiger - betriebswirtschaftlich gesehen. Aus volkswirtschaftlicher Sicht ist der Bahn der Vorzug zu geben. Das liegt daran, dass Fahrzeitgewinne der Fahrgäste monetarisiert werden. Dieser Punkt aber ist umstritten, denn die Stadt Frankfurt wird sich davon dass die Fahrgäste drei bis zehn Minuten schneller am Ziel sind in der Tat nicht viel kaufen können. Solche Nutzen beeinflussen zwar die Lebensqualität in einer Stadt, lassen sich aber schlecht in Euro oder Złoty umrechnen.
Vorhergesagte Nutzerzahlen angezweifelt: Im Mittelpunkt der Diskussion der nächsten Wochen stand nicht der Erhalt der Frankfurter Bahn. Heiß umstritten ist vor allem die Glaubwürdigkeit des erwähnten Gutachtens. Die prognostizierten Fahrgastzahlen von 4.000 Nutzern pro Tag werden von den Gegnern des Projektes angezweifelt. So unterstellt in der Märkischen Oderzeitung der pensionierte Bau- und Verkehrsingenieur Horst Graichen, dass die Gutachter eine sehr freundliche Zahl errechnet haben. Dabei überquerten schon vor der EU-Erweiterung am 1. Mai 2004 im Tagesverkehr (6 bis 22 Uhr) je Richtung bis zu 8.400 Fußgänger den Grenzübergang (Zählung im März 2002). Darüber dass diese Zahlen eher ansteigen, dürfte allerdings Konsens herrschen. Es wird nämlich doch sehr vernachlässigt, dass Słubice irgendwann wieder ein fast normaler Stadtteil der Doppelstadt sein kann. Horst Graichen jedoch kann sich offenbar noch nicht vorstellen, dass die Bewohner beider Städte die Bahn auch für ihren Alltag benutzen könnten. Er rechnet nur die Basarbesucher und die Studenten zu den Nutzern der Bahn. Nach dieser Logik aber dürfte es auch keine Straßenbahn zum Südring oder nach Markendorf geben. Denn die Linie 4 kommt auch an keiner Uni oder keinem Basar vorbei. Doch die Einwohner von Frankfurt und Słubice werden immer häufiger für Alltägliches die heutige Grenze überqueren. Schon heute kaufen viele Menschen jenseits der Grenze ein, gehen zum Friseur, nutzen die Schwimmhalle auf der anderen Seite, besuchen Restaurants, Bars, Konzerte. Es wird noch viel zu wenig berücksichtigt dass solche Wege zunehmen werden. Und sollten in einigen Jahren pro Tag 10.000 Leute die Grenze zu Fuß überqueren wollen, dann wäre es nicht unrealistisch, wenn davon 4.000 eine Straßenbahnverbindung nutzen würden. Verblüffend ist auch Graichens Äußerung: Der Busbahnhof spielt für Frankfurt fast keine Rolle. Herr Graichen übersieht, dass die Bahn nicht nur für Frankfurt gebaut wird. Für die Bewohner des Słubicer Umlandes spielt der Busbahnhof in Słubice nämlich durchaus eine große Rolle. Und auch sie wollen eventuell mal nach Frankfurt. Nicht zu vergessen: Słubice hat keinen echten Bahnhof, der Frankfurter Bahnhof läge mit der Bahn für unsere polnischen Nachbarn quasi vor der Tür. Graichen plädiert im Interview hingegen für die Einrichtung einer Buslinie um den Bedarf zunächst im Alltag zu prüfen.
Auch Buslinie erfordert Investitionen: Das klingt so weit ganz sinnvoll, lässt aber außer acht, dass auch für eine Buslinie nicht unerhebliche Investitionen getätigt werden müssten. Denn es ist in Frankfurt derzeit nicht so, dass man beliebige Fahrzeuge im Bussektor frei hätte. Auch für den vorgeschlagenen Probebetrieb müssten neue Busse gekauft werden. Diese wären dann wieder überflüssig wenn tatsächlich eine Bahn gebaut werden würde. Im Straßenbahnwagenpark hingegen ist noch Luft, zusätzliche Fahrzeuge müssten nicht angeschafft werden. Obendrein bedeutet eine Buslinie zusätzlichen Parallelverkehr zwischen dem Bahnhof und der Rosa-Luxemburg-Straße zwischen Bahn und Bus. Bei der geplanten Bahnverbindung würde die heutige Linie 1 statt in die Lebuser Vorstadt nach Słubice geleitet werden. Aber auch dagegen formiert sich der Widerstand. Denn unklar ist, ob die Straßenbahn dann auch weiterhin in die Lebuser Vorstadt fahren würde.
Lebuser Vorstadt wird nicht abgekoppelt: Hans-Dieter Wachner vom Bürgerbündnis hat kein Verständnis, dass für eine Anbindung der bald 20.000 Einwohner von Słubice die wenigen Fahrgäste in die Lebuser Vorstadt auf ihre Straßenbahnanbindung verzichten sollen. Heute sitzen in Spitzenzeiten 15 Fahrgäste in der Bahn. Wir hätten sie eigentlich schon längst einstellen müssen, wird der Geschäftsführer der Stadtverkehrsgesellschaft (SVF) Michael Ebermann in der Zeitung zitiert, der damit die Situation der Linie 1 in die Lebuser Vorstadt umreißt. Dabei wird an eine komplette Einstellung des Betriebes in diesen eher dünn besiedelten Stadtteil offenbar gar nicht gedacht. Es soll stattdessen ein sinnvoller Mix aus Bus und Bahn angeboten werden. Im Tagesverkehr ist weiterhin an eine Bedienung des Viertels durch die Straßenbahn gedacht. So würde auf dem gut frequentierten Abschnitt vom Bahnhof bis zur Rosa-Luxemburg-Str. ein sinnvoller Parallelverkehr von zwei Straßenbahnlinien durchgeführt werden. Alle 10 Minuten würde dann eine Bahn durch die Karl-Marx-Str. fahren, immerhin eine wichtige Einkaufsstraße in Frankfurt. Erst an der Rosa-Luxemburg-Str. trennen sich dann die Linien in die Lebuser Vorstadt und nach Słubice. In den verkehrsschwachen Abendstunden könnte man die Lebuser Vorstadt dann mit Kleinbussen bedienen und somit auch die Einfamilienhäuser hinter der Wendeschleife anbinden.
Słubicer Rathaus bevorzugt Straßenbahn: Und was sagen die Vertreter der Kommune um die es bei diesem Projekt hauptsächlich geht? Aus dem Rathaus in Słubice kommen eindeutige Signale. Słubices Bürgermeister Ryszard Bodziacki lehnt eine Busanbindung ab. Dass eine Straßenbahn der zusammenwachsenden Stadt einen besseren Dienst erweist, scheint dort Gewissheit zu sein. Zu hoffen bleibt, dass dieser Wunsch in Frankfurt in der Diskussion nicht ungehört bleibt. Denn eine Bahn über die Oder berührt die Interessen beider Städte. Allein Frankfurts Interessen in der Entscheidungsfindung zu berücksichtigen, ist im Zusammenwachsen Europas alles andere als zeitgemäß. So kam es, dass Bodziacki um Redezeit vor den Frankfurter Abgeordneten bat. Dabei warb er leidenschaftlich für die Realisierung der grenzüberschreitenden Straßenbahn und betonte, dass sich Słubice an den Unterhaltungskosten der Linie beteiligen wird. Słubice wird in wenigen Jahren mehr Einwohner als Neuberesinchen haben, hinzu kommen bedeutende Einrichtungen wie die Uni. Geschäfte und Dienstleistungsbetriebe werden selbst nach der Einführung des Euro in Polen gern grenzüberschreitend frequentiert werden.
Wirtschaft und SVF sagen Ja zur Straßenbahn: Es ist schon erstaunlich, wie so genannte "Verkehrsexperten" die monatelange Arbeit von Dresdener Ingenieuren in Frage stellen und das Gutachten anzweifeln. Das Dresdener Büro hat in den letzten Jahren zahlreiche Straßenbahnstrecken in Deutschland von gut bezahlten Fachleuten überprüfen lassen. So substanzarm kann die Untersuchung zum Ast nach Słubice nicht sein. Und auch ein anderer kühler Rechner, der SVF-Geschäftsführer Michael Ebermann spricht sich für den Netzausbau aus. Ihm ist es in den letzten Jahren gelungen, die SVF trotz knapper Kassen zu einem ordentlichen Nahverkehrsbetrieb zu formen. Es fällt schwer sich vorzustellen, Herr Ebermann würde diese gute Bilanz sehenden Auges für ein finanzielles Abenteuer riskieren. Er spricht sich zurecht für die Neubaustrecke aus, fügt an, dass mit einer Straßenbahn wirtschaftlich bessere Ergebnisse erzielt werden könnten. Auch vermisst man in seinen Argumenten die leicht überhebliche deutsche Sicht, die den polnischen Nachbarn mitunter doch als Juniorpartner degradiert: Wenn das aus Słubicer Sicht die optimale Variante ist, dann sollte man den Ortskenntnissen und dem Willen der Nachbarn vertrauen.
Auch die Chefs regionaler Wirtschaftszusammenschlüsse plädieren für die Bahn. Die Erweiterung des Straßenbahnnetzes ist eine strategische Grundsatzentscheidung. Die vorhandenen Kapazitäten könnten besser ausgelastet werden, zitiert die Märkische Oderzeitung Jürgen Knorr vom Unternehmerverband Brandenburg. Laut Petra Marx von der CDU-Mittelstandsvereinigung hat selbst eine Untersuchung des Bundesverkehrsministeriums ergeben, dass eine Straßenbahn nach Słubice sinnvoll ist. Sowohl Marx als auch Knorr sprechen sich gegen einen provisorischen Busbetrieb aus. Angeführt werden auch hier die nötigen Investitionen in neue Fahrzeuge.
Montag, 1. November 2004
Brandenburg-Ticket gilt nun auch am Wochenende
Zum 1. November ändert sich die Gültigkeit des Brandenburg-Tickets. Doch auch eine leichte Preiserhöhung steht an. Dennoch: am Wochenende kann man nun billiger mit bis zu 5 Personen durch die Bundesländer Berlin und Brandenburg fahren, denn statt wie bisher das Schönes-Wochenende-Ticket und Tageskarten für Bus und Straßenbahn zu kaufen, reicht künftig das Brandenburg-Ticket.
Die Gültigkeit an den Wochentagen bleibt unverändert: von 9 Uhr bis 3 Uhr des Folgetages können bis zu 5 Personen kreuz und quer durch Brandenburg reisen. Neu ist, dass dieser Fahrschein nun auch am Wochenende gilt, dann sogar von 0 Uhr bis 3 Uhr des Folgetages, also ganze 27 Stunden. Und das in allen Nahverkehrszügen (z. B. RegionalExpress und RegionalBahn), aber auch in den Straßenbahnen und Stadtbussen in Frankfurt (Oder), Potsdam, Brandenburg (Havel) und Cottbus. Kauft man es an einem personalbesetzten Schalter, zahlt man 25 €, besorgt man es sich am Automaten oder im Internet, werden nur 23 € fällig.
Donnerstag, 25. November 2004
Brücke in Rosengarten marode - Bus 982 umgeleitet
Ein drastischer Einschnitt für die Fahrgäste der Buslinie 982 wurde kurz nach seiner
Ankündigung realisiert, die alte Straßenbrücke über die Eisenbahnstrecke
Berlin - Frankfurt (Oder) muss für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen gesperrt werden. Die
Brücke ist so marode, dass ein sicherer Verkehr somit fast nur noch mit Autos möglich
ist. Die Busse der SVF müssen nun Umwege fahren, für Gelenkbusse werden noch
größere Umleitungen erforderlich. Weil sich die Fahrzeit der Linie 982 dadurch
erheblich verlängert, muss auch im Bereich Markendorf am Angebot gekürzt werden,
Anfangs- und Endpunkt der Linie ist nun Markendorf, der Abschnitt zum Klinikum und nach
Markendorf, Siedlung wird nur noch mit Umsteigen in die Linie 4 erreicht. Zumindest bis zum
Fahrplanwechsel am 12.12.2004 ist keine Besserung in Sicht. Der derzeitige Fahrplan lässt
der Stadtverkehrsgesellschaft keinen Spielraum. Der Nachtbus N2 ist vorerst nicht betroffen,
hier kommen Kleinbusse zum Einsatz. Das Foto zeigt noch einmal einen Bus der Linie 982 und einen
RegionalExpress der Linie RE1 am 27. Mai 2004. So schnell werden sich beide Verkehrsmittel an
dieser Stelle nicht wieder in einem Bild verewigen lassen.
Foto: Ralf Großkopp, Frankfurt (Oder)
| Änderung Bus 25.11.2004
Bus | Autobus | |
| Linie 982 | Bahnhof - Markendorf
über Messegelände - Rosengarten - Hohenwalde; nur bis 19 Uhr |
Sonnabend, 27. November 2004
Nahverkehrstriebwagen getauft - Neues Bahnunternehmen stellt sich in Frankfurt vor
Ein weiteres Verkehrsmittel ist auf den Namen der Stadt Frankfurt (Oder) getauft worden. Es
handelt sich dabei um einen fabrikneuen Nahverkehrstriebwagen vom Typ RegioShuttle. Das
Fahrzeug gehört der Ostdeutschen Eisenbahn GmbH und ist Teil einer Fahrzeugflotte, die ab
dem Fahrplanwechsel am 12. Dezember 2004 auf ostbrandenburgischen Gleisen unterwegs sein wird.
Die Ostdeutsche Eisenbahn (ODEG) ist ein Tochterunternehmen der Hamburger Hochbahn AG und der
Prignitzer Eisenbahn GmbH. Bereits im Herbst 2002 bekam das Unternehmen den Zuschlag, ab Ende
2004 für zehn Jahre den Nahverkehr auf einigen brandenburgischen Regionalstrecken zu
bedienen, darunter die Strecke Frankfurt (Oder) - Eberswalde - Berlin und die Strecke Frankfurt
- Beeskow - Berlin. Für die Fahrgäste ändert sich vorerst wohl nicht viel, bis
auf den Einsatz anderer Fahrzeuge.
Das Unternehmen stellte sich am 27.11.2004 auf dem Frankfurter Bahnhof seinen künftigen Kunden mit einer Fahrzeugtaufe vor. Ein Nahverkehrstriebwagen der Baureihe 650 wurde auf den Namen der Stadt Frankfurt (Oder) getauft, nebst Sekt aus der Hand des Oberbürgermeisters und einem zerschnittenen Band. Bereits seit einigen Monaten führt die ODEG Probefahrten mit ihren Fahrzeugen im Frankfurter Raum durch. Ab Mitte Dezember können dann die Fahrgäste entscheiden, ob das neue Bahnunternehmen ihnen mehr bietet als die Deutsche Bahn, die den Nahverkehr auf den beiden Linien in den letzten zehn Jahren betrieben hat.
Foto: Toni Krüger, Frankfurt (Oder), Trainspotter Frankfurt (Oder)
Donnerstag, 9. Dezember 2004
Entscheidung über Zukunft der Straßenbahn verschoben
Das Tauziehen findet kein Ende. Die Zukunft der Straßenbahn über die Oder nach Słubice und damit auch die Zukunft der Frankfurter Bahn bleibt ungewiss. Am 9. Dezember 2004 wollten die Frankfurter Stadtverordneten eigentlich eine Entscheidung fällen. Doch wahrscheinlich war die Angst zu groß. Denn der Tagesordnungspunkt zur Straßenbahn wurde ans Ende der Sitzung gepackt und zum Schluss sogar gänzlich verschoben. Nun soll frühestens im Januar eine Entscheidung fallen. An den Fakten hat sich derweil nichts geändert. Die Fachleute empfehlen den Bau der Bahn nach Słubice, mancher Frankfurter Stadtpolitiker steht hinter dem Projekt, andere zweifeln die Gutachten an und gefährden somit den Erhalt der Frankfurter Straßenbahn insgesamt. Die Gemeinde Słubice hat sich für den Bahnausbau ausgesprochen und wird sich an der Finanzierung beteiligen. Sofern überhaupt gebaut wird.
Sonntag, 12. Dezember 2004
Neuer Jahresfahrplan 2005
Seit Sonntag, den 12. Dezember 2004 gelten bei den meisten Verkehrsbetrieben im Verkehrsverbund
Berlin-Brandenburg (VBB) neue Fahrpläne. Auch die Stadtverkehrsgesellschaft (SVF) und Die
Bahn AG beteiligen sich an diesem Fahrplanwechsel. Große Änderungen gibt es in diesem
Jahr für Nahverkehrsnutzer im Raum Frankfurt nicht. Alle Linien fahren weiterhin auf ihren
bisher bekannten Routen, geändert werden nur Abfahrtszeiten.
Stadtverkehr: Seit dem 25. November 2004 ist die Straßenbrücke über die Eisenbahnstrecke Berlin - Frankfurt (Oder) bei Rosengarten nur noch für Fahrzeuge bis 3,5 Tonnen zugelassen. Die Busse der Linie 982 müssen daher dauerhaft umgeleitet werden. Aus diesem Grund entfällt die Haltestelle Rosengarten, Waldstraße. Als Ausgleich wird die Haltestelle Rosengarten, Landhotel angefahren. Im Zusammenhang mit dieser Maßnahme muss die Linienführung der Linie 982 im Bereich Markendorf ebenfalls geändert werden. Die Busse fahren nur noch zwischen Bahnhof und Markendorf, der Abschnitt Markendorf - Klinikum wird nicht bedient. Fahrgäste müssen auf die Straßenbahnlinie 4 ausweichen. Die Haltestellen Fuchsweg, Klinikum, Bertha-von-Suttner-Str. und Landesversicherungsanstalt entfallen für die Linie 982. Das Foto zeigt den Erdgasbus 431 am 21.12.2004 beim Befahren der Umleitungsstrecke, der neuen Ortsumgehung Frankfurts. An dieser Stelle kreuzt die neue Bundesstraße die Eisenbahnstrecke Berlin - Frankfurt - Warschau.
Foto: Ralf Großkopp, Frankfurt (Oder)
Regionalverkehr: Die beiden RegionalBahn-Linien RB36 und RB60 werden ab 12. Dezember 2004 nicht mehr von der Bahn AG, sondern von der Ostdeutschen Eisenbahn GmbH (ODEG) betrieben. An den Tarifen ändert sich dabei nichts, allein die Linienbezeichnung ist eine neue. Weil der Markenbegriff RegionalBahn der Bahn AG vorbehalten wird, heißt die bisherige Linie RB36 künftig OE36, die bisherige Linie RB60 heißt dann OE60. OE steht nicht etwa für Orient-Express, sondern kürzt die Nahverkehrslinien der Ostdeutschen Eisenbahn ab.
Die nächste Seite beinhaltet die Chronik der Jahre 2005 und 2006.
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